Beim 9. Fachtag und Netzwerktreffen des Projekts "Pausentaste - Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe" am 20. Oktober standen die Bildungswege von sogenannten Young Adult Carers im Mittelpunkt. Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Ingo Behnel, eröffnete den Fachtag und gab bekannt, dass das Projekt bis Ende 2028 fortgesetzt wird.
Ingo Behnel: "Das Projekt 'Pausentaste' ist ein niedrigschwelliges bundesweites Beratungsangebot für junge Pflegende: Überlastung und Isolation junger Pflegenden vermeiden, aber auch zeigen: Pflege kennt kein Alter! Danke für diesen Einsatz!"
Pflege und Ausbildung vereinbaren
Der Fachtag 2026 widmete sich den besonderen Herausforderungen von Young Adult Carers an Hochschulen, Universitäten und in der beruflichen Ausbildung. Wer zeitlich stark in die Pflege von Familienmitgliedern eingebunden ist, kann in seinen Bildungsentscheidungen eingeschränkt werden. Das Projekt "Pausentaste" hat bereits Materialien für Schulen und Hochschulen entwickelt, um pädagogische Fachpersonen zu sensibilisieren.
Junge Pflegende sichtbar machen und gesetzlich stärken
Fast 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland kümmern sich um ein krankes Familienmitglied. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da viele junge Menschen sich nicht als Pflegende verstehen. Die "Nummer gegen Kummer" als Projektpartner verzeichnete im Jahr 2025 über 2000 Beratungen zu Themen der Pausentaste. Auch die Website des Projekts wird stark genutzt: Im vergangenen Jahr zählte sie knapp 20.000 Aufrufe.
Ein weiterer Schritt für mehr Sichtbarkeit junger Pflegender wurde im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) verankert: Im Abschnitt zur Pflegebegleitung wurde klargestellt, dass zukünftig die besonderen Belange pflegender Eltern sowie pflegender Kinder und Jugendlicher berücksichtigt werden.