82. Jahrestag des Widerstands vom 20. Juli 1944

Karin Prien mahnt zur demokratischen Haltung im Alltag

Gruppenfoto

Gemeinsam mit der Stiftung 20. Juli 1944 hält die Bundesregierung eine Feierstunde zum Gedenken an die Widerstandskämpferinnen und -kämpfer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg

© BMI / C&S Media / Christina Czybik
Karin Prien am Rednerpult

In ihrer Gedenkrede erinnert Karin Prien an den Mut der Widerstandskämpferinnen und -kämpfer des 20. Juli 1944 und ruft zu demokratischer Haltung auf - besonders im Alltag

© BMI / C&S Media / Christina Czybik
Karin Prien mit Gruppe von Menschen

Karin Prien beim stillen Gedenken im Berliner Bendlerblock

© BMI / C&S Media / Christina Czybik
Karin Prien vor Ehrenmal im Berliner Bendlerblock

Im Berliner Bendlerblock (Bendlersraße 11-13) bildete sich zu Zeiten des Nationalsozialismus die Widerstandsgruppe rund um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Das Ehrenmal im Hof erinnert an ihr Opfer

© BMI / C&S Media / Christina Czybik
Karin Prien bei Kranzniederlegung

Karin Prien bei der Kranzniederlegung zu Ehren der getöteten Widerstandskämpferinnen und -kämpfer

© BMI / C&S Media / Christina Czybik

Am 20. Juli haben die Bundesregierung und die Stiftung 20. Juli 1944 mit einer gemeinsamen Feierstunde im Ehrenhof des Bendlerblocks in Berlin des 82. Jahrestages des Attentats auf Adolf Hitler gedacht. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien hielt die Gedenkrede. Die Feierstunde erinnerte an die sichtbaren und auch die stillen Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gegen das Regime der Nationalsozialisten (NS-Regime).

Karin Prien: "Der Einzelne macht den Unterschied. Aber Widerstand entfaltet dort seine volle Kraft, wo Menschen einander vertrauen. Gemeinschaft gibt Menschen den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Sie zeigt uns, dass wir nicht allein sind und dass unser Handeln Wirkung entfalten kann."

Im Alltag Haltung zeigen

In Ihrer Rede rief Karin Prien dazu auf, demokratische Haltung lange vor außergewöhnlichen Bewährungsproben im Alltag zu entwickeln.

Karin Prien: "Haltung entsteht lange vor der Bewährungsprobe. Sie beginnt im Alltag - in Familien, Schulen, Vereinen und Betrieben. Nicht die Frage, ob wir eines Tages zu Heldinnen oder Helden werden. Sondern ob wir jeden Tag Menschen sind, die den Mut haben, ihrem Gewissen zu folgen. Denn die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute. Eine Demokratie bleibt nur dann stark, wenn genügend Menschen den Mut haben, sich einzubringen - lange bevor außergewöhnlicher Mut erforderlich wird. Wer in einer Diktatur Widerstand leistet, muss die Angst überwinden. Unser Auftrag in einer freiheitlichen Demokratie ist ein anderer: dafür zu sorgen, dass wir nie wieder in eine Situation geraten, in der solcher Widerstand notwendig wird."

Die vollständige Rede von Karin Prien ist auf dem YouTube-Kanal des Bundesbildungs- und -familienministeriums abrufbar.

Die Stiftung 20. Juli 1944

Am 20. Juli 1944 verübte eine Gruppe Frauen und Männer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler, um das NS-Regime zu stürzen. Das Attentat scheiterte; der Zweite Weltkrieg und der Holocaust hielten weiter an.

Der Umsturzversuch rund um Claus Schenk Graf von Stauffenberg war namensgebend für die Stiftung 20. Juli 1944. Die Stiftung arbeitet eng zusammen mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und bietet ausführliche Informationen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.