Aktuelle Meldungen Jugend

Deutscher Jugendliteraturpreis 2026

Nominierungen für 2026 bekanntgegeben

Gruppenbild auf der Bühne bei der Bekanntgabe des Deutschen Jugendliteraturpreises 2026
Staatssekreätin Dr. Petra Bahr bei der Bekanntgabe der nominierten Bücher zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 © PUNCTUM / Alexander Schmidt

Am 19. März 2026 sind auf der Leipziger Buchmesse die Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 verkündet worden. Anlässlich des 70-jährigen Preisjubiläums eröffnete die Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, Dr. Petra Bahr, die Veranstaltung und betonte die Innovationskraft und Unabhängigkeit des Preises. Für die Auszeichnung 2026 gehen 33 Kinder- und Jugendbücher ins Rennen.

Würdigung in mehreren Kategorien

Die Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Iris Kruse, präsentierte die 24 Nominierungen in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Für die Nominierungen der Jugendjury stellten die sechs beteiligten Leseclubs ihre Favoriten in kurzen szenischen Darbietungen live auf der Bühne vor. Die Jury für die Sonderpreise stellte 2026 drei deutsche Autorinnen und Autoren als Nominierte für den Sonderpreis "Neue Talente" vor. 

Die Preisverleihung zum Deutschen Jugendliteraturpreis findet am 9. Oktober 2026 auf der Frankfurter Buchmesse statt und wird von Bundesjugendministerin Karin Prien vorgenommen.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis

Der Deutsche Jugendliteraturpreis feiert 2026 Jahr seinen 70. Geburtstag. Er wird seit 1956 vom Bundesjugendministerium gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur ausgerichtet. Die Auszeichnung bietet Orientierung auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt und ist mit insgesamt 72.000 Euro dotiert. Ziel ist es, die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur fördern und Kinder und Jugendliche mit einem breiten Literaturangebot in ihrer Persönlichkeit zu stärken.

Podcast "Berufliche Orientierung begleiten"

Berufliche Orientierung für psychisch belastete Jugendliche bieten

Podcast "Berufliche Orientierung begleiten"
Im Podcast "Berufliche Orientierung begleiten" der Initiative Bildungsketten spricht Moderator Felix Seibert-Daiker mit Expertinnen und Experten wie Kristina Wopat (mitte) und Christian Gardt (links) über Möglichkeiten, Jugendliche zur aktiven Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft zu motivieren © BMBFSFJ / Fotografin: Shirin Valentine

Kampf, Flucht oder Einfrieren - unter psychischer Belastung übernimmt das Stammhirn das Kommando. In diesem Überlebensmodus ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage, konzentriert zu lernen, neugierig zu sein und über die eigenen Stärken und Interessen nachzudenken. 

In den neuen Folgen des Podcasts "Berufliche Orientierung begleiten" (ab 17. März) von der Initiative Bildungsketten erfahren interessierte pädagogische Fachkräfte, wie sie belastete Jungen und Mädchen in die Lage versetzen, aus ihrem Überlebensmodus herauszutreten und aktiv ihre persönlichen berufliche Zukunft zu gestalten. Für dieses Thema spricht Podcast-Moderator Felix Seibert-Daiker mit Expertinnen und Experten wie Dr. Kristina Wopat und Christian Gardt. Ihr Projekt "BeSOS" gibt Pädagoginnen und Pädagogen wertvolle Tools an die Hand, um Jugendlichen ihre Orientierungsfähigkeit auch in schwierigen Situationen zurückzugeben.

Weitere spannende Podcastthemen für Pädagoginnen und Pädagogen

Die Folgen werden im zweiwöchigen Rhythmus veröffentlicht: jeweils am 17. März, am 31. März und am 14. April. 

Weitere Themen, die im Podcast behandelt werden, sind:

  • Berufliche Orientierung und Künstliche Intelligenz (Folgen sind bereits online abrufbar)
  • Geschlechtersensible Berufsorientierung
  • Elterneinbindung in der Beruflichen Orientierung

 

Der Podcast der Initiative Bildungsketten wird vom Bundesbildungs- und -familienministerium gefördert. Die neuen Folgen sind abrufbar auf Spotify und auf der Website www.berufsorientierungsprogramm.de

Berufliche Bildung

Karin Prien startet Qualifizierungsoffensive des Bundesbildungsministeriums

Karin Prien an einem Rednerpult vor Menschen
Bundesbildungsministerin Karin Prien plant, die Rahmenbedingungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung mit einem breiten Maßnahmenpaket zu verbessern © Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de

Bundesbildungsministerin Prien hat am 26. Februar am 21. Arbeitsmarktfrühstück der Regionaldirektion Nord in Schwerin als Gastrednerin teilgenommen. Dort kündigte sie an, eine Leadinitiative zur Stärkung der beruflichen Bildung entlang der gesamten Bildungskette vorzulegen. Die neue "Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB)" soll mit einem breiten Paket an Maßnahmen verbesserte Rahmenbedingungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung schaffen und damit Fach- und Führungskräfte, Betriebe und Ausbildungspersonal ansprechen. Mit der Offensive setzt das Bundesbildungsministerium einen zentralen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um.

Karin Prien: "Die moderne Arbeitswelt ist geprägt von Innovationen und neuen Technologien - das erfordert neue Qualifikationen und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. Wenn wir Bildung und Beruf von Anfang an konsequent zusammendenken, gelingt uns das. Mit der Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung stärken wir unter anderem die Berufsorientierung, damit junge Menschen so früh wie möglich ihren eigenen Weg sicher einschlagen können. Wir schaffen neue, attraktive Perspektiven für Aufstieg und Qualifizierung und ermöglichen Menschen ohne berufliche Ausbildung einen Anschluss an Fort- und Weiterbildung. Denn bessere Bildung ein Leben lang stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Eine gute Qualifikation ist der beste Schutz vor Krisen und Strukturwandel - und sie erfüllt das Aufstiegsversprechen in unserem Land."

Maßnahmen der Qualifizierungsoffensive sind unter anderem:

  • Weiterentwicklung der Berufsorientierung, um den Übergang von Schulabschluss in Ausbildung bestmöglich zu gestalten und junge Menschen ohne formale Qualifikation besser zu unterstützen.
  • Weiterentwicklung der sogenannten berufsabschlussorientierten Teilqualifikationen (TQ), um bereits berufstätigen Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung die Chance für einen Anschluss an das System der beruflichen Bildung zu eröffnen.
  • Einbettung attraktiver Laufbahnkonzepte bzw. klarer Karrierewege in die Ordnungen der Beruflichen Aus- und Fortbildung.
  • Unterstützung von Betrieben bei der Kultur von Weiterbildung, etwa durch die Förderung von Weiterbildungsmentoren für die Beschäftigten oder mit bedarfsgerechter Aufstiegs-Vergütung nach Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).
  • Unterstützung ausländischer Fachkräfte für eine unkomplizierte Anerkennung von Berufsabschlüssen.
Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

Dr. Petra Bahr trifft Anbieter von Online-Plattformen

Dr. Petra Bahr
Kinder- und Jugendmedienschutz stärken: Dr. Petra Bahr zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern von Online-Plattformen © Felix Zahn/BMBFSFJ/photothek.de

 

Am 23. Februar 2026 hat sich Dr. Petra Bahr, Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, mit Anbietern von Online-Plattformen und weiteren Vertreterinnen und Vertretern der digitalen Wirtschaft getroffen. Zentrales Thema war ein besserer Jugendmedienschutz und eine mögliche Altersüberprüfung von Kindern und Jugendlichen. Gerade die wirksame Altersüberprüfung ist ein zentrales Mittel, um insbesondere Minderjährige besser zu schützen.

Jugendmedienschutz konsequent umsetzen

Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien sieht in der digitalen Welt große Chancen, aber auch erheblichen Risiken für Kinder und Jugendliche. Diese können sich auf die mentale Gesundheit, das Wohlbefinden und die schulischen Leistungen junger Menschen auswirken. Die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" will im Sommer erste Ergebnisse und Empfehlungen vorlegen. Karin Prien ist wichtig, dass alle Akteure für mehr Schutz, Befähigung und Teilhabe an einem Strang ziehen. Deshalb ist das Bundesjugendministerium auf allen Ebenen im engen Austausch.

Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt"

Als Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" eingesetzt. Sie wird auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Handlungsempfehlungen für einen wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutz erarbeiten. Dazu gehört auch die Frage nach einem Mindestalter für Soziale Medien. Ergebnisse werden im Sommer 2026 erwartet.

KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz

Fünfter Monitoringbericht veröffentlicht

Eine Erzieherin macht einem Kind einen Zopf.
Ziel des Kita-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz ist es, die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung sowie die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung bundesweit zu verbessern © BMBFSFJ

 

Das Bundesbildungsministerium hat am 17. Februar den fünften Monitoringbericht zum KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der aktuelle Bericht zeigt deutlich: In den letzten Jahren wurde bereits einiges erreicht bei der Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung - es bleibt aber weiterhin viel zu tun, um bundesweit gleiche Bedingungen für alle Kinder zu schaffen.

 Rahmenbedingungen verbessern

Ein guter Betreuungsschlüssel, mehr Zeit für die Kita-Leitung oder Betreuungszeiten, die sich am Bedarf der Familien orientieren: Die Qualitätsmerkmale in der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung sind vielfältig. In Deutschland gibt es bereits ein breites und gutes Betreuungsangebot. Gleichzeitig steht das System weiterhin vor großen Herausforderungen - zum Beispiel durch fehlende Fachkräfte, sinkende Kinderzahlen und regional teils sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen. Es bleibt daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das System resilienter zu machen und die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.

Qualität und Teilhabe in der Kinderbetreuung weiterentwickeln

Der Bund unterstützt die Länder seit 2019 mit dem KiQuTG dabei, Qualität und Teilhabe in der Kinderbetreuung weiterzuentwickeln. Ein gesetzlich verankertes Monitoring begleitet das Gesetz. Es beleuchtet den aktuellen Stand und die erreichten Fortschritte bei der Umsetzung des Gesetzes. 

Der Monitoringbericht zum KiQuTG 2025 fasst den Stand und die Entwicklungen bei der Qualität und der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung im Berichtsjahr 2024 zusammen. Er bezieht sich dabei auf das KiQuTG in seiner alten Fassung vom 1. Januar 2023. Die Länder nutzten die KiQuTG-Mittel weitestgehend zur Weiterentwicklung der Qualität.

  • Im Jahr 2024 flossen rund 83 Prozent der Bundesmittel in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung, beispielsweise zur Stärkung der Fachberatung, für mehr Leitungsressourcen oder in die Verbesserung der Praxisanleitung.
  • Rund 17 Prozent der Bundesmittel wurden in Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Beiträgen investiert. 

Berichtsjahr 2024

  • 83 Prozent

    der Bundesmittel flossen in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung

  • 17 Prozent

    der Bundesmittel wurden in Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Beiträgen investiert

Die Ergebnisse auf Basis der Daten der amtlichen Statistik und der Befragungen des Deutschen Jugendinstituts zeigen:

  • In einigen Bereichen gab es von 2023 zu 2024 sowie seit Inkrafttreten des KiQuTG 2019 bundesweit Verbesserungen - zum Beispiel beim Personal-Kind-Schlüssel, bei der Gewinnung von Fachkräften und bei Zeitkontingenten für Leitungen.
  • Auch nach sechs Jahren Umsetzung bestehen jedoch deutliche Unterschiede in zentralen Qualitätsbereichen zwischen den Ländern fort. So lagen beispielsweise die Personal-Kind-Schlüssel zwischen den Ländern weiterhin deutlich auseinander. Die Spanne in Gruppen für unter dreijährige Kinder reichte von 2,9 bis 5,5 Kindern pro Fachkraft.
  • Große Unterschiede gab es zudem bei den vertraglich festgelegten Leitungsaufgaben. Der Anteil an Kitas, die keine Personen vertraglich für Leitungsaufgaben angestellt haben, reichte 2024 auf Länderebene von 1,5 Prozent in bis 22 Prozent. 

Bundesweit einheitliche Standards erreichen und sichern

Um bundesweit gleichwertige Lebensbedingungen im Bereich der frühkindlichen Bildung zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Daher möchte der Bund sein Engagement auch über 2026 hinaus fortsetzen. Der Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode sieht vor, das KiQuTG durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG) abzulösen. Darin soll eine verpflichtende Sprach- und Entwicklungsstandserhebung bei Vierjährigen sowie anschließende Fördermaßnahmen bei ermittelten Förderbedarf der Kinder geregelt werden. Zudem soll eine zusätzliche Förderung der "Sprach-Kitas" und "Startchancen-Kitas" in das Qualitätsentwicklungsgesetz integriert werden. Damit trägt der Bund dazu bei, die Kinder in der Entwicklung ihrer Kompetenzen weiter zu stärken.

KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz

Ziel des KiQuTG ist es, die Qualität der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung bundesweit weiterzuentwickeln und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Es dient dem Zweck, bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse für das Aufwachsen von Kindern und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Entsprechend den jeweiligen Bedarfen der Länder werden bundesweit gleichwertige qualitative Standards angestrebt. Das KiQuTG enthielt bis 2024 einen Instrumentenkasten aus zehn qualitativen Handlungsfeldern sowie Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Kosten, aus dem die Länder nach ihren spezifischen Bedarfen auswählen konnten. Mit dem Dritten Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung wurde das KiQuTG mit Wirkung zum 1. Januar 2025 inhaltlich weiterentwickelt. Das Gesetz fokussiert fortan auf sieben Handlungsfelder, die für die Qualität der Kindertagesbetreuung besonders bedeutend sind und in denen langfristig bundesweite Standards erreicht werden sollen. Dabei sind seit 2025 mindestens jeweils eine Maßnahme in zwei Handlungsfeldern für jedes Land verpflichtend: die Gewinnung und Sicherung von qualifizierten Fachkräften und die Förderung der sprachlichen Bildung - denn Sprache ist der Grundstein für Bildung und Teilhabe. Zur Umsetzung des KiQuTG stellt der Bund den Ländern 2025 und 2026 rund vier Milliarden Euro zur Verfügung.

Kinder- und Jugendgesundheit

Kleiner Philosoph Knietzsche zeigt Kindern Tricks gegen Stress

Am 2. Februar hat das Bundesfamilienministerium zusammen mit dem Knietzsche Herzensbildung e. V. den neuen Animationsfilm "Knietzsche und die Tricks gegen Stress" veröffentlicht. Der Film mit dem kleinen Philosophen Knietzsche soll Kinder auf niedrigschwellige Weise das Thema Stress und Stressprävention näherbringen. Knietzsche ist selbst ein Kind und beobachtet sich und seine Umgebung ganz genau. Mit Klugheit, Verständnis und auf liebevolle Weise findet er heraus, was es heißt, im täglichen Leben gestresst zu sein und wie man damit so umgehen kann, dass man am Ende stärker wird.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Schon früh im Leben zu lernen, mit Stress und Stressbewältigung umzugehen, kann psychischen Erkrankungen später im Leben vorbeugen. Mit dem neuen 'Knietzsche'-Paket können sich schon jüngere Kinder das Thema erschließen - sei es in der Schule, bei der Teilnahme an Freizeitangeboten oder in der Familie. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass Kinder in unserem Land gut und gesund aufwachsen. Resilienz gegenüber belastenden Faktoren wie Stress ist ein wichtiger Baustein dafür."

Kinder bereits früh stärken

Da Stress zum Leben dazugehört, ist es besonders wichtig, dass schon Kinder ihn erkennen und lernen, damit umzugehen. Knietzsche vermittelt dafür Strategien, die helfen können. 

Das Bundesfamilienministerium hat neben dem Film auch das gleichnamige Buch sowie Workshop-Material zum Herunterladen gefördert. Das Paket "Knietzsche und die Tricks gegen Stress" ist geeignet, um ins Gespräch und ins Nachdenken zu kommen. Kinder werden mit dem Film und dem Buch sensibilisiert. Das Workshop-Material für Pädagoginnen und Pädagogen sowie weitere Fachkräfte fordert dazu auf, die eigene Welt zu betrachten und persönliche Tricks gegen Stress zu entwickeln. Bei manchen Kindern ist es "Kuscheln mit dem Meerschweinchen", andere malen mit Musik oder entspannen sich bei einfachen Yoga-Übungen. Diese Tricks wurden von Kindern  in die Entwicklung der Materialien eingebracht, die vorab die Gelegenheit hatten, sich mit Knietzsches Ideen auseinanderzusetzen. Knietzsche kann auch Familien dabei unterstützen, gemeinsam die alltäglichen Herausforderungen zu meistern. 

Knietzsche erklärt Kindern die Welt 

Knietzsche ist als kleinster Philosoph der Welt bei der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) bekannt geworden. Er widmet sich aus der Perspektive eines Kindes gemeinsam mit der Medienpädagogin Anja von Kampen in Filmen, Büchern und Veranstaltungen wichtigen und großen Themen des Lebens wie Angst, Mobbing, Tod und Trauer, aber auch Freundschaft und Glück. Immer geht es darum, Kinder zu stärken. Hierzu wurde zuletzt der gemeinnützige Verein Knietzsche Herzensbildung e.V. gegründet.

Trauer und Anteilnahme

Zum Tod von Prof. Dr. Rita Süssmuth

Prof. Dr. Rita Süssmuth
Rita Süssmuth im Bundestag, 2021 (bearbeitet) © Stella v. Saldern im Auftrag des Deutschen Bundestages / Lizenz: CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

 

Am 1. Februar ist die ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und langjährige Präsidentin des Deutsches Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, im Alter von 88 Jahren gestorben. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken brachten ihre Anteilnahme am Tod der Politikerin zum Ausdruck. 

Karin Prien: "Mit großem Bedauern habe ich vom Tod Rita Süssmuths erfahren. Mein tief empfundenes Beileid gilt ihren Angehörigen. Rita Süssmuth ist als Politikerin für Frauen und Männer ein großes Vorbild. Sie hat sich über Jahrzehnte mit starker Stimme für Familien und Frauen eingesetzt, nicht nur als Familien- und Frauenministerin. Sie hat frauen- und gleichstellungspolitische Themen ganz oben auf die Agenda gesetzt, wo sie auch heute noch hingehören. Bis zuletzt kommentierte sie politisches Zeitgeschehen und ergriff Position in aktuellen Debatten, sie war in bester Weise streitbar und gleichzeitig Brückenbauerin. Ihre Stimme wird fehlen!"

Nina Warken: "Der Tod von Rita Süssmuth erfüllt mich mit Trauer. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt in diesen Stunden ihrer Familie. Wir verlieren mit Rita Süssmuth eine überzeugte, mutige und charismatische Vorkämpferin für Gleichberechtigung und sozialen Zusammenhalt. Sie hat für Frauen in der Politik den Weg geebnet. Persönlich verliere ich ein Vorbild und eine wichtige Inspirationsquelle. In verschiedenen Funktionen hat sie ihr Leben in den Dienst unseres Landes und unserer Demokratie gestellt. Dabei stand sie ein für gegenseitigen Respekt und Verständigung im politischen Diskurs. Im Umgang mit dem damals neuen Thema HIV/AIDS setzte sie als zuständige Bundesministerin auf Aufklärung statt Stigmatisierung und damit auf Menschlichkeit sowie wissenschaftliche Evidenz. Ihre Verdienste werden unvergessen bleiben."

Frauen unterstützen: Rita Süssmuth als Bundesfrauenministerin

Von 1985 bis 1988 war Rita Süssmuth von der Christlichen Demokratischen Union (CDU) als politische Seiteneinsteigerin an der Spitze des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. Die Frauenpolitik kam unter ihrer Leitung als thematisches Feld neu hinzu - als ein Schwerpunkt des Hauses und besonderes Anliegen ihrer Politik. Vor ihrer Amtszeit gehörte sie bereits von 1971 bis 1985 dem Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium an.

Selbst Hochschullehrerin und Mutter, warb sie für die bessere Vereinbarkeit der Familie mit anderen Lebensbereichen für beide Partner und Familienpolitik sollte nicht auf Verheiratete beschränkt werden. Gleichzeitig wollte Rita Süssmuth die Attraktivität der Familie erhöhen. In ihrer Amtszeit wurden erstmals drei Jahre für Kindererziehungszeiten von Müttern und Vätern in der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt, die in der Rentenanwartschaft mit dem Durchschnittsverdienst der Bundesbürger bemessen werden.

Digitalisierung von Schulen

Bund und Länder einigen sich auf Digitalpakt 2.0

Mädchen mit Laptop auf einer Courch
Bund und Länder werden mit dem Digitalpakt 2.0 fünf Milliarden Euro in die Modernisierung und Digitalisierung des Unterrichts investieren © iStock/fizkes

Am 18. Dezember haben sich Bundesbildungsministerin Karin Prien und die Bildungsminister der 16 Länder bei der Bildungsministerkonferenz (Bildungs-MK) in Berlin auf den Digitalpakt 2.0 geeinigt. Das Nachfolgeprogramm des Digitalpakts Schule (2019-2024) investiert bis 2030 insgesamt fünf Milliarden Euro bundesweit in die digitale Modernisierung des Unterrichts - je zur Hälfte finanziert durch Bund und Länder. Der Bund stellt 2,5 Milliarden Euro größtenteils aus dem Sondervermögen "Infrastruktur und Klimaneutralität" bereit, die Länder erbringen einen gleichwertigen Anteil. Was neu ist: Der Verwaltungsaufwand für Länder und kommunale Schulträger ist deutlich reduziert und Bürokratie wurde abgebaut.

Karin Prien: "Der Digitalpakt 2.0 ist ein entscheidender Schritt in die Zukunft unserer Schulen und ein wichtiger Beitrag zur Gleichwertigkeit der Bildungschancen in Deutschland. Durch die Vereinfachung der Verwaltungsprozesse und die Förderung von länderübergreifenden Projekten stellen wir sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler von digitaler Bildung profitieren - unabhängig von ihrem Wohnort. Wir schaffen die Grundlage für eine moderne Bildungslandschaft, damit alle Schulen die notwendige Ausstattung erhalten, um in der digitalen Welt zu bestehen. Wir stärken auch die Fortbildung unserer Lehrkräfte, damit die digitale Transformation im Unterricht gelingt. Die deutsche Schulbildung wird digital anschlussfähig - das sind gut investierte fünf Milliarden Euro. Der Bund unterstützt auch hier Länder und Kommunen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben."

Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommern: "Mit dem Digitalpakt 2.0 sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Schulen. Bund und Länder haben gemeinsam ein verlässliches und wirksames Förderinstrument geschaffen, das Unterrichtsentwicklung, Infrastruktur und pädagogische Qualität gleichermaßen stärkt. Der heutige Beschluss zeigt: Wir handeln gemeinsam und entschlossen für gute Bildung in einer digitalen Welt."

Christine Streichert-Clivot, saarländische Bildungsministerin: "Unsere Kinder und Jugendlichen unterscheiden nicht mehr zwischen analogen und digitalen Welten. Künstliche Intelligenz tritt in allen Lebensbereichen auf. Mit guter digitaler Bildung begleiten wir junge Menschen und nehmen ihre Lebensrealität ernst. Der Digitalpakt trägt dazu bei, dass über eine gute Verzahnung von technischer Infrastruktur und pädagogischen Inhalten eine verantwortungsbewusste Medienbildung in unseren Schulen stattfinden kann."

Dorothee Feller, nordrhein-westfälische Bildungsministerin: "Gerade in großen und vielfältigen Bildungssystemen zeigt sich, wie wichtig leistungsfähige Infrastrukturen und verlässliche Unterstützungssysteme sind. Ich bin dem Bund und den Ländern sehr dankbar, dass alle in den vergangenen Monaten konstruktiv und zügig zusammengearbeitet und so den Digitalpakt 2.0 erfolgreich zum Abschluss geführt haben. Der Digitalpakt 2.0 gibt uns die Möglichkeit, genau das auszubauen: eine gute digitale schulische Infrastruktur, guten Unterricht und gute Konzepte für digitales Lehren und Lernen. Damit schaffen wir die Grundlagen für eine zeitgemäße Bildung in allen Regionen."

Digitale Infrastruktur an Schulen stärken

Mit der politischen Verständigung in der Bildungs-MK beginnt nun das formale Unterzeichnungsverfahren in Bund und Ländern. Bund und Länder haben sich auf den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bereits für den 1. Januar 2025 verständigt.  

Die neuen Vereinbarungen schaffen effizientere Verfahren. Sie bieten Ländern und Schulträgern die Chance, die leistungsfähigen digitalen Infrastrukturen ihrer Schulen gezielt weiterzuentwickeln. Sie ermöglichen, die Investitionen in die Infrastruktur so einzusetzen, dass sie Schulen und Unterricht nachhaltig verbessern. Der Digitalpakt 2.0 verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Neben leistungsfähiger technischer Ausstattung gehören verlässliche Wartungs- und Supportstrukturen sowie zeitgemäße digitale Lernumgebungen ausdrücklich dazu. Damit wird der gesamte digitale Lernraum gestärkt.

Weniger Bürokratie, mehr Zusammenarbeit

Ein zentrales Element des Digitalpakts 2.0 ist die Vereinfachung der administrativen Prozesse. Kommunalen Schulträger können künftig pauschalierte Zuweisungen erhalten, was den Bürokratieaufwand erheblich reduziert. Dies sorgt für eine schnellere und unkompliziertere Umsetzung der Maßnahmen. Besonders hervorzuheben ist auch die Förderung länderübergreifender Vorhaben (LüV), die mit dem Digitalpakt 2.0 neu aufgesetzt wurden. Künftig können sich 12 Länder zu einem gemeinsamen Vorhaben zusammenschließen und aus einem zentralen Pool auf Mittel zugreifen. Dies verstärkt die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und gewährleistet eine effizientere Nutzung der Mittel.

Ein weiteres Element ist die Bund-Länder-Initiative "