Das Bundesbildungsministerium setzt auf vielseitige Angebote in Familie, Kita und Schule, die von sprachlicher Bildung über Leseförderung bis zur MINT-Bildung reichen. Die Angebote fördern Kompetenzen, gleichen Ungleichheiten aus und stärken Bildungs- sowie Teilhabechancen von Kindern frühzeitig.
Chancen
Frühe Bildung trägt dazu bei, soziale Ungleichheiten zu verringern. Gute frühe Bildung ermöglicht Kindern bessere Startbedingungen für ihr Leben.
Denken, begreifen oder miteinander umgehen - in den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder grundlegende kognitive und soziale Fähigkeiten. Frühe Bildung hat somit Einfluss auf den schulischen und beruflichen Erfolg.
Frühe Bildung ermöglicht es Kindern, ihre Fähigkeiten und Interessen zu entdecken und stärkt damit auch die Motivation für lebenslanges Lernen und die persönliche Entwicklung.
Ob ein Bilderbuch mit den Eltern anschauen, Naturexperimente oder erste Zahlen und Buchstaben schreiben - Lernen fängt in der Familie an und setzt sich vorwiegend in der Kita fort. Die frühe Bildung umfasst Angebote für Klein-, Kindergarten- und Vorschulkinder sowie Schulkinder bis zum 10. Lebensjahr.
Von der Qualität der Bildung in den ersten Lebensjahren hängt stark ab, wie Kinder in die Schule starten, wie gut sie später lernen und sich entwickeln. Die frühe Bildung hat außerdem großen Einfluss auf Aufstiegschancen und gesellschaftliche Teilhabe im Erwachsenenalter.
Kinder in Tageseinrichtungen sowie pädagogisch und leitend Tätige in Kitas (inklusive Horte)
Kindertageseinrichtungen sind wichtige Institutionen, in denen frühe Bildung stattfindet und die dazu beitragen, dass jedes Kind gute Startchancen bekommt - egal aus welchem sozialen Umfeld es stammt. Durch die Vermittlung von Sprache, Musik, Kunst und Bewegungserziehung können individuelle Fähigkeiten von Kindern gefördert und besonderer Unterstützungsbedarf frühzeitig erkannt werden.
Um mit früher Bildung beste Chancen zu eröffnen, brauchen wir eine hohe Bildungsqualität in den Einrichtungen. Dafür benötigen die pädagogischen Fachkräfte die entsprechende Aus-, Weiter- und Fortbildungen. In diesem Bereich setzt das Bundesbildungsministerium unterschiedliche Fördermaßnahmen um.
Schwerpunkte der Förderung in der frühen Bildung
Da das Umfeld und die Lernphasen der Kinder je nach Alter unterschiedlich sind, haben auch die Forschungsfördermaßnahmen des Ministeriums unterschiedliche Schwerpunkte.
Sprachliche Bildung
Zur sprachlichen Bildung gehören Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit von Kindern. Um auf diesem Gebiet bestmögliche Angebote machen zu können, braucht es wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Bildungsforschung als Grundlage. Daher fördert das Bundesbildungsministerium derzeit beispielsweise Forschungsprojekte zur "Sprachlichen Bildung in der Einwanderungsgesellschaft". Hier geht es darum, die sprachliche Bildung aller in Deutschland lebenden Menschen zu sichern und zu verbessern, Instrumente für die Unterstützung von Lernenden zu entwickeln und in ihren Wirkungen zu erforschen.
Leseförderung
Die Leseförderung hat zum Ziel, die Lesekompetenzen von Kindern von klein auf zu unterstützen. Denn durch die frühe Heranführung an Text und Schrift kann ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, dass Kinder gut in die Schule starten und dort ihre Bildungs- und Teilhabechancen nutzen können. Für Kinder, die sich in der Schule beim Lesenlernen schwertun, kann die längerfristige Zusammenarbeit mit einem Mentor oder einer Mentorin die Wende in ihrer Bildungsbiografie bedeuten. In der Leseförderung unterstützt das Bundesbildungsministerium gleich mehrere Initiativen, darunter beispielsweise "Lesestart 1-2-3" der Stiftung Lesen oder "MENTOR-Campus" des MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.
MINT-Bildung
Neben diesen Schwerpunkten bildet auch die Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) einen weiteren wichtigen Schwerpunkt früher Bildung. Das Bundesbildungsministerium fördert eine Reihe von Institutionen und Initiativen, um junge Menschen für MINT zu begeistern und zu qualifizieren. So setzt sich die gemeinnützige Stiftung Kinder forschen für eine hochwertige MINT-Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter ein. Darüber hinaus bietet die Stiftung pädagogischen Fachkräften ein Fortbildungsprogramm an. Dabei lernen sie, den Entdeckergeist und die Gestaltungskompetenz von Kindern zu fördern und sie beim Forschen entwicklungsgerecht zu begleiten.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Bundesbildungsministerium macht sich dafür stark, Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits früh zu fördern. Kinder lernen Grundwerte und Fähigkeiten und erleben, dass sie die Welt selbst gestalten können. Außerdem verstehen sie, dass ihr Handeln Auswirkungen auf andere Menschen und ihre Umgebung hat. BNE zielt darauf ab, Menschen zu verantwortlichem Denken und Handeln zu befähigen. So werden im Rahmen eines Projekts der Stiftung Kinder forschen die Kompetenzentwicklung von pädagogischen Fach- und Lehrkräften und die ganzheitliche Verankerung von BNE in den Bildungseinrichtungen gefördert.
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. haben das Bundesbildungsministerium und die Robert Bosch Stiftung die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte etabliert. Ziel ist es, den Elementarbereich als Fundament des Bildungssystems und die Qualität pädagogischer Arbeit in Kindertageseinrichtungen durch Professionalisierung der Fachkräfte nachhaltig zu stärken. In der Aktionslinie WiFF Transfer werden die bislang erarbeiteten Wissensbestände von Forschenden für die Praxis aufbereitet. Darüber hinaus liefert das "Fachkräftebarometer Frühe Bildung" seit 2014 alle zwei Jahre wesentliche Einblicke in die jeweils aktuelle Situation des Personals, des Arbeitsmarkts und der Qualifizierung in der Kindertagesbetreuung. Damit bietet es Entscheidungsträgern im Zeit- und Ländervergleich wichtige Informationen.
Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE)
Das Langzeitvorhaben begleitet Familien in schwierigen Lagen ab der Schwangerschaft oder der Geburt ihres Kindes. Die betreffenden Kinder wachsen in Stadtquartieren auf, die von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt sind und wo vorhandene Förderangebote tendenziell nicht oder wenig wahrgenommen werden. Mit der Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung wird frühe und vorschulische Förderung kommunal systematisch zusammengeführt und es wird untersucht, wie sich dies auf die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung der Kinder auswirkt.
Ganztägige Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter
Mit dem "Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter" (Ganztagsförderungsgesetz - GaFöG) wird ab dem Schuljahr 2026/27 jahrgangsweise ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter der Klassenstufen 1 bis 4 eingeführt. Sowohl die Inanspruchnahme als auch die kompetenzförderliche Wirkung ganztägiger Bildung und Betreuung hängen entscheidend von der Qualität der Ganztagsangebote ab.
Ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ermöglichen eine höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern. Eltern erwarten qualitativ gute ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote. Kinder und Eltern wünschen sich einen Ganztag, der Lern- und Lebensort ist. Kindgerechter Ganztag stärkt Kinder in ihren Fähigkeiten und ihrer Kompetenzentwicklung stärkt und ist ein Ort, an dem Kinder sich wohlfühlen und gerne sind.