Digitale Bildungsnachweise ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, sich in ihrem Lebensverlauf papierlos für Bildungsangebote in Deutschland und europaweit zu bewerben, wenn vorherige Bildungsabschlüsse für die Annahme solcher Angebote erforderlich sind.
Das Bundesbildungsministerium unterstützt die Bundesländer bei der Digitalisierung von Bildungsnachweisen. Es schafft einen Ausstell- und Prüfdienst, damit Bildungsnachweise in die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) abgelegt werden können. Diese digitale Brieftasche wird 2027 schrittweise zur Verfügung gestellt.
Erster Anwendungsfall ist das Abiturzeugnis. Die digitale Ausfertigung und Siegelung des Abiturzeugnisses sowie dessen Verifikation (Überprüfung und Annahme) durch Hochschulen und Universitäten zur Immatrikulation (Einschreibung) wird demnächst in Rheinland-Pfalz getestet.
Die Entwicklung soll technisch anpassbar sein. Das heißt, sie soll von mehreren Bundesländern und für weitere Bildungsnachweise genutzt werden können.
Das Projekt basiert auf den Vorarbeiten der "Digitalen Vernetzungsinfrastruktur Bildung" ("Mein Bildungsraum", ehemals: "Nationale Bildungsplattform"), die im Zeitraum von 2021 bis 2025 durch die Europäische Union mit dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) gefördert wurden.
Durch "Mein Bildungsraum" wurden auch 43 Forschungs- und Entwicklungsprojekte gefördert. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden in der Projektbroschüre "Mein Bildungsraum: Lernen und Lehren ein Leben lang. Förderprojekte im Überblick" vorgestellt. Die zum Abschluss durchgeführten Interviews können hier nachgelesen werden.
Das Vorhaben wurde von 2021 bis 2025 durch ein externes Konsortium begleitet. Dessen Bericht "Begleitende Evaluation der Aufbauphase der Nationalen Bildungsplattform" wurde im November 2025 veröffentlicht und liefert unter anderem eine Bewertung der Lauffähigkeit der entwickelten technischen Komponenten. Detaillierte Informationen sowie der Quellcode der Open-Source-Entwicklung finden sich auf der Seite Open Code.