Unter dem Motto "Dein Tag, dein Weg!" haben tausende Unternehmen und Institutionen am 23. April ihre Türen für den 25. Girls'Day und den 15. Boys'Day geöffnet. Der Boys'Day wartete mit einem Rekordwert von rund 9000 Angeboten auf. Die beiden Aktionstage eröffnen Einblicke und können aus Neugier eine Idee für die Zukunft machen. Das erlebten bundesweit hunderttausende Jugendliche und warfen dabei einen Blick in Berufswelten, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind.
Bundesjugendministerin Karin Prien: "Über die Rekordbeteiligung bei den Angeboten für die Jungs in diesem Jahr freue ich mich ganz besonders. Girls'Day und Boys'Day zeigen, wie viel in einem einzigen Tag stecken kann: Wenn Jugendliche Berufe ganz praktisch erleben, öffnen sich neue Perspektiven - jenseits von Klischees und vertrauten Wegen. Sie können Berufe entdecken, die sie vorher vielleicht nie für sich in Betracht gezogen hätten - ohne Klischees und festgelegte Rollenbilder. Gerade in einer Arbeitswelt, die sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) rasant verändert, ist es wichtiger denn je, frühzeitig praktische Einblicke zu ermöglichen und Neugier zu wecken. Wer eigene Stärken entdeckt und neue Perspektiven gewinnt, trifft selbstbewusster Entscheidungen für die Zukunft. Gleichzeitig profitieren auch Unternehmen, die engagierte und vielfältige Talente für sich gewinnen können. Girls'Day und Boys'Day sind damit ein wichtiger Impuls für mehr Chancengleichheit und für die Fachkräfte von morgen. Eine Win-Win-Situation für Gesellschaft und Wirtschaft."
Barbara Schwarze, Vorsitzende vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit: "Zum 25. Girls'Day und 15. Boys'Day wird deutlich, dass ein Tag viel bewegen kann. Seit dem Start haben über 2,6 Millionen Mädchen und rund 500.000 Jungen die Chance genutzt, neue Wege auszuprobieren. Und diese Einblicke wirken, denn wer Berufe praktisch erlebt, erweitert die eigenen Perspektiven und entdeckt neue Möglichkeiten für die eigene Zukunft. Unsere Studien zeigen: Im Bereich der Informationstechnik (IT) steigt das Interesse von Schülerinnen nach dem Girls'Day von 12 auf fast 21 Prozent, im Handwerk zeigt sich ein ähnlicher Effekt. Und beim Boys'Day wächst die Zahl der Jungen, die sich soziale oder erzieherische Berufe vorstellen können, von 17 auf fast 27 Prozent."
Vielfältige Einblicke für knapp 180.000 Jugendliche anbieten
Insgesamt standen bei den Aktionstagen 2026 über 24000 Angebote und rund 180.000 Plätze für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Mädchen konnten dabei vor allem Einblicke in technische, naturwissenschaftliche und handwerkliche Berufe erhalten. Jungen konnten währenddessen soziale, pflegerische und erzieherische Tätigkeiten kennenlernen. Auf diese Weise lernen Mädchen und Jungen Bereiche kennen, in denen sie jeweils bislang unterrepräsentiert sind.
Berufsorientierung findet zudem zunehmend im Spannungsfeld von Digitalisierung und KI statt. Viele der vorgestellten Berufsfelder verändern sich rasant: Ob in der IT, im Handwerk, der Verwaltung, im Gesundheitswesen oder in sozialen Dienstleistungen - digitale Kompetenzen sind inzwischen in fast allen Branchen gefragt. Die Aktionstage setzen genau hier an, indem sie nicht nur theoretische Informationen vermitteln, sondern vor allem praxisnahe Erfahrungen ermöglichen und so Zukunft greifbar machen.
Unternehmen und Nachwuchsfachkräfte zusammenbringen
Seit dem Start der Initiative haben bereits über 2,6 Millionen Mädchen und rund 500.000 Jungen teilgenommen. Damit zählen der Girls'Day und der Boys'Day zu den größten Berufsorientierungsprojekten in Deutschland. Gleichzeitig profitieren auch Unternehmen und Institutionen deutlich von ihrem Engagement: 81 Prozent steigern ihre Bekanntheit bei jungen Menschen, 57 Prozent gewinnen potenzielle Praktikantinnen und Praktikanten und 48 Prozent finden sogar mögliche Auszubildende. Vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels gewinnen die Aktionstage damit weiter an Bedeutung, um Talente frühzeitig anzusprechen.
Berufsklischees aufbrechen
Zugleich zeigen die Zahlen, wie stark sich viele Jugendliche bei der Berufswahl noch immer einschränken: In Deutschland gibt es rund 330 duale Ausbildungsberufe, doch mehr als die Hälfte der Mädchen konzentriert sich auf lediglich zehn Berufe - ohne eine einzige gewerblich-technische Option. Jungen wählen überwiegend aus nur rund 20 Ausbildungsberufen. Genau hier setzen die Aktionstage Girls'Day und Boys'Day an: indem sie neue Wege aufzeigen, Horizonte erweitern und helfen, festgefahrene Rollenbilder aufzubrechen.
Erste Veränderungen sind bereits sichtbar: Der Anteil von Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag 2024 bei 35,6 Prozent. Gleichzeitig wächst auch das Interesse von Jungen an sozialen und erzieherischen Berufen. Die Aktionstage leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Vielfalt in unterschiedlichen Branchen.
Klischeefrei die eigenen Stärken entdecken
Insgesamt zeigt sich die langfristige Wirkung der Initiative deutlich: Girls'Day und Boys'Day ermöglichen frühzeitig echte Einblicke in die Arbeitswelt, helfen Jugendlichen, eigene Stärken zu entdecken, und unterstützen sie dabei, selbstbewusste Entscheidungen für ihren beruflichen Weg zu treffen. Oder anders gesagt: Ein Tag kann reichen, um eine Richtung zu ändern - ganz im Sinne des Mottos "Dein Tag, dein Weg!".