Aktuelle Meldungen Ältere Menschen

Pflege

Neuer Höchststand bei den Ausbildungszahlen in der Pflege

Zwei pflegende Personen und ein Mensch in einem Krankenbett im Hintergrund
Die Ausbildungszahlen im Pflegebereich sind laut Statistischem Bundesamt in 2025 erneut um 8 Prozent gestiegen. Der Männeranteil im Pflegebereich liegt inzwischen bei 29 Prozent © getty / sturti

Laut neuer Zahlen des Statistischen Bundesamts haben 2025 rund 64.300 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann begonnen. Das sind etwa acht Prozent und damit 4900 Auszubildende mehr als im Vorjahr. Dabei handelt es sich um die Auszubildenden mit Neuvertrag, die sich zum 31. Dezember 2025 noch in Ausbildung befanden. 

Mehr Auszubildende in der Pflege als je zuvor

Auch die Zahl der Auszubildenden insgesamt stieg im Vergleich zum Vorjahr an. Mit rund 158.000 Auszubildenden befanden sich so viele Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachperson wie noch nie seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz im Jahr 2020.

Anteil männlicher Auszubildender auf 29 Prozent gestiegen

Von den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wurden rund 71 Prozent von Frauen (45.800) und 29 Prozent von Männern (18.500) geschlossen. Die Zahl der Männer in Pflegeausbildung hat mit 15 Prozent deutlich stärker zugenommen hat als die der Frauen mit plus 6 Prozent. Der kontinuierliche Anstieg des Anteils männlicher Auszubildender in der Pflegeausbildung setzt sich damit weiter fort.

Positive Entwicklung auch im Pflegestudium

Im Jahr 2025 haben rund 800 Studierende nach der Einführung einer verbindlichen Ausbildungsvergütung mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz ein Pflegestudium begonnen. Zum 31. Dezember 2025 lag die Anzahl der Pflegestudierenden insgesamt bei rund 1800.

Pflegeberufegesetz

Das Pflegeberufegesetz führt die bisherigen Berufsausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen. Am 1. Januar 2020 ist die Pflegeausbildung zur Pflegefachperson gestartet. Sie ermöglicht es, in allen Versorgungsbereichen zu arbeiten. Damit werden die Ausbildungsbedingungen verbessert und die Attraktivität des Berufsfeldes Pflege wird gesteigert. Alle Auszubildenden erhalten eine angemessene Ausbildungsvergütung. Außerdem ist eine Ausbildung an einer Hochschule mit Bachelor-Niveau möglich. Damit wird die Pflegeausbildung attraktiver und neue Zielgruppen werden für die Pflege angesprochen. Mit dem Beratungsteam Pflegeausbildung und der Kampagne "Pflege kann was" hat das Bundesbildungs- und familienministerium die Pflegeausbildung unterstützt und dabei insbesondere auch für mehr Männer in der Pflege geworben.

 

Als weiterer wichtiger Baustein zur Modernisierung der Pflege und zur Sicherung des Personalbedarfs für die Pflege in Deutschland startet im Jahr 2027 die neue bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung. Der gemeinsame Gesetzentwurf vom Bundesbildungs- und familienministerium und dem Bundesministerium für Gesundheit wurde im Oktober 2025 verkündet. So entsteht ein vielfältiges, attraktives und durchlässiges Bildungssystem in der Pflege - von der Assistenzausbildung über die berufliche Fachkraftausbildung bis zur hochschulischen Qualifikation auf Bachelor-Niveau.

Seniorinnen und Senioren in der digitalen Welt

Neue Studie zur digitalen Teilhabe älterer Menschen vorgestellt

Bei der Studienpräsentation betont Karin Prien die Rolle digitaler Angebote für die gesellschaftliche Teilhabe © Sebastian Rau/BMBFSFJ/photothek.de

Am 15. Januar stellte das Bundesseniorenministerium gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom eine neue repräsentative Studie zur digitalen Teilhabe älterer Menschen vor. Die Ergebnisse belegen, dass die große Mehrheit der 1004 befragten Seniorinnen und Senioren digitalen Technologien offen gegenübersteht und sich sogar mehr Tempo bei der Digitalisierung wünscht. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an Unterstützungsangeboten zur Stärkung der digitalen Kompetenzen.

Bundesseniorenministerin Karin Prien: "Immer mehr Menschen über 60 nutzen digitale Angebote. Damit digitale Technologien den Alltag von Seniorinnen und Senioren noch besser unterstützen können, braucht es neben guten Lösungen vor allem verständliche Begleitung und verlässliche Zugänge, insbesondere in ländlichen Regionen. Digitalisierung kann Selbstständigkeit, Sicherheit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter stärken, etwa durch Gesundheitsangebote, Online-Banking oder den Kontakt zu Familie sowie Freundinnen und Freunden. Diese Chancen müssen für alle gleichermaßen zugänglich sein. Mit Initiativen wie dem DigitalPakt Alter und dem Projekt 'Digitaler Engel' bringen wir Beratung und Schulungsangebote direkt zu den Menschen - auch in kleinere Städte und ländliche Räume. Der Austausch zwischen Jung und Alt spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser Ziel ist klar: den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können."

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst: "Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt - und wollen dabei mitgenommen werden. Die Mehrheit älterer Menschen möchte online sein. Doch einige stoßen noch auf Hürden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können. Die Altersschwelle zwischen digitalaffinen und digitalaversen Menschen hat sich insgesamt verschoben: Die 65- bis 69-Jährigen liegen digital noch nahe am Bevölkerungsdurchschnitt, während sich die ältesten Generationen ab 70 beziehungsweise 75 Jahren deutlich schwerer tun. Digitalkompetenzen sind heute aber oft eng verknüpft mit gesellschaftlicher Teilhabe. Wir müssen dafür sorgen, dass niemand abgehängt wird - umso wichtiger sind Hilfsangebote, die einen niedrigschwelligen Zugang schaffen. Auch bei den neuesten digitalen Entwicklungen wollen viele ältere Menschen vorne mit dabei sein. Wir müssen Angebote schaffen, die den Einstieg in die KI erleichtern und den sicheren Umgang fördern."

Internetnutzung steigt deutlich an 

Während 2020/2021 erst knapp die Hälfte der Seniorinnen und Senioren in Deutschland online war, nutzen inzwischen rund drei Viertel (74 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren das Internet. Senioren sind mit 78 Prozent häufiger online als Seniorinnen mit 70 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt die Nutzung: Während bei den 65- bis 69-Jährigen mit 98 Prozent fast alle online sind, nutzen unter den 75- bis 79-Jährigen noch rund zwei Drittel das Internet. Bei den über 80-Jährigen ist es knapp die Hälfte.

Für die Nutzerinnen und Nutzer ist das Internet zentral für Kommunikation und Alltag: 92 Prozent schreiben E-Mails, 80 Prozent nutzen Online-Banking und 76 Prozent kaufen online ein. Auch soziale Netzwerke (60 Prozent) und Videoanrufe (50 Prozent) sind verbreitet.

  • 74 Prozent

    der Menschen ab 65 nutzen das Internet.

  • 81 Prozent

    sehen die Digitalisierung als Chance für die Gesellschaft.

  • 96 Prozent

    wünschen sich Unterstützungsangebote.

  • Im Jahr 2020

    waren lediglich 48 Prozent der ab 65-Jährigen online. 

(Detailliertere Angaben finden Sie hier und auf der Webseite des Digitalverbands Bitkom)

Tempo und Unterstützungsangebote ausbauen 

Grundsätzlich sehen 81 Prozent der Älteren die Digitalisierung als Chance. Zwei Drittel wünschen sich sogar eine schnellere Umsetzung. Trotz der hohen Nutzung und dem regen Interesse bewerten Seniorinnen und Senioren ihre eigene Digitalkompetenz im Durchschnitt nur mit der Schulnote 3,2. Je älter die Befragten sind, desto unsicherer fühlen sie sich. Fast alle Befragten (96 Prozent) wünschen sich daher Unterstützung. Konkret fordern 78 Prozent ein Hilfetelefon für digitale Fragen und 66 Prozent wünschen sich kostenlose oder günstige Schulungen vor Ort. Bislang helfen vor allem Freunde und Familie (54 Prozent) bei Technikfragen weiter.

