Am 9. Juni stellte die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) in der Bundespressekonferenz in Berlin ihren Bericht für das Jahr 2025 vor. Die von der Bundesregierung geförderte Meldestelle dokumentierte dabei mit 2.076 Vorfällen einen Anstieg um rund ein Viertel im Vergleich zum Jahr 2024.
Anstieg ist auch Zeichen für mehr Vertrauen in Meldestellen
Dieser Anstieg der Meldezahlen zeigt, dass Diskriminierung von Sinti und Roma noch immer verbreitet ist. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass das Vertrauen der Betroffenen in MIA wächst. Mehr Meldungen tragen dazu bei, das Dunkelfeld zu verkleinern und die Datenlage zu Antiziganismus zu verbessern.
Bund stärkt Melde- und Beratungsstrukturen
Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" unterstützt MIA auf Bundes- und Länderebene und stärkt so Anlaufstellen für Betroffene sowie für Fachpraxis und Verwaltung. Die Dokumentation der Diskriminierung von Sinti und Roma, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, im Bildungsbereich oder im Kontakt mit Behörden, ist für gezielte Gegenstrategien eine wichtige Grundlage.
Politische Konsequenzen und konkrete Maßnahmen
Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesfamilienministerin und Beauftragte der Bundesregierung, Michael Brand, fordert Politik, Gesellschaft und Medien zu mehr Einsatz für Sinti und Roma auf.
Michael Brand: "Die Bundesregierung nimmt jeden Vorfall ernst. Die Bund-Länder-Kommission gegen Antiziganismus und die von ihr derzeit erarbeiteten Beiträge für Bildung, Justiz und Polizei sowie die kommende Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma nach 1945 sind wichtige Beiträge. Aber es müssen alle, Politik, Gesellschaft und Medien mehr dazu beitragen, dass nicht allein negative Nachrichten die wertvollen Beiträge von Sinti und Roma für unsere Gesellschaft überlagern. Es braucht bessere Wahrnehmung der deutlich zahlreicheren positiven Beispiele des Miteinanders mit unseren Landsleuten von Sinti und Roma. Gemeinsam sind wir stärker - in allem."