Startchancen-Programm

Es ist das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Rund 4.000 Schulen mit besonderen Herausforderungen erhalten gezielte Unterstützung zur Stärkung von Basiskompetenzen und Schulentwicklung.

Chancengerechtigkeit

  • Mit dem Startchancen-Programm setzt die Bundesregierung sich für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung ein und leistet einen entscheidenden Beitrag, um den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen.

  • Wir brauchen echte Veränderungen. Diese muss bei den Grundkompetenzen beginnen. Mit dem Startchancen-Programm setzen wir einen besonderen Fokus auf die Stärkung der Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

  • Das Startchancen-Programm soll Impulse geben und Neues ermöglichen – weit über die Startchancen-Schulen hinaus. Mit bedarfsorientierter Förderung und wissenschaftsgeleitetem Vorgehen wollen wir die Leistungsfähigkeit des Bildungswesens insgesamt verbessern.

  • Das Startchancen-Programm ist eine Zukunftsinvestition! Wir wollen die Potenziale der jungen Generation ausschöpfen und das Aufstiegsversprechen erneuern. Für einen selbstbestimmten Start ins Leben, für erfolgreiche Bildungsbiografien und für die Fachkräfte von morgen.

Größtes Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik

Das Startchancen-Programm ist das größte Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bund und Länder investieren dafür zusammen rund 20 Milliarden Euro in zehn Jahren. Gut 4.000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler werden mit dem Startchancen-Programm gezielt gefördert.

Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppeln

Fünf Kinder rennen mit ausgebreiteten Armen über eine Wiese dem Sonnenlicht entgegen
© Adobe Stock / maxximmm

Nationale und internationale Studienergebnisse zeigen: In Deutschland hängt der Bildungserfolg immer noch von der sozialen Herkunft ab. Ein hoher Anteil junger Menschen verlässt die Schule ohne die nötigen Kompetenzen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Dem Bundesbildungsministerium ist bewusst: Wir müssen früh und bei der Entwicklung der Basiskompetenzen ansetzen, um das Potenzial der jungen Generation nicht zu verschenken.

Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppeln und für mehr Chancengerechtigkeit sorgen. Dabei geht es nicht einfach nur um eine Förderung der unmittelbar am Programm beteiligten Schulen, sondern auch um systemische Veränderungen und eine Stärkung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens.

Bund und Länder stellen 20 Milliarden Euro bereit

Das Startchancen-Programm wurde zum Schuljahr 2024/25 mit einer Laufzeit von zehn Jahren eingeführt. Für das Startchancen-Programm stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro jährlich zusätzlich zur Verfügung. Die Länder beteiligen sich in gleichem Umfang. Damit werden insgesamt 20 Milliarden Euro über zehn Jahre investiert. Ziel ist es, dort zu unterstützen, wo die Herausforderungen am größten sind. Die Gelder werden deshalb bedarfsgerecht an gut 4.000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler verteilt. Insgesamt werden über eine Million Schülerinnen und Schüler von der Förderung profitieren.

Das Startchancen-Programm in Zahlen

  • 4,000

    Startchancen-Schulen

  • 20

    Milliarden Euro von Bund und Ländern

  • 10

    Jahre Laufzeit

  • 1

    Million Schülerinnen und Schüler profitieren vom Programm

Die Höhe der Fördergelder, die ein Land vom Bund für das Startchancen-Programm erhält, berücksichtigt die sozialen Rahmenbedingungen. Insbesondere der Anteil junger Menschen in Armut und mit Migrationsgeschichte soll hierbei entscheidend sein. Die Länder verteilen die Fördermittel innerhalb des jeweiligen Landes gezielt auf die bundesweit gut 4.000 Startchancen-Schulen.

Auswahl der Schulen

Die geförderten Schulen wurden durch das jeweilige Bundesland anhand wissenschaftsgeleiteter Kriterien ausgewählt. Diese orientieren sich an den Zielsetzungen des Startchancen-Programms. Weil insbesondere in den ersten Schuljahren entscheidende Weichen für den Bildungserfolg gestellt werden, sollen vor allem Grundschülerinnen und -schüler vom Startchancen-Programm profitieren. Neben Grundschulen werden aber auch weiterführende und berufliche Schulen gefördert.

Stärkung der Basis- und Zukunftskompetenzen

Ein besonderer Fokus der Unterstützung liegt auf der Stärkung der Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Ziel ist, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, bis zum Ende der Programmlaufzeit an den Startchancen-Schulen zu halbieren. Gegenstand der Unterstützung ist außerdem die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Das Startchancen-Programm soll die jungen Menschen dabei unterstützen, die nötigen Zukunftskompetenzen zu erwerben, wie die Befähigung zur demokratischen Teilhabe.

Unterstützung der Schulentwicklung

Um die Ziele des Startchancen-Programms zu erreichen, werden die Strukturen im Unterricht und im Kollegium an den Startchancen-Schulen entsprechend professionalisiert und weiterentwickelt. Das beinhaltet unter anderem eine stärkere Vernetzung der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, des sonstigen pädagogischen Personals und außerschulischer Akteure. Außerdem wird in eine bessere Infrastruktur und Ausstattung der Schulen investiert.

Die Länder bauen ergänzend dazu entsprechende Strukturen in der Bildungsverwaltung hinsichtlich Zielbestimmung, Prozessbegleitung und Zielerreichung des Startchancen-Programms auf.

Drei Programmsäulen

Zur Verwirklichung der Programmziele erhalten die Startchancen-Schulen eine gezielte Förderung über drei Programmsäulen. Die konkrete Umsetzung der einzelnen Säulen erfolgt bedarfsorientiert und schulbezogen.

Säule I: Investitionen in eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung

Ziel des Investitionsprogramms sind Beiträge zu modernen, klimagerechten und barrierefreien Lernorten. Angestrebt werden Investitionen in eine hochwertige Ausstattung und moderne Infrastruktur.

Säule II: Chancenbudgets für bedarfsgerechte Lösungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung

Das Chancenbudget soll Spielräume für diejenigen eröffnen, die vor Ort Verantwortung tragen und das Miteinander an der Schule jeden Tag aufs Neue gestalten. Es geht um eine deutliche Stärkung der Schulautonomie.

Säule III: Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams

Vor allem geht es hier um die Beratung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, eine lernförderliche Elternarbeit, die Entwicklung einer positiven Schulkultur sowie darum, Betroffene bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen zu stärken. Neben Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sollen vor allem auch pädagogische Fachkräfte anderer Disziplinen ihre Stärken und Expertise ins Startchancen-Programm einbringen können.

Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Das Startchancen-Programm soll größtmögliche Wirkung entfalten, Vorbild für die Zukunft sein und Modellcharakter entwickeln. Als lernendes Programm wird es deshalb wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Digitale Transferplattform

Zur Unterstützung der Zielerreichung des Startchancen-Programms wird eine bundesweite digitale Transferplattform entwickelt. Nutzerinnen und Nutzer sollen perspektivisch einen einfachen Zugang zu qualitätsgesicherten Informationen, Materialien und Werkzeuge im Sinne des Programms erhalten.

Fragen und Antworten zum Startchancen-Programm

Das FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Vorhaben. Sie finden es hier.

Bund-Länder-Vereinbarung

Verwaltungsvereinbarung Säule I

Zentrale Dokumente