FidAR-Forum 2026

Deutschland muss bei der Parität nachlegen

Karin Prien spricht auf dem FidAR-Forum
Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien betont auf dem FidAR-Forum 2026 die besondere Bedeutung von Gleichstellung für eine resiliente Demokratie und Gesellschaft © FidAR/William Veder

 

Am 25. März hat Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien eine Keynote beim Forum des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR-Forum) gehalten. Der Anlass: Trotz bestehender gesetzlicher Vorgaben stagniert die Gleichstellung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Unter dem Motto "Gleichstellung gestalten - international lernen" diskutierten beim FidAR-Forum 2026 rund 350 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über den Stand der Parität, erfolgreiche internationale Modelle und notwendige Maßnahmen für Deutschland.

Karin Prien: "Dass Frauen wie Männer gleichen Zugang zu Führungs- und Machtpositionen haben, bleibt eine Grundfrage unserer Demokratie. Die Perspektiven von Frauen und Männern machen Unternehmen, Politik und Gesellschaft nachweislich erfolgreicher und innovativer. Die vergangenen Jahre zeigen: Fortschritt ist möglich, etwa durch verbindliche Regeln wie die Quote, die den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich erhöht hat. Dieser Fortschritt gelingt allerdings noch viel zu langsam. Und gleichzeitig geraten international Errungenschaften der Gleichstellung stark unter Druck. Deshalb brauchen wir weiterhin klare Vorgaben und zugleich einen echten Kulturwandel. Gleichstellung von Männern und Frauen ist kein Randthema, sondern zentral für unsere Demokratie und unsere Gesellschaft - und für unsere Wettbewerbsfähigkeit."

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig: "Gleichstellung kommt nicht von allein. Deshalb müssen wir gerade jetzt konsequent dranbleiben und weiter dafür sorgen, dass Frauen selbstverständlich in Führungspositionen vertreten sind. Als überparteiliche Instanz schafft FidAR hier wichtige Aufmerksamkeit für das Thema."

FidAR-Präsidentin Prof. Dr. Anja Seng: "Deutschland hat Fortschritte erzielt, doch echte Parität ist noch immer Zukunftsmusik. Der Blick ins Ausland zeigt uns, welche politischen Instrumente wirksam sind. So haben in Frankreich gesetzliche Quoten und Transparenzpflicht zu einem breiten Erfolg geführt; in Australien entsteht der Druck über die Börse. Und die Öffentlichkeit unterstützt jeweils das Ziel der Parität. Die Schonfrist ist vorbei. Wer jetzt nicht handelt, verliert wertvolle Zeit für wirtschaftliche Innovationskraft und gesellschaftliche Gerechtigkeit."

Mehr Frauen in Führungspositionen bringen

Internationale Gäste wie  die französische Staatsministerin für Gleichstellung von Frauen und Männern, Aurore Bergé, und die Präsidentin des Global Summit of Women, Irene Natividad, zeigten anhand von Praxisbeispielen, dass Quoten und verbindliche Vorgaben wirken - wenn sie konsequent umgesetzt werden.

Die Veranstaltung machte deutlich: In Deutschland beobachten wir aktuell Stagnation beim Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten. Die bestehende Regelung, die derzeit nur für rund 100 Unternehmen verbindlich ist, greift zu kurz. FidAR fordert die Ausweitung auf mehr Unternehmen und bis dahin eine noch konsequentere Umsetzung der bestehenden Führungspositionengesetze.

FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e.V.

FidAR ist eine überparteiliche und überregionale Initiative, die 2006 gegründet wurde. Sie setzt sich seit 20 Jahren für eine nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und die Verbesserung der Unternehmenskontrolle und -kultur ein. Ziel der Initiative, getragen von etwa 1500 Frauen und Männern, ist die paritätische Besetzung aller Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft. Das FidAR-Forum wird vom Bundesgleichstellungsministerium gefördert.