Allianz gegen Einsamkeit

Aktionswoche gegen Einsamkeit startet bundesweit

© BMBFSFJ

Zum Auftakt der diesjährigen Aktionswoche "Gemeinsam aus der Einsamkeit" vom 22. bis 28. Juni 2026, startet bei der gleichnamigen Konferenz zusammen mit dem Kompetenznetz Einsamkeit die Allianz gegen Einsamkeit in Berlin. Mehr als 100 Erstunterzeichnende, darunter Länder, Kommunen, Verbände und Wissenschaft, unterstützen den Start der Allianz.

Einsamkeit gemeinsam vorbeugen

Die bundesweite Aktionswoche findet bereits zum vierten Mal statt. Ziel ist es, zum Thema Einsamkeit zu sensibilisieren und interessierten Menschen vor Ort niedrigschwellige Angebote zum Austausch und zur Begegnung aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der Kick-off der Allianz gegen Einsamkeit, die dazu beitragen soll, Aktivitäten zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit auf breiter gesellschaftlicher Ebene zu verankern und sichtbar zu machen.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Einsamkeit kann Menschen in allen Lebensphasen treffen - oft mit weitreichenden Folgen - für die Betroffenen ebenso wie für unser Miteinander. Umso wichtiger ist es, Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu handeln. Mit der Allianz gegen Einsamkeit schaffen wir ein starkes Netzwerk aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Ländern und Kommunen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Einsamkeit vorzubeugen, Betroffene besser zu unterstützen und das Bewusstsein für das Thema in der Gesellschaft zu stärken. Die Allianz trägt dazu bei, gute Angebote sichtbarer zu machen, neue Initiativen anzustoßen und erfolgreiche Ansätze stärker zu vernetzen. Der Bund schafft hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen - als Plattform für Austausch und Zusammenarbeit, durch die Förderung von Forschung sowie mit Modellprojekten für wirksame und zielgenaue Maßnahmen. Mit dem Deutschen Gemeinsamkeitspreis setzen wir zudem ein wichtiges Zeichen der Anerkennung für das vielfältige Engagement gegen Einsamkeit in unserem Land. Die Mitglieder der Allianz leisten einen wertvollen Beitrag, Menschen zusammenzubringen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Gemeinsam können wir viel bewegen."

Dr. Irina Volf, Direktorin des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V: "Einsamkeit ist ein soziales, gesundheitliches und gesellschaftliches Thema. Sie betrifft Menschen in verschiedenen Lebensbereichen und -phasen. Die Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit müssen daher übergreifend in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen gedacht und angegangen werden. Die Konferenz bringt Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Praxis und Politik zusammen und eröffnet Diskussionsräume zu verschiedenen Themen wie Demokratie, Arbeitswelt, Gesundheit und Bildung. Auf der Veranstaltung wird die Allianz gegen Einsamkeit gestartet. Sie soll Engagement, Wissen und Potenziale der Mitglieder bündeln, um die Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit in Deutschland zu verbessern und das soziale Miteinander zu stärken. Gemeinsam sollen Akteurinnen und Akteure aus dem gesundheitlichen Sektor, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die gesellschaftliche Sensibilisierung fördern und Aktivitäten gegen Einsamkeit in verschiedenen Handlungsfeldern fest verankern."

Über die Allianz gegen Einsamkeit

Die Allianz gegen Einsamkeit ist eine Initiative des Bundesfamilienministeriums. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung vereinbart, die Einsamkeitsstrategie fortzuschreiben und die Arbeit bestehender Netzwerke zu unterstützen. Dafür setzt das Bundesfamilienministerium die Allianz gegen Einsamkeit um. Sie ist ein breites Bündnis aus Gesellschaft und Politik, mit dem Ziel, Einsamkeit sichtbar zu machen und gemeinsam wirksame Lösungen zu entwickeln. Besonders die Forschung zum Thema Einsamkeit im Bereich der Kinder und Jugendlichen soll gestärkt werden, um zielgenaue Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Einsamkeit vom Kindesalter bis zu den älteren Menschen zu entwickeln. 

Über das Kompetenznetz Einsamkeit

Das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) setzt sich mit den Ursachen und Folgen von Einsamkeit auseinander und fördert die Erarbeitung und den Austausch über förderliche und hinderliche Faktoren in der Prävention von und Intervention bei Einsamkeit in Deutschland. Dazu verbindet das KNE Forschung, Netzwerkarbeit und Wissenstransfer. Das Projekt hat zum Ziel, das bestehende Wissen zum Thema Einsamkeit zu bündeln, Wissenslücken zu schließen und gewonnene Erkenntnisse in die politische und gesellschaftliche Praxis einfließen zu lassen. 

Das Projekt wird durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. durchgeführt und durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Das KNE unterstützt das Bundesfamilienministerium bei der Umsetzung der Allianz gegen Einsamkeit.

5. Konferenz "Gemeinsam aus der Einsamkeit"

Am 22. Juni 2026 lädt KNE zur 5. Konferenz: "Gemeinsam aus der Einsamkeit" in Berlin ein. Die Konferenz beginnt um 13:00 Uhr im Konferenzzentrum KOM27, Mauerstraße 27, in Berlin. Die Veranstaltung richtet sich an die breite Öffentlichkeit sowie an Akteurinnen und Akteure aus Praxis, Zivilgesellschaft und Forschung.

Weitere Informationen und das Programm zur Konferenz finden sich auf der Website des KNE. Der erste Teil der Veranstaltung wird auf dem YouTube-Kanal des Kompetenznetzes Einsamkeit live übertragen.

Über die Aktionswoche

Zum vierten Mal findet vom 22. bis 28. Juni 2026 die Aktionswoche "Gemeinsam aus der Einsamkeit" statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gemeinsam was bewegen - wir wollen unsere soziale Fitness trainieren". In der Aktionswoche soll zu Einsamkeit sensibilisiert werden. Weiterhin dient die Aktionswoche als Möglichkeit für Träger und Kommunen, ihre Aktivitäten zum Thema Einsamkeit sichtbar zu machen und sich als Orte der Gemeinsamkeit zu präsentieren. An der Aktionswoche können sich alle mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Es gibt Aktionen in allen Bundesländern. 

Deutscher Gemeinsamkeitspreis wird erstmals verliehen

Der 2026 erstmalig verliehene Deutsche Gemeinsamkeitspreis bringt das wichtige Thema in den öffentlichen Fokus - und würdigt diejenigen, die bereits heute aktiv handeln: die Projekte, Organisationen und Initiativen, die gegen Einsamkeit kämpfen und für gelebtes Miteinander einstehen. Mit dem Preis setzt das Bundesfamilienministerium zusammen mit dem KNE und im Rahmen der Allianz gegen Einsamkeit ein klares Zeichen, der Herausforderung Einsamkeit gemeinsam zu begegnen. Der Wettbewerb lenkt den Blick darauf, welche funktionierenden Lösungen es bereits gibt und soll andere inspirieren, ebenfalls für soziale Verbundenheit aktiv zu werden. Die Schirmherrschaft übernimmt im ersten Jahr Bundesfamilienministerin Karin Prien.

Die Bewerbung ist bis einschließlich Sonntag, 16. August 2026 möglich.