Am 6. und 7. November 2026 findet in Berlin das Forum Sinti und Roma 2026 statt. Unter dem Titel "Erinnerung sichert Zukunft - Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945" kommen etwa 250 Vertreterinnen und Vertreter aus der Minderheit der Sinti und Roma und Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR nach 1945.
Zu dem Forum hat Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungs- und -familienministerium und Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, eingeladen.
Bundesbildungs- und familienministerin Karin Prien und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, werden Grußworte halten. Die musikalische Begleitung übernimmt die Künstlerin Tayo Awosusi-Onutor.
Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung: "Erinnerung wirkt in die Gegenwart und verändert die Zukunft. Deshalb ist Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945 nicht nur eine Verantwortung gegenüber den Überlebenden und ihren Nachkommen, sondern Auftrag und Aufruf an die gesamte Gesellschaft. Demokratie hat immer die Kraft, sich auch dunklen Kapiteln zu stellen, die zu lange verdrängt oder nicht anerkannt wurden. Aufarbeitung schafft Klarheit und hilft der Wahrheit. Sie stärkt Vertrauen, baut falsche Vorurteile oder gar Vorverurteilung ab und stärkt wechselseitig Respekt und zukünftiges Miteinander.
Das Forum 2026 setzt ein Zeichen für ehrliche Erinnerungskultur, die historische Verantwortung ernst nimmt, Perspektiven der Minderheit einbezieht und konkrete Schritte für eine gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung geht. Die mit rund 250 Teilnehmern bislang stärkste Beteiligung unterstreicht die Wirksamkeit dieser Strategie der Gemeinsamkeit von Sinti und Roma mit der gesamten Gesellschaft. Der direkte Austausch zwischen Minderheit der Sinti und Roma, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist immer ein Gewinn für alle."
Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien: "Für viele Sinti und Roma, die das Unfassbare - den Holocaust, - überlebt haben, hörte die Entrechtung auch nach 1945 nicht auf. Darüber herrscht immer noch viel Unwissen und bis heute gibt es einen fortbestehenden Antiziganismus. Deshalb ist der Einsatz einer Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des an den Sinti und Roma begangenen Unrechts nach 1945 so wichtig. Ich unterstütze diesen Prozess ausdrücklich und danke Michael Brand dafür, dass er mit dem diesjährigen Forum die Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945 ganz in den Mittelpunkt rückt."
Das Forum Sinti und Roma
Das Forum Sinti und Roma findet seit 2023 jährlich statt und wird vom Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland ausgerichtet. Die diesjährige Veranstaltung ist das vierte Forum und steht ganz im Zeichen der Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945.
Das Bundeskabinett beschloss am 6. Juli 2026 die Einsetzung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR nach 1945. Der Parlamentarische Staatssekretär und Beauftragte der Bundesregierung, Michael Brand, ernannte die Mitglieder der Kommission.
Das Forum bietet Gelegenheit, die Aufgaben und Perspektiven der Kommission zu erörtern und konkrete Anforderungen an den weiteren Aufarbeitungsprozess zu formulieren. In Podiumsgesprächen und Arbeitsgruppen geht es darum, wie historische Erkenntnisse dauerhaft in der Erinnerungskultur verankert und in wirksame Maßnahmen gegen Antiziganismus überführt werden können.