Wirtschaftliche Eigenständigkeit

Aktionswoche bietet Orientierung für selbstbestimmte Lebenswege

Gruppenbild mit Karin Prien
Beim Fachaustausch zur Aktionswoche "Finanziell auf eigenen Füßen stehen" spricht Karin Prien mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Praxis © Florian Gaertner

Wie kann es gelingen, in den verschiedenen Lebensphasen finanziell eigenständig zu sein und selbstbestimmt zu leben? Zu dieser Frage hat Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien gemeinsam mit der sächsischen Staatsministerin Petra Köpping, den Gleichstellungsministerinnen und -ministern der Länder sowie Expertinnen und Experten am 18. Juni bei einem Fachaustausch diskutiert. 

Das Gespräch war zentraler Bestandteil der bundesweiten Aktionswoche zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit. Unter dem Motto "Finanziell auf eigenen Füßen stehen", klären vom 15. bis zum 19. Juni bundesweit Workshops, Online-Formate und lokale Aktionen darüber auf, dass die eigene wirtschaftliche Absicherung die Basis für gesellschaftliche Teilhabe und finanzielle Freiheit ist - in jeder Lebensphase.

Informierte Entscheidungen treffen 

Wirtschaftliche Eigenständigkeit bedeutet den eigenen Lebensunterhalt dauerhaft und unabhängig von privater oder staatlicher Unterstützung selbst zu sichern. Besonders wichtig ist dies, wenn sich die Lebensumständen zu Beispiel durch Familiengründung, Erwerbsunterbrechungen oder Ruhestand verändern.

Um wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen, braucht es gute Rahmenbedingungen und wirtschaftliches Orientierungswissen. Genau hier setzt die Website "Lebenskarte: orientieren, informieren, auf eigenen Füßen stehen" an: Sie bündelt anhand von acht Lebensstationen staatliche Informationen, Beratungsangebote und Online-Rechner, damit Frauen und Männer gut informierte Entscheidungen rund um Einkommen, Absicherung und Altersvorsorge treffen können. 

Teil der Website ist der neue Erwerbseinkommensrechner "Lohn-O-Mat". Dieser macht die finanziellen Folgen von Erwerbs- und Lebensentscheidungen erstmals auch im Paarkontext individuell berechenbar. Sei es partnerschaftliche Erwerbsarbeit, Steuerklassenwahl, Jobwechsel oder die Anpassung der Arbeitszeit: Der "Lohn-O-Mat" zeigt, wie sich solche Entscheidungen auf Einkommen und Rente auswirken. So wird wirtschaftliches Wissen zum Kompass für informierte Entscheidungen. 

Gemeinsam handeln für mehr Eigenständigkeit

Die wirtschaftlichen Eigenständigkeit zu stärken ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - die im Schulterschluss von Bund und Ländern sowie in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft gelingen kann. Eine aktuelle Studie des SINUS-Instituts zeigt den Handlungsbedarf: Nur rund 50 Prozent der Menschen in Deutschland sind wirtschaftlich eigenständig - bei Müttern mit kleinen Kindern sind es sogar nur 28 Prozent. Die Aktionswoche schlägt die Brücke von der bürgernahen Vermittlung praktischer Hilfsmittel hin zur politischen Gestaltung für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft.

Begleitet wird die Aktionswoche von einem Videoprojekt: Unter dem Satz "Wirtschaftliche Eigenständigkeit bedeutet für mich…" teilen politische Entscheidungsträgerinnen und -träger ihre persönlichen Visionen einer selbstbestimmten Lebensführung. Die Aktion soll verdeutlichen, dass hinter politischen Kennzahlen echte Lebensentwürfe stehen, die verlässliche Strukturen brauchen.

Jetzt mitmachen!

Verbände, Kommunen, Träger, Unternehmen sowie zivilgesellschaftliche Initiativen können sich auch nach der Aktionswoche mit Veranstaltungen beteiligen. Ob mit Informationsangeboten, Veranstaltungsbeiträgen oder medialen Formaten: Gemeinsames Engagement ist entscheidend, damit das Thema wirtschaftliche Eigenständigkeit sichtbar und nachhaltig verankert wird.