Aktuelle Meldungen Jugend

Kinder- und Jugendhilfe

Michael Brand bei der Präsentation der Jugendmarken

Gruppenfoto
Michael Brand (2. von rechts) nimmt die Erstdrucke der Jugendmarken 2026 entgegen © Ralph Schippers/Westfälische Nachrichten Gronau

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungs- und -familienministerium, Michael Brand, hat am 6. August im rock'n'popmuseum in Gronau (Westfalen) die Erstdrucke der Jugendmarken 2026 für die Bundesregierung entgegengenommen.

Der Verkauf der Jugendmarken startet am 6. August. Die Marken zeigen Plattencover von Udo Lindenberg ("Wir ziehen in den Frieden"), Karat ("Albatros") und BAP ("aff un zo") als ikonische Sammlerstücke. In den mehr als 60 Jahren konnten aus dem Erlös der Marken insgesamt über 2200 Vorhaben bundesweit realisiert werden, die Kindern und Jugendlichen zugutekommen.

Für die Bundesbildungsministerin Karin Prien als Vorsitzende der Stiftung Deutsche Jugendmarke betonte Michael Brand: "Briefmarken kaufen, kleben, sammeln und dabei Gutes tun: Die Jugendmarken sind ein echtes Erfolgsmodell, mit dem schon Tausende Projekte unterstützt wurden, die wiederum von vielen Tausenden getragen werden. Gemeinsamkeit macht immer stärker. In Familien, Teams, Gesellschaft und auch Politik gilt: Gemeinsam geht immer mehr."

 

 

Ganztägige Bildung und Betreuung

Rechtsanspruch auf Ganztag startet

Kinder in der Ganztagesbetreuung
Kinderbetreuung in Grundschulen: Ganztagsausbau in Deutschland schreitet voran © gettyimages/skynesh

Ab dem 1. August tritt der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Kinder der ersten Klassenstufe in Kraft. In den Folgejahren wird der Anspruch schrittweise auf die Klassenstufen zwei bis vier ausgeweitet, sodass er ab dem Schuljahr 2029/30 für alle Kinder der ersten bis vierten Klassenstufe gilt.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Ein guter Ganztag eröffnet Kindern Chancen - weit über den Unterricht hinaus. Er gibt ihnen Zeit zum Entdecken, Ausprobieren und Wachsen. Kinder können zusätzliche Lern- und Förderangebote nutzen, ohne den Leistungsdruck des regulären Unterrichts. Sie spielen, musizieren, treiben Sport und lernen gemeinsam. Oft sind die Hausaufgaben bereits erledigt, wenn sie nach Hause kommen - sodass der Nachmittag wieder der Familie gehört. Der Ganztag ist auch ein Schlüssel für mehr Bildungsgerechtigkeit und ermöglicht es, Kinder unabhängig vom Hintergrund ihrer Eltern zum Bildungserfolg zu führen. Kinder, deren Familien sich keine Nachhilfe oder teure Freizeitangebote leisten können, erhalten hier Unterstützung und vielfältige Möglichkeiten, ihre Talente zu entfalten. Mit dem Rechtsanspruch sorgen wir dafür, dass diese Chancen Schritt für Schritt allen Kindern offenstehen - unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Wohnort. Das ist eine Investition in jedes einzelne Kind und in die Zukunft unseres Landes. Das Inkrafttreten des Rechtsanspruchs zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe zum 1. August 2026 ist deshalb ein Meilenstein."

Ganztagsangebote fördern

Bereits heute sind 74 Prozent der Grundschulen Ganztagsschulen. Rund 1,9 Millionen Kinder im Grundschulalter werden ganztägig entweder in einer Ganztagsschule oder einem Hort betreut. Die Inanspruchnahme liegt damit bei 57 Prozent.

Karin Prien: "Der Bund setzt sich gemeinsam mit Ländern und Kommunen für verlässliche, kindgerechte Ganztagsbildung und -betreuung ein und steht beim Ganztagsausbau verlässlich an der Seite der Länder und Kommunen. Deshalb investieren wir in neue Plätze, moderne Bildungsinfrastruktur und beteiligen uns dauerhaft an den laufenden Kosten des Ausbaus. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Rechtsanspruch überall mit guter Qualität eingelöst werden kann. Ganztag ist eine gemeinsame Zukunftsaufgabe - für bessere Bildungschancen, starke Familien und einen leistungsfähigen Bildungsstandort Deutschland."

Kommunale Infrastruktur stärken

Die Bundesregierung stellt bis 2029 Finanzhilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in den Ausbau der kommunalen Bildungsinfrastruktur bereit. Gefördert werden unter anderem Neubauten, Umbauten, Erweiterungen, energetische Sanierungen sowie die Ausstattung von Ganztagseinrichtungen. Darüber hinaus beteiligt sich der Bund dauerhaft an den zusätzlichen Betriebskosten der Länder, die durch den Rechtsanspruch entstehen. Dafür wird die vertikale Umsatzsteuerverteilung zugunsten der Länder angepasst. Außerdem steigt der Bundesanteil ab 2026 schrittweise von jährlich 135 Millionen Euro auf bis zu 1,3 Milliarden Euro pro Jahr ab 2030. Ergänzend treiben Länder und Kommunen den Ganztagsausbau mit eigenen Investitionsprogrammen und weiteren Maßnahmen voran. Neben dem quantitativen Ausbau unterstützt der Bund auch die qualitative Weiterentwicklung des Ganztags - unter anderem mit einem Ganztagskongress, wissenschaftlichen Studien, Fachveranstaltungen und Bund-Länder-Austauschformaten.

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung 

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter wurde mit dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) beschlossen. Seit dessen Inkrafttreten im Oktober 2021 haben die Länder den Ausbau der Ganztagsangebote kontinuierlich vorangetrieben. Ziel ist ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges Angebot für Kinder und Familien. Die Bundesregierung berichtet jährlich über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Der Dritte Bericht nach Paragraph 24a des Sozialgesetzbuches VIII (3. GaFöG-Bericht) wurde im Dezember 2025 veröffentlicht. Der vierte Bericht wird voraussichtlich im Dezember 2026 vorgelegt. 

Mehr Kitaplätze, bessere Ausstattung

Bund startet milliardenschweres Investitionsprogramm

Eine Mutter zieht ihrem Sohn in der Kita Haussschuhe an
Bund und Länder einigen sich darauf, vier Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung sowie die Hochschul- und Wissenschaftsinfrastruktur zu investieren. Die Mittel stammen aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" © BMBFSFJ / Philipp Arnoldt

Das milliardenschwere Investitionsprogramm des Bundes für den Ausbau der Kindertagesbetreuung kann starten: Nach Unterzeichnung durch alle Länder hat Bundesbildungsministerin Karin Prien die Verwaltungsvereinbarung zum Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung zwischen Bund und Ländern unterschrieben, die Voraussetzung für die Auszahlung der Mittel ist. Die Verwaltungsvereinbarung tritt nun rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft. Damit ist die Grundlage geschaffen, dass bundesweit Bau-, Sanierungs- und Ausstattungsinvestitionen in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und der Kindertagespflege gefördert werden können.

Die Mittel für das Investitionsprogramm stammen aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" des Bundes. Insgesamt stellt der Bund den Ländern für die Jahre 2026 bis 2029 vier Milliarden Euro zur Verfügung, die für Investitionen in die Kindertagesbetreuung sowie in Hochschul- und Wissenschaftsinfrastruktur eingesetzt werden können. Die Länder können die Mittel passgenau dort einsetzen, wo Bedarf besteht. 

Karin Prien: "Der Start des neuen Investitionsprogramms Kindertagesbetreuung ist eine gute Nachricht für Familien in Deutschland. Mit den Mitteln des Bundes können in den Regionen, wo Betreuungsplätze fehlen, neue Kitas entstehen oder bestehende Einrichtungen erweitert werden. So wird es für Eltern leichter, einen Betreuungsplatz für ihr Kind zu finden. Gleichzeitig erhalten Länder, Kommunen und Träger die Möglichkeit, dringend notwendige Sanierungen und Modernisierungen vorzunehmen und bestehende Plätze dauerhaft zu sichern. Mit dem Investitionsprogramm schaffen wir bewusst ein flexibles Instrument und die Länder können die Mittel dort einsetzen, wo sie den größten Unterschied machen. So können Kitas beispielsweise in moderne Ausstattung, gesunde Lernumgebungen oder wirksamen Hitzeschutz investieren und sich für die Zukunft aufstellen. Besonders wichtig ist mir, dass ein Teil der Mittel in Einrichtungen fließt, in denen Kinder betreut werden, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen. Die Kita ist neben dem Elternhaus der entscheidende Ort für gute Startchancen. Jeder Euro, den wir in die frühe Bildung investieren, zahlt sich vielfach aus."

Fördermöglichkeiten: Neu- und Ausbau, Ausstattung, energetische Sanierung, Hitzeschutz

Träger von Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflegestellen und weitere Antragsberechtigte entsprechend der Förderrichtlinien der Länder können Fördermittel für den Neu- oder Ausbau von Kitas, für einen Umbau oder eine Sanierung beantragen. Auch eine moderne Ausstattung ist förderfähig - einschließlich digitaler Infrastruktur. 

Ebenfalls ist es möglich, dass die Kosten für eine energetische Sanierung übernommen werden, beispielsweise der Einbau moderner Heizungsanlagen. Derzeit ist eine überwiegende Mehrheit der Kindertageseinrichtungen beim Heizen von fossilen Brennstoffen abhängig, deren steigende Kosten ein hohes Betriebskostenrisiko darstellen. Eine klimaneutrale Sanierung kann hier sinnvoll entgegenwirken und zum Erhalt von Betreuungsplätzen beitragen.

Auch Maßnahmen zum wirksamen Hitzeschutz gewinnen angesichts steigender Temperaturen im Sommer an Bedeutung. So kann beispielsweise beantragt werden, dass der Einbau von Rollläden, einer besseren Dämmung oder einer Klimaanlage gefördert wird. 

Arbeitsbedingungen für Fachkräfte verbessern

Mit dem neuen Investitionsprogramm stärkt der Bund nicht nur den Ausbau und den Erhalt von Betreuungsplätzen, sondern verbessert zugleich die Rahmenbedingungen für Kinder und die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte.

Die konkrete Ausgestaltung der Förderung sowie das Antrags- und Bewilligungsverfahren regeln die Länder. Welche Maßnahmen gefördert werden, kann daher je nach Bundesland unterschiedlich sein.

Neben den vier Milliarden Euro aus dem Investitionsprogramm stellt der Bund den Ländern über das Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" auf Grundlage des Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes weitere 100 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Mittel können ebenfalls für Investitionen in die Kindertagesbetreuung eingesetzt werden.

Deutsch-Französische Partnerschaft

Karin Prien beim Deutsch-Französischen Ministerrat

Karin Prien beim Deutsch-Französischen Ministerrat
Beim Deutsch-Französischen Ministerrat setzt sich Karin Prien zusammen mit ihren Amtkolleginnen und -kollegen für europäische Lösungen im Bereich Jugendmedienschutz, digitale Gewalt und für eine Stärkung des Deutsch-Französischen Jugendwerks ein © Bundesregierung / Steffen Kugler

Am 17. Juli hat Bundesbildungsministerin Karin Prien gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz am 26. Deutsch-Französischen Ministerrat (DFMR) auf Schloss Augustusburg in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Gemeinsam mit ihren französischen Amtskolleginnen brachte sie wichtige Schritte zur Vertiefung der Zusammenarbeit beim Jugendmedienschutz, bei der Bekämpfung digitaler Gewalt in Europa und zur Zukunft des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und des Deutsch-Französischen Bürgerfonds auf den Weg. 

Kinder und Jugendliche im Netz besser schützen

Im Mittelpunkt des Programms stand das sichere Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt. Hierzu sprach Karin Prien mit ihrer französischen Amtskollegin Anne Le Hénanff, Ministerin für Künstliche Intelligenz und Digitales im Kabinett von Emanuel Macron. Ziel der deutsch-französischen Zusammenarbeit ist es, die Bemühungen auf Ebene der Europäischen Union (EU) im Bereich des Jugendmedienschutzes gemeinsam voranzubringen und rasch zu einer einheitlichen europäischen Regelung für ein Mindestalter bei der Nutzung für soziale Medien zu gelangen. Der Deutsch-Französische Ministerrat beschloss dazu unter anderem die Einrichtung eines High-Level-Fachaustauschs zum Jugendmedienschutz. Das neue Gremium soll die Zusammenarbeit der nationalen Aufsichtsbehörden dauerhaft stärken und institutionell verankern.

Karin Prien: "Der digitale Raum ist für viele junge Menschen längst zentraler Teil ihres Lebens. Umso wichtiger ist es, diesen Raum sicher zu gestalten und zugleich Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dass Präsident Emmanuel Macron diesem Thema mit einem Gastbeitrag in einer deutschen Zeitung besondere Aufmerksamkeit widmet, unterstreicht die Dringlichkeit des Handelns. Uns verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum eine zentrale Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen ist - und dass wir jetzt schnell zu wirksamen und verbindlichen europäischen Lösungen kommen müssen. Auch deshalb habe ich gestern bei Gesprächen mit der EU-Kommission in Brüssel für eine schnelle Umsetzung einer gemeinsamen europäischen Lösung geworben. In Deutschland haben wir mit der unabhängigen Expertenkommission 'Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt' eine fundierte Grundlage für unsere weitere Arbeit geschaffen. Schutz, Befähigung und Teilhabe stehen dabei im Zentrum. Auch das Special Panel der EU-Kommission hat seine Ergebnisse vorgestellt. Es geht nun darum, gemeinsam einen sicheren digitalen Raum für Kinder und Jugendliche zurückzugewinnen. Hier wollen wir, Frankreich und Deutschland, unsere Zusammenarbeit weiter ausbauen - immer mit dem Ziel einer einheitlichen Lösung in der EU."

Das Deutsch-Französische Jugendwerk stärken

Beim DFMR traf die Karin Prien außerdem die französische Ministerin für Sport, Jugend und Vereinswesen, Marina Ferrari. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Zukunft des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und die geplante Integration des Deutsch-Französischen Bürgerfonds in das DFJW.

Karin Prien: "Die deutsch-französische Freundschaft lebt von den Begegnungen zwischen jungen Menschen, von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Das Deutsch-Französische Jugendwerk leistet dazu seit seiner Gründung im Jahr 1963 einen herausragenden Beitrag. Über zehn Millionen junge Menschen haben durch die Programme Freundschaften geschlossen und Europa ganz konkret erlebt. Auch der Deutsch-Französische Bürgerfonds stärkt Städtepartnerschaften und zivilgesellschaftliches Engagement und bringt Menschen über Grenzen hinweg zusammen. Ich freue mich besonders, dass die Verhandlungen zur institutionellen Integration des Bürgerfonds in das Deutsch-Französische Jugendwerk erfolgreich abgeschlossen sind. Damit stärken wir beide Institutionen und die deutsch-französische Freundschaft insgesamt."

Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen

Außerdem stellten die Ministerinnen und Minister beider Länder den Schutz von Frauen und Mädchen in das Zentrum der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Dazu richtet der DFMR einen Appell an die EU, die Bekämpfung digitaler Gewalt zu verstärken. 

Karin Prien: "Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine Herausforderung in ganz Europa. Neue Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz, schaffen zusätzliche Risiken. Die Folgen sind gravierend - für die Betroffenen ebenso wie für unsere Gesellschaft insgesamt. Deshalb werden Deutschland und Frankreich gemeinsam die Europäische Kommission auffordern, einen EU-Aktionsplan zur Bekämpfung digitaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf den Weg zu bringen. Mit diesem gemeinsamen Aufruf setzen wir ein starkes europäisches Signal: Digitale Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft!"

Mit ihrer Teilnahme am Deutsch-Französischen Ministerrat knüpfte Karin Prien an ihre bisherige enge Zusammenarbeit mit Frankreich an. Zuletzt hatte sie am 22. Juni als erste deutsche Bundesfamilienministerin an der Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung teilgenommen und eine Rede vor den Abgeordneten beider Länder gehalten. 

Der Deutsch-Französische Ministerrat 

Der Deutsch-Französische Ministerrat geht zurück auf eine lange Tradition der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Mit der Gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags vom 22. Januar 2003 wurde beschlossen, die seit dem Elysée-Vertrag von 1963 halbjährlich stattfindenden Regierungskonsultationen (Gipfel) künftig in Form von gemeinsamen Ministerräten abzuhalten. Die deutsch-französischen Ministerräte bieten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit auf höchster politischer Ebene zu koordinieren. Zum Ministerrat treten beide Kabinette oder ausgewählte Ministerinnen und Minister zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. So wird eine enge Zusammenarbeit bei der Entscheidungsfindung beider Regierungen erreicht. Für jeden Ministerrat werden in der Regel zwei Schwerpunktthemen festgelegt, ein Thema mit eher wirtschaftlicher Ausrichtung, das andere mit Bezug auf die Zivilgesellschaft in beiden Ländern. Die deutsch-französischen Ministerräte finden halbjährlich, abwechselnd in Frankreich und in Deutschland statt.

Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

Karin Prien wirbt in Brüssel für gemeinsame europäische Regeln

Karin Prien
Karin Prien bei der Vorstellung der Handlungsergebnisse am 24. Juni in Berlin © Thomas Imo/BMBFSFJ/photothek.de

Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien ist am 15. Juli nach Brüssel gereist, um mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission sowie Abgeordneten des Europäischen Parlaments über den besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt zu beraten. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die am 13. Juli vorgestellten Empfehlungen des von Kommissionspräsidentin der Europäischen Union (EU), Ursula von der Leyen, eingesetzten Expertenpanels sowie die Ergebnisse der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" der Bundesregierung, die am 24. Juni veröffentlicht wurden.

Beide Expertengremien kommen zu einem vergleichbaren Ergebnis: Kinder unter 13 Jahren sollten soziale Netzwerke grundsätzlich nur unter Aufsicht der Eltern oder in einem pädagogischen Kontext nutzen. Ein Zugang darüber hinaus sollte schrittweise erfolgen und an verbindliche Sicherheitsstandards der Plattformen geknüpft werden. Gleichzeitig sollen die Mitgliedstaaten die Möglichkeit behalten, weitergehende Schutzregelungen einzuführen.

Karin Prien: "Die Empfehlungen der Expertinnen und Experten auf europäischer und nationaler Ebene weisen klar in dieselbe Richtung. Jetzt kommt es darauf an, zügig konkrete europäische Maßnahmen abzuleiten. Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass für Kinder und Jugendliche besondere Schutzstandards gelten müssen. Es spricht viel dafür eine einheitliche europäische Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung sozialer Medien ins Auge zu fassen. Gleichzeitig sind nationale Alleingänge bei der Regulierung großer Plattformen nur begrenzt möglich. Deshalb brauchen wir Klarheit darüber, auf welchem Rechtsweg die Europäische Kommission ein Mindestalter für soziale Netzwerke umsetzen will und welchen Zeitplan sie dafür vorsieht. Zugleich brauchen wir klare Regeln, eine konsequente Durchsetzung des Digital Services Act und europaweit einheitliche Schutzstandards. Die großen Plattformen müssen ihrer Verantwortung endlich gerecht werden. Es gibt keinen Grund, notwendige Schutzmaßnahmen weiter aufzuschieben. Mein Ziel ist es, in Brüssel gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament einen europäischen Fahrplan für mehr Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt voranzubringen und die europäische Zusammenarbeit weiter zu stärken. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen müssen in ganz Europa gestärkt und gemeinsame Standards konsequent umgesetzt werden."

EU-weite Standards einführen

Karin Prien führt in Brüssel Gespräche mit Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen (Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie), Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu sowie EU-Kommissar Michael McGrath (Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Verbraucherschutz).

Sie stellt dabei die Ergebnisse der deutschen Expertenkommission vor und wirbt zugleich für ein europäisches Gesetzesvorhaben zur Einführung eines einheitlichen Mindestalters für soziale Netzwerke. Darüber hinaus stehen die geplanten Inhalte des Digital Fairness Act (DFA) im Mittelpunkt. Dazu gehören Maßnahmen gegen sogenannte "Dark Patterns", suchtfördernde Designmechanismen wie unendliches Scrollen oder automatische Wiedergabe sowie problematische Monetarisierungsmodelle im Gaming, etwa Lootboxen.

Digital Services Act umsetzen

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche ist die konsequente Umsetzung des Digital Services Act (DSA). Für besonders große Online-Plattformen mit mindestens 45 Millionen monatlichen Nutzerinnen und Nutzern - darunter TikTok oder Instagram - ist die Europäische Kommission unmittelbar für die Aufsicht zuständig.

Mit ihrem Besuch in Brüssel setzt sich Karin Prien dafür ein, dass die Empfehlungen nun zügig in konkrete europäische Maßnahmen überführt werden und europaweit ein hohes Schutzniveau für Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt geschaffen wird.

Expertenkommission und Expertenpanel für mehr Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

Die unabhängige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" wurde auf Grundlage des Koalitionsvertrags eingesetzt. Sie untersuchte die Themen digitale Sicherheit, gesundheitliche und psychische Auswirkungen digitaler Medien, Künstliche Intelligenz sowie die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften. Auf dieser Grundlage entwickelte sie konkrete Handlungsempfehlungen für einen wirksamen und zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz.

Das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte europäische Expertenpanel empfiehlt ein europaweites Mindestalter von 13 Jahren für soziale Netzwerke. Voraussetzung für einen Zugang soll sein, dass Plattformen nachweisen, über sichere und altersgerechte Funktionen zu verfügen. Darüber hinaus empfiehlt das Panel unter anderem datensparsame Altersverifikationen, die Deaktivierung besonders schädlicher Plattformfunktionen nach dem Prinzip "Safety by Design", den Ausbau der Medienkompetenz auf allen Bildungsebenen, eine stärkere Unterstützung 

Fachkräftegewinnung und -sicherung

Das "Aufstiegs-BAföG" wird attraktiver

Zwei Personen stehen sich im Freien gegenüber. Eine Person springt der anderen schwungvoll entgegen.
Das Aufstiegs-BaföG soll attraktiver werden. Das Ziel: Fachkräfte gewinnen und sichern © Adobe Stock / vitleo

Am 15. Juli hat das Bundeskabinett das Fünfte Gesetz zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes beschlossen. Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzentwurf soll die höherqualifizierende Berufsbildung und damit eine erfolgreiche Fachkräftegewinnung und -sicherung weiter gestärkt werden. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Fortbildungsmaßnahmen, die von dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden, sollen die Kosten deutlich gesenkt werden. Die Teilnahme an Fortbildungen wird dadurch attraktiver und mögliche Hürden werden abgebaut.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Mit der Erhöhung des Förderrahmens machen wir die Teilnahme an Fortbildungen noch attraktiver und bauen mögliche Einstiegshürden weiter ab. Der Betreuungszuschlag für Alleinerziehende in Voll- und Teilzeitmaßnahmen wird zudem von 150 Euro auf 160 Euro pro Monat je Kind erhöht. Der Gesetzentwurf motiviert Menschen unabhängig vom Alter und der persönlichen Situation, in die eigene Fortbildung zu investieren. Das ist auch eine Investition in unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Wirtschaftsstandort Deutschland."

Förderleistungen erhöhen

Die maximale Förderung für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird von 15.000 auf 18.000 Euro angehoben. Die Materialkosten für eine fachpraktische Arbeit, beispielsweise das Meisterprüfungsstück, sollen künftig mit maximal 4000 statt bisher 2000 Euro gefördert werden. Die Quote des Darlehenserlasses bei bestandener Fortbildungsprüfung wird von 50 auf 60 Prozent erhöht. Zuschüsse der Arbeitgeber zu den Maßnahmenkosten werden nicht mehr auf den Maßnahmenbeitrag angerechnet. Diese Zuschüsse kommen dann den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an einer beruflichen Aufstiegsfortbildung direkt zugute. Aus familienpolitscher Sicht sendet die Anhebung des Kinderbetreuungszuschlages für Alleinerziehende mit Betreuungspflichten in Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen von 150 auf 160 Euro pro Monat und Kind ein wichtiges Signal. 

Entbürokratisierung weiter voranbringen

Um den Vollzug des AFBG zu erleichtern, wird nicht nur auf auf die Anrechnung von Arbeitgeberleistungen verzichtet, sondern auch drei gesetzliche Klarstellungen vorgenommen. Sie betreffen den Anwendungsbereich des AFBG, die Definition, wer Träger von Fortbildungsmaßnahmen ist, sowie die angemessene Anzahl von Unterrichtsstunden.

Der Gesetzentwurf muss noch im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren von Bundestag und Bundesrat beraten werden. Er soll mit Beginn des Fachschuljahres am 1. August 2027 in Kraft treten.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

Im Jahr 2025 haben etwa 186.100 Personen Förderleistungen nach dem AFGB erhalten. Seit seinem Inkrafttreten vor 30 Jahren ist die Zahl der Geförderten von rund 49.300 Personen im Jahr 1997 etwa um das Vierfache gestiegen. Die bislang höchste Gefördertenzahl gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2022 mit rund 192.400 Geförderten. 

"Hilfen im Netz"

Kampagne für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien gestartet

Karin Prien
Die Kampagne "Hilfen im Netz" hilft Kindern von suchtkranken oder psychisch erkrankten Eltern. Im Bild (v.l.n.r.): Schauspielerin Larissa Strahl, Bundesfamilienministerin Karin Prien, Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck © BMBFSFJ

Am 10. Juli hat Bundesfamilienministerin Karin Prien eine bundesweite Kampagne für das Beratungsangebot "Hilfen im Netz" für Kinder von Eltern mit psychischen und Suchterkrankungen gestartet. Auf dem Potsdamer Platz in Berlin präsentierte die Bundesfamilienministerin die Plakataktion, die acht Wochen lang auf öffentlichen Werbeflächen für das Angebot wirbt. "Hilfen im Netz" bietet betroffenen Kindern und Jugendlichen anonyme und kostenlose Beratung und stellt ihnen darüber hinaus passende Hilfen zur Seite. Das Bundesfamilienministerium hat die Förderung für das Projekt um weitere drei Jahre bis Sommer 2029 verlängert. Die Kampagne wird durch ein Sponsoring des Außenwerbers Wall ermöglicht.  

Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland im Verlauf eines Jahres mit einer psychischen oder Suchterkrankung eines Elternteils konfrontiert - oft mit lebenslangen Folgen für die eigene psychische Gesundheit und ihren Bildungserfolg. 

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Für viele betroffene junge Menschen sind die 'Hilfen im Netz' der erste Ort, an dem sie sich öffnen können, unkompliziert Hilfe erhalten und wo sie erfahren, dass es anderen ganz ähnlich geht wie ihnen. Sie bekommen direkte Unterstützung und darüber hinaus Zugang zum weiteren Hilfesystem. Das ist die Form der rechtskreisübergreifenden Kooperation, die ich mir in unserer Gesellschaft wünsche und die Schule machen sollte. Denn in solchen Fällen hilft nur eine wirksame und gute Zusammenarbeit. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir die Förderung für die 'Hilfen im Netz' für weitere drei Jahre verlängern konnten."

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Hendrik Streeck: "Kinder suchtkranker oder psychisch kranker Eltern wachsen oft in einer Realität auf, in der man kein Kind wissen will. Sie erleben, wie Stimmungen kippen, Versprechen nicht gehalten werden und der Alltag von einem Moment auf den anderen unberechenbar wird. Viele übernehmen viel zu früh Verantwortung und stellen die eigenen Bedürfnisse zurück. Das kann sie selbst krank machen und ihr Risiko erhöhen, später eine Sucht zu entwickeln. Deshalb ist frühe Hilfe auch wirksame Suchtprävention. Ein Anruf oder ein Chat kann der erste Schritt aus dieser Überforderung sein. Genau hier setzt 'Hilfen im Netz' an: mit direkter Beratung und einem digitalen Wegweiser zu konkreten Hilfsangeboten vor Ort."

Schauspielerin und Sängerin Lina Larissa Strahl: "Ich bin Botschafterin für 'Hilfen im Netz', da mentale Gesundheit kein Thema sein sollte, mit dem man sich alleine fühlt. Besonders Jugendliche, die aus Familien mit suchtkranken oder psychisch belasteten Eltern kommen, haben häufig keinen leichten Zugang zu entsprechender Hilfe. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, unter anderem sind es Scham, Angst oder Abhängigkeiten gegenüber den Familienangehörigen. Außerdem finden die Betroffenen häufig nicht das nötige Gehör in unserer Gesellschaft. Es ist wichtig, dass wir uns genau an dieser Stelle stark machen und so tolle Projekte wie 'Hilfen im Netz' unterstützen. Hier können Kinder und Jugendliche niedrigschwellig und schnell anonyme Hilfe bekommen, um schlussendlich mit professioneller Unterstützung einen Weg in die Besserung zu finden."

Reichweite durch Partnerschaft stärken

Der Außenwerber Wall sponserte das Projekt zum zweiten Mal als Medienpartner. Das Unternehmen stellte acht Wochen lang bundesweit insgesamt 5000 Flächen für sogenannte City Light Poster an Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs und anderen zentralen Plätzen kostenlos zur Verfügung.

Der Geschäftsführer von Wall, Patrick Möller: "Wir freuen uns, die reichweitenstarke Außenwerbekampagne für 'Hilfen im Netz' mit unseren Werbeflächen im zweiten Jahr bundesweit in den deutschen Metropolen unterstützen zu können. Die breite Resonanz zeigt, dass die Kampagne im letzten Jahr etwas ausgelöst hat: Die notwendige Unterstützung für Kinder und Jugendliche, deren Eltern psychisch erkrankt oder suchtkrank sind, ist erkannt worden. 'Hilfen im Netz' bietet einen ersten Anlaufpunkt zur Beratung dieser Kinder und Jugendlichen. Wir hoffen, dass mit den Plakaten mehr Menschen dafür sensibilisiert werden, dass die Inanspruchnahme von Online-Beratung echte Hilfe für den ersten Schritt bedeuten kann."

Schreiben statt Schweigen

Kinder, Jugendliche und Fachkräfte können sich anonym telefonisch oder schriftlich an "Hilfen im Netz" wenden. Eine digitale Landkarte informiert zudem über Beratungsstellen vor Ort. Durchgeführt wird das Projekt von NACOA Deutschland e.V. und KidKit (Drogenhilfe Köln). Das Bundesfamilienministerium fördert das gesamte Projekt wie auch die aktuelle Kampagne. 

Mit dem Slogan "Schreiben statt Schweigen" möchten die Projektleitungen Anna Buning (KidKit, Drogenhilfe Köln) sowie Tanja Ruppert und Timo Kliche (NACOA Deutschland) das Tabu rund um sucht- und psychische Erkrankungen in der Familie durchbrechen: In vielen betroffenen Familien gelte der Glaubenssatz "Darüber spricht man nicht". Das anonyme Schreiben kann Kindern und Jugendlichen ermöglichen, dieses Schweigen zu überwinden und sich erstmals jemandem anzuvertrauen, auch bei weiteren Belastungen wie Gewalt in der Familie.

 

Wer beteiligt sich an "Hilfen im Netz"?

KidKit (Drogenhilfe Köln) ist ein seit dem Jahr 2003 bestehendes digitales Informations-, Beratungs- und Hilfeangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 27 Jahren, die in Familien mit Suchterkrankungen, (sexualisierter) Gewalt und psychischen Erkrankungen aufwachsen.

NACOA Deutschland e.V. ist die 2004 gegründete deutsche Interessenvertretung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (ehemalige Kinder), die von der Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder auch durch nicht-stoffliche Süchte ihrer Eltern belastet sind.

Wall ist Außenwerber und Stadtmöblierer aus Berlin. Das Unternehmen vermarktet analoge und digitale Werbeflächen in mehr als 20 deutschen Großstädten und den deutschen Metropolen. Wall ist Teil der JCDecaux-Gruppe, der Nummer eins der Außenwerbung weltweit. 

Deutsch-Französische Zusammenarbeit

Karin Prien eröffnet Sommerfest des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Karin Prien
Beim Sommerfest des Deutsch-Französischen Jugendwerks betont Karin Prien die Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit für die Demokratie © vonZynski.com | Jennifer Sanchez

Am 7. Juli eröffnete Bundesbildungsministerin Karin Prien gemeinsam mit dem französischen Botschafter François Delattre das Sommerfest des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) in Berlin. Bei dem Fest trafen sich junge Menschen, Projektpartner des DFJW und Vertretungen aus Politik und Administration, um sich auszutauschen und gemeinsam einen Deutsch-Französischen Abend zu verbringen.

Karin Prien: "Die Stärke der Deutsch-Französischen Jugendarbeit ist eindrucksvoll sichtbar: Jugendliche, die an einem Austausch teilnehmen, die in einer deutsch-französischen Gruppe diskutieren, ein Projekt organisieren oder gemeinsam Sport treiben, lernen weit mehr als eine Sprache. Sie lernen, Unterschiede auszuhalten, Perspektiven zu wechseln, Konflikte auszuhandeln, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Sie erleben Selbstwirksamkeit und gewinnen Vertrauen - in sich selbst und in andere. Das stärkt ihre Resilienz und somit unsere Demokratie."

Jugendarbeit sichtbar machen 

Das Sommerfest diente dazu, die Vielseitigkeit der Deutsch-Französischen Beziehungen in der Jugendarbeit sichtbar zu machen. Ein Schwerpunkt lag auf der zentralen Rolle der Jugendbeteiligung bei zahlreichen Projekten. Vorgestellt wurden Initiativen, die von und mit jungen Menschen entwickelt, gestaltet und verantwortet wurden. Sie zeigen: Junge Menschen prägen die Deutsch-Französische Zusammenarbeit aktiv und setzen innovative Impulse.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) wurde 1963 mit dem Ziel gegründet, die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich durch Jugendbegegnungen zu fördern. Es ermöglicht jungen Menschen, die Kultur und Sprache des Partnerlandes kennenzulernen und interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln. Das DFJW unterstützt eine Vielzahl von Austauschprogrammen, von Schüleraustauschen bis zu beruflichen Begegnungen und hat maßgeblich zur europäischen Integration beigetragen. Das DFJW setzt seit über 60 Jahren und mit über 9,5 Millionen Teilnehmenden zentrale Impulse für Jugendaustausch, Sprachkompetenz und europäische Verständigung. 

Bundesinstitut für Berufsbildung

Kabinett beruft Dr. Sandra Garbade zur neuen Präsidentin

Portät von Dr. Sandra Garbade
Dr. Sandra Garbade wurde vom Kabinett zur neuen Präsidentin des BIBB berufen. Sie tritt das Amt zum 1. August 2026 an © Jörg Müller für HIBB

Das Verfahren zur Nachbesetzung des Präsidentenamtes des  Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist abgeschlossen. Frau Dr. Sandra Garbade wurde zur Präsidentin des BIBB berufen. Sie wird das Amt zum 1. August 2026 antreten. Das Kabinett hat die Personalie am 1. Juli beschlossen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Mit Dr. Sandra Garbade übernimmt eine erfahrene und ausgewiesene Führungspersönlichkeit die Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung. Ich freue mich, dass mit ihr erstmals eine Frau an der Spitze des BIBB steht. Frau Dr. Garbade verfügt über umfassende Expertise in der Berufsbildungspolitik und über langjährige Erfahrung in verantwortungsvollen Leitungsfunktionen. Eine starke berufliche Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für die Fachkräftesicherung und damit für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Ich bin überzeugt, dass Frau Dr. Garbade wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung setzen wird."

Zur Person

Frau Dr. Sandra Garbade ist promovierte Wirtschaftspädagogin und gelernte Bankkauffrau. Nach Stationen im Bankwesen und in der Unternehmensberatung wechselte sie 2007 in den Hamburger Schuldienst und war zunächst als Lehrerin an berufsbildenden Schulen tätig. Anschließend übernahm sie verschiedene Führungsaufgaben im Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB). Seit August 2017 ist sie Geschäftsführerin des HIBB und verantwortet die strategische Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Hamburg. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der beruflichen Bildung, der Förderung von Chancengerechtigkeit sowie der zukunftsorientierten Weiterentwicklung des beruflichen Schulwesens.

Das BIBB

Das BIBB nimmt als zentrale Einrichtung für die berufliche Bildung in Deutschland wichtige Aufgaben in der Forschung, der Ordnungsarbeit und der Politikberatung wahr. Angesichts der Herausforderungen durch Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Transformation der Arbeitswelt kommt der beruflichen Bildung eine besondere Bedeutung zu. 

Berufliche Bildung

35 neue Förderprojekte stärken Weiterbildungskultur in Unternehmen

Eine Jugendliche und eine Frau sitzen vor einem Monitor. Die Frau erklärt etwas.
Speziell ausgebildete Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren sollen besonders geringqualifizierte Beschäftigte auf ihrem weiteren Qualifizierungsweg unterstützen © iStock/AndreyPopov

Das Bundesbildungsministerium hat eine bundesweite Offensive für betriebliche Weiterbildung gestartet, um Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefgreifender Transformation zu begegnen: 35 neue Förderprojekte für Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren (WBM) sind im März gestartet. Dafür stellt der Bund künftig jährlich rund acht Millionen Euro bereit. Ziel ist es, Beschäftigte systematisch für Weiterbildungen zu gewinnen. Dabei stehen insbesondere Geringqualifizierte im Fokus. Die speziell ausgebildeten Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren begleiten sie auf ihrem Qualifizierungsweg.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren sind Möglichmacher für die berufsbezogene Weiterbildung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das wichtiger denn je: Sie richten den Fokus auf geringqualifizierte Beschäftigte, die Weiterbildung nur selten in Anspruch nehmen, und helfen, persönliche Hemmnisse oder innerbetriebliche Hürden für Weiterbildung abzubauen. Mit einer niedrigschwelligen Ansprache, einer stärkenorientierten, passgenauen Beratung und kontinuierlichen Begleitung sorgen Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren für eine höhere Akzeptanz von Weiterbildungsmaßnahmen. Klar ist: Eine starke Weiterbildungskultur führt zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, größerer Arbeitsmotivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten."

Mentoring als Bestandteil der betrieblichen Weiterbildungskultur etablieren

Nach einer erfolgreichen Pilotförderung wird die Förderung nun deutlich ausgeweitet: 27 Verbundprojekte und acht Einzelprojekte bilden in den kommenden drei Jahren Beschäftigte in Industrie-, Mittelstands- und Handwerksunternehmen sowie in Verwaltungen zu Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren aus. Ziel ist es, Mentoring dauerhaft als festen Bestandteil der betrieblichen Weiterbildungskultur in Deutschland zu verankern. Neu ist die Förderung von über- und außerbetrieblichen Mentoring-Ansätzen. Damit profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die häufig nicht über ausreichende personelle Ressourcen für interne Mentoringstrukturen verfügen. Administriert und wissenschaftlich begleitet wird die Förderung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung. 

Weiterbildung ist entscheidender Wettbewerbsfaktor

Gerade jetzt ist die Maßnahme von zentraler Bedeutung, denn der Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft sich weiter und Digitalisierung und Strukturwandel verändern Berufsbilder in rasantem Tempo. Dadurch stehen Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern unter hohem Wettbewerbsdruck.

Berufsbezogene Weiterbildung wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. 75 Prozent aller beruflichen Weiterbildungen werden von Unternehmen initiiert oder finden dort statt. Betriebe sind somit die zentralen Orte, an denen Zukunftsfähigkeit gesichert wird.

Vorteile für alle Beteiligten schaffen

Für Unternehmen

  • Sicherung und Ausbau dringend benötigter Fachkompetenzen
  • Höhere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
  • Stärkere Mitarbeiterbindung
  • Nachhaltige Verankerung einer modernen Weiterbildungskultur

Für Beschäftigte

  • Niedrigschwellige, stärkenorientierte Beratung auf Augenhöhe
  • Abbau persönlicher und struktureller Weiterbildungshemmnisse
  • Bessere Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven
  • Größere Arbeitsplatzsicherheit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten

Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB)

Die Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren sind Teil der "Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung", die Bundesministerin Karin Prien vorgestellt hat. Die neue Leadinitiative dient der Stärkung der beruflichen Bildung entlang der gesamten Bildungskette, um mit einem breiten Paket an Maßnahmen verbesserte Rahmenbedingungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung zu schaffen und damit Fach- und Führungskräfte, Betriebe und Ausbildungspersonal anzusprechen. Mit der Offensive setzt das Bundesbildungsministerium einen zentralen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um.

Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

Expertenkommission veröffentlicht Handlungsempfehlungen

Karin Prien, Nadine Schön, Prof.Dr. Olaf Köller
Bundesbildungsministerin Karin Prien (mitte) stellt zusammen mit den beiden Co-Vorsitzenden der Expertenkommission, Nadine Schön und Prof. Dr. Olaf Köller, die Handlungsempfehlungen für besseren Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vor © Thomas Imo/BMBFSFJ/photothek.de

Die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" hat am 24. Juni ihre Handlungsempfehlungen an Bundesbildungs- und - familienministerin Karin Prien übergeben. Die Empfehlungen zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Karin Prien: "Die Empfehlungen der Kommission liefern wichtige Impulse für eine moderne Kinder- und Jugendpolitik im digitalen Zeitalter. Sie machen deutlich, dass wir die Potenziale der Digitalisierung besser nutzen und gleichzeitig den Schutz junger Menschen wirksam verstärken müssen. Dazu gehört, Plattformanbieter strukturell in die Verantwortung zu nehmen und digitale Angebote von Anfang an sicherer und kindgerechter zu gestalten. Jugendschutz heißt hier: Safety by design. Für die eigenständige Nutzung sozialer Medien sehe ich grundsätzlich in dem Vorschlag einer gesetzlichen Altersgrenze von 13 Jahren den richtigen Weg - in Verbindung mit einer wirksamen Altersüberprüfung und abgestuften Schutzvorkehrungen für Jugendliche bis 18 Jahre. Für Kinder jünger als 13 sollte ein gesetzlicher Erlaubnisvorbehalt gelten, der nur nachweislich kindgerechte und risikoarme Angebote zulässt. Ich setze mich dafür ein, dass uns eine europäische Lösung gelingt. Für den Fall, dass auf europäischer Ebene keine ausreichenden und zeitnahen Fortschritte erzielt werden, werde ich parallel die notwendigen nationalen Regelungen vorbereiten. Angesichts der großen Bedeutung der elterlichen Rolle und ihrer Verantwortung habe ich eine große Sympathie für die Empfehlung, die elterliche Medienerziehung familienrechtlich zu verankern durch eine entsprechende Einfügung ins Bürgerliche Gesetzbuch - ähnlich wie die gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000. Die Empfehlungen zeigen, dass wir es mit einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu tun haben. Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft, Schulen, Jugendhilfe und Familien müssen gemeinsam handeln. Erfolgreicher Kinder- und Jugendschutz kann nur gemeinsam gelingen. Die vorliegenden Vorschläge sind dafür eine starke Grundlage. Als Ministerin, die auch für den Jugendschutz zuständig ist, werde ich diesen Prozess mit Nachdruck weiter vorantreiben. Unser Ziel ist eine zukunftsorientierte Gesamtstrategie, die Schutz, Befähigung und Teilhabe gleichermaßen stärkt und Regulierung, Bildung sowie Prävention intelligent miteinander verbindet. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche die digitale Welt sicher nutzen und ihre Chancen bestmöglich entfalten können. Ich danke den Mitgliedern der Expertenkommission für ihre engagierte und wissenschaftlich fundierte Arbeit. Mein besonderer Dank gilt ganz besonders auch den Kindern und Jugendlichen, die ihre Erfahrungen, Erwartungen und Sorgen eingebracht haben, die sie klar benannt haben. Ihre Stimmen sind unverzichtbar, denn sie zeigen, was junge Menschen brauchen, um die Chancen der digitalen Welt sicher, kompetent und selbstbestimmt nutzen zu können."

Co-Vorsitzender der Kommission Prof. Dr. Olaf Köller: "Die Arbeit der Expertenkommission hat gezeigt, dass Heranwachsende klare Rahmenbedingungen und Regeln benötigen, die zu ihrer Entwicklung passen und sie sicher im Netz navigieren lassen. Nicht das Kind muss sich an die digitale Welt anpassen, sondern die digitale Welt an das Kind. Kinder- und Jugendliche aus der digitalen Welt auszusperren, ist kein Schutz. Daher sind drei Aspekte gleichzeitig wichtig: Kinder und Jugendliche vor dem zu bewahren, dem sie noch nicht gewachsen sind, sie zu befähigen, ihr digitales Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihnen die Teilhabe zu ermöglichen, auf die sie ein Recht haben. Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen liegt nicht an einer einzigen Stelle und schon gar nicht allein beim Kind. Deutschland fehlt es nicht an Wissen und nicht an Regeln dafür, wie das Internet für Kinder und Jugendliche gestaltet sein sollte, sondern an der Umsetzung. Die Empfehlungen sind Ausgangspunkt einer Gesamtstrategie für einen langfristigen, lernfähigen Prozesses mit allen Akteuren, die Verantwortung tragen. Junge Menschen müssen den digitalen Raum mitgestalten und wir begleiten und stärken sie dabei. Die nun vorgelegten Handlungsempfehlungen ermöglichen in ihrer Gesamtheit eine geschützte Teilhabe."

Co-Vorsitzende der Kommission Nadine Schön: "Mit unseren 56 Handlungsempfehlungen legen wir einen ganzheitlichen Ansatz für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt vor. Schutz, Befähigung und Teilhabe gehören dabei für uns zusammen und bilden den roten Faden. Unsere Empfehlungen setzen entlang der gesamten Biografie an, von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenwerden. Familien brauchen frühe Beratung, Schulen verlässliche Konzepte, Jugendliche sichere Angebote und erreichbare Hilfen und Plattformen klare Pflichten. Sichere Voreinstellungen, altersgerechte Angebote und wirksame Meldestrukturen schaffen konkrete Entlastung für Kinder, Eltern und Fachkräfte. Bei sozialen Medien und bei Künstlicher Intelligenz müssen Schutzstandards von Anfang an mitgedacht werden. Die digitale Welt muss sich an den Rechten, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ausrichten - nicht umgekehrt. Unser Ziel ist ein lernendes Umsetzungssystem, das Schutz, Befähigung und Teilhabe dauerhaft wirksam macht."

Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen

Die im September 2025 auf Basis des Koalitionsvertrags eingesetzte Expertenkommission hat nach ihrer im April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme insgesamt 56 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die interdisziplinär besetzte Kommission betrachtete dabei unterschiedliche Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen sowie die Verantwortung verschiedener Akteure. Die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen selbst flossen über bundesweite Workshops unmittelbar in die Arbeit der Kommission ein.

Die Empfehlungen richten sich an Bund, Länder und Kommunen ebenso wie an die europäische Ebene, zudem an Eltern, Bildungseinrichtungen, an die Kinder- und Jugendhilfe, das Gesundheitswesen sowie Anbieter digitaler Dienste; sie basieren dabei auf einem entwicklungs- und verantwortungsorientierten Modell. 

Weitere Meilensteine der Expertenkommission

Die Empfehlungen bauen auf der im April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme auf. Die vollständigen Handlungsempfehlungen mit ausführlichen Problem- und Zielbeschreibungen werden bis Mitte Juli 2026 veröffentlicht. Der Abschlussbericht der Kommission, einschließlich der Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Beiträge aus den Fachanhörungen, folgt im September 2026.

Die Unabhängige Expertenkommission 

Die Unabhängige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" wurde im September 2025 von Bundesministerin Karin Prien eingesetzt. Auf Grundlage einer umfassenden Analyse digitaler Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche hat die Kommission 56 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese folgen einem entwicklungs- und verantwortungsorientierten Ansatz: Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Lebensphasen junger Menschen und richten sich gezielt an die Akteure, die jeweils die größte Verantwortung tragen. Ziel ist es, Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen über alle Entwicklungsstufen hinweg wirksam zu stärken und dabei das Zusammenwirken von Politik, Gesellschaft und weiteren Verantwortlichen zu fördern.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Achter Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung beschlossen

Ein Kind sitzt auf den Schultern eines Erwachsenen. Das Kind hält einen gebastelten Stock mit bunten Bändern in der Hand.
Die Bundesregierung hat den Achten Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung beschlossen © Adobe Stock / Halfpoint

Das Bundeskabinett hat am 24. Juni den von der Bundesbildungsministerin Karin Prien vorgelegten Achten Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beschlossen. Der Bericht vermittelt ein breites Bild, wie sich die Verankerung von BNE auf Bundes- und Länderebene, in den Kommunen sowie auch in der internationalen Zusammenarbeit entwickelt hat.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Mit Bildung für nachhaltige Entwicklung setzen wir uns gemeinsam mit den Mitgliedstaaten der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (engl.: United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, kurz: UNESCO) dafür ein, im Bildungssystem die notwendigen Zukunftskompetenzen zur Gestaltung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen zu vermitteln. BNE setzt dabei auf die Beteiligung der Lernenden in allen Bildungsbereichen und leistet damit einen Beitrag zu besserer Bildung und einer resilienten Demokratie. Ich freue mich, über die hohe Dynamik in diesem Bereich, die in dem achten Bericht der Bundesregierung zum Ausdruck kommt."

Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 umsetzen

Der Bericht der Bundesregierung zeigt: Die breite Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure Kontext mit der Nationalen Plattform BNE wirkt. BNE als kompetenzorientiertes Bildungskonzept und Schlüssel zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) ist inzwischen in vielen Strategien auf Bundes- und Länderebene als ein Hebel von Wandlungsprozessen eingebunden.

Nachhaltigkeit als Ziel bereits in der Schule einbinden

Auch bei der Verankerung in Lehrplänen in den einzelnen Bildungsbereichen wurden deutliche Fortschritte erzielt. Ein neuer Indikator in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, Schulen mit BNE-Label, zeigt beispielhaft, wie sich die Verankerung von BNE entwickelt. BNE-Labels, wie beispielsweise die UNESCO-Projektschulen, stehen für eine ganzheitliche Verankerung von BNE in Unterricht und Schulentwicklung in Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes ("Whole School Approach"). Nach der ersten Erhebung 2024 ist jede achte Schule bundesweit mit einem BNE-Label ausgezeichnet. Der Indikator hat eine erkennbare Entwicklung bei Schulen und Labels ausgelöst, innovative Qualitätsentwicklung in Schule mit BNE voranzutreiben.

Nachhaltigkeit in der Ausbildung fördern

Das Programm "Nachhaltig im Beruf" hat einen Akzent gesetzt, um BNE besser in der Beruflichen Bildung zu verankern. Das Programm zielt vor allem auf die Kompetenzentwicklung des Ausbildungspersonals. Neue berufsübergreifende Standards für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sogenannte Standardberufsbildpositionen, werden in Berufsschule und Ausbildung umgesetzt.

Wachsende Entwicklung zeigt zudem die querschnittliche Verankerung und Vernetzung von BNE in Förderprogrammen in anderen Bildungsbereichen, wie Bildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, bei kultureller oder politischer Bildung.

Ein besonderes Anliegen der Bundesregierung ist es, die Jugendbeteiligung zu stärken. Eine wichtige Rolle spielt hier die Förderung von Jugendbeteiligungsformaten wie das Jugendforum youpan im BNE-Prozess. Das Bundesbildungsministerium hat zudem einen neuen Schwerpunkt aufgelegt, um Schülerfirmen zu fördern, die Nachhaltigkeitskonzepte unternehmerisch umsetzen.

Der Achte Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 

Auf der Grundlage des Beschlusses des Deutschen Bundestages vom 29. Juni 2000 legt die Bundesregierung einmal pro Legislaturperiode einen Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor. Der achte Bericht befasst sich mit dem Stand und der Entwicklung von BNE in Deutschland in der 20. Legislaturperiode, das heißt im Zeitraum Oktober 2021 bis März 2025 mit Perspektive in die 21. Legislaturperiode.

Der Bericht umfasst die Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder, der BNE-Gremien sowie der kommunalen Spitzenverbände und weiterer gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure. Der liegt auf wesentlichen Entwicklungen, strategischen Schwerpunkten und Ergebnissen des nationalen und internationalen Prozesses der Verankerung von BNE im Bildungssystem. Auch die Ergebnisse des Nationalen Monitorings sind einbezogen. Details zu Einzelmaßnahmen und Programmen aus den Ländern sowie Beispiele aus der Praxis sind im Anhang ergänzend zu den jeweiligen Bildungsbereichen und Handlungsfeldern auf Länderebene und Bundesebene aufbereitet.

Der Bericht ist nach Bildungsbereichen untergliedert und orientiert sich an den Handlungsfeldern der UNESCO Roadmap BNE 2030. Dadurch wird erkenntlich, welchen Beitrag die nationale BNE-Umsetzung zur Erreichung der jeweiligen internationalen Handlungsfelder leistet.

Deutscher Kita-Preis 2026

16 Kitas und Bündnisse stehen im Finale

Deutscher Kita-Preis 2026 Motiv
Die Finalisten des Deutschen Kita-Preises 2026 stehen fest © DKJS/Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Am 23. Juni wurden die Finalisten des Deutschen Kita-Preises 2026 verkündet. Acht Kitas und acht lokale Bündnisse für frühe Bildung stehen im Finale. Die Nominierung führt sie Ende des Jahres nach Berlin, wo am 26. November das Bundesbildungs- und -familienministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die Preisträgerinnen und Preisträger auszeichnen werden. 

Bevor die Jury im Herbst ihre Entscheidung trifft, geht der Auswahlprozess zunächst in die intensive Phase: Im Sommer besuchen Fachleute die Kitas und Bündnisse vor Ort. Dort beobachten sie den Alltag in der Einrichtung, führen Workshops und vertiefende Interviews. Die Ergebnisse halten sie in Berichten fest. Diese bilden die Grundlage für die Entscheidung der Fachjury, die im November die Preisträger auswählt.

Bundesfamilienministerin Prien: "Die diesjährige Auswahl der Finalisten macht deutlich, wie entscheidend die Qualität der frühkindlichen Bildung für die Zukunft unserer Kinder ist. Die engagierten Fachkräfte setzen sich jeden Tag dafür ein, Kindern den bestmöglichen Start in ihre Bildungsbiografie zu ermöglichen. Sie begleiten sie bei den kleinen und großen Herausforderungen des Aufwachsens - im täglichen Miteinander, bei der sprachlichen Entwicklung oder im Übergang von der Kita in die Schule. Der Wettbewerb zeigt: Qualitätsstandards sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute frühkindliche Bildung - und das flächendeckend in ganz Deutschland. Deshalb wollen wir diese gemeinsam mit den Ländern gesetzlich absichern, um die Qualität in der frühkindlichen Bildung weiter zu stärken und nachhaltig zu sichern."

Anne Rolvering, Geschäftsführerin der DKJS: "Diese finale Auswahlphase im Sommer ist für uns etwas ganz Besonderes. Aus Konzepten wird gelebte Praxis, aus Worten wird Haltung. Wir erleben, mit wie viel Professionalität, Engagement und Hingabe die Fachkräfte arbeiten und welche kreativen Ideen und Ansätze sie einbringen. Dabei wird deutlich, wie sie jeden Tag Räume schaffen, in denen Kinder sich bestmöglich entfalten und ihren Alltag mitgestalten."

Preisverleihung in Berlin

Bei der feierlichen Preisverleihung am 26. November werden in Berlin jeweils drei Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien "Kita des Jahres" und "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" bekannt gegeben. Die Erstplatzierten erhalten 25.000 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten jeweils 15.000 Euro und 10.000 Euro. Alle weiteren Finalistinnen und Finalisten erhalten einen Anerkennungspreis von 1000 Euro. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 110.000 Euro dotiert. Darüber hinaus gibt es den Zusatzpreis "Attraktivität der Arbeit", gefördert durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), im Wert von 4000 Euro, sowie den ELTERN-Sonderpreis, ein Publikumspreis mit Bücherpaketen für Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. 

Barbara Schöneberger wird die Moderation der Preisverleihung übernehmen. Neben den 160 Gästen vor Ort, zu denen auch die 16 Finalisten gehören, können alle live dabei sein, denn die Veranstaltung wird über die Webseite des Deutschen Kita-Preises live übertragen. 

Die 16 Finalistinnen und Finalisten im Überblick

Finalisten in der Kategorie "Kita des Jahres"

  • Evangelisches Reggio-Kinderhaus, Günzburg (Bayern)
  • AWO Kita Langweid, Langweid am Lech (Bayern)
  • Kita Feuerwache, Hamburg (Hamburg)
  • Kita Kleyerstrasse, Frankfurt am Main (Hessen)
  • Katholische Kita St. Laurentius, Gundheim (Rheinland-Pfalz)
  • Kita in der LOUISE, Dresden (Sachsen)
  • AWO Kita Naseweis, Oelsnitz (Sachsen)
  • DRK-Kita Blocksberg, Kiel (Schleswig-Holstein)

Finalisten in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres"

  • Villa Kunterbunt Gosheim, Gosheim (Baden-Württemberg)
  • Schulstart mit Rückenwind, Ronshausen (Hessen)
  • Initiative Kinder-Bewegungsstadt, Osnabrück (Niedersachsen)
  • Bündnis für familienorientierte frühkindliche Bildung, Wolfsburg (Niedersachsen)
  • Neu im Leben, Bonn (Nordrhein-Westfalen)
  • Pakt für Pirmasens, Pirmasens (Rheinland-Pfalz)
  • Aufwind Wanzleben-Börde, Wanzleben-Börde (Sachsen-Anhalt)
  • Begegnungsraum Rudolstadt, Rudolstadt (Thüringen)

 

Der Deutsche Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des bundesbildungs- und -familienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der DFL Stiftung, der Marke ELTERN und der Heinz und Heide Dürr Stiftung. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas und lokalen Bündnissen zeigen, wie gute Qualität gelingt.

13. Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung

Bundesfamilienministerin Karin Prien reist nach Paris

Karin Prien

Bei ihrer Reise nach Paris besucht Bundesfamilienministerin Karin Prien zusammen mit ihrer französischen Amtskollegin Marina Ferrari die 13. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung in Paris. Erstmals ist dabei eine Bundesfamilienministerin vertreten

© Andreas B. Krueger
Karin Prien

Bei der Versammlung spricht Karin Prien gemeinsam mit der französischen Ministerin für Sport, Jugend und Vereinswesen zu Fragen der Familienfreundlichkeit, des digitalen Jugendschutzes sowie zur Situation von Jungen und jungen Männern

© Andreas B. Krueger
Karin Prien

Anschließend besucht Karin Prien das "OECD Centre for Skills" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (engl: Organisation for Economic Co-operation and Development, kurz: OECD) in Paris

© Andreas B. Krueger
Karin Prien

Im Fokus des Gesprächs: aktuelle Projekte zur beruflichen Bildung und die Zusammenarbeit des Bundesbildungsministeriums mit der OECD

© Andreas B. Krueger
Karin Prien

Später am Nachmittag trifft Karin Prien den französischen Bildungsminister Édouard Geffray

© Andeas B. Krueger
Karin Prien

Beim bilateralen Gespräch mit Édouard Geffray standen die europäische Bildungszusammenarbeit und gemeinsame Herausforderungen in den Bildungssystemen im Mittelpunkt

© Andeas B. Krueger

Am 22. Juni ist Bundesfamilienministerin Karin Prien nach Paris gereist. Im Mittelpunkt ihres Besuchs stand die 13. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung, bei der erstmals eine Bundesfamilienministerin vertreten war. Bei der Parlamentarischen Versammlung sprach Karin Prien gemeinsam mit der französischen Ministerin für Sport, Jugend und Vereinswesen, Marina Ferrari, zu Fragen der Familienfreundlichkeit, des digitalen Jugendschutzes sowie zur Situation von Jungen und jungen Männern. Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die deutsch-französische und europäische Zusammenarbeit in der Bildungs- und Jugendpolitik.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "In Deutschland ist die Geburtenrate auf einem Tiefstand von 1,35 Kindern je Frau - Frankreich liegt hingegen nach wie vor weit vorn in Europa. Hier kann Deutschland viel von seinem Nachbarn lernen, welche Leistungen und Maßnahmen wirken. Ich möchte, dass die Menschen in Deutschland wieder mehr Lust darauf haben, Familien zu gründen, Kinder zu bekommen. Unsere Antwort als Bundesregierung ist deshalb: eine Kultur der Familienfreundlichkeit. Familienpolitik ist Politik für soziale Stabilität, zugleich ist Familienpolitik ein Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig steht unsere Gesellschaft vor der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen auch im digitalen Raum gute und sichere Rahmenbedingungen zu bieten. Der digitale Raum ist für junge Menschen ein Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und eine wichtige Lernumgebung. Frankreich setzt mit dem geplanten Verbot sozialer Netzwerke für unter 15-Jährige ein klares politisches Signal. Wir wollen den deutsch-französischen Austausch weiter vertiefen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie wir Schutz, Befähigung und Teilhabe nachhaltig miteinander vereinbaren können."

Internationale Bildungspolitik schärfen

Am Nachmittag besuchte die Bundesfamilienministerin das "OECD Centre for Skills", die Denkfabrik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für berufliche Bildung und tauschte sich über aktuelle Projekte im Bereich der beruflichen Bildung und die Zusammenarbeit des Bundesbildungs- und -familienministeriums mit der OECD aus. 

Anschließend traf sie den französischen Bildungsminister Édouard Geffray zu einem Gespräch über die deutsch-französische und europäische Bildungszusammenarbeit sowie aktuelle bildungspolitische Herausforderungen. Hier ging es unter anderem um Bildungschancen von Jungen und jungen Männern.

Deutsch-französische Partnerschaft stärken

In einer Zeit tiefgreifender sozialer Spannungen und weltwirtschaftlicher Unsicherheiten kommt der deutsch-französischen Partnerschaft besondere Bedeutung zu. Moderne Familienpolitik, digitaler Wandel und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind europäische Herausforderungen, die nur im engen Austausch gemeinsam gestaltet werden können.

Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung setzt sich aus insgesamt 100 Mitgliedern zusammen, je zur Hälfte aus Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Assemblée nationale. 

Die Versammlung trifft sich mindestens zweimal jährlich abwechselnd in Deutschland und Frankreich. Grundlage dieser institutionalisierten Zusammenarbeit auf Ebene der Parlamente ist das Deutsch-Französische Parlamentsabkommen, das 2019 vom Deutschen Bundestag und der Assemblée nationale verabschiedet wurde.

Klischeefreie MINT-Bildung und Berufsorientierung

Zukunft zum Anfassen: Karin Prien gibt Auftakt zur IdeenExpo 2026

Karin Prien mit Moderator vor orangem Hintergrund
Bundesbildungsministerin Karin Prien wirbt bei der IdeenExpo 2026 dafür, mehr junge Menschen - insbesondere Mädchen und junge Frauen - für Technik und Zukunftstechnologien zu gewinnen © IdeenExpo 2026

 

Am 20. Juni hat Bundesbildungsministerin Karin Prien die IdeenExpo 2026 eröffnet. Die Veranstaltung findet vom 20. bis zum 28. Juni in Hannover statt und lädt junge Menschen dazu ein, Technik und Zukunftstechnologien zu erleben. Bei einem Bühnengespräch diskutierte Karin Prien darüber, wie es gelingen kann, junge Menschen - insbesondere Mädchen und junge Frauen - für Bildung und Berufe im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern.

Karin Prien: "Die IdeenExpo zeigt eindrucksvoll, dass moderne Berufsorientierung und Zukunftstechnologien junge Menschen erreichen und begeistern. Gerade für Zukunftstechnologien liefert MINT-Bildung eine entscheidende Grundlage - sie befähigt junge Menschen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, Innovationen hervorzubringen und gesellschaftliche Entwicklungen verantwortungsvoll mitzugestalten. Die IdeenExpo setzt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wichtige Impulse für eine Berufswahl frei von Klischees - denn jedes Talent zählt."

Klischeefrei MINT-Berufe entdecken

Am Stand des Bundesbildungsministeriums können die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden: Ob Programmieren mit dem Roboter Zumi, ein Promptathon mit Künstlicher Intelligenz (KI) oder das Quiz "Mensch oder KI?" - die Angebote von YouCodeGirls, MINT-Campus und MINT-Clustern sowie die Virtual-Reality-Erlebnisse von Bildungsgabe eröffnen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen spielerischen Zugang zu MINT, Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Fragen der Gleichstellung. MINT-Bildung, digitale Kompetenzen und eine Berufswahl frei von Geschlechterklischees sind wichtig für die Fachkräftesicherung und die Gestaltung der Zukunft. Auch deshalb fördert das Bundesbildungsministerium ein Vielzahl an Projekten in diesem Bereich.

IdeenExpo - Zukunftstechnologien zum Anfassen

Die IdeenExpo ist Deutschlands größte Jugendmesse für Technik, Naturwissenschaften und Innovationen. Die Zahlen sprechen für sich: 2024 kamen 432.000 zumeist junge Besucherinnen und Besucher, rund 800 Mitmachexponate und 850 Workshops machten Zukunftstechnologien zum Anfassen erlebbar. So unterstützt die Messe junge Menschen ganz praktisch bei einer modernen Berufsorientierung.

Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2026

Junge Stimmen, starke Themen: Beste Schülerzeitungen ausgezeichnet

Mareike Lotte Wulf hält Laudatio
Mareike Lotte Wulf würdigt die Gewinnerinnen und Gewinner des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder © Michelle Kortz

Am 17. Juni hat die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, Mareike Lotte Wulf, im Bundesrat die Gewinnerinnen und Gewinner des Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2026 in der Sonderpreis-Kategorie "EinSatz für eine bessere Gesellschaft" gewürdigt. Moderne Schülerzeitungen sind alles andere als von gestern, sie sind digital, greifen Themen auf, die junge Menschen bewegen, stoßen Diskussionen an und schaffen Raum für unterschiedliche Perspektiven. 

Mareike Lotte Wulf: "Die ausgezeichneten Schülerzeitungen zeigen eindrucksvoll: Junge Menschen wollen mitreden, gestalten und Verantwortung übernehmen. Schülerzeitungen bieten ihnen dafür eine wichtige Plattform - kritisch, kreativ und nah an ihrer Lebenswelt."

Gemeinsam für eine bessere Gesellschaft: Die Gewinner 

Beim Wettbewerb hat das Bundesjugendministerium 2026 drei besonders engagierte Schülerredaktionen ausgezeichnet.

Den 1. Preis erhielt die Schülerzeitung "monteunzensiert" des Maria-Montessori-Schulzentrums Leipzig für ihr exzellentes Themenheft "Engagement“. 

Der 2. Preis ging an die Schülerzeitung "Karlchen" der Karlsgartengrundschule Berlin. Die jungen Redakteurinnen und Redakteure zeigen eindrucksvoll, wie politische und gesellschaftliche Fragen bereits im Grundschulalter verständlich und lebensnah aufgegriffen werden können.

Mit dem 3. Preis wurde die Schülerzeitung "Die Ellipse" des Johannes-Kepler-Gymnasiums Garbsen in Niedersachsen ausgezeichnet. In ihrer Ausgabe zum Thema "Grenzen" setzt sich die Redaktion kreativ und reflektiert mit Fragen von Demokratie, Vorurteilen, Ausgrenzung und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinander.

Der Wettbewerb wird von der Jugendpresse Deutschland e.V. und den Ländern veranstaltet. Er wird von der Kultusministerkonferenz empfohlen und vom Bundesjugendministerium gefördert. 

Bildungsbericht 2026

Chancengerechtigkeit und Fachkräftesicherung bleiben zentrale Aufgaben

Karin Prien, Katharina Günther-Wünsch und Kai Maaz
Bundesbildungsministerin Karin Prien (Mitte), Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und Geschäftsführender Direktor des DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Prof. Dr. Kai Maaz, stellen den Bericht "Bildung in Deutschland 2026" vor © BMBFSFJ

Am 15. Juni haben Bund und Länder zum insgesamt elften Mal gemeinsam mit dem DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation den nationalen Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2026" vorgestellt. Die aktuelle Ausgabe beschreibt das deutsche Bildungssystem in einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen: Sinkende Geburtenzahlen, Fachkräftemangel, veränderte Zuwanderungsbewegungen sowie wachsende Anforderungen an Chancengerechtigkeit und Integration prägen inzwischen alle Bildungsbereiche - von der frühen Bildung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Gute Bildung beginnt lange vor der Schule. Der Bericht zeigt, wie stark frühe Entwicklungs- und Bildungschancen den weiteren Bildungsweg prägen. Deshalb investieren Bund und Länder gezielt in frühe Bildung, Sprachförderung und bessere Übergänge im Bildungssystem. Unser Ziel ist ein Bildungssystem, das Talente früh erkennt, Potenziale stärkt und Aufstiegschancen eröffnet - unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund. Auch hier gilt: Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht kurzfristig, sondern durch verlässliche und langfristige Bildungspolitik im Miteinander von Bund, Ländern und Kommunen."

Katharina Günther-Wünsch, Bildungssenatorin des Landes Berlin: "Der Bildungsbericht macht deutlich, dass die Stärkung der Basiskompetenzen und mehr Bildungsgerechtigkeit zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre gehören. Die Herausforderungen sind bundesweit sichtbar, sie sind aber kein Grund zur Resignation. Im Gegenteil: Die Länder investieren bereits intensiv in frühe Sprachförderung, Ganztagsangebote, die Stärkung von Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die gezielte Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in herausfordernden Lebenslagen. Unser gemeinsames Ziel bleibt klar: Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden. Gute Bildung ist und bleibt die wichtigste Zukunftsinvestition für unser Land - und sie erfordert kontinuierliche Anstrengungen und verlässliches Handeln über viele Jahre hinweg."

Bildungs- und Betreuungsangebote langfristig ausbauen

Der Bericht macht deutlich, dass sich Entwicklungen im Bildungssystem häufig erst mittel- und langfristig zeigen und deshalb über mehrere Berichtszyklen hinweg betrachtet werden müssen. Gleichzeitig beschreibt der Bericht zahlreiche Maßnahmen und Ausbauprozesse, mit denen Bund und Länder auf die Herausforderungen im Bildungssystem reagieren. So wurden die frühkindliche Bildung und ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote erheblich ausgebaut, die Bildungsbeteiligung weiter gesteigert sowie Sprachförderung und Sprachdiagnostik in vielen Ländern gestärkt. Auch multiprofessionelle Unterstützungsstrukturen an Schulen wurden erweitert.

Menschen mit Einwanderungsgeschichte unterstützen

Der Bericht beschreibt darüber hinaus Fortschritte bei der Bildungsbeteiligung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in der zweiten Generation sowie einen langfristigen Trend zu höheren Bildungsabschlüssen. Gleichzeitig ist die Erwerbsbeteiligung von Müttern in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Der Bericht macht damit deutlich, dass Bildungspolitik zunehmend auch zur Sicherung von Fachkräften beiträgt. Die Integration Zugewanderter in Bildung und Arbeitsmarkt, die bessere Ausschöpfung vorhandener Erwerbspotenziale sowie die Stärkung lebensbegleitenden Lernens gewinnen dabei weiter an Bedeutung.

Kompetenzen im naturwissenschaftlichen Bereich stärken

Im Bereich Schule beschreibt der Bericht weiterhin rückläufige Kompetenzentwicklungen insbesondere in Mathematik sowie bei computer- und informationsbezogenen Fähigkeiten. Der Bericht macht deutlich, dass die Stärkung der Basiskompetenzen eine der zentralen Zukunftsaufgaben bleibt. Zugleich verweist der Bericht darauf, dass soziale Herkunft weiterhin erheblichen Einfluss auf Bildungserfolg und Bildungsteilhabe hat und Bildungsungleichheiten häufig bereits vor dem Schuleintritt entstehen. So zeigen sich laut Bericht bereits im Alter von zwei Jahren deutliche soziale Unterschiede etwa beim Wortschatz von Kindern.

Chancengleichheit in der frühen Bildung fördern

Besonders die frühe Bildung bleibt ein zentrales Handlungsfeld: 2025 wurde mit mehr als 57.000 Einrichtungen erneut ein Höchststand bei den Kitas erreicht. Gleichzeitig bestehen insbesondere bei den unter Dreijährigen in einigen Regionen weiterhin deutliche Betreuungsengpässe. Der Bericht verweist darauf, dass Bildungsungleichheiten häufig bereits vor dem Schuleintritt entstehen und sich über den gesamten Bildungsverlauf hinweg fortsetzen können. Bund und Länder haben deshalb in den vergangenen Jahren verstärkt Maßnahmen zur Förderung von Chancengerechtigkeit auf den Weg gebracht - unter anderem durch Investitionen in frühe Bildung, Sprachförderung, Ganztagsangebote und das Startchancen-Programm zur gezielten Unterstützung von Schulen in herausfordernden sozialen Lagen.

Herausforderungen in der Bildung nachhaltig angehen

Der Bericht verweist unter anderem auf den seit 2022 deutlichen Geburtenrückgang. Mit rund 677.000 Geburten lag die Zahl 2024 wieder auf dem Niveau vom Beginn der 2010er-Jahre. Gleichzeitig erreichen derzeit die geburtenstarken Jahrgänge des letzten Jahrhunderts das Rentenalter. Der Bericht macht deutlich, dass diese Entwicklungen das Bildungssystem langfristig verändern und neue Anforderungen an Planung, Steuerung und Bildungsangebote mit sich bringen.

Der Bericht macht zugleich deutlich, dass die Herausforderungen im Bildungsbereich nicht kurzfristig zu lösen sind. Chancengerechtigkeit, Fachkräftesicherung, Integration und Digitalisierung bleiben langfristige Aufgaben, die nur gemeinsam vom Bund, Ländern und Kommunen bewältigt werden können.

Nationaler Bildungsbericht "Bildung in Deutschland"

Der nationale Bildungsbericht "Bildung in Deutschland" wird von einer unabhängigen Autorengruppe im Auftrag von Bund und Ländern erstellt und vom DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation koordiniert. Er erscheint seit 2006 alle zwei Jahre und untersucht die Entwicklung des deutschen Bildungssystems über alle Bildungsbereiche hinweg. Beteiligt sind das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Kindertagesbetreuung Kompakt 2025

Kita-Bedarf bleibt trotz sinkender Geburtenzahlen hoch

Kinder in der Kita beim Malen.
Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen ist trotz rückläufiger Geburtenrate weiterhin hoch © BMBFSFJ

Am 11. Juni hat das Bundesbildungs- und -familienministerium die neue Ausgabe der Broschüre "Kindertagesbetreuung Kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2025" veröffentlicht. Die neue Ausgabe zeigt: Trotz sinkender Geburtenzahlen bleibt der Bedarf an den Angeboten der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bundesweit hoch. Die Zahl der unter dreijährigen Kinder in der Kindertagesbetreuung ist erstmals rückläufig. Der elterliche Bedarf übersteigt das vorhandene Angebot jedoch weiterhin deutlich. Aktuelle Vorausberechnungen zeigen, dass Ausbau und Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung trotz sinkender Geburtenzahlen auch in den kommenden Jahren erforderlich bleiben.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Frühkindliche Bildung schafft die Grundlage für gute Bildungs- und Teilhabechancen von Anfang an. Der aktuelle Bericht zeigt: Auch wenn die Zahl der Kinder derzeit demografisch bedingt zurückgeht, bleibt der Bedarf an verlässlichen und guten Angeboten der Kindertagesbetreuung hoch. Deshalb investiert der Bund gezielt in Ausbau, Sanierung und moderne Ausstattung von Kitas und unterstützt die Länder bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung. Gleichzeitig müssen wir die Kindertagesbetreuung vorausschauend weiterentwickeln und an regionale Bedarfe anpassen. Gute Zugänge zu frühkindlicher Bildung bleiben zentral für Chancengleichheit, Sprachförderung, Teilhabe und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Zentrale Ergebnisse der aktuellen Ausgabe

  • Die Zahl der unter dreijährigen Kinder in der Kindertagesbetreuung ist 2025 erstmals rückläufig. Insgesamt besuchten 801.281 Kinder unter drei Jahren eine Kita oder Kindertagespflege, 47.140 Kinder weniger als im Vorjahr.  
  • Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen ist dennoch erneut leicht auf 37,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig äußerten 49,3 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsbedarf. Daraus ergibt sich eine Lücke zwischen Angebot und Bedarf von 11,5 Prozentpunkten.
  • Vorausberechnungen zeigen, dass besonders in Westdeutschland weiterhin zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren benötigt werden. Freiwerdende Kapazitäten bei Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt können teilweise für jüngere Kinder genutzt werden.
  • Die Betreuungsquote bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt lag bundesweit bei 95,3 Prozent.
  • Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bleiben vor allem bei den unter Dreijährigen sichtbar: In Ostdeutschland nutzen Familien häufiger Angebote der Kindertagesbetreuung und es bestehen längere Öffnungszeiten.
  • Auch beim Betreuungsbedarf zeigen sich regionale Unterschiede je nach Gemeindegröße. In Westdeutschland ist der Bedarf in den Großstädten hoch, in Ostdeutschland in kleineren Gemeinden ausgeprägter.
  • Verlässlichkeit der Angebote bleibt für viele Familien eine Herausforderung: Ein Drittel der Eltern in Ostdeutschland und mehr als die Hälfte der Eltern in Westdeutschland berichten von ungeplanten Schließtagen in den Einrichtungen. 

Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung ausbauen

Die Ergebnisse verdeutlichen: Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sind heute fester Bestandteil der Bildungsbiografien in Deutschland. Der weitere Ausbau sowie die Weiterentwicklung der Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung bleiben zentrale bildungs- und familienpolitische Aufgaben. 

Entscheidend dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte. Sie spielen eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung des Systems der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Strukturen und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Familien auch künftig bedarfsgerechte Angebote nutzen können.

Länder und Kommunen unterstützen

Um Länder und Kommunen beim weiteren Ausbau und der Modernisierung der Kindertagesbetreuung zu unterstützen, stellt der Bund von 2026 bis 2029 insgesamt vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" bereit. Gefördert werden unter anderem Neubau, Ausbau, Sanierung und moderne Ausstattung von Kindertageseinrichtungen. Zudem unterstützt der Bund die Länder mit dem KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung und stellt hierfür in 2025 und 2026 jeweils rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Der Koalitionsvertrag sieht vor, das KiQuTG durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz abzulösen, mit dem bundesweite Qualitätsstandards geregelt werden sollen.

Demokratiebildung

Karin Prien diskutiert mit Jugendlichen über Europa und Demokratie

Karin Prien mit einer Gruppe Schülerinnen und Schüler
Karin Prien spricht mit den Schülerinnen und Schülern über Europa und Demokratie © Gregor Fischer

Am 5. Juni besuchte Bundesjugend- und Bildungsministerin Karin Prien anlässlich des Projekttages der Europäischen Union (EU-Projekttag) "Europa kommt an die Schule" die Esther Bejarano Schule in Hamburg-Bahrenfeld. Dort tauschte sie sich mit Schülerinnen und Schülern über europapolitische Themen und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus. 

Karin Prien: "Der EU-Projekttag macht Europa und Politik im Schulalltag erlebbar. Damit bietet der Tag die Chance, mit jungen Menschen zu ihren zentralen Fragen rund um die EU ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es dabei, Wissen zu vermitteln und junge Menschen gleichzeitig früh für wichtige Themen wie etwa die Verteidigung europäischer Werte in Deutschland und Europa zu sensibilisieren - und sie so zur aktiven Mitgestaltung einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu ermutigen."

Europa und Politik erlebbar machen

Im Mittelpunkt standen des Austauschs standen Fragen rund um die EU und demokratische Werte, Jugendbeteiligung, Antisemitismusbekämpfung und Chancengleichheit sowie Digitalisierung in Deutschland und Europa. 

Neben den inhaltlichen Themen nahm sich die Bundesbildungsministerin Zeit für persönliche Fragen der Schülerinnen und Schüler zu ihrem beruflichen Alltag und ihrer Tätigkeit.

Der EU-Projekttag

Der EU-Projekttag wurde 2007 als Produkt der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben gerufen. Seitdem besuchen Politikerinnen und Politiker - von Kabinettsmitgliedern bis hin zu Landes- oder Europa-Parlamentsmitgliedern - bundesweit Schulen. Der EU-Projekttag wird von Bund und Ländern gemeinsam organisiert und hat sich seit 2007 zu einem Erfolgsprojekt in der Demokratiebildung entwickelt.

Entdecken, entwickeln, verändern: Der Aktionsplan MINT+

Ressortübergreifend Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik stärken

Karin Prien und Dorothee Bär
Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär stellen auf dem MINT-Gipfel den neuen Aktionsplan "Entdecken, entwickeln, verändern: Der Aktionsplan MINT+" vor © Mark Bollhorst

Am 9. Juni haben Bundesbildungsministerin Karin Prien und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär auf dem 14. MINT-Gipfel den neuen Aktionsplan "Entdecken, entwickeln, verändern: Der Aktionsplan MINT+" vorgestellt. Damit entwickeln die beiden Ministerien die bisherige Förderung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) weiter. Ziel ist es, außerschulische MINT-Bildung stärker mit Zukunftskompetenzen sowie kreativ-künstlerischen Ansätzen zu verknüpfen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "MINT bedeutet entdecken, entwickeln und verändern. Mit dem Aktionsplan MINT+ wecken wir Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und stärken die MINT-Bildung in Deutschland systematisch und nachhaltig. Gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium verbinden wir fachliche Kompetenzen mit Zukunftskompetenzen, Kreativität und gesellschaftlicher Verantwortung. MINT+ setzt auf starke und verlässliche Partnerschaften aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gemeinsam schaffen wir Strukturen, die Talente unabhängig von ihrer Herkunft fördern, begleiten und ihnen echte Entwicklungsperspektiven eröffnen. MINT-Kompetenzen sind eine Schlüsselvoraussetzung für selbstbestimmte Teilhabe in einer zunehmend digitalisierten Welt. Sie eröffnen individuelle Chancen, stärken die Innovationskraft unseres Landes und erhöhen die gesellschaftliche Resilienz. Deshalb setzen wir den Aktionsplan MINT+ konsequent um - mit klaren Zielen, konkreten Maßnahmen und starken Partnern an unserer Seite."

MINT-Bildung weiterentwickeln

Eine gute Bildung im MINT-Bereich stärkt die technologische Souveränität und die gesellschaftliche Resilienz Deutschlands. Um den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken, braucht es eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht forschendes, phänomen- und projektbezogenes Lernen, das junge Menschen auf künftige Herausforderungen vorbereiten soll.

Vier Säulen für ein starkes Netzwerk

Die Umsetzung des neuen Aktionsplans MINT+ stützt sich auf vier zentrale Säulen:

  • Kinder und Jugendliche stärken: Die geförderten Angebote wecken Neugier, Kreativität und das Zutrauen, die eigene Zukunft aktiv mitzugestalten.
  • MINT-Engagierte unterstützen: Akteurinnen und Akteure können ihre Initiativen professionalisieren. Längere Förderzyklen sollen künftig mehr Planungssicherheit bieten.
  • Strukturen ausbauen: Ein qualitätsgesichertes, nachhaltiges Netzwerk soll dafür sorgen, dass außerschulische Angebote ein fester Bestandteil regionaler Bildungslandschaften werden.
  • Den Standort sichern: Durch eine breite Förderung soll die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig gestärkt werden.

Neue Partnerschaften für die Praxis

Der Bund baut mit dieser Initiative auf den Erfolgen der vergangenen Jahre auf. Bereits seit 2019 wurden bundesweit Austauschstrukturen geschaffen und die fächerübergreifende Forschung intensiviert. Mit der Erweiterung zu MINT+ öffnet sich das Netzwerk nun für neue Kooperationen. Die Angebote richten sich gezielt an Schülerinnen und Schüler sowie an MINT-Engagierte in der Bildungslandschaft und binden Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aktiv ein. So soll die Förderung dort ankommen, wo Innovationen von morgen entstehen.