Auf ihrer diesjährigen Sommertour hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig Einrichtungen und Initiativen in ganz Deutschland besucht: ob in der Kita, im Seniorenheim oder bei der Moscheegemeinde - im Mittelpunkt stand der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern und Akteuren vor Ort.
"Auf meiner Sommertour bin ich vielen engagierten Menschen begegnet, die sich vor Ort für bessere Lebensbedingungen stark machen. Seien es die Fachkräfte in der Kita, die mit gezieltem Sprachunterricht Integration fördern, der Fußballverein, der sich gegen Extremismus stark macht oder die Gruppe, die Wanderungen mit Demenzerkrankten und ihren Angehörigen organisiert – alle leisten einen wertvollen Beitrag für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft", sagte Manuela Schwesig.
Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein
Für die Sommertour ging es einmal quer durch Deutschland. So startete die Bundesfamilienministerin am 17. August in Oberhausen das ESF-Programm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein". Deutschlandweit setzen sich unterschiedliche Akteure in rund 90 Projekten dafür ein, Müttern mit Migrationsgeschichte den Berufseinstieg zu erleichtern
Projekte für Vielfalt und Toleranz
Anschließend besuchte sie gemeinsam mit dem Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, das Projekt "Extremismus - nicht mit UNS" in Duisburg. Das Modellprojekt des Sportvereins SV Genc Osman Duisburg e.V. will Jugendliche vor einer islamistischen Radikalisierung schützen. Mit freizeitpädagogischen Angeboten sollen Jugendliche aufgefangen und gestärkt werden.
Das gleiche Anliegen hat auch die Beratungsstelle BAHIRA der ?ehitlik Moschee in Berlin Neukölln, die Manuela Schwesig gemeinsam mit der Berliner Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration, Dilek Kolat, am 18. August eröffnete. Das Projekt berät Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Moschee in Radikalisierungsprävention und im Umgang mit radikalisierten Personen.
Zuvor übernahm Manuela Schwesig die Schirmherrschaft für das Dialogprojekt "Tea Time". Das gemeinsame Projekt der Muslimischen Jugend in Deutschland e.V. und der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend will den interreligiösen Dialog fördern. Manuela Schwesig: "Es freut mich sehr, zu sehen, dass junge deutsche Musliminnen und Muslime sich ganz selbstverständlich für eine vielfältige Gesellschaft einsetzen und dafür werben."
Alle drei Projekte werden aus Mitteln des Bundesprogramm "Demokratie Leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" gefördert.
Familien: Vielfältig und bunt
Am Abend des 18. August hielt Manuela Schwesig eine Rede im Dom zu Brandenburg an der Havel. Das Thema : "Familie und Partnerschaftlichkeit. Veränderte Wünsche und neue Antworten". Sie hob die Leistungen von Familien hervor und plädierte dafür, Familien so anzunehmen wie sie sind - vielfältig und bunt. Um Familien darin zu unterstützen, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können, brauche es einen Dreiklang aus Geld, Zeit und einer guten Betreuungs-Infrastruktur.
Sprachförderung in Kitas
Bildung fängt bereits in der Kita an. Eine gute sprachliche Bildung stellt die Weichen für gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche Berufslaufbahn. Davon überzeugte sich Manuela Schwesig am 20. August bei ihrem Besuch der Kita "Kindertreff 93" in Worms. Die Kita wird durch das Bundesprogramm "Schwerpunkt Kitas Sprache & Integration" gefördert. Damit erhält die Kita eine zusätzliche Fachkraft, um die alltagsintegrierte sprachliche Bildung zu unterstützten.
Bürgerdialog "Gut leben"
Wie gelingt die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf? Über diese Frage diskutierte Manuela Schwesig am 20. August beim Bürgerdialog "Gut leben" mit rund 50 Beschäftigten des Konzerns BASF SE in Ludwigshafen. Nach der Diskussion zog die Bundesfamilienministerin Bilanz: "Jeder Mensch hat andere Ansprüche an ein gutes Leben. Für die meisten gehört eine gute Balance von Arbeit und Zeit für die Familie unbedingt dazu."
Im Anschluss besuchte die sie die konzerneigene Betriebskita "LuKids", die aus Mitteln des Bundesprogramms "Betriebliche Kinderbetreuung" gefördert wird
Projekte für ältere Menschen
BildAuch Projekte für und mit älteren Menschen waren bei der Sommertour wichtig. So besuchte Manuela Schwesig gemeinsam mit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, am 19. August das Stift St. Martin in Bingen. Mit Fördermitteln des Bundesprogramms "Anlaufstellen für ältere Menschen" wurde hier ein Bürgerschaftsbüro mit Internetcafé eingerichtet. Ziel ist die Förderung von kulturellem Zusammenleben und ehrenamtlichen Engagement.
Manuela Schwesig: "Es ist toll, dass sich ein Altenheim öffnet und auch für die Belange der Menschen im Quartier einsetzt. Dies ermöglicht gerade älteren Menschen Begegnungen und niedrigschwellige Hilfen und bindet sie in die Gemeinschaft ein."
Am 20. August begab sich Manuela Schwesig am 20. August in der Nähe von Waiblingen auf eine Wanderung mit demenziell erkrankten Menschen und ihren Angehörigen. Gemeinsam mit der baden-württembergischen Ministerin für Arbeit und Soziales, Katrin Altpeter, überzeugte sie sich davon, wie sportliche Aktivitäten gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Demenz fördern.
Deutschlandweit existieren bereits über 370 "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz", bis 2017 werden es insgesamt 500 sein. Ziele der Lokalen Allianzen ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten.
Förderung von Barrierefreiheit
Zum Ende ihrer Sommertour hat Manuela Schwesig am 22. August zwei neue rollstuhlgerechte Häuser der Jugendherberge in Stralsund eröffnet, deren Bau das Bundesjugendministerium gefördert hat. Der Platz für Gäste im Rollstuhl erhöht sich damit auf insgesamt 24 Betten in 13 Zimmern. Ende 2013 schloss das Deutsche Jugendherbergswerk eine Rahmenzielvereinbarung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen e.V. Das DJH verpflichtet sich hierin freiwillig, bei Neu-, Um- und Ausbau von Jugendherbergen auf barrierefreie Gestaltung nach den Maßgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes zu achten.