150 Jahre Rhein-Wied-Gymnasium

Karin Prien gratuliert Rhein-Wied-Gymnasium zum Jubiläum

Gruppenbild mit Karin Prien
Karin Prien gratuliert dem Rhein-Wied-Gymnasium zum 150-jährigen Jubiläum © BMBFSFJ

Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Rhein-Wied-Gymnasiums in Neuwied hat Bundesbildungsministerin Karin Prien die Bedeutung der Schule als Lern- und Lebensort hervorgehoben. In ihrer Festrede erinnerte sie daran, dass sie selbst Schülerin des Gymnasiums war. Die Schule sei deshalb nicht nur ein dienstlicher Veranstaltungsort, sondern ein wichtiger Teil ihrer persönlichen Bildungsbiografie.

Karin Prien: "In den vergangenen 150 Jahren hat sich die Welt grundlegend verändert. Technologische Entwicklungen, politische Umbrüche und gesellschaftliche Veränderungen haben auch die Schule immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Der grundlegende Auftrag ist jedoch immer gleichgeblieben: Die Schule soll junge Menschen dabei unterstützen, die Welt zu verstehen, eigene Fähigkeiten zu entdecken, selbstständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen."

Raum zum Wachsen und Ausprobieren geben

Das Motto des Jubiläums - "150 Jahre gemeinsam durch die Zeit" - nahm Karin Prien zum Anlass, auf den Leitspruch der Schule "Nutze die Zeit" einzugehen. Die Schule bietet jungen Menschen Zeit und Freiräume zum Lernen, Fragen, Ausprobieren und persönlichen Wachsen. Zugleich muss sie demokratische Mitbestimmung ermöglichen und Räume schaffen, in denen Kinder und Jugendliche ihre Interessen und Fähigkeiten entwickeln können.

Einen Schwerpunkt legte die Bundesbildungsministerin auf das Verhältnis von Bildungsgerechtigkeit und Bildungsqualität: Bildungsgerechtigkeit bedeutet nicht, alle Kinder gleich zu behandeln, sondern ihre unterschiedlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen und ihnen die jeweils notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Eine zentrale Grundlage sind dabei sichere Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Bildungsunterschiede entstehen teilweise bereits vor der Einschulung und müssen deshalb frühzeitig erkannt und ausgeglichen werden.

Schulen in herausfordernden Lagen stärken

In diesem Zusammenhang verwies sie auf das KiTa-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz sowie auf das Startchancen-Programm von Bund und Ländern. Mit insgesamt 20 Milliarden Euro über zehn Jahre sollen rund 4000 Schulen in herausfordernden Lagen unterstützt werden. Neben den Basiskompetenzen geht es dabei auch um Fähigkeiten wie Kreativität, Problemlösung, digitale Kompetenz, Urteilsfähigkeit und Widerstandskraft.

Schulen dürfen mit den Folgen des gesellschaftlichen Wandels nicht allein gelassen werden, betonte Karin Prien. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, eine zunehmend vielfältige Gesellschaft und die wachsende Schwierigkeit, zwischen verlässlichen Informationen, Meinungen und Desinformation zu unterscheiden, wirken unmittelbar in den Schulalltag hinein. Gute Bildungspolitik muss daher Schulen dabei unterstützen, diese Veränderungen aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

Talente und Potenziale jedes Kindes sichtbar machen

Auch die Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler ist ein wichtiger Bestandteil von Bildungsgerechtigkeit. Unter dem Titel "Leistung macht Schule" werden deshalb Konzepte entwickelt, mit denen Schulen die individuellen Talente und Interessen aller Kinder besser erkennen und fördern sollen. Dabei geht es nicht nur um besonders Begabte, sondern um die Potenziale jedes einzelnen Kindes.

Demokratiebildung als Kern schulischer Gemeinschaft fördern

Darüber hinaus warb Karin Prien für die Teilnahme an Schüler- und Jugendwettbewerben. Diese bieten jungen Menschen die Möglichkeit, eigene Talente zu entdecken und wichtige Fähigkeiten zu entwickeln. Nicht allein der Wettbewerbserfolg sei entscheidend, sondern auch die Erfahrung, etwas Neues zu wagen und über sich selbst hinauszuwachsen.

Zum Abschluss betonte sie die Bedeutung von Demokratiebildung. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, Argumente abzuwägen und fair miteinander zu diskutieren. Eine Schule kann sich verändern, ohne ihren Kern zu verlieren, lautete die zentrale Botschaft der Festrede. Im Mittelpunkt müssten weiterhin die Menschen stehen, die am Rhein-Wied-Gymnasium lernen, lehren und gemeinsam ihre Zeit verbringen.