Das Bundesbildungsministerium hat eine bundesweite Offensive für betriebliche Weiterbildung gestartet, um Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefgreifender Transformation zu begegnen: 35 neue Förderprojekte für Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren (WBM) sind im März gestartet. Dafür stellt der Bund künftig jährlich rund acht Millionen Euro bereit. Ziel ist es, Beschäftigte systematisch für Weiterbildungen zu gewinnen. Dabei stehen insbesondere Geringqualifizierte im Fokus. Die speziell ausgebildeten Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren begleiten sie auf ihrem Qualifizierungsweg.
Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren sind Möglichmacher für die berufsbezogene Weiterbildung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das wichtiger denn je: Sie richten den Fokus auf geringqualifizierte Beschäftigte, die Weiterbildung nur selten in Anspruch nehmen, und helfen, persönliche Hemmnisse oder innerbetriebliche Hürden für Weiterbildung abzubauen. Mit einer niedrigschwelligen Ansprache, einer stärkenorientierten, passgenauen Beratung und kontinuierlichen Begleitung sorgen Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren für eine höhere Akzeptanz von Weiterbildungsmaßnahmen. Klar ist: Eine starke Weiterbildungskultur führt zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, größerer Arbeitsmotivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten."
Mentoring als Bestandteil der betrieblichen Weiterbildungskultur etablieren
Nach einer erfolgreichen Pilotförderung wird die Förderung nun deutlich ausgeweitet: 27 Verbundprojekte und acht Einzelprojekte bilden in den kommenden drei Jahren Beschäftigte in Industrie-, Mittelstands- und Handwerksunternehmen sowie in Verwaltungen zu Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren aus. Ziel ist es, Mentoring dauerhaft als festen Bestandteil der betrieblichen Weiterbildungskultur in Deutschland zu verankern. Neu ist die Förderung von über- und außerbetrieblichen Mentoring-Ansätzen. Damit profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die häufig nicht über ausreichende personelle Ressourcen für interne Mentoringstrukturen verfügen. Administriert und wissenschaftlich begleitet wird die Förderung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung.
Weiterbildung ist entscheidender Wettbewerbsfaktor
Gerade jetzt ist die Maßnahme von zentraler Bedeutung, denn der Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft sich weiter und Digitalisierung und Strukturwandel verändern Berufsbilder in rasantem Tempo. Dadurch stehen Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern unter hohem Wettbewerbsdruck.
Berufsbezogene Weiterbildung wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. 75 Prozent aller beruflichen Weiterbildungen werden von Unternehmen initiiert oder finden dort statt. Betriebe sind somit die zentralen Orte, an denen Zukunftsfähigkeit gesichert wird.
Vorteile für alle Beteiligten schaffen
Für Unternehmen
- Sicherung und Ausbau dringend benötigter Fachkompetenzen
- Höhere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
- Stärkere Mitarbeiterbindung
- Nachhaltige Verankerung einer modernen Weiterbildungskultur
Für Beschäftigte
- Niedrigschwellige, stärkenorientierte Beratung auf Augenhöhe
- Abbau persönlicher und struktureller Weiterbildungshemmnisse
- Bessere Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven
- Größere Arbeitsplatzsicherheit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten
Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB)
Die Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren sind Teil der "Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung", die Bundesministerin Karin Prien vorgestellt hat. Die neue Leadinitiative dient der Stärkung der beruflichen Bildung entlang der gesamten Bildungskette, um mit einem breiten Paket an Maßnahmen verbesserte Rahmenbedingungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung zu schaffen und damit Fach- und Führungskräfte, Betriebe und Ausbildungspersonal anzusprechen. Mit der Offensive setzt das Bundesbildungsministerium einen zentralen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um.