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Vielfalt des Alter(n)s zeigen: Das Bundesprogramm "Altersbilder"
Hintergrundinformation
Mit dem Programm "Altersbilder" soll ein differenziertes und realistisches Bild vom Alter und Älterwerden vermittelt werden.
In einer Gesellschaft des langen Lebens werden wir nicht nur älter als die Generationen vor uns, ältere Menschen sind auch oftmals bei besserer Gesundheit als früher undeine enorm vielfältige Gruppe. Dementsprechend unterschiedlich erfahren und leben sie auch das Älterwerden und das Alter.Alter ist eben keine homogene Lebensphase wie auch der Neunte Altersbericht betont.
Die vorherrschenden Altersbilder sind jedoch oft einseitig und negativ. Sie werden den vielfältigen Lebensentwürfen und den Stärken der älteren Menschen nicht gerecht. Mit dem Programm Altersbilder will das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend realistische Bilder vom Alter(n) fördern.
Zu den Maßnahmen des Programms zählen Foto- und Karikaturenwettbewerbe, Wanderausstellungen, Broschüren, Bildbände und Veranstaltungen.
In den vier Kategorien "Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit", "Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse", "Zwischen Boomern und Generation Z" und "Zwischen Smartwatch und Wählscheibe", setzten sich die Beiträge mit einseitigen Altersbildern und Formen von Altersdiskriminierung auseinander. Aus über 560 eingereichten Karikaturen von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wählte eine unabhängige siebenköpfige Jury die Gewinnerbeiträge aus.
Kategorie 1: "Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit"
1. Preis: "Für immer dehnen" von Michi Brezel. Jurybegründung: "Dass er sich nach der Rumpfbeuge nicht mehr aufrichten kann, ist weniger komisch als die lakonische Beiläufigkeit, mit der sie eine massive Langhantel hält - physiologisch unmöglich. Ganz nebenbei drehen die Figuren Geschlechterstereotypen um."
Kategorie 1: "Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit"
2. Preis: "20/60" von Uli Döring, Jurybegründung: "Der ältere Patient parodiert mit seiner Antwort den uralten Menschheitstraum von ewiger Jugend - und stellt indirekt die Frage, ob man gegen das Altern ankämpfen sollte. Sicher ist nur: Das Lachen darüber sollte einem nicht vergehen."
Kategorie 1: "Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit"
3. Preis: "Gut aussehen" von BECK. Jurybegründung: "Zwei ältere Herren lassen in der Tradition von Waldorf und Statler einen bitteren Witz auf eigene Kosten - ein wunderbar gezeichnetes Lehrstück in der Kunst des Loslassens."
Kategorie 2: "Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse"
1. Preis: "Aktivrente" von Tom Fiedler. Jurybegründung: "Muss der alternde Jongleur mit Gehstock etwas hinzuverdienen oder sucht er das Publikum? Das Paar im teuren Wohnmobil kennt dieses Problem offensichtlich nicht. Schweres Thema, leicht verpackt und hervorragend gezeichnet."
Kategorie 2: "Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse"
2. Preis: "Enkeltrick" von Bettina Schipping. Jurybegründung: "Die überraschende Pointe: Die reife Dame ist nicht das Opfer, sondern die Täterin: ein Frontalangriff auf stereotype Vorstellungen von Seniorinnen als leichter Beute für jüngere Kriminelle"
Kategorie 2: "Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse"
3. Preis: "Arbeit bis zum Exitus" von Almuth Schierwater. Jurybegründung: "Die einen genießen den Ruhestand bei einem Kaffee, die anderen müssen für ihren Lebensunterhalt weiterarbeiten: genau so ist die Wirklichkeit, in verschiedenen Grautönen und mit sparsamen Mitteln passend in Szene gesetzt."
1. Preis: "Boomer" von Til Mette. Jurybegründung: "Nicht alle Jugendlichen sind politisch hellwach und es sind eben auch ältere Menschen, die geschlechtergerechte Sprache einfordern. Die Wirklichkeit ist vielschichtig, was diese Karikatur auf originelle und unerwartete Weise zeigt."
2. Preis: "Eltern zu Besuch" von Karl-Heinz Brecheis. Jurybegründung: "Leben die geburtenstarken Boomer-Jahrgänge auf Kosten der Jüngeren? In diesem Wimmelbild verhält es sich eher umgekehrt – zugleich ein kritischer Kommentar zu den Folgen überbehütender Erziehung."
3.Preis: "Challenge" von Ari Plikat. Jurybegründung: "Diese Dame kennt Social Media, lebt am Puls der Zeit und ist schlagfertig, vielleicht sogar mehr als der brave Junge. Nicht nur ihre Antwort ist pfiffig, sondern auch der einzigartige Zeichenstil."
Kategorie 4. "Zwischen Smartwatch und Wählscheibe"
Platz 1: "Fitnessuhr" von Martin Zak. Jurybegründung: "Sie kontrolliert, er schummelt, und ganz nebenbei führt der Autor den blinden Glauben an Apps vor: Es stimmt nicht alles, was auf einem Bildschirm zu sehen ist."
Kategorie 4: "Zwischen Smartwatch und Wählscheibe"
Platz 2: "Podcast" von Katharina Greve. Jurybegründung: "Hier ist die Oma die digital kompetenteste Person im Raum und nutzt ihr Know-how völlig selbstverständlich. Eine vielschichtige und liebevolle Zeichnung, die altersstereotype Zuschreibungen umkehrt."
Kategorie 4: "Zwischen Smartwatch und Wählscheibe"
Platz 3: "Mit Handy bezahlen" von Michi Brezel. Jurybegründung: "Ältere Menschen lassen sich trotz Orientierungsproblemen im digitalen Neuland nicht abhalten, was mitunter zu Missverständnissen führt. Diese Tragikomik fängt die Karikatur in einer einfachen Pointe ein."
Broschüre "'Altern - ältere Menschen - demografischer Wandel' in Sprache und Bild"
Der Leitfaden "Altern – ältere Menschen – demographischer Wandel" befasst sich sowohl mit der sprachlichen als auch mit der bildlichen Darstellung von älteren Menschen. Er enthält konkrete Tipps und Empfehlungen, um altersdiskriminierende und stereotype Darstellungen zu vermeiden und so vielfältige sowie realitätsnahe Altersbilder zu fördern. Zielgruppe sind besonders Akteurinnen und Akteure im Bereich von Medien, Public Relations und in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren.
Fotowettbewerb "VielfALT"
Alter hat viele Gesichter. Die Fotos aus dem BAGSO- Wettbewerb "VielfALT" zeigen die Potenziale älterer Menschen in der Gesellschaft und hinterfragen so stereotype Altersbilder.
Der Fotowettbewerb wurde in vier Kategorien ausgeschrieben. Aus den fast 1.500 eingereichten Beiträgen wählte eine unabhängige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Zusätzlich wurde ein Publikumspreis vergeben.Das Bundesseniorenministerium hat den Wettbewerb gefördert.
Aus dem Fotowettbewerb ist die Wanderausstellung "VielfALT" hervorgegangen, die Interessierte Organisationen und Institutionen kostenfrei ausleihen können.
Im Sommer 2020 führte die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen mit Förderung des Bundesseniorenministeriums den Karikaturenwettbewerb "Digitalisierung - (k)ein Problem?" durch. In den zahlreichen Cartoons und Karikaturen setzen sich die 241 Künstlerinnen und Künstler aus acht Ländern mit den Einflüssen digitaler Technologien auf das Leben älterer Menschen auseinander. Eine unabhängige Jury hat die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt.
Kategorie 1: "Online oder offline?"
1. Preis: "SPAM-Ordner" von Martin Zak. Jurybegründung: "Die Digitalisierung macht keinen Halt vor den unterschiedlichen Prioritäten im Alltag zwischen Mann und Frau. Genau das zeigt dieser Cartoon auf sehr humorvolle Weise und in einzigartigem Strich."
2. Preis: "Passwort" von Gerhard Mester. Jurybegründung: "Ein positives Altersbild, das diese ebenso gekonnt wie liebevoll umgesetzte Karikatur zeichnet."
3. Preis: "Ansprechbar" von Michael Holtschulte. Jurybegründung: "WLAN in Senioren? und Pflegeheimen ist ein aktuelles Thema angesichts der eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten durch die Corona?Pandemie. Der Cartoon zeigt den sprunghaft
gestiegenen Bedarf an digitaler Kommunikation in diesen Einrichtungen."
1. Preis: "Pflegeroboter" von Sabine Voigt. Jurybegründung: "Die ältere Dame pflegt den Roboter statt umgekehrt. Dank dieser absurden Überraschung bricht diese Karikatur humorvoll mit der ersten Erwartung, dass es um den Einsatz von Robotern in der Pflege ginge."
2. Preis: "... die guten, alten Filmchen!" von Anke Faust. Jurybegründung: "Diese Karikatur versprüht einen Hauch Wehmut, aber vor allem große Leichtigkeit und Lebensfreude. Man könnte auch sagen, sie swingt!"
3. Preis: "Turbo" von Mario Lars. Jurybegründung: "Seit jeher bietet das Aufeinandertreffen von Menschen und Technik Anlässe für Slapstick. So auch in dieser sehr dynamischen Zeichnung: Lakonisch referiert die Frau ihrem Mann die Gebrauchsanleitung des Ehebetts mit sprachgesteuerter Aufstehhilfe, während er in die Luft katapultiert wird."
Sonderpreis aus der Kategorie 2: "Achtziger" von Uli Döring. Jurybegründung: "Besonders hervorzuheben ist der absurde Stil: infantil, jede Perspektive ignorierend und mit sinnlosen Elementen: Warum die Hausnummer 7?"
Sonderpreis aus der Kategorie 1: "Nachricht vom Enkel" von Yves Haltner. Jurybegründung: "Diese ebenso kunstvolle wie wortlose Illustration in Anlehnung an klassische Graphic Novels kombiniert düstere Stimmung und spannende Perspektive mit dem sehr sympathischen Witz, dass Smombies (Smartphone?Zombies) nicht zwangsläufig jung sind."
Sonderpreis aus Kategorie 1: "WLAN" von Phil Hubbe. Jurybegründung: "Ein toll komponiertes und technisch einwandfrei gezeichnetes Blatt mit viel Liebe zum Detail. Und der Botschaft, dass auch auf dem Friedhof nicht alles todernst sein muss."
Sonderpreis aus Kategorie 2: "Kuschelroboter" von Miriam Wurster. Jurybegründung: " Diese Zeichnung besticht mit großer Dynamik, witziger Lautmalerei und einer Menge Details, die zur längeren Betrachtung einladen."
Sonderpreis aus Kategorie 2: "Rollstuhlrennen" von Jörg Halsema. Jurybegründung: "Spaß ist keine Frage des Alters. So lautet die Botschaft dieser ebenso humor? wie kunstvollen
Zeichnung eines nächtlichen Rennens auf den Fluren des Seniorenheims mit Elektro?Rollstühlen."
Sonderpreis aus der Kategorie 2: "Der Witwer" von Volker Kischkel (MOCK). Jurybegründung: "Die Karikatur berührt einen, sticht unmittelbar ins Herz. Der Schmerz, einen geliebten Menschen zu verlieren, wird hier direkt spürbar."
Die Wanderausstellung "Was heißt schon alt?" zeigt ausgewählte Bilder aus dem gleichnamigen Foto- und Videowettbewerb von 2015. Teilnehmende jeden Alters haben ihre persönlichen Vorstellungen vom Alter in Form von Fotos oder Videos eingereicht. Die daraus entstandene Wanderausstellung zeigt die unterschiedlichen Vorstellungen vom Alter(n). Sie kann ebenfalls vom Bundesseniorenministerium kostenfrei ausgeliehen werden.