Windräder, Medikamente oder E-Mobilität: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ermöglichen clevere Lösungen aktueller Probleme. Deshalb fördern wir MINT-Bildung und den -Nachwuchs.
Chancen
Wer MINT versteht, weiß, wie die Welt funktioniert. MINT-Wissen hilft, naturwissenschaftliche und digitale Phänomene zu verstehen und stärkt damit die gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit.
MINT-Kompetenzen sind der Schlüssel zur Zukunft – unverzichtbar für innovative Entwicklungen wie Wasserstofftechnologien, Textildesign oder künstliche Intelligenzen. Sie bilden die Grundlage, um drängende gesellschaftliche Herausforderungen im Sinne von Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu meistern.
MINT-Berufe bieten abwechslungsreiches und innovatives Arbeiten, Jobsicherheit und hervorragende Karriereperspektiven. Denn Expertise in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist stark nachgefragt.
Frauen sind im MINT-Bereich nach wie vor unterrepräsentiert. Um Teilhabechancen für alle zu fördern, müssen traditionelle Rollenbilder und geschlechtsspezifische Zuschreibungen von Berufen und Tätigkeiten aufgebrochen werden. Insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen soll das Bewusstsein für die vielfältigen Möglichkeiten in MINT-Berufen gestärkt werden.
MINT-Aktionsplan
Ob Fachkräftesicherung, Teilhabechancen oder Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Krankheitsbekämpfung: MINT-Kompetenzen sind der Schlüssel zur Zukunft unseres Landes. Deshalb wollen wir junge Menschen für naturwissenschaftliche und technologische Zusammenhänge begeistern und qualifizieren.
Mit dem MINT-Aktionsplan stärkt das Bundesbildungsministerium die MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette, von der Kita bis zur Aus- und Weiterbildung. Als strategisches Dach bündelt und vernetzt der Aktionsplan Maßnahmen auf fünf Aktionsfeldern:
1. Kooperation@MINT
Wir setzen Anreize für mehr Miteinander von außerschulischen und schulischen Aktivitäten für eine ganzheitliche MINT-Bildung. Es ist unser Ziel, die vielen kreativen außerschulischen MINT-Angebote zu stärken und enger mit den Schulen zu verzahnen.
2. Qualität@MINT
Wir unterstützen die engagierten Akteurinnen und Akteure: für qualitativ-hochwertige Angebote zur MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche und für eine professionelle Netzwerkarbeit.
3. Familien@MINT
Wir brauchen die Unterstützung der Eltern, um den Nachwuchs für eine Berufsausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich zu begeistern. Wir schaffen zudem Möglichkeiten, Eltern in die MINT-Bildung ihrer Kinder aktiv einzubinden.
4. Forschung@MINT
Wir fördern praxisorientierte Forschung und Transfer zur Stärkung der MINT-Bildung in Schule und in kreativen Lernorten.
5. Frühstart@MINT
Wir legen die Grundlagen mit Angeboten für MINT-Bildung in Kita, Grundschule und Hort. Zum Beispiel mit der Stiftung Kinder forschen und Schülerwettbewerben wie Jugend forscht.
Außerschulische MINT-Bildungsangebote
Deutschland profitiert von einer vielfältigen außerschulischen Bildungslandschaft. Tausende von Initiativen für MINT-Bildung engagieren sich dafür, Kinder und Jugendliche außerhalb des Schulunterrichts für MINT-Wissen zu begeistern. Über kreatives Tüfteln, Forschen und Experimentieren oder Programmieren werden die Kinder und Jugendlichen spielerisch an die Vielfalt von MINT herangeführt. Dies verdanken wir dem zum Teil ehrenamtlichen Engagement vieler MINT-Akteurinnen und -Akteure. Sie stärken wir in ihrer täglichen Arbeit.
Beispielhafte Initiativen des Bundesbildungsministerium für mehr MINT-Kompetenzen
MINT-Cluster
Mit den bundesweit etwa 60 MINT-Clustern unterstützt das Bundesbildungsministerium kraftvoll den Ausbau und die Koordination außerschulischer MINT-Bildungsangebote. Die Formate reichen von niedrigschwelligen, alltagsnahen und regelmäßigen Angeboten an außerschulischen Lernorten – wie Schülerlaboren, Science Centern, Museen und Bibliotheken – bis hin zu mobilen und digitalen Alternativen. Thematisch decken die regionalen Cluster ein breites Spektrum ab, darunter Robotik, Coding, Umwelt und Nachhaltigkeit, 3D-Druck und Künstliche Intelligenz. Viele der Cluster kooperieren mit Schulen und sprechen gezielt die unterrepräsentierte Gruppe der Mädchen an.
MINTvernetzt und MINT-Campus
Mit MINTvernetzt fördert das Bundesbildungsministerium eine zentrale bundesweite Anlaufstelle, die die Akteurinnen und Akteure mit Serviceangeboten wie dem MINT-DataLab, Beratung und Vernetzungsformaten unterstützt. Die MINT-Community Plattform schafft den Akteurinnen und Akteuren Sichtbarkeit und erleichtert so die Vernetzung und Kooperation.
Zusätzlich fördert das Bundesbildungsministerium die digitale Lernplattform MINT-Campus. Der Campus bietet kostenlose Lernangebote in unterschiedlichen Formaten für vielfältige Zielgruppen. Alle Lernangebote stehen mit offener Lizenz zur Verfügung. Die Angebote fokussieren sich auf Themen der Projekt- und Netzwerkarbeit, der MINT-Didaktik und auf fachliche MINT-Inhalte.
MINT-Forschung
Wir brauchen kontinuierliche Forschung, um mehr darüber zu erfahren, unter welchen Bedingungen naturwissenschaftliche und digitale Bildung erfolgreich gelingt. Aktuell laufen verschiedene MINT-Forschungsprojekte zu Themen wie dem Zusammenwirken von schulischer- und außerschulischer Kooperationen sowie der Einbindung von Eltern zur Steigerung der MINT-Motivation und -Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Das Metavorhaben zu strategischen Handlungsfeldern der MINT-Förderung, MesH-MINT, bündelt praxisrelevante Forschungsergebnisse der Forschung zur MINT-Bildung und bereitet diese z.B. im Rahmen der Reihe „10 Fakten zu…“ für Wissenschaft und Praxis auf.
Vielfalt für starke MINT-Fachkräfte
Deutschland braucht alle Talente, um Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Entsprechend ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich hoch – und Frauen sind hier weiterhin weniger sichtbar als es ihrem Potenzial entspricht.
Damit sich mehr Mädchen und junge Frauen für MINT entscheiden, wird ein zeitgemäßes Bild dieser Bereiche gestärkt: MINT ist kreativ, vielfältig und praxisnah. Es eröffnet spannende Chancen, reicht von digitaler Gestaltung bis zu nachhaltigen Technologien und ist für unterschiedliche Stärken und Interessen geeignet. Initiativen wie der Girls’Day oder Klischeefrei unterstützen dabei, Vorurteile abzubauen und neue Zugänge zu schaffen. Das von MINTvernetzt koordinierte Bündnis für Frauen in MINT-Berufen erweitert diese Angebote, etwa durch die Praktikumsoffensive #empowerGirl, die Jugendlichen konkrete Einblicke in MINT-Berufe vermittelt.
Um den bestehenden Fachkräftebedarf in MINT-Berufen zu decken, braucht es zudem die gezielte Einbindung internationaler Talente. Eine verstärkte ressortübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt soll dazu beitragen, qualifizierte ausländische Fachkräfte zu gewinnen, sie in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren und so Innovations- und Zukunftsfähigkeit zu sichern.