Internationale Gleichstellungspolitik

Karin Prien trifft Gleichstellungsministerinnen und -minister

Gruppenbild der Gleichstellungsministerinnen und -minister mit Karin Prien
Karin Prien trifft am 31. August und 1. September ihre deutschsprachigen Amtskolleginnen und -kollegen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg in Vaduz © Landesverwaltung Fürstentum Liechtenstein

Am 31. August und 1. September fand das jährliche Treffen von Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien und ihren deutschsprachigen Amtskolleginnen und -kollegen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg in Vaduz statt. Im Gespräch ging es um die jeweiligen Positionen zum Thema Gleichstellung und Digitalisierung, Männerpolitik und die Rolle der sozialen Medien. Zudem wurden gemeinsame Strategien zur Förderung von Gleichstellung ausgelotet. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand der Austausch über die gesellschaftlichen Konfliktlinien um Geschlechterrollen, Männerbilder sowie deren Zuspitzung im digitalen Raum. 

Karin Prien: "Gleichstellungspolitik kann nur erfolgreich sein, wenn auch Männer und Jungen als eigenständige Zielgruppe angesprochen werden. Deshalb bauen wir in Deutschland unter anderem Beratungs- und Präventionsangebote aus, die gezielt junge Männer ansprechen." 

Gleichstellungspolitischen Risiken von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen entgegenwirken

Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Herausforderungen und Chancen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) und die Folgen technologischer Wirkungsräume für die Gleichstellung. Karin Prien unterstrich, dass gerade mit Blick auf datentrainierte Algorithmen bei der Erhebung, Erfassung und Nutzung geschlechtsspezifischer Daten das Risiko erheblicher Verzerrungen, der sogenannte Gender Data Gap, bestehe. Diesem müsse frühzeitig und in Kooperation mit den großen Plattformen entgegengewirkt werden. Ein besonders wichtiges Anliegen sei für sie der Kinder- und Jugendmedienschutz. 

Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien: "Im September 2025 habe ich die Expertenkommission 'Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt' eingesetzt, die unter anderem Online-Plattformen und KI-Angebote in den Blick genommen hat."

Herausforderungen gemeinsam begegnen

Durch die Debatten wurde erneut deutlich, wie ähnlich gelagert die Herausforderungen in den fünf Ländern sind und wie ein gemeinsames Vorgehen insbesondere im digitalen Raum die Gleichstellung und den Kinder- und Jugendschutz weiter voran bringen kann.

 

Die Unabhängige Expertenkommission 

Die Unabhängige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" wurde im September 2025 von Bundesministerin Karin Prien eingesetzt. Auf Grundlage einer umfassenden Analyse digitaler Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche hat die Kommission 56 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese folgen einem entwicklungs- und verantwortungsorientierten Ansatz: Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Lebensphasen junger Menschen und richten sich gezielt an die Akteure, die jeweils die größte Verantwortung tragen. Ziel ist es, Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen über alle Entwicklungsstufen hinweg wirksam zu stärken und dabei das Zusammenwirken von Politik, Gesellschaft und weiteren Verantwortlichen zu fördern.