Am 2. November kamen rund 70 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung anlässlich des Auftakts des Digitalgipfels in das Bundesfrauenministerium. Unter der Überschrift "KI braucht Frauen" wurde aus vielen Perspektiven diskutiert, wie Künstliche Intelligenz (KI) die Gleichstellung von Frauen und Männern beeinflusst.
Die Teilnehmenden sprachen darüber, wie mit den Chancen und Risiken umgegangen werden kann.
Dr. Petra Bahr, Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium, betonte: "KI hat kein Geschlecht, kein Alter, keine Ethnie. Aber natürlich hat KI einen Ursprung. Sie ist geprägt, von den Daten, den Zielen und auch den blinden Flecken derer, die sie gebaut haben. Und das sind bis heute überwiegend Männer. Wenn Frauen bei der Entwicklung von KI-Systemen dabei sind, bringen sie wichtige Perspektiven ein und können die Ziele entsprechend mitgestalten."
Erste Ergebnisse der Metastudie "KI und Gleichstellung"
Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) stellte den Zwischenstand einer Metastudie zu KI und Gleichstellung vor, die das Bundesfrauenministerium in Auftrag gegeben hat. Die Studie erscheint Anfang 2027.
Weitere Impulse kamen von Carla Hustedt (Stiftung Mercator) zu KI-Sicherheit und Gerechtigkeit sowie von Prof. Dr. Weßels (KI-Anwendungszentrum Schleswig-Holstein) zu KI in der Bildung.
Vielfältige Handlungsansätze diskutiert
Moderiert von Dr. Theresa Züger (HIIG) diskutierte ein Expertinnen-Panel vielfältige Handlungsansätze. Mit dabei waren:
- Judith Rahner (Deutscher Frauenrat)
- Sandy Jahn (Initiative D21)
- Alexandra Lorch (Deutscher Juristinnenbund)
- Carla Hustedt (Stiftung Mercator)
- Prof. Dr. Doris Weßels (KI-Anwendungszentrum Schleswig-Holstein)
Dabei ging es um Themen wie Datenlücken zu Frauen, Rollenstereotype und Biases in Datensätzen, KI-gestützte Gewaltformen wie Deepfakes sowie mögliche Chancen in der Arbeitswelt und Bildung durch den Einsatz von KI-Systemen. Klar wurde in der Debatte: KI-Entwicklung braucht Frauen als Gestalterinnen. Die Paneldiskussion war ein Auftakt für eine breitere Debatte über wirksame Maßnahmen im Kontext KI und Gleichstellung. Die Ergebnisse flossen in die Arbeit des Bundesfrauenministeriums ein. Nach Erscheinen der Studie sollen weitere Vorhaben angestoßen werden.