Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus"

Neue Studie zeigt Ausmaß und Folgen von Sexismus am Arbeitsplatz

Am 4. Mai 2026 hat das Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus" die Studie "Sexismus am Arbeitsplatz - Ergebnisse einer Studie zu Erscheinungsformen, Verbreitung und Auswirkungen" veröffentlicht. Sie liefert erstmals repräsentative Daten zu Ausmaß, Erscheinungsformen und Folgen von Sexismus am Arbeitsplatz in Deutschland.

Die Mehrheit der berufstätigen Menschen in Deutschland hat im Laufe ihrer Erwerbsbiografie bereits Sexismus am Arbeitsplatz selbst erlebt: 63 Prozent berichten von entsprechenden Erfahrungen. Besonders betroffen sind Frauen mit 70 Prozent sowie trans, inter und nicht-binäre Personen mit 81 Prozent, aber auch jeder zweite Mann mit 52 Prozent.

Negative Folgen für Betroffene 

Die Erfahrungen führen häufig zu emotionalen und psychischen Belastungen und können Karriere und finanzielle Situation beeinträchtigen. 41 Prozent der Betroffenen berichten von emotionalen, 31 Prozent von psychischen und 24 Prozent von körperlichen Folgen. Dies hat zudem negative Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit und Betriebsklima.

Die Studie zeigt auch deutlich, dass formelle Beschwerdewege von Betroffenen kaum genutzt werden: Nur sieben Prozent der Befragten wenden sich an ihre Führungskraft, lediglich zwei Prozent an interne Anlaufstellen wie Beschwerdestellen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, Betriebsrat oder Gleichstellungsbeauftragte. Viele Betroffene bewältigen die Folgen daher allein oder im privaten Umfeld.

Als Maßnahmen, um Sexismus am Arbeitsplatz wirksam zu begegnen, werden die Sensibilisierung von Mitarbeitenden sowie die klare Verantwortungsübernahme durch Führungskräfte empfohlen. Unterstützend wirken Verhaltenskodizes, klare Leitlinien sowie transparente Beratungs- und Beschwerdestrukturen. Männer sollten gezielt einbezogen werden, um sie zu sensibilisieren und als Verbündete zu stärken.

 

Über das Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus" 

Das Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus" vereint über 950 deutsche Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, die gegen Sexismus aktiv sind. Bundesfrauenministerin Karin Prien ist Schirmherrin des Bündnisses.

Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Materialien wie einer Print-on-Demand-Ausstellung und Empfehlungen unterstützt das Bündnis seine Mitglieder und weitere Interessierte, effektiv gegen Sexismus vorzugehen und Betroffene wirksam zu unterstützen. 

Als Projektträgerin setzt die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin) das Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus" um. Die EAF Berlin hat in diesem Rahmen die Studie erstellt.