Die große Bedeutung eines starken, gesamtgesellschaftlichen Bekenntnisses zur Gleichstellung hat Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfrauenministerin, im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung auf Einladung des Landes Niedersachsen, am 12. Mai betont. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Bunt und Gleichberechtigt! Gender und Migration – Neue Herausforderungen?".
"Erfolgreiche Integration der zu uns geflüchteten Menschen und Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft können nur gelingen, wenn auch die Rechte und der Schutz von Frauen und Kindern geachtet und sichergestellt sind", betonte Elke Ferner.
Niedersachsen ist das Vorsitzland der diesjährigen Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK), zu der Veranstaltung hatten der Bevollmächtigte des Landes Niedersachsen beim Bund, Staatssekretär Michael Rüter, zusammen mit der Niedersächsischen Sozial- und Gleichstellungsministerin Cornelia Rund geladen. Ziel der Veranstaltung war es, die Frage zu diskutieren, wie die heutige Frauenpolitik den aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen gerecht wird. Welche geänderten Erwartungen stellen junge Frauen und Männer und Netzaktivistinnen an die Gleichstellungspolitik? Wie ist auf das Frauen- und Rollenverständnis zu reagieren, das einige Migrantinnen und Migranten mit nach Deutschland bringen?
Migration und Geschlechterverhältnisse
In ihrem Impulsbeitrag befasste sich Elke Ferner mit der Frage, wie sich die Migration auf die Geschlechterverhältnisse in unserem Land auswirke. Hierbei betonte sie die große Bedeutung eines starken, gesamtgesellschaftlichen Bekenntnisses zur Gleichstellung: "Weil Gleichstellung erst die Freiheit, die Gerechtigkeit und die Solidarität schafft, die Deutschland zu einem friedlichen und wohlhabenden Land gemacht hat. Deshalb wollen Menschen, die vor Unrecht und Armut fliehen, ja auch nach Deutschland." Zugleich wies sie darauf hin, dass noch viel getan werden müsse für gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt, gerechte Löhne. "Sozial- und Familienpolitik, die auf Arbeitsmarktintegration von Frauen aus sind, sind gleichzeitig gute Integrationsprogramme für zugewanderte Familien".
Gender und Migration als Chance
Zum Internationalen Frauentag 2016 haben niedersächsische Frauen- und Migrantenverbände gemeinsam mit Cornelia Rundt die Hannoversche Erklärung abgegeben. Hierin wird die Auffassung vertreten, dass sich Frauenbewegung und die Frauenpolitik unabhängig von der Herkunft der Menschen für eine uneingeschränkte Gleichstellung sowie einen respektvollen Umgang mit Frauen stark machen müssen. Unter Bezugnahme hierauf unterstrich Elke Ferner: "Das wichtigste ist, dass es ein neues 'Wir' gibt, Feminismus muss inklusiv sein, damit wir bei der tatsächlichen Gleichstellung weiterkommen. Deshalb ist Gender und Migration auch eine Chance, die wir alle gemeinsam nutzen müssen."