Am 4. August kamen in Fulda rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Veranstaltung "Gute Ausbildung braucht Wissenstransfer - Politik und Wirtschaft im Dialog" des JOBvision WIN-Netzwerks zusammen. Höhepunkt des Abends war der intensive Austausch mit Michael Brand und den drei hessischen Projektträgern aus Fulda, Offenbach und Felsberg. Michael Brand betonte im Gespräch die Bedeutung der dualen Ausbildung. Dabei hob er die enge Zusammenarbeit von Landkreis Fulda, Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerk, Wirtschaftsförderung und Unternehmen hervor.
Michael Brand: "Die duale Ausbildung ist für die Fachkräftesicherung in Deutschland entscheidend, gerade hier in der stark mittelständisch geprägten Region Fulda."
Wissenstransfer zwischen Generationen stärken
Im Zentrum der Podiumsdiskussion mit Michael Brand, Denise Otto (IHK Fulda), Ina Rohde (Rhönsprudel Gruppe) und Frank Roth (KGM Gruppe Fulda) stand der Wissenstransfer zwischen verschiedenen Generationen in Betrieben. Unternehmen leben stark vom persönlichen Austausch und der Weitergabe von Wissen, bei der Erfahrung langjähriger Beschäftigter im dynamischen Wandel der Arbeitswelt wichtig für die Betriebe ist, um für Auszubildende und Fachkräfte attraktiv zu bleiben.
Mentoring soll neuen Kräften Unterstützung anbieten und anregen, eigene Ideen einzubringen. Die jüngere Generation kann neben der Affinität zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz auch weitere Impulse in bereits etablierte Abläufe bringen. Entscheidend sei dabei das Gespür dafür, was weitergegeben werden sollte: Mentoringprozesse bedeuteten immer auch, zu erkennen, was man an Wissen festhalten müsse und welche Erfahrungen man mitgeben könne. Wissen, das zukünftig von Fachkräften gebraucht werde, müsse gesichert werden, erklärte Denise Otto.
Auszubildende gezielt weiterqualifizieren
Besprochen wurde auch die neueste Unternehmensbefragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Demnach kommen Ausbildungsverträge häufig deshalb nicht zustande, weil es an ausreichender Qualifikation mangelt. Ein Mentorenprogramm kann auch hierbei Abhilfe schaffen, indem Auszubildende im Betrieb gezielt qualifiziert werden. Positiv sei, dass das Interesse an Ausbildung wieder steigt. Mehr junge Menschen bewerben sich und setzen sich mit der Option einer betrieblichen Ausbildung auseinander.
Unternehmen bei Transformation unterstützen
Sowohl mit den Betrieben vor Ort als auch mit den JOBvision-Projekten aus Hessen tauschte sich Michael Brand im Nachgang sehr intensiv zu konkreten Erfahrungen und Potenzial für die Zukunft aus.
Michael Brand: "Transformation bestimmt den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Konjunkturelle Dynamik und auch globale Krisen fordern kleine und mittlere Betriebe immer mehr heraus. So ziehen sich viele auch aus der Ausbildung zurück. Gerade hier will das Bundesbildungsministerium mit dem JOBvision-Programm konkrete Unterstützung bieten. Das Projekt 'WIN-Netzwerk' verknüpft Wissenstransfer mit Integrationsförderung und bietet neue Ansätze zur Gewinnung von Auszubildenden und Nachwuchskräften, um langfristig das Überleben und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern."