Am 5. November 2026 hat sich der Unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Bundesbildungs- und -familienministerium zu seiner 33. Sitzung mit anschließendem Fachdialog eingefunden. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien hat ebenfalls an der Sitzung teilgenommen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie die neue Reform für Familienpflegezeit so gestaltet werden kann, dass sie informell pflegende Angehörige in ihrer Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wirksam entlastet.
Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien: "Informell Pflegende, das sind meist Familienangehörige, Partner, Freunde oder Nachbarn, die einen Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgen. Sie leisten Enormes und es ist unsere Aufgabe, dass sie gut unterstützt und gestärkt sind. Dafür ist es nötig, dass die Lasten besser verteilt werden: auf Profis und Private, auf Männer und Frauen und auf An- und Zugehörige. Unsere Ziele sind zeitliche Entlastung, wirksame Unterstützung bei der Bewältigung der Pflegesituation sowie die Sicherung wirtschaftlicher Eigenständigkeit für Männer wie für Frauen."
Prof. Annette Franke, Vorsitzende des Beirats: "Gerade in diesen herausfordernden Zeiten tiefgreifender Veränderungen dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält: die Sorge füreinander. Menschen, die An- und Zugehörige pflegen, leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie brauchen deshalb nicht nur Anerkennung, sondern vor allem verlässliche Unterstützung und Rahmenbedingungen, die Pflege und Erwerbstätigkeit miteinander vereinbar machen, ohne dabei ihre eigene berufliche und soziale Existenz zu gefährden. Unser Beirat möchte hierzu wichtige Impulse geben und gemeinsam tragfähige Lösungen für alle Generationen entwickeln."
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf nachhaltig verbessern
Damit die Reform an der Lebenswirklichkeit der Pflegenden ansetzt, hat das Bundesbildungs- und -Familienministerium zwei Studien in Auftrag gegeben. Professorin Dr. Renate Köcher präsentierte für das Institut für Demoskopie Allensbach die Studie "Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Deutschland 2026". Professorin Dr. Simone Leiber stellte ihre Studie "Männer zwischen Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege" vor, die auf Initiative des Unabhängigen Beirats beauftragt wurde. Beide Studien werden zeitnah veröffentlicht.