Kindertagesbetreuung Kompakt 2025

Kita-Bedarf bleibt trotz sinkender Geburtenzahlen hoch

Kinder in der Kita beim Malen.
Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen ist trotz rückläufiger Geburtenrate weiterhin hoch © BMBFSFJ

Am 11. Juni hat das Bundesbildungs- und -familienministerium die neue Ausgabe der Broschüre "Kindertagesbetreuung Kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2025" veröffentlicht. Die neue Ausgabe zeigt: Trotz sinkender Geburtenzahlen bleibt der Bedarf an den Angeboten der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bundesweit hoch. Die Zahl der unter dreijährigen Kinder in der Kindertagesbetreuung ist erstmals rückläufig. Der elterliche Bedarf übersteigt das vorhandene Angebot jedoch weiterhin deutlich. Aktuelle Vorausberechnungen zeigen, dass Ausbau und Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung trotz sinkender Geburtenzahlen auch in den kommenden Jahren erforderlich bleiben.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Frühkindliche Bildung schafft die Grundlage für gute Bildungs- und Teilhabechancen von Anfang an. Der aktuelle Bericht zeigt: Auch wenn die Zahl der Kinder derzeit demografisch bedingt zurückgeht, bleibt der Bedarf an verlässlichen und guten Angeboten der Kindertagesbetreuung hoch. Deshalb investiert der Bund gezielt in Ausbau, Sanierung und moderne Ausstattung von Kitas und unterstützt die Länder bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung. Gleichzeitig müssen wir die Kindertagesbetreuung vorausschauend weiterentwickeln und an regionale Bedarfe anpassen. Gute Zugänge zu frühkindlicher Bildung bleiben zentral für Chancengleichheit, Sprachförderung, Teilhabe und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Zentrale Ergebnisse der aktuellen Ausgabe

  • Die Zahl der unter dreijährigen Kinder in der Kindertagesbetreuung ist 2025 erstmals rückläufig. Insgesamt besuchten 801.281 Kinder unter drei Jahren eine Kita oder Kindertagespflege, 47.140 Kinder weniger als im Vorjahr.  
  • Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen ist dennoch erneut leicht auf 37,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig äußerten 49,3 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsbedarf. Daraus ergibt sich eine Lücke zwischen Angebot und Bedarf von 11,5 Prozentpunkten.
  • Vorausberechnungen zeigen, dass besonders in Westdeutschland weiterhin zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren benötigt werden. Freiwerdende Kapazitäten bei Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt können teilweise für jüngere Kinder genutzt werden.
  • Die Betreuungsquote bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt lag bundesweit bei 95,3 Prozent.
  • Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bleiben vor allem bei den unter Dreijährigen sichtbar: In Ostdeutschland nutzen Familien häufiger Angebote der Kindertagesbetreuung und es bestehen längere Öffnungszeiten.
  • Auch beim Betreuungsbedarf zeigen sich regionale Unterschiede je nach Gemeindegröße. In Westdeutschland ist der Bedarf in den Großstädten hoch, in Ostdeutschland in kleineren Gemeinden ausgeprägter.
  • Verlässlichkeit der Angebote bleibt für viele Familien eine Herausforderung: Ein Drittel der Eltern in Ostdeutschland und mehr als die Hälfte der Eltern in Westdeutschland berichten von ungeplanten Schließtagen in den Einrichtungen. 

Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung ausbauen

Die Ergebnisse verdeutlichen: Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sind heute fester Bestandteil der Bildungsbiografien in Deutschland. Der weitere Ausbau sowie die Weiterentwicklung der Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung bleiben zentrale bildungs- und familienpolitische Aufgaben. 

Entscheidend dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte. Sie spielen eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung des Systems der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Strukturen und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Familien auch künftig bedarfsgerechte Angebote nutzen können.

Länder und Kommunen unterstützen

Um Länder und Kommunen beim weiteren Ausbau und der Modernisierung der Kindertagesbetreuung zu unterstützen, stellt der Bund von 2026 bis 2029 insgesamt vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" bereit. Gefördert werden unter anderem Neubau, Ausbau, Sanierung und moderne Ausstattung von Kindertageseinrichtungen. Zudem unterstützt der Bund die Länder mit dem KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung und stellt hierfür in 2025 und 2026 jeweils rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Der Koalitionsvertrag sieht vor, das KiQuTG durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz abzulösen, mit dem bundesweite Qualitätsstandards geregelt werden sollen.