Offenheit für Künstliche Intelligenz nutzen 

Die Studie belegt zudem eine Offenheit für Innovationen: 58 Prozent stehen technologischen Neuerungen positiv gegenüber. Rund die Hälfte der Menschen ab 65 Jahren hat bereits Künstliche Intelligenz (KI) genutzt oder ausprobiert. Auch im Gesundheitsbereich ist die Akzeptanz vorhanden: 52 Prozent können sich vorstellen, eine KI um Rat zu ihrer Gesundheit zu fragen.
 

Rede im Bundestag

Michael Brand: Wir brauchen strukturelle Reformen

 

Digitale Teilhabe älterer Menschen

Digitaler Engel gewinnt European Digital Skills Award 2025

Ein Infostand des Digitalen Engels, an dem eine junge Frau einen älteren Mann berät
Die mobilen Beraterinnen und Berater des "Digitalen Engels" beraten ältere Menschen dazu, wie sie ihre täglichen Abläufe und Gewohnheiten durch digitale Anwendungen bereichern und erleichtern können © Jörg Farys

Das Projekt "Digitaler Engel" des Vereins Deutschland sicher im Netz (DsiN) wurde am 12. November in der Kategorie "Cybersecurity Skills" mit einem European Digital Skills Award 2025 ausgezeichnet. Mit über 800 Einsätzen, bei denen rund 25.000 Seniorinnen und Senioren erreicht wurden, und der Schulung von mehr als 1500 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren konnte das Projekt die internationale Jury überzeugen.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 195 Projekte aus ganz Europa für den European Digital Skills Award 2025 eingereicht.

Bundesseniorenministerin und Schirmherrin Karin Prien: "Der 'Digitale Engel' zeigt eindrucksvoll, dass digitale Themen keine reine Expertensache sind. Das mobile Team bringt Wissen und Sicherheit direkt zu älteren Menschen, die bisher wenig mit dem Internet zu tun hatten. So hilft das Projekt, den Alltag sicherer zu machen und stärkt unser gemeinsames Vertrauen in die digitale Welt. Die europäische Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung - sie zeigt, dass Deutschland bei digitaler Aufklärung mit Herz und Verstand vorangeht und bei der digitalen Aufklärung Maßstäbe setzt. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte DsiN-Team zu diesem tollen Erfolg!"

Projektleiterin Katharina Kunze: "Diese Auszeichnung ist eine wunderbare Anerkennung unserer Arbeit und zugleich ein Ansporn. Wir möchten ältere Menschen in ganz Deutschland befähigen, digitale Technologien selbstbewusst, sicher und mit Freude zu nutzen. Der Preis zeigt: Unser Ansatz wirkt und wird auch über die Landesgrenzen hinaus geschätzt."

Digitale Chancen nutzen und Risiken verstehen

Mit dem vom Bundesseniorenministerium geförderten Projekt "Digitaler Engel" unterstützt DsiN insbesondere in ländlichen Regionen ältere Menschen dabei, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Das Projekt vermittelt praxis- und alltagsnah, wie digitale Chancen genutzt und Risiken verstanden werden - von Datenschutz und sicheren Passwörtern bis hin zur Betrugsprävention im Netz. 

Seit seiner Gründung hat der "Digitale Engel" zehntausende Menschen mit seinen bundesweiten Vor-Ort-Angeboten, Online-Veranstaltungen und leicht verständlichen Materialien erreicht. Besonders ältere Menschen, die wenig Erfahrung mit dem Internet haben, profitieren von der persönlichen Beratung und dem niedrigschwelligen Zugang im persönlichen Umfeld.
 

Netzwerktagung Nationale Demenzstrategie

Michael Brand: Nationale Demenzstrategie fortsetzen

Michael Brand auf einem Podium
Michael Brand will die Teilhabe von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft erleichtern © Valentin Pater

Am 8. Oktober nahm der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Michael Brand, in Berlin an der politischen Abendveranstaltung "Strategie im Dialog: Politik für Menschen mit Demenz" teil. In seinem Grußwort bei der Veranstaltung im Rahmen der Netzwerktagung der Nationalen Demenzstrategie hob er die bisherigen Erfolge der Nationalen Demenzstrategie hervor und betonte die Bereitschaft des Bundesseniorenministeriums, eine aktive Rolle bei der Fortsetzung der Strategie über das Jahr 2026 hinaus einzunehmen.

Michael Brand: "Die Bundesregierung wird weiter gemeinsam mit allen Beteiligten arbeiten, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen nachhaltig zu verbessern und Prävention sowie Forschung weiter stärken. Unser besonderes Augenmerk liegt darauf, die Teilhabe von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft zu erleichtern."

Ziel der Strategie ist, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Deutschland zu verbessern und  ein offenes Klima für den Umgang mit Betroffenen zu schaffen. Dafür enthält die  Nationale Demenzstrategie über 160 konkrete Maßnahmen, die seit 2020 erfolgreich in vier Handlungsfeldern umgesetzt werden:

  • Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen
  • Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen
    Medizinische und pflegerische Versorgung von
  • Menschen mit Demenz weiterentwickeln
  • Exzellente Forschung zu Demenz fördern

Die Nationale Demenzstrategie

Die Nationale Demenzstrategie wurde 2020 von der Bundesregierung unter Federführung des Bundesseniorenministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums ins Leben gerufen. In ihr haben sich mehr als 80 Akteurinnen und Akteure dazu verpflichtet, bis Ende 2026 über 160 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz in Deutschland umzusetzen. Der Koalitionsvertrag zur 21. Legislaturperiode sieht eine Fortsetzung der Nationalen Demenzstrategie über das Jahr 2026 hinaus vor.  

"Bildung und Lernen im Alter"

Zehnte Altersberichtskommission nimmt Arbeit auf

Gruppenbild der Altersberichskommission mit Karin Prien
Karin Prien und die Mitglieder der Zehnten Altersberichtskommission © Jens Liebchen

Bundesseniorenministerin Karin Prien hat am 22. September die Kommission für den Zehnten Altersbericht der Bundesregierung einberufen. Der Bericht soll untersuchen, wie Bildung älteren Menschen neue soziale Rollen und aktives Altern ermöglicht - unter besonderer Berücksichtigung non-formaler und informeller Lernformen sowie kognitiver Entwicklungen im Alter. 

Zugleich soll der Bericht Bildungsungleichheiten beleuchten - zum Beispiel durch geringere Bildung, niedrigeres Einkommen, gesundheitliche Einschränkungen oder Migrationshintergrund. Ziel ist es, Ursachen und Lösungen aufzuzeigen, um Bildung im Alter gerechter zu gestalten. Der Bericht soll Impulse für eine inklusive Bildungspolitik geben und Bildung im Alter stärker politisch verankern - auch im internationalen Vergleich.

Karin Prien: "Mit dem Zehnten Altersbericht rücken wir ein zentrales Zukunftsthema in den Fokus: Bildung und Lernen im Alter. Dieses Thema ist nun vollständig im Zuständigkeitsbereich meines Ministeriums verankert. Unser Ziel muss es sein, allen Menschen - unabhängig vom Alter - den Zugang zu Bildung und persönlicher Weiterentwicklung zu ermöglichen. Denn Bildung ist die Grundlage für gleichberechtigte, selbstbestimmte Teilhabe in allen Lebensphasen. In einer Gesellschaft des langen Lebens bedeutet Bildung weit mehr als reine Wissensvermittlung: Sie ist der Schlüssel zu Selbstbestimmung, gesellschaftlichem Engagement und einem aktiven, erfüllten Altern. Ich bin überzeugt, wir brauchen die ältere Generation mit ihrem reichen Erfahrungsschatz in der Mitte unserer Gesellschaft. Ich danke den Mitgliedern der Zehnten Altersberichtskommission herzlich für ihre Bereitschaft, ihre Expertise in diesen wichtigen Bericht einzubringen."

