Frauen in Führungspositionen

Manuela Schwesig: "Die Quote wirkt!"

Heiko Maas und Manuela Schwesig sprechen in der Bundespressekonferenz zur Quote
Heiko Maas und Manuela Schwesig in der Bundespressekonferenz © Bildnachweis: BMFSFJ

Eine erste Zwischenbilanz zur Wirkung der festen Quote hat Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig am 7. Juli gemeinsam mit Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, gezogen. Sie präsentierten den Stand der Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

"Die Quote wirkt! Seit dem 1. Januar 2016 haben bereits 50 Unternehmen weibliche Aufsichtsräte gewählt beziehungsweise bestellt. In diesen 50 Aufsichtsräten ist der Frauenanteil um 7,3 Prozentpunkte auf knapp 30 Prozent (29,26 Prozent) gestiegen. Das ist ein toller Erfolg", sagte Manuela Schwesig. "Die Unternehmen setzen die gesetzliche Vorgabe um. Auch zeigt sich deutlich: Jene Unternehmen, die die feste Quote für den Aufsichtsrat erfüllen müssen, geben sich insgesamt auch ambitionierte Zielgrößen für die übrigen Top-Managementebenen. Die feste Quote für den Aufsichtsrat wirkt also in das gesamte Unternehmen hinein."

Heiko Maas betonte: "Die gesetzliche Frauenquote war notwendig und längst überfällig. Und die ersten Zahlen zeigen: Die Frauenquote wirkt. Das Ende der patriarchalen Systeme ist eingeläutet. Mit der Quote sorgen wir für mehr Chancengleichheit. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht nicht nur im Grundgesetz, sie muss auch in den Unternehmen zur Wirklichkeit werden."

Das Gesetz für für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen basiert auf drei Säulen:

Feste Quote

Seit dem 1. Januar 2016 gilt die feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen.

Verbindliche Zielvorgaben

Unternehmen, die börsennotiert oder mitbestimmungspflichtig sind, mussten bis zum 30. September 2015 erstmals Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand sowie erste und zweite Managementebene festlegen. Veröffentlicht werden diese Zahlen in den Lageberichten der Unternehmen. Nur  börsennotierte Unternehmen mussten bereits bis zum 30. April 2016 diese Angaben für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlichen. Die anderen vom Gesetz betroffenen Unternehmen haben bis zum Jahresende 2016 Zeit.

Öffentlicher Dienst

Für den Bereich des öffentlichen Dienstes lässt sich ebenfalls bereits eine positive Entwicklung erkennen. Der Bund hat sich mit Einführung der gesetzlichen Regelungen für die Privatwirtschaft selbst auch Quoten gegeben für die Besetzung von Aufsichtsratsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen. Seit dem 1. Januar 2016 gilt eine Quote von 30 Prozent für die Besetzung dieser Sitze.

Eine erste Bilanz: Am 31. Mai 2015 waren bereits 33 Prozent der vom Bund zu bestimmenden Mitglieder in den Aufsichtsgremien von privatwirtschaftlichen Unternehmen, an denen der Bund beteiligt ist, weiblich.  

Darüber hinaus ist die Bundesverwaltung insgesamt verpflichtet, sich für jede Führungsebene konkrete Ziele zur Erhöhung des Frauen- oder Männeranteils zu setzen.

Hier gibt der Gleichstellungsindex, den das Statistische Bundesamt im Auftrag des BMFSFJ erstellt hat, Aufschluss über die Geschlechteranteile an Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden.  

"Der erste Gleichstellungsindex zeigt: Der Bund wird seiner Verantwortung gerecht. Bereits 32,6 Prozent der Führungskräfte sind weiblich. 2011 waren es gerade einmal 26 Prozent. Trotzdem ist noch Luft nach oben, um eine geschlechtergerechte Besetzung der Führungspositionen auch im Öffentlichen Dienst zu erreichen", sagte Manuela Schwesig.

Interaktives Datentool zur Quote

Unterstützt werden die Unternehmen durch ein interaktives Datentool. Es ermöglicht allen Interessierten, einen Blick auf den Fortschritt in einzelnen Branchen, Regionen oder auf unterschiedliche Managementebenen im Bereich Frauen in Führungspositionen zu werfen.

FidAR-Forum

Die Quote war auch Thema auf dem achten FidAR-Forum, das ebenfalls am 7. Juli stattgefunden hat und auf dem Manuela Schwesig eine Rede hielt. In ihrer Rede betonte sie die Notwendigkeit von mehr Frauen in Führungspositionen auch in der Wirtschaft. Mit dem Gesetz seien die richtigen Weichen gestellt und der Druck erhöht worden. Sie sei davon überzeugt, dass die Unternehmen ausreichend qualifizierte Kandidatinnen finden und die Unternehmen nachhaltig profitieren werden. Das Inkrafttreten der Quote sei ein Riesen-Erfolg und FidAR habe viel zu diesem Erfolg beigetragen.

Die Initiative "Frauen in die Aufsichtsräte" e.V. (FidAR) wurde  Ende 2006 von Frauen in Führungspositionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit dem Ziel gegründet, den Frauenanteil in den deutschen Aufsichtsräten signifikant und nachhaltig zu erhöhen. FidAR hat inzwischen fast 600 Mitglieder – Männer und Frauen – die wichtige Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Leben einnehmen.  FidAR hat drei Instrumente entwickelt, die so genannten WoB-Indizes, um Frauenanteil in Führungspositionen zu messen.