Kindern und Jugendlichen eine starke Stimme geben
Aus den Jugendbeteiligungsformaten des Bundesjugendministeriums im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für Kinder- und Jugendbeteiligung haben sich konkrete Bedarfe junger Menschen ergeben. Sie zeigen, wie eine wirkungsvolle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden kann:
- Auf Augenhöhe mitbestimmen: Junge Menschen wollen in Beteiligungsprozessen gleichwertig wie Erwachsene behandelt werden. Ihre Anliegen sollen ernst genommen werden.
- Eine verständliche und angemessene Ansprache: Jugendgerechte Kommunikation ist entscheidend für die Beteiligung junger Menschen. Sie stellt sicher, dass Informationen so vermittelt werden, dass sie junge Menschen direkt ansprechen und deutlich machen, wie sie sich aktiv einbringen können.
- Bessere Informationen zu Beteiligungsangeboten: Junge Menschen sollen Angebote leicht finden und nutzen können. Hierfür soll eine zentrale Beteiligungsplattform entwickelt werden.
- Mehr Verbindlichkeit für Beteiligung: Klare gesetzliche Regeln sollen sicherstellen, dass junge Menschen bei Entscheidungen, die sie betreffen, einbezogen werden.
- Zugang für alle: Alle jungen Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. Beteiligungsangebote sollen so gestaltet sein, dass sie leicht zugänglich sind, ohne große Hürden oder Barrieren.
- Unterstützung und Begleitung von Fachkräften: Fachkräfte müssen gut ausgebildet und geschult sein, um junge Menschen in Beteiligungsangeboten effektiv begleiten zu können.
- Mehr Vernetzung und Austausch: Ein enger Austausch zwischen den Menschen, die im Bereich Beteiligung aktiv sind, kann die Beteiligung junger Menschen weiter stärken.
- Ressortübergreifende Zusammenarbeit der Bundesregierung: Kinder- und Jugendbeteiligung soll in den kontinuierlichen Beteiligungsformaten der Bundesregierung weiter gestärkt werden. Auch bei geförderten Maßnahmen und Programmen der Bundesregierung soll stärker berücksichtigt werden, wie junge Menschen angemessen beteiligt werden können
Das Bundesjugendministerium greift die genannten Bedarfe junger Menschen auf, setzt zahlreiche Beteiligungsformate um und fördert Projekte zur Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung.
Beteiligungsplattform
Zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung entwickelt das Bundesjugendministerium derzeit eine digitale Beteiligungsplattform. Dort sollen sich junge Menschen ab dem zweiten Quartal 2026 niedrigschwellig über konkrete Beteiligungsformate informieren und anmelden können.
Die JugendPolitikTage (2025)
Die JugendPolitikTage (JPT) boten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie den Ressorts der Bundesregierung ein Forum, um sich über Themen der Jugendstrategie auszutauschen. Politisch interessierte junge Menschen konnten dort ihre Ideen und Impulse für eine jugendgerechte Zukunft einbringen. Gemeinsam mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung und der organisierten Zivilgesellschaft entwickelten sie Lösungsstrategien für jugendpolitische Herausforderungen. Die JPT wurden durch die Jugendpresse Deutschland als Projektträger umgesetzt.
Die Dokumentationen der vorangegangenen JugendPolitikTage, einschließlich der darin enthaltenen Positionen und Empfehlungen sind online abrufbar.
BundesJugendKonferenz (2024)
Die BundesJugendKonferenz (BuJuKo) ist ein zentrales Beteiligungsformat im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung. Sie stärkt den Dialog zwischen jungen Menschen und Politik und fördert die jugendpolitische Sensibilität in Politik und Verwaltung.
Die BuJuKo bringt engagierte Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland zusammen.
Bundeskompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung
Das "Bundeskompetenzzentrum für Kinder- und Jugendbeteiligung" (KomKJB) stärkt die ressortübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere die Kinder- und Jugendbeteiligung innerhalb der Bundesregierung.
Das KomKJB verknüpft bisherige Best-Practice-Erfahrungen der Kinder- und Jugendbeteiligung mit neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis, bietet Beratung, Information, Vernetzung sowie Monitoring an und initiiert innovative Formate, um die Beteiligung von vielfältigen Akteurinnen und Akteuren weiterzuentwickeln.
Die Stiftung SPI ist Projektträger des KomKJB.
Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung
Im November 2022 wurde die neue Publikation "Mitwirkung mit Wirkung - Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung" vorgestellt. Sie wurde zusammen mit dem Deutschen Bundesjugendring erarbeitet und ist ein wichtiger Baustein, um die Beteiligung junger Menschen in den Kommunen, Ländern, im Bund sowie in Europa zu stärken und Kinder und Jugendliche anzuregen, sich einzubringen.
Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen haben die seit 2009 bestehenden "Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung" überprüft und weiterentwickelt. Die neue Publikation versucht, Voraussetzungen, Rahmenbedingungen sowie Chancen und Herausforderungen von Kinder- und Jugendbeteiligung in unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern sowie auf kommunaler, Landes-, Bundes- und europäischer beziehungsweise internationaler Ebene aufzuzeigen.
Starke Kinder- und Jugendparlamente
Kinder- und Jugendbeteiligung zu stärken, ist eine zentrale jugendpolitische Herausforderung auf allen Ebenen - von der Kommune bis zum Bund. So werden kommunale Kinder- und Jugendparlamente durch das Projekt "Servicestelle Starke Kinder- und Jugendparlamente" in Trägerschaft des Deutschen Kinderhilfswerks unterstützt. Mit der "Akademie für Kinder- und Jugendparlamente" in Trägerschaft des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten wird die Initiative weiter vorangetrieben.
Die Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente unterstützt bundesweit Kinder- und Jugendparlamente auf kommunaler Ebene durch Beratung, Information, Vernetzung und Qualifizierung. Sie ist Teil der Jugendstrategie der Bundesregierung.
Nationaler Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung (bis 2025)
Mit dem Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung (NAP) entwickelte das Bundesjugendministerium die Jugendstrategie der Bundesregierung weiter. Das zentrale Anliegen war eine direkte, sichtbare und wirkungsvolle Beteiligung junger Menschen. Der NAP startete als Dialogprozess mit der Öffentlichkeit und lief bis 2025. In vielfältigen Formaten entstanden Empfehlungen für eine wirksame Kinder- und Jugendbeteiligung.
Um eine möglichst breite und fundierte Beteiligung am NAP zu gewährleisten, wurden unterschiedliche Formate angeboten, in denen junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache agieren konnten. Zudem wurden Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Ländern und Kommunen eingebunden. Bis 2025 fanden an verschiedenen Orten in Deutschland Dialogforen, Denkfabriken und Jugend-Audits statt.
Abschlussdokumentation und zentrale Ergebnisse
Der NAP ermöglichte von Beginn an vielfältige Formen des Mitwirkens, des Austausches und des Lernens miteinander und voneinander. Daraus entstanden zahlreiche Handlungsempfehlungen zur wirksamen Umsetzung von Kinder- und Jugendbeteiligung.
Die umfassenden Ergebnisse des NAP sind in der Abschlussdokumentation festgehalten. Sie enthält Empfehlungen zur Umsetzung einer wirkungsvollen Kinder- und Jugendbeteiligung auf allen politischen Ebenen und in unterschiedlichen Praxisfeldern. Die Prozesserkenntnisse wurden jugendgerecht aufbereitet und kommuniziert und in jugendpolitischen Formaten mit der Zielgruppe weiter beraten.
Erste Ergebnisse des NAP wurden im Februar 2025 in der Broschüre "Der Nationale Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung: Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für den Verantwortungsbereich der Bundesregierung - Auszüge aus der Abschlussdokumentation des Dialogprozesses" veröffentlicht und dem Bundeskabinett vorgelegt.
Podcast-Reihe: 22 Millionen - Kinder und Jugendliche im Fokus
In Deutschland leben 22 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mit, haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie wollen mitreden und gehört werden, wenn es um die Gestaltung ihrer Lebenswelten geht - um Familie, Schule und Freizeit, aber insbesondere auch um Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.
"22 Millionen - Kinder und Jugendliche im Fokus" ist ein Podcast im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung. Anna Grebe, Beraterin für Jugendpolitik, spricht mit Gästen darüber, wie Kinder- und Jugendbeteiligung gut gelingen kann, was junge Menschen sich wünschen und was Erwachsene dafür tun müssen.