Vorsitzende der Zehnten Altersberichtskommission, Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff: "Die Lebensphase Alter ist heute vielfältiger und länger als je zuvor. Sie eröffnet neue Chancen, bringt aber auch Risiken mit sich. Bildung soll gelingendes Altern fördern - bei guter Gesundheit, sozialer Verbundenheit und im Dialog der Generationen. Im komplexer werdenden Alltag und in Übergängen wächst der Bedarf an Bildungsberatung und Lernbegleitung, wofür geeignete organisationale Strukturen und konzeptionelle Zugänge nötig sind. Der Zehnte Altersbericht greift diese Herausforderungen auf und skizziert neue Wege und Ansätze zur Stärkung der Bildungsbeteiligung in der nachberuflichen Phase."

Bildung im Alter stärken

Befunde des Deutschen Alterssurvey (DEAS 2023) zeigen: Die Bildungsbeteiligung der Älteren in der Freizeit nimmt mit höherem Alter ab. Jedoch bildet sich auch bei den 76-Jährigen und Älteren noch fast jede fünfte Person in der Freizeit weiter. Dabei zeigen sich sowohl in der Bildungsbeteiligung außerhalb der Erwerbsarbeit als auch bei der Fort- und Weiterbildung im Rahmen der Erwerbsarbeit Unterschiede nach Bildung und Einkommen. Der DEAS (2023) zeigt auch: Über 70 Prozent der Menschen in der zweiten Lebenshälfte sehen das Älterwerden als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung und verbinden damit positive Erwartungen.

Mitglieder der Zehnten Altersberichtskommission

Die Altersberichte

Die Altersberichte der Bundesregierung gehen zurück auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 24. Juni 1994. Danach hat die Bundesregierung dem Bundestag in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Lebenssituation der älteren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland vorzulegen. Die Berichte werden durch weisungsunabhängige Sachverständigenkommissionen erarbeitet, die mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt sind.

Welt-Alzheimertag

Wegweiser Demenz feiert 15. Geburtstag

Zwei ältere Menschen stehen an einer Tafel
Etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt © Monica Ninker Photography

Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September 2025 feiert das Unterstützungsportal "Wegweiser Demenz" sein 15-jähriges Bestehen. Es ging am Welt-Alzheimertag 2010 online und bietet seither mit einer Website und einem Blog mit fachlichen sowie persönlichen Beiträgen Hilfe für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Interessierte. In zwei Foren, die von einem professionellen Moderationsteam betreut werden, können sich Betroffene und deren Angehörige austauschen.

Um das langjährige und erfolgreiche Bestehen des Wegweiser Demenz zu würdigen, finden diverse Aktionen auf der Webseite statt. In beiden öffentlich zugänglichen Ratgeber-Foren können sich Teilnehmende bei der unterstützenden Forengemeinschaft bedanken. Zudem starten (Mitmach-)Formate auf der Website wie "15 Jahre - 15 Wochen - 15 Fakten" oder der "Fragen-Freitag". Darüber hinaus können Interessierte ihre Verbesserungswünsche für den Wegweiser in einer digitalen "Wünsche-Box" mitteilen. 

Menschen mit Demenz und ihre Familien unterstützen

Weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen. In Deutschland wird von 1,8 Millionen Betroffenen ausgegangen - mit stark steigender Tendenz. Ihnen und ihren Familien steht der Wegweiser Demenz mit Tipps und Möglichkeiten zum Austausch zur Seite.

Der Welt-Alzheimertag und die Nationale Demenzstrategie

Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von Alzheimer's Disease International gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Seitdem finden jedes Jahr am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.

Das Bundesbildungs- und -familienministerium ist gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium federführend bei der Nationalen Demenzstrategie, die die Bundesregierung mit zahlreichen Partnern aus Politik, Gesellschaft und Forschung entwickelt wurde. Sie bildet den Rahmen für Demenzpolitik in Deutschland. Co-Vorsitzender der Strategie ist die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft Selbsthilfe e.V.

Lebenslanges Lernen

Erstes Bundesprogramm für Bildung im Alter startet

Karin Prien überreicht Fördergeld für Bildungsangebote für ältere Menschen
Karin Prien startet das erste Bundesprogramm zur Förderung von Bildung und Engagement für ältere Menschen ab 60 © Dominik Butzmann/BMBFSFJ/photothek.de

Am 16. September hat Bundesbildungsministerin Karin Prien das erste Bundesprogramm für lebensbegleitendes Lernen für Menschen über 60 Jahre gestartet: Das Förderprogramm "BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang" unterstützt aktuell 50 Projekte bundesweit. Finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus), des Bundes sowie aus Mitteln der Träger. Insgesamt stehen den Projekten damit bis 2028 rund 25 Millionen Euro für ihre lokale Bildungsarbeit zur Verfügung. Ziel ist es, neben der Bildungslandschaft für ältere Menschen auch ihr freiwilliges Engagement zu fördern.

Karin Prien: "Mit 'BELL' starten wir ein bisher einmaliges Programm, bei dem der Bund und die EU auf die Potenziale älterer Menschen setzen. Denn: Bildung endet nicht mit dem Renteneintritt. Wenn auch Ältere Neues lernen, ist das ein Gewinn für die ganze Gesellschaft. Wir wissen, dass ältere Menschen sich bilden wollen und lernfähig sind bis ins höchste Alter. Ob zu Gesundheit, politischer Bildung, Finanzwissen oder Engagementmöglichkeiten - die 'BELL'-Förderung schafft bundesweit qualifizierte Lernorte und öffnet neue Bildungschancen für Ältere. Neben dem Erwerb von neuen Fähigkeiten geht es auch darum, das Erfahrungswissen Älterer zu erhalten und weiterzugeben. Wir wollen, dass insbesondere jene Menschen profitieren, die von klassischen Angeboten der Erwachsenenbildung schwer erreicht werden. Ich bin überzeugt: Bildung bereichert und bringt Menschen zusammen - ein Leben lang!"

Karin Prien besucht "BELL"-Projekt in Berlin

Zum Auftakt besuchte die Bundesbildungsministerin das "BELL"-Projekt "Club Dialog e.V." im Berliner Wedding. Hier bilden sich Ältere sprachlich und im digitalen Bereich weiter und bereiten sich auf die Übernahme eines Ehrenamts vor.

"BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang"

Insgesamt bauen bundesweit aktuell 50 Initiativen im Förderprogramm "BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang" spezifische Lern- und Beteiligungsmöglichkeiten für ältere Menschen ab 60 Jahren auf. Die Angebote sollen die Chancen vergrößern, dass Seniorinnen und Senioren auch nach dem Erwerbsleben gesellschaftlich eingebunden und aktiv bleiben können. Die Finanzierung erfolgt bis 2028 zu rund 12,4 Millionen Euro aus Mitteln des ESF Plus und rund 10,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Zehn Prozent der Gesamtausgaben werden durch die Träger aufgebracht.

 

Pflegefachassistenzeinführungsgesetz

Bundestag berät über bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung

Am 11. September debattiert der Deutsche Bundestag zum ersten Mal über den Gesetzentwurf zur Einführung einer bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung. Den vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf hatten Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingebracht. Mit der ersten Lesung ist das parlamentarische Verfahren gestartet.

Karin Prien: "Pflege ist eine der großen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Sie bestimmt mit, wie solidarisch unsere Gesellschaft ist. Darum müssen wir in Deutschland dringend die Rahmenbedingungen für die Pflege im stationären, im ambulanten und im häuslichen Bereich stärken - und spürbar verbessern. Mit dem Pflegefachassistenzgesetz gehen wir jetzt einen wichtigen Schritt. Die neue Ausbildung ist modern und bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Die Absolventinnen und Absolventen können zukünftig mehr Aufgaben übernehmen. Das schafft Bildungschancen und wertet ein stark von Frauen geprägtes Berufsfeld auf. Wenn wir Pflege stärken, dann stärken wir den Zusammenhalt unserer Gesellschaft."

Bundesweit einheitliche Pflegeausbildung

Die neue Ausbildung soll die bisher 27 verschiedenen, landesrechtlich geregelten Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen ablösen  - aus 27 mach' 1. Pflegefachassistentinnen und Pflegefachassistenten sollen zukünftig in ganz Deutschland in allen Versorgungsbereichen der Pflege arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen. Sie erhalten dem Gesetzesentwurf nach während der gesamten Ausbildungszeit eine angemessene Vergütung. Ihre Ausbildungszeit wird bundeseinheitlich auf 18 Monate festgesetzt. Die Bundesregierung legt mit der Einführung den Grundstein für einen neuen Qualifikationsmix zwischen Pflegefach- und Pflegefachassistenzpersonen, um die personelle Grundlage guter professioneller Pflege zu sichern.

Die wichtigsten Eckpunkte des Gesetzes im Überblick:

  • Einheitliche Ausbildung: Die neue bundesweite Pflegefachassistenzausbildung ersetzt die bisherigen 27 unterschiedlichen Landesregelungen
     
  • Umfassende Erfahrungen: Die Ausbildung umfasst Pflichteinsätze in den zentralen Versorgungsbereichen stationäre Langzeitpflege, ambulante Langzeitpflege sowie stationäre Akutpflege und eröffnet damit vielfältige Berufsperspektiven
     
  • Start der Ausbildung: Ab 1. Januar 2027
     
  • Dauer: In der Regel 18 Monate in Vollzeit. Teilzeit und Verkürzungen sind möglich, insbesondere bei einschlägiger Berufserfahrung
     
  • Zugang: In der Regel mit Hauptschulabschluss, aber auch ohne formalen Abschluss bei positiver Prognose der Pflegeschule möglich
     
  • Vergütung: Alle Auszubildenden erhalten künftig eine angemessene Ausbildungsvergütung
     
  • Aufstiegsmöglichkeiten: Anschlussfähigkeit an die Ausbildung zur Pflegefachperson (auch verkürzt möglich) mit anschließender Möglichkeit zum Pflegestudium
     
  • Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Einheitliche Regelung mit Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang statt umfassender Gleichwertigkeitsprüfung
     

Die Länder wurden eng in die Erarbeitung des Gesetzentwurfs eingebunden. Für einen Ausbildungsstart 2027 muss das Finanzierungsverfahren 2026 beginnen. Die erste Befassung im Bundesrat soll am 26. September 2025 stattfinden.
 

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Zahl der Anerkennungsanträge ist 2024 deutlich gestiegen

 

Ein Pfleger kümmert sich um einen älteren Mann
Im Jahr 2024 wurden neue Höchstwerte bei der Zahl der Anerkennungsanträge und der beschiedenen Verfahren für ausländische Berufsqualifikationen erreicht, insbesondere bei Gesundheitsberufen © BMBFSFJ

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse im Bereich der Bundesberufe hat sich laut den vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen im Jahr 2024 erneut positiv entwickelt. Die Anerkennungsgesetze des Bundes und der Länder ermöglichen es Fachkräften, die ihre beruflichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, in Deutschland anerkennen zu lassen. 

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Die aktuellen Zahlen zur Berufsanerkennung sind sehr erfreulich: Noch nie zuvor wurden so viele Anträge auf Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation gestellt! Besonders erfreulich ist die anhaltend große Nachfrage in den Gesundheitsberufen sowie bei Erziehern und Lehrern - also genau dort, wo wir einen starken Bedarf an Fachkräften haben. Fachkräfte aus der Ukraine und weiteren Hauptausbildungsländern wie der Türkei, Indien oder Tunesien leisten hier einen wichtigen Beitrag. Mir ist es wichtig, dass Fachkräfte, die zu uns kommen oder schon in Deutschland sind, ihre ausländischen Berufsqualifikationen schnell und unkompliziert anerkennen lassen können. Deshalb arbeiten wir an weiteren Vereinfachungen und Erleichterungen. Jede anerkannte Qualifikation bedeutet nicht nur eine berufliche Perspektive für die Fachkraft, sondern ist auch ein unmittelbarer Gewinn für unsere Volkswirtschaft und Gesellschaft."

43 Prozent der Verfahren erhalten volle Anerkennung 

Von den rund 66.900 Verfahren wurde 2024 nur ein Prozent abgelehnt - 43 Prozent der Verfahren wurden mit einer vollen Anerkennung der beruflichen Qualifikation, 45 Prozent mit einer Auflage, zehn Prozent mit einer teilweisen Anerkennung beschieden.

Viele Anträge im Gesundheitsbereich

Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik in den Gesundheitsberufen. Rund 75 Prozent der Anerkennungsanträge entfielen ähnlich wie in den Vorjahren auf Gesundheitsberufe - darunter auf Platz Eins die Pflegefachpersonen (Anstieg von zehn Prozent), gefolgt von den Ärztinnen und Ärzten (Anstieg um 19 Prozent). Im landesrechtlichen Bereich Erziehung und Bildung lassen sich immer mehr ausländische Fachkräfte ihre Abschlüsse als Erzieherinnen und Erzieher (rund 2600 Anträge, Anstieg um 19 Prozent zum Vorjahr) sowie Lehrkräfte (rund 3300 Anträge, Anstieg um 13 Prozent zum Vorjahr) anerkennen. Damit trägt die Anerkennung zur Entlastung sowohl im Gesundheitswesen als auch in Kitas und Schulen bei. 

Größter Anstieg aus der Ukraine

Insgesamt kam die Hälfte der Anträge aus dem Ausland, davon 94 Prozent aus Drittstaaten. Nach wie vor werden am meisten Anträge aus der Türkei gestellt. Anträge für indische Abschlüsse mit einem klaren Schwerpunkt in der Pflege nahmen 2024 insgesamt mit einem Anstieg um 50 Prozent stark zu. 

Der größte Anstieg lag 2024 bei Anträgen in den Bundesberufen aus der Ukraine: Im Vergleich zu 2023 stiegen die Antragszahlen um 143 Prozent auf knapp 3500 Anträge. Damit gehört die Ukraine als eines der Ausbildungsländer bei Anerkennungsverfahren zu den Top Fünf. 98 Prozent der ukrainischen Anträge wurden in Deutschland gestellt. Fachkräfte aus der Ukraine beantragen unter anderem nach Besuchen von Sprachkursen in Deutschland seit 2024 auch in reglementierten Berufen verstärkt ihre Anerkennung. 

Parallel zeigt sich 2024 auch bei den Anträgen auf Zeugnisbewertungen für ausländische Hochschulabschlüsse durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) bei der Kultusministerkonferenz (KMK) mit rund 118.400 Anträge ein enormer Zuwachs um 55 Prozent. Die Ukraine ist das Land, das mit Abstand die meisten Anträge auf Zeugnisbewertungen verzeichnet.

 

Antrittsbesuch

Karin Prien besucht Nordrhein-Westfalen

Gruppenfoto mit Karin Prien

In Düsseldorf trifft Karin Prien den nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde

© Thomas Trutschel/photothek.de
Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zeigen Karin Prien das Beratungsangebot für ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien

Im Mittelpunkt des Treffens steht der "DigitalPakt Alter": Im Seniorenzentrum der Jüdischen Gemeinde erhalten ältere Menschen Beratung und Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien

© Thomas Trutschel/photothek.de
Karin Prien und Josefine Paul bei der frauenberatungsstelle Düsseldorf e.V.

Anschließend besichtigt Karin Prien gemeinsam mit Josefine Paul, der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V.

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Karin Prien und Josefine Paul

Bei ihrem Besuch lobt die Bundesbildungs- und Familienministerin die wichtige Arbeit der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen und betont die Bedeutung des Gewaltschutzgesetzes für solche Angebote: "Das ist ein starkes Fundament - jetzt kommt es darauf an, es gemeinsam mit Leben zu füllen. Bund und Länder stehen hier gemeinsam in der Verantwortung."

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Karin Prien und Dorothee Feller

Am 2. September reist Karin Prien nach Bonn, um gemeinsam mit der Ministerin für Schule und Bildung, Dorothee Feller, die Karl-Simrock-Schule für Berufsorientierung zu besuchen

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Karin Prien und Dorothee Feller

Im anschließenden Gespräch tauschen sich Karin Prien und Dorothee Feller über aktuelle Schwerpunkte der Bildungspolitik aus

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien mit einer Runde und Dorothee Feller

Im Gespräch lobt Karin Prien den praxisorientierten Unterricht der Schule für Berufsorientierung: "Die Karl-Simrock-Schule ist ein tolles Beispiel, wie berufliche Orientierung systematisch und praxisnah umgesetzt werden kann."

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de

 

Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien besuchte vom 1. bis 2. September Nordrhein-Westfalen zu einem Antrittsbesuch. Erste Station war Düsseldorf, wo sie Karl-Josef Laumann, den nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf traf. 

Im Mittelpunkt des Treffens stand der "Digitalpakt Alter". Im Seniorenzentrum der Gemeinde erhalten ältere Menschen Beratung und Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien. Zudem tauschten sich Karin Prien und Karl-Joesef Laumann zu den Themen Pflegefachassistenz und Familienpflegezeit aus. 

Karin Prien: "ZITAT."

Frauen besser vor Gewalt schützen

Anschließend besichtigte Karin Prien die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V., in der Opfer häuslicher Gewalt nach einem entsprechenden Polizeieinsatz schnelle psychosoziale Hilfe erhalten. Begleitet wurde sie von Josefine Paul, der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration.

Am 2. September reiste Karin Prien nach Bonn, um gemeinsam mit der Ministerin für Schule und Bildung, Dorothee Feller, die Karl-Simrock-Schule zu besuchen und sich über aktuelle Schwerpunkte in der Bildungspolitik auszutauschen.

Deutscher Alterssurvey

Einsamkeit betrifft Menschen in der Lebensmitte stärker als im Rentenalter

Eine ältere Frau liest einem Kind vor
Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist ein wichtiger Einflussfaktor gegen Einsamkeit © BMBFSFJ

Wie einsam sich ein Mensch fühlt, steht in einem statistischen Zusammenhang mit seinem Alter, seinem Einkommen und der Frage, ob er oder sie einem Beruf nachgeht. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Deutschen Alterssurveys, die das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zum Thema Einsamkeit vorgenommen hat.

Die Ergebnisse zeigen: Etwa jede elfte befragte Person ab 43 Jahren fühlte sich "sehr einsam". Dabei fühlen sich die ab 76-Jährigen durchschnittlich weniger einsam als die Gruppe der 43- bis 55-Jährigen. Neben Alter und Geschlecht spielt der sozio-ökonomische Status - abgebildet über Einkommen und Erwerbsstatus - eine wichtige Rolle. 

Karin Prien: "Einsamkeit betrifft längst nicht nur ältere Menschen - auch in der Lebensmitte ist sie weit verbreitet, oft unsichtbar und unterschätzt. Gerade in dieser Lebensphase ist das Gefühl zwar nicht für alle, aber doch für einige besonders ausgeprägt. Zwischen beruflichem Druck und familiären Verpflichtungen fehlt vielen das Erleben von echter Verbundenheit. Die Folgen von Einsamkeit sind gravierend - für die psychische Gesundheit, das soziale Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb setzen wir gezielt dort an, wo Menschen einander begegnen: im Arbeitsleben, im Ehrenamt, in Schulen, Vereinen und sozialen Einrichtungen. Denn soziale Begegnungen und das Gefühl, gebraucht zu werden, verbessern unser Wohlbefinden. Mit der Allianz gegen Einsamkeit schaffen wir neue Impulse, um Menschen in der Mitte des Lebens wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken."

Wie einsam sich Menschen in der zweiten Lebenshälfte fühlen, lässt sich mit Daten des Deutschen Alterssurveys auf einer Skala von 1 bis 4 abbilden – von "gar nicht einsam" bis "sehr einsam". Der Mittelwert basiert auf Antworten zu sechs Fragen, die das Gefühl von sozialer Nähe und Isolation erfassen.

Erwerbslosigkeit als Faktor für Einsamkeit

Substanzielle Unterschiede zeigen sich beim Einkommen. Personen, die als armutsgefährdet gelten, fühlen sich einsamer als Personen mit mittleren und höheren Einkommen. Ebenso deutlich sind die Unterschiede beim Erwerbsstatus: Erwerbstätige fühlen sich weniger einsam als Nicht-Erwerbstätige, allerdings nur im Erwerbsalter (43 bis 65 Jahre). Ab 66 Jahren, also dem üblichen Ruhestandsalter, gibt es keine signifikanten Unterschiede im Einsamkeitsempfinden zwischen Menschen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen und denen, die es nicht tun.

Wer nicht erwerbstätig ist, verliert oft nicht nur Einkommen, sondern auch soziale Kontakte, Alltagsstruktur und das Gefühl, gebraucht zu werden. Hinzu kommt: Arbeitslosigkeit ist häufig stigmatisiert - das kann zu Rückzug, Schamgefühlen und in der Folge auch zu Einsamkeit führen. Bei Personen ab 66 Jahren besteht ein solches Stigma nicht mehr. Das persönliche Netzwerk, etwa aus gleichaltrigen Freundinnen und Freunden, kann den Wegfall des Kontakts zu Kollegen und Kolleginnen kompensieren.

Strategie gegen Einsamkeit 

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung vereinbart, die Strategie gegen Einsamkeit fortzuschreiben und die Arbeit bestehender Netzwerke zu unterstützen. Im Bereich der Prävention soll das Thema Einsamkeit, ihre Auswirkung und der Umgang damit in den Fokus gerückt werden. Insbesondere die Forschung zum Thema Einsamkeit im Bereich der Kinder und Jugendlichen soll gestärkt werden, um zielgenaue Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Einsamkeit vom Kindesalter bis zu den älteren Menschen zu entwickeln.

 

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS)

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte ab 40 Jahren. Im Rahmen der Studie werden seit beinahe drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Der DEAS wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

re:publica 2025

Digitalisierung für alle Generationen

Karin prien auf einer Leinwand über eine großen Menge von Leuten
Karin Prien diskurtierte auf der re:publica 2025 zur Frage, wie Digitalisierung für die gesamte Gesellschaft sozial und gerecht gestaltet werden kann © Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de

Auf der re:publica 2025 beschäftigte sich das Bundesbildungsministerium mit der Frage, wie eine gerechte und soziale Digitalisierung helfen kann, gesellschaftliche Bedarfe und Herausforderungen verschiedener Generationen besser zu verstehen und zu bewältigen. Digitalisierung ist ein umfassender gesellschaftlicher Wandel, der alle Lebensbereiche durchdringt. Das Ministerium präsentierte sich dabei als verantwortlich für die gesamte Gesellschaft.

Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien diskutierte in diesem Zusammenhang bei einem Panel am 28. Mai zum Thema "Kontroverse in der Mitte?! - Wie kann gesellschaftlicher Dialog gelingen?"

Karin Prien: "Digitale Politik ist für mich Gesellschaftspolitik. Mit dem neuen Zuschnitt unseres Ministeriums rücken wir näher an die Lebensrealitäten der Menschen - aus der Mitte der Gesellschaft und für alle Generationen. Kinder, Eltern, ältere Menschen: Sie alle haben ein Recht auf Teilhabe, Schutz und Befähigung. Digitale Souveränität gelingt nur gemeinsam: Nicht nur Wirtschaft und Wissenschaft sind gefragt, sondern auch unsere starke Zivilgesellschaft. So schaffen wir die Voraussetzungen für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung, die verbindet, stärkt und niemanden zurücklässt."

Zentrale Fragestellungen für eine sozial gerechte Digitalisierung

Die Formate des Bundesbildungsministeriums beschäftigten sich mit folgenden Fragen: 

  • Was brauchen junge Menschen, um sich gut informieren und teilhaben zu können und ihre Stimme hörbar zu machen?
  • Wie kann Social Listening genutzt werden, um gesellschaftliche Trends frühzeitig zu erkennen und dann besser darauf reagieren zu können?
  • Welche Chancen und Risiken bieten digitale Technologien für ältere und jüngere Menschen in Bezug auf Einsamkeit?
  • Wie können digitale Instrumente dabei helfen, auf gesamtgesellschaftliche Fragen wie den Umgang mit Demenz neue Antworten zu finden und innovative Unterstützungsangebote für Betroffene zu schaffen?
  • Wie können wir die gemeinwohlorientierte Nutzung von Daten und KI vorantreiben, insbesondere mit Blick auf die Zivilgesellschaft? 

re:publica - Das Festival für digitale Kultur

Die re:publica 25 fand vom 26. bis 28. Mai 2025 in der STATION Berlin statt. Das Festival für die digitale Gesellschaft stand 2025 Jahr unter dem Motto "Generation XYZ". Die re:publica findet seit 2007 jährlich statt und ist eine der größten Konferenzen zur digitalen Gesellschaft in Europa. Jährlich treffen sich in Berlin Expertinnen und Experten sowie Interessierte, um über aktuelle Themen in Politik, KI, Medien und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Die re:publica bietet Vorträge, Workshops und Ausstellungen und versteht sich als Plattform für Austausch und Inspiration für eine bessere digitale Zukunft.

 

Pflege

Neue Rekordzahlen in der Pflegeausbildung

Ein Mädchen sitzt auf einem Bett, daneben eine Person mit einer Maske. In einem Kreis steht "Pflege kann was".
Die Zahl der Auszubildenden zur Pflegefachperson wuchs im Jahr 2024 um neun Prozent. Die Kampagne "Pflege kann was" informiert über die vielfältigen Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in der Pflege © BMBFSFJ

Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 18. März haben 2024 rund 59.500 Personen eine Ausbildung in der Pflege begonnen. Das sind 5.100 Personen oder neun Prozent mehr als 2023. Damit ist ein neuer Höchststand bei den Ausbildungseintritten zum Stichtag 31. Dezember erreicht worden. 

Lisa Paus: "Mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung der pflegerischen Versorgung in Deutschland. Seit der Reform der Pflegeberufe im Jahr 2020 haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Ausbildung attraktiver zu machen. Besonders unsere Kampagne 'Pflege kann was' informiert gezielt über die vielfältigen Chancen in der Pflege. Ich freue mich, dass 2024 mit einer beeindruckenden Steigerung von neun Prozent nun 59.500 Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen haben - ein neuer Höchststand, der zeigt, dass unsere Anstrengungen wirken und die Pflege weiterhin an Attraktivität gewinnt."

Auch Zahl der männlichen Auszubildenden angestiegen

Insgesamt befanden sich 2024 rund 147.100 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachkraft. Auch der Anteil der Männer stieg dabei langsam, aber kontinuierlich: von 24 Prozent in 2020 auf 26 Prozent in 2024. 

Fachkräftekongress

Erziehungs- und Pflegeberufe stärken Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Lisa Paus diskutiert mit einer anderen Teilnehmerin der Podiumsdiskussion an einem Tisch
Lisa Paus bei der Paneldiskussion des Fachkräftekongresses zum Thema "Vorbild Pflegeausbildung?! - Was wir von der Pflege lernen können" © Stefan Zeitz

Am 25. Februar fand in Berlin der zweite Fachkräftekongress des Bundesarbeitsministeriums statt. Im Mittelpunkt standen dabei Berufe mit besonderem Fachkräftemangel wie Erziehungs- und Pflegeberufe. Zwei Fachpanels widmeten sich der Frage, wie mehr junge Menschen für Erziehungs- und Pflegeberufe gewonnen und langfristig im Beruf gehalten werden können.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Ohne ausreichend qualifizierte Menschen, die in Kitas und Pflegeeinrichtungen arbeiten, wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht funktionieren. Daher spielen diese Branchen eine Schlüsselrolle für die Fachkräftesicherung in Deutschland: Eltern und Beschäftigte mit Pflegeverantwortung können nur arbeiten, wenn die soziale Infrastruktur gesichert ist. Daher haben wir mit zahlreichen Maßnahmen wesentlich dazu beigetragen, diese Berufe attraktiver zu machen. Es ist zentral für die wirtschaftliche Entwicklung, auch in Zukunft in diese Berufsfelder zu investieren." 

Maßnahmen in der Pflegeausbildung als Modell

Auf dem Panel "Vorbild Pflegeausbildung?! - Was wir von der Pflege lernen können" diskutierte Bundesfamilienministerin Lisa Paus gemeinsam mit Expertinnen und Experten darüber, wie erfolgreiche Maßnahmen im Bereich der Pflegeausbildung auf andere Branchen übertragen werden können. Neben Lisa Paus nahmen auch Dr. Monika Hackel, Leiterin der Abteilung 2 im Bundesinstitut für Berufsbildung, Manuela Schubert, Geschäftsführerin des Pflegewohnzentrums Kaulsdorf-Nord, und Thomas Knäpper, Berater im Beratungsteam Pflegeausbildung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, an der Podiumsdiskussion teil. 

Fachkräfte für Kitas und Ganztagsbetreuung gewinnen

An der Podiumsdiskussion "Fachkräfte für Kitas und Ganztagsbetreuung gewinnen" beteiligten sich Jana Borkamp, Abteilungsleiterin Kinder und Jugend im Bundesfamilienministerium, der Bildungsökonom Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die Betriebsrätin Pamela Jurisch von der Betriebskita der Siemens AG, der Bereichsleiter Personal und Pädagogik des Trägers Fröbel, Jakob Fritz, und eine Auszubildende. Diskutiert wurde, was Erziehungsberufe attraktiver macht und welche Auswirkungen der Fachkräftemangel in Kitas auf die Unternehmen und den Arbeitsmarkt hat.  

Fachkräftestrategie der Bundesregierung umsetzen

Der Fachkräftekongress des Bundesarbeitsministeriums steht unter dem Motto "Mehr Power fürs Fachkräfteland". Ziel ist es, das vielfältige Engagement von Unternehmen, Institutionen und Netzwerken für vorbildliche Projekte zur Fachkräftesicherung sichtbar zu machen und die Inhalte der Fachkräftestrategie der Bundesregierung mit der Praxis zu verknüpfen. Folgende Handlungsfelder stehen dabei im Fokus: Ausbildung, Weiterbildung, Fachkräftezuwanderung, Erwerbspotenziale, Arbeitskultur, Innovatives Netzwerk, Digitale Ansätze. In diesen Kategorien wurde auch zum zweiten Mal der Deutsche Fachkräftepreis von Bundesarbeitsminister Heil verliehen.
 

Strategie gegen Einsamkeit

Zwei neue Projekte setzen Zeichen gegen Einsamkeit

Zwei ältere Frauen unterhalten sich lachend auf dem Balkon
Um Einsamkeit wirksam zu begegnen, fördert das Bundesfamilienministerium Orte der Gemeinschaft © BMBFSFJ

Im Rahmen der von Bundesfamilienministerin Lisa Paus initiierten Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit sind zwei weitere Projekte gestartet, die direkt oder indirekt zum Ziel haben, Einsamkeit vorzubeugen und das Gefühl der Isolation bei Betroffenen zu lindern. Hierbei geht es einerseits um Menschen aus migrantischen Communities, die Einsamkeit empfinden, und andererseits um Menschen über 60 Jahre, die sich jemanden zum Reden wünschen.

Lisa Paus: "Zwei spannende Projekte sind an den Start gegangen: Das neue DOSB-Projekt 'Fit und verbunden gegen Einsamkeit' regt Sportvereine und andere Organisationen dazu an, Bewegungsangebote speziell für Menschen aus migrantischen Communities vor Ort zu schaffen. Die Teilnehmenden lernen sich über den Sport kennen und schließen Freundschaften. Das stärkt die körperliche Gesundheit und das Gefühl des Miteinanders. Aber auch viele ältere Menschen kennen das Gefühl von Einsamkeit. Angebote wie 'Silbernetz', die bekannte Rede-Hotline für Ältere, sind gefragter denn je. Wir lassen die positiven Effekte von Silbernetz jetzt durch das Deutsche Zentrum für Altersfragen evaluieren. Die Erkenntnisse helfen, Angebote noch besser zu machen. Mit dem DOSB-Projekt 'Fit und verbunden gegen Einsamkeit' und der DZA-Untersuchung zur Silbernetz-Hotline wächst die Strategie gegen Einsamkeit auch zu Beginn diesen Jahres ein Stück weiter. Das freut mich sehr, denn Einsamkeit ist eines der drängenden Themen unserer Zeit."

Gesundheit stärken und Einsamkeit lindern

Das Projekt "Fit und verbunden gegen Einsamkeit" startete am 1. Januar 2025 und läuft bis zum 31. Dezember 2027. Es wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ins Leben gerufen und zielt auf die Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit sowie die Stärkung von Gemeinschaft ab. Es wird mit insgesamt 922.196 Euro durch das Bundesfamilienministerium und das Bundesgesundheitsministerium gefördert. 

Die Idee dahinter: Durch niedrigschwellige Bewegungs- und Sportangebote sollen Menschen aller Altersgruppen mit erhöhtem Einsamkeitsrisiko, insbesondere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, gezielt angesprochen werden. Die Angebote sollen dazu beitragen, Gesundheit zu stärken, Einsamkeit zu lindern und Teilhabe zu fördern. In Teilprojekten werden deutschlandweit neue Angebote in Kooperation von Sportvereinen mit Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisationen entwickelt. Die partizipative Konzeption und Durchführung von Bewegungsangeboten sollen dazu beitragen, dass die verschiedenen migrantischen Zielgruppen bedürfnisorientiert angesprochen werden. So entstehen in den Regionen wirksame Arbeitsbündnisse, um nachhaltige Unterstützungsstrukturen gegen Einsamkeit zu etablieren. 

Soziale Teilhabe älterer Menschen verbessern

Das am 1. Februar 2025 gestartete Evaluationsprojekt zur Verbesserung der sozialen Teilhabe älterer Menschen ReWiSil (kurz für "Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline") am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) wird vom Bundesfamilienministerium mit insgesant 126.000 Euro gefördert. Untersucht wird an einem konkreten Hilfsangebot, der Telefon-Hotline von Silbernetz, wie wirksam damit Einsamkeit im Alter bekämpft werden kann. 

Bei Silbernetz handelt es sich um eine Initiative gegen Einsamkeit. Das Netzwerk zielt darauf, Menschen ab 60 Jahren Wege aus der Isolation zu eröffnen. Das Angebot umfasst eine anonyme Kontaktaufnahme, fördert den Aufbau persönlicher Beziehungen und vermittelt passende Unterstützungsangebote in der Umgebung. Das Hauptangebot von Silbernetz ist eine Telefonhotline, die älteren, einsamen Menschen vertrauliche Gespräche ermöglicht. Die Forschenden wollen nun evaluieren, ob die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hotline das subjektive Einsamkeitserleben reduzieren. 

Strategie gegen Einsamkeit

2023 beschloss die Bundesregierung, unter Federführung des Bundesfamilienministerium die Strategie gegen Einsamkeit. Bereits 2022 rief das Bundesfamilienministerium das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) ins Leben, das sich mit den Ursachen und Folgen von Einsamkeit auseinandersetzt und die Erarbeitung und den Austausch über förderliche und hinderliche Faktoren in der Prävention und Intervention fördert.

Neuer Webauftritt

Website informiert zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Eine junge und eine ältere Dame stehen lächelnd zusammen und halten mit den Händen ein Quadrat in die Fotokamera
Die Website "Wege zur Pflege" bietet Informationen und Beratung für pflegende Angehörige, Arbeitgeber und Pflegebedürftige © Fotolia/Ocskay Bence

Von gesetzlichen Ansprüchen bis zur finanziellen Unterstützung: Auf der Website "Wege zur Pflege" finden pflegende Angehörige, Arbeitgeber und Pflegebedürftige für sie relevante Informationen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. 

Die Seite wurde nun neu gestaltet und macht viele wichtige Informationen noch leichter zugänglich. Zudem wurden die Inhalte aktualisiert und vereinfacht. Die Website ergänzt damit die telefonische Beratung des Pflegetelefons.

Pflegende Angehörige entlasten

Die Pflege eines Angehörigen oder nahestehenden Menschen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Pflege kann sowohl bereichernd als auch herausfordernd sein. Insbesondere wenn pflegende Angehörige Familie, Beruf und Pflege miteinander vereinbaren müssen, kann die Doppelbelastung besonders kräftezehrend sein.

Um pflegende Beschäftigte finanziell und zeitlich zu entlasten, bieten das Familienpflegezeitgesetz und das Pflegezeitgesetz verschiedene Freistellungsmöglichkeiten und ein zinsloses Darlehen für die Zeit der Freistellung. Dabei gilt: Passgenaue Beratung und gut aufbereitete Informationen haben entscheidenden Einfluss darauf, ob vorhandenen Entlastungsmaßnahmen auch tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Pflegetelefon und Website bieten umfassendes Angebot 

Neben der Website "Wege zur Pflege" bietet auch das Pflegetelefon individuelle Beratung und Informationen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Das Beratungsteam ist derzeit von montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 030 20 17 91 31 erreichbar. Die telefonische Beratung ist anonym und vertraulich.

Das Online-Angebot und das Pflegetelefon ergänzen sich, sodass pflegende Angehörige, Arbeitgeber und Pflegebedürftige alle Informationen schnell und passend für ihre jeweilige Situation erhalten. 

Das ist 2025 neu

2025: Neue Impulse für Familien, Pflege und Demokratie

Kinder in der Kita beim Malen.
Ab 2025 erhalten Familien höhere Leistungen © BMBFSFJ

Mehr Geld für Familien

Ab dem 1. Januar 2025 beträgt das Kindergeld 255 Euro pro Monat für jedes Kind. Ebenfalls zum 1. Januar 2025 steigt der Sofortzuschlag von 20 Euro pro Monat auf 25 Euro für jedes Kind, das Leistungen der Grundsicherung oder den Kinderzuschlag (KiZ) erhält. Der Höchstbetrag des KiZ beträgt bei einer Erhöhung des Kindergeldes und des Sofortzuschlags um je fünf Euro dann 297 Euro pro Monat.

Einkommen, das Eltern zur Sicherung des Existenzminimums ihrer Kinder benötigen, darf nicht besteuert werden. Die Steuerfreistellung wird durch die Kinderfreibeträge gewährleistet. Zum 1. Januar 2025 steigen die Kinderfreibeträge um 60 Euro - von 9540 Euro auf 9600 Euro im Jahr.

Kinderbetreuung verbessern

Ab dem 1. Januar 2025 wird mit der Fortsetzung und Weiterentwicklung des KiTa-Qualitätsgesetzes die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Kitas gestärkt. Mit den gesetzlichen Änderungen soll sichergestellt werden, dass die vom Bund bereitgestellten Mittel von den Ländern gezielter zur Steigerung der Betreuungsqualität eingesetzt werden. Verbesserung der Qualität bedeutet beispielsweise:

  • ein bedarfsgerechtes Angebot zu schaffen, das besser auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt ist.
  • den Fachkraft-Kind-Schlüssel zu verbessern, um mehr Personal für die Kinderbetreuung bereitzustellen.
  • Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung zu ergreifen.
  • Kita-Leitungen zu unterstützen.
  • in die Förderung einer gesunden Ernährung und ausreichender Bewegung in Kitas zu investieren.
  • für bessere sprachliche Bildung von Kindern zu sorgen, insbesondere für diejenigen, die zusätzliche Unterstützung benötigen.
  • die Qualifikation und Arbeitsbedingungen von Tagesmüttern und -vätern zu verbessern.

Für die Umsetzung solcher Maßnahmen stellt der Bund den Bundesländern in den Jahren 2025 und 2026 jeweils rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Mindestunterhalt steigt

Der Mindestunterhalt für Kinder wird ab dem 1. Januar 2025 angehoben:

  • 482 Euro für Kinder im Alter von null bis fünf Jahren (zwei Euro mehr als 2024),
  • 554 Euro für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren (drei Euro mehr),
  • 649 Euro für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren (vier Euro mehr).
     

Da das Kindergeld ab 2025 mit fünf Euro stärker steigt als der Mindestunterhalt, sinken die monatlichen Zahlungen beim Unterhaltsvorschuss etwas:

  • 227 Euro für Kinder im Alter von null bis fünf Jahren (drei Euro weniger als 2024),
  • 299 Euro für Kinder im Alter von sechs bis 11 Jahren (zwei Euro weniger),
  • 394 Euro für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren (ein Euro weniger).

Bürokratieentlastungen beim Elterngeld 

Ab Mai 2025 wird die Beantragung von Elterngeld für Selbstständige einfacher. Bürokratische Hürden sollen abgebaut und der Zugang zu Elterngeld soll transparenter werden. 

Elternzeit-Anträge müssen nicht mehr schriftlich eingereicht werden. Stattdessen genügt künftig die sogenannte Textform (zum Beispiel per E-Mail). Das erleichtert die Antragstellung sowie die Kommunikation zwischen Eltern und Arbeitgebern.

Kompetenzen für Pflegefachpersonen erweitern

Studierende nach dem Pflegeberufegesetz lernen ab dem 1. Januar 2025  weitere heilkundliche Kompetenzen. Sie dürfen dann in bestimmten Bereichen selbst Aufgaben übernehmen, die bisher nur von Ärztinnen und Ärzten ausgeführt werden durften. Dazu gehören: die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes, die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden sowie die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Demenz.

Mit den Änderungen wird das Pflegestudium aufgewertet und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt.

Demokratie fördern

Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums startet im Januar 2025 in seine dritte Förderperiode (2025-2032). Im Rahmen des Weiterentwicklungsprozesses wurde eine neue Förderrichtlinie zur "Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz and Demokratie" (Förderrichtlinie "Demokratie leben!") erarbeitet.

Mit dem Programm fördert das Bundesfamilienministerium zivilgesellschaftliches Engagement für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander und die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft.

Gewalt gegen Frauen bekämpfen

Mit dem 1. Januar 2025 beginnt die Laufzeit der Gewaltschutzstrategie nach der Istanbul-Konvention. Die Istanbul-Konvention des Europarats ist ein völkerrechtlicher Vertrag zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen und häuslicher Gewalt. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, diese Gewalt durch politische und rechtliche Maßnahmen zu verhindern, zu verfolgen und zu beseitigen.

Die Gewaltschutzstrategie benennt Ziele und 120 konkrete Maßnahmen, wie Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt bekämpft werden kann. Eine mit Kabinettbeschluss neu eingerichtete Koordinierungsstelle bündelt künftig die Maßnahmen der Bundesregierung.

Pflegestudiumspreis 2024

Lisa Paus zeichnet Studierende des neuen Pflegestudiums aus

Lisa Paus mit den Gewinnerinnen und Gewinnern des Pflegestudiumspreises
Lisa Paus mit den Preisträgerinnen und Preisträgern des Pflegestudiumspreis 2024 © Thomas Imo/photothek.de

Am 18. November hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus zehn Absolventinnen und Absolventen des ersten Jahrgangs des Pflegestudiums für ihre hervorragenden Studienleistungen und ihr Engagement mit dem Pflegestudiumspreis 2024 ausgezeichnet. Eine Jury wählte die finalen zehn Preisträgerinnen und Preisträgern anhand ihrer Abschlussnoten und eines kurzen Bewerbungsvideos aus, in dem die Teilnehmenden ihre fachliche Qualität und Begeisterung für die Pflege zeigen konnten. 

Die Preisverleihung ist Teil der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierten "Ausbildungsoffensive Pflege". Zu dieser zählt auch die bundesweite Informations- und Öffentlichkeitskampagne "Pflege kann was". Die feierliche Veranstaltung fand in der Hörsaalruine des ehemaligen Rudolf-Virchow-Hörsaales der Berliner Charité statt. 

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Mit dem Pflegeberufegesetz haben wir die Ausbildungen in der Pflege attraktiver gemacht und ein neues Pflegestudium eingeführt. Für die Studierenden eröffnen sich hierdurch ganz neue Karriere- und Aufstiegschancen. Mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz haben wir erreicht, dass die Studierenden nun auch endlich angemessen vergütet werden. Ich freue mich, dass ich heute zehn von ihnen für ihre hervorragenden Leistungen und ihr Engagement auszeichnen durfte."

Das neue Pflegestudium

Die Bundesregierung führte mit dem Pflegeberufegesetz im Jahr 2020 neben der beruflichen Pflegeausbildung auch ein neues Pflegestudium ein. Das neue Pflegestudium befähigt die Absolvierenden, Menschen aller Altersstufen auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik zu pflegen und eröffnet neue Karrieremöglichkeiten. der Abschluss beinhaltet auch gleichzeitig die Berufszulassung. Seit Anfang 2024 erhalten die Studierenden dank des  Pflegestudiumstärkungsgesetzes eine Vergütung.

 

Digitales Deutschland

Innovative Visualisierung macht Studiendatenbank gezielt nutzbar

Zwei Geschäftsfrauen, die im Büro am Computer zusammenarbeiten
Die Studiendatenbank dient dem Monitoring der digitalen Kompetenz der Bevölkerung © Getty/Luis Alvarez

Das Projekt "Digitales Deutschland | Monitoring der Digitalkompetenz der Bevölkerung" präsentiert einen neuen Meilenstein: Die Studiendatenbank, die über 300 wissenschaftliche Beiträge zu Medien-, Digital-, Daten- und KI-Kompetenzen bündelt, ist ab sofort mit einem benutzerfreundlichen visuellen Interface online verfügbar

Ermöglicht durch eine Zusammenarbeit des Bundesfamilienministeriums und des Bundesforschungsministeriums bietet die Datenbank einen verbesserten Überblick über die aktuelle Forschungslage und stärkt damit die Entwicklung von digitalen Bildungsstrategien.

Intuitive Visualisierung verfügbar

Neben der bisherigen textbasierten Suche können Nutzerinnen und Nutzer nun auf ein interaktives, visuelles Interface zugreifen, das die Navigation durch die umfangreiche Sammlung an Studien und Kompetenzmodellen deutlich erleichtert. Diese neue Darstellung macht es möglich, die Studien zu den verschiedenen Kompetenzbegriffen auf einen Blick zu erfassen und gezielt auf relevante Inhalte zuzugreifen.

Datenbank und Visualisierung perfekt verknüpft

Durch die direkte Einbindung der Visualisierung in die Datenbank sind jetzt ergänzende Funktionen verfügbar, die die Interaktivität und Flexibilität weiter erhöhen. So können Nutzerinnen und Nutzer nicht nur die Visualisierung steuern, sondern auch die Datenbankausgabe direkt beeinflussen. Dieser verbesserte Zugriff auf die Studienlandschaft macht die neue Studiendatenbank+ zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Forschende, Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die gezielt nach empirischen Daten und Modellen zur Digitalkompetenz suchen.

Starkes Netzwerk für ein digitales Deutschland

Das Projekt "Digitales Deutschland" wird vom JFF - Institut für Medienpädagogik in Kooperation mit der Universität Siegen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg umgesetzt. Durch die Förderung des Bundesfamilienministeriums wurde eine zentrale Plattform geschaffen, die die gesammelten Forschungsergebnisse zugänglich macht und die Entwicklung von digitalen Bildungsstrategien unterstützt. Mithilfe der Förderung des Bundesforschungsministeriums, unterstützt durch die Europäische Union (EU), konnten die mit der Datenbank gesammelten Nutzendenerfahrungen umgesetzt und die Datenbank deutlich nutzendenfreundlicher gestaltet werden.

Die Datenbank wurde im Rahmen der Förderung durch das Bundesfamilienministerium aufgebaut. Das Visualisierungsmodul entstand als Prototyp im Rahmen des EU-geförderten Projekts Transfer-Hub Datenkompetenzen des Bundesforschungsministeriums und ist nun vollständig in die Datenbank integriert. Interessierte haben die Möglichkeit, den Code des Moduls herunterzuladen, um ihn flexibel für ihre eigenen Datenbanken anzupassen und so von dieser leistungsstarken Lösung zu profitieren.