Der Wunsch, Neues zu erfahren und dazuzulernen, ist unabhängig vom Lebensalter. Bildung im Alter trägt zu gesellschaftlicher Teilhabe, Wohlbefinden und Gesundheit bei. In einer Gesellschaft des langen Lebens wird sie immer wichtiger.
Das Erlernen digitaler Kompetenzen ist dabei ein besonders wichtiger Bildungsbereich. Ob Online-Banking, Terminbuchung beim Arzt oder per Videoübertragung mit den Angehörigen telefonieren - die Digitalisierung kann das Leben bereichern und den Alltag vereinfachen. Doch um die Möglichkeiten digitaler Medien und Dienste sicher nutzen zu können, bedarf es entsprechender Kompetenzen, das gilt für alle, und natürlich auch für ältere Menschen.
Ziel des Bundesseniorenministeriums ist es, allen älteren Menschen die Chancen der Digitalisierung und Bildung zu eröffnen: unabhängig vom Geschlecht, Bildungsstand und Einkommen sowie vom Wohnort oder einer möglichen Behinderung. Deshalb fördert das Bundesseniorenministerium mit verschiedenen Maßnahmen die aktive Teilhabe von älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben in den Bereichen Bildung und Digitalisierung und ermöglicht ihnen eine selbstbestimmte Lebensgestaltung in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft.
Bildung und Engagement ein Leben lang
Bundesseniorenministerin Karin Prien hat zum 1. April 2025 das ESF-Plus Förderprogramm "Bildung und Engagement ein Leben lang" (BELL) gestartet, das sich spezifisch an ältere Menschen richtet. Das Programm unterstützt bundesweit Projekte, die Bildungs- und Engagementmöglichkeiten für Menschen ab 60 Jahren auf- oder ausbauen und qualitativ weiterentwickeln, um so ein lebenslanges Lernen auch bis ins hohe Alter zu fördern. Weitere Informationen finden sich auf der Website der ESF-Regiestelle, auf der Website des Programms und auf der Standortkarte mit allen Projekten.
"DigitalPakt Alter"
Gemeinsam mit Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen zeigt das Bundesseniorenministerium mit dem "DigitalPakt Alter" Chancen der Digitalisierung auf und ermöglicht Zugänge zu digitalen Technologien.
Der DigitalPakt Alter unterstützt Kommunen dabei, dauerhaft erreichbare Anlaufstellen für digitale Fragen älterer Menschen aufzubauen und zu sichern. Es werden Ehren- und Hauptamtliche geschult und Angebote sichtbar gemacht. Ziel ist, dass digitale Teilhabe im Alltag funktioniert - verständlich, wohnortnah und dauerhaft. Dafür arbeitet der "DigitalPakt Alter" verstärkt auch mit Wirtschaftsunternehmen zusammen, die die Digitalisierung in Deutschland voranbringen möchten.
"Digitaler Engel im Dialog - Generationen durch digitale Bildung verbinden"
Mit zwei mobilen Ratgeberteams erreicht der Digitale Engel vor allem ländliche Regionen in ganz Deutschland und vermittelt digitale Kompetenzen dort, wo es noch wenig Strukturen gibt. Online-Informationsformate und Messenger-Kanäle sorgen dafür, dass das erworbene Wissen nachhaltig gefestigt wird. Durch Digital-Patenschaften zwischen jungen Freiwilligen und älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen wird ein generationenübergreifender Austausch gefördert. Den Tourenplan und weitere Informationen gibt es auf der Website des "Digitalen Engel".
"Kompetenznetzwerk KI & Alter" (KoKIA)
Künstliche Intelligenz eröffnet neue Chancen, geht jedoch auch mit Unsicherheiten und Risiken einher. Entsprechend benötigen ältere Menschen und Einrichtungen der Seniorenarbeit verlässliche Orientierung, verständliche Lernangebote und praxisnahe Unterstützung. Das Projekt KoKIA bündelt diese Bedarfe in einem bundesweiten Kompetenznetzwerk aus praxisnaher Bildungsarbeit, den etablierten KI-Lernorten sowie Forschungs- und Entwicklungsakteuren.
Servicestelle "Bildung und Lernen im Alter"
Die Servicestelle "Bildung und Lernen im Alter" berät Bildungsträger zur gelingenden Gestaltung von Bildungsangeboten für ältere Menschen. Sie unterstützt den Wunsch vieler älterer Menschen, Neues zu erfahren und dazuzulernen. Auf dem Internetportal Wissensdurstig finden Interessierte Praxistipps, Fortbildungen und Materialien rund um das Lernen im Alter. Am Servicetelefon gibt es unter der Nummer 0228 2499 93 50 persönliche Beratung.
Fachbeirat "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen"
Mit 18 Mitgliedern wird im Fachbeirat Expertise aus Politik, Praxis und Wissenschaft zum Handlungsfeld "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen" gebündelt. Es werden Impulse zur Weiterentwicklung des Themenbereichs gesetzt sowie Empfehlungen und Stellungnahmen erarbeitet. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Fachbeirats "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen".