Internationaler Aktionstag gegen Mobbing

Jugendliche entwickeln Ideen gegen Mobbing und Cybermobbing

Zwei junge Personen arbeiten gemeinsam an einem Laptop
Mehr als 65.000 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an der klicksafe Schulstunde und entwickelten eigene Projekte für mehr Respekt und Zusammenhalt © klicksafe/Marcel Kusch

Wie kann man Mobbing und Cybermobbing entgegenwirken und online wie offline ein respektvolles Miteinander stärken? Mit dieser Frage beschäftigten sich mehr als 65.000 Schülerinnen und Schüler bei der klicksafe Schulstunde am 17. September 2026. Die interaktive Unterrichtsstunde fand in Kooperation mit der "Aktion Mensch" und Nummer gegen Kummer e.V. statt. Bei der sich anschließenden Mitmach-Aktion konnten die Jugendlichen bis zum 1. Oktober 2026 kreative Ideen, Aktionen und Projekte einreichen, die Mobbing sowie Cybermobbing in der Schule vorbeugen sollen. Anlässlich des Internationalen Aktionstags der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) gegen Gewalt und Mobbing in der Schule, einschließlich Cybermobbing, werden am 5. November 2026 die drei Gewinnerprojekte sowie die Beiträge auf den Plätzen 4 bis 10 als Best-Practice-Beispiele vorgestellt.

Bundesjugendministerin Karin Prien: "Ein gehässiger Kommentar, ein ungefragt geteiltes peinliches Foto oder der Ausschluss aus einer Chatgruppe: Cybermobbing belastet Betroffene oft rund um die Uhr. Die Angriffe erreichen ein großes Publikum und lassen sich im Netz kaum wieder rückgängig machen. Künstliche Intelligenz eröffnet zudem neue Möglichkeiten, andere bloßzustellen und zu verletzen. Deshalb müssen wir Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung nehmen, Kinder und Jugendliche zu schützen. Aber auch jede und jeder kann etwas tun: bewusst mit persönlichen Daten und Fotos umgehen, andere vor dem Teilen von Bildern um Erlaubnis fragen und vor allem nicht wegschauen, wenn jemand online ausgegrenzt oder angegriffen wird. Wer Betroffenen zur Seite steht, klar gegen Mobbing Stellung bezieht und sich Hilfe holt, zeigt echte Zivilcourage. Mit ihren Ideen setzen die Schülerinnen und Schüler ein starkes Zeichen für Respekt und Zusammenhalt - online wie offline!"

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch: "Cybermobbing ist ein Problem, das viel zu viele junge Menschen betrifft - noch einmal mehr aber junge Menschen mit Beeinträchtigung. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht länger hinnehmen. Ein respektvolles Miteinander und eine gleichberechtigte Teilhabe müssen von Anfang an gelernt und gelebt werden."

Deborah Woldemichael, Leiterin der EU-Initiative klicksafe: "Mit der Mitmach-Aktion wollten wir die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen, das Thema Cybermobbing aktiv aufzugreifen und eigene Ideen für konkrete Maßnahmen zu entwickeln und anderen vorzustellen. Ein respektvolles Miteinander entsteht nicht von allein, es braucht Aufmerksamkeit, Haltung und Mut. Wir alle sind Teil der Lösung, um Cybermobbing wirksam zu stoppen! Wir freuen uns sehr, dass so viele unterschiedliche und kreative Beiträge eingereicht wurden – und das über alle Schulformen und Klassenstufen hinweg." 

Anna Zacharias, Geschäftsführerin von Nummer gegen Kummer e.V: "Kinder und Jugendliche müssen mit ihren Sorgen und Erfahrungen ernst genommen werden und sie brauchen das Vertrauen, selbst etwas verändern zu können. Die kreativen Beiträge zur Mitmach-Aktion zeigen eindrucksvoll, wie viel sie selbst bewegen können, wenn man ihnen Raum und Gehör gibt."

Gewinnerprojekte im Überblick

Aus den zahlreichen Einreichungen hat eine inklusive Jugendjury drei Gewinnerprojekte ausgewählt:

  1. Platz: Pinnwand "Gemeinsam sind wir stark" (9. Klasse, Förderschule)
  2. Platz: Anti-Mobbing Club (6. Klasse, Gymnasium)
  3. Platz: Kartenspiel gegen Cybermobbing "Nachts im Netz" (7. Klasse, Gesamtschule)

Die Beiträge auf den Plätzen vier bis zehn werden ebenfalls als Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Sie sollen bundesweit Schülerinnen und Schüler als Inspiration dienen.

Junge Menschen aktiv einbeziehen

An der Aktion beteiligten sich Kinder und Jugendliche der Klassenstufen fünf bis zehn aus unterschiedlichen Schulformen. Die eingereichten Beiträge reichen von Podcast-Folgen, Videos und Comics über schulweite Mitmach-Aktionen bis hin zu Konzepten für schulische Anlaufstellen und einer Kunstausstellung. Sie machen deutlich, wie junge Menschen andere für das Thema sensibilisieren, sich gegen Ausgrenzung engagieren und Betroffene unterstützen können.

Auch bei der Bewertung stand die Jugendbeteiligung im Mittelpunkt: Der Jugendjury gehörten junge Menschen aus den Beteiligungsformaten aller drei Kooperationspartner an, darunter das klicksafe Youth Panel, das inklusive Jugendnetzwerk der Aktion Mensch sowie Beraterinnen und Berater des Peer-to-Peer-Angebots von Nummer gegen Kummer e.V. 

Für mehr Kinder- und Jugendschutz im Netz

Die Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien" bündelt die Aktivitäten des Bundesbildungs- und -familienministerium im Bereich des Kinder- und Jugendmedienschutzes zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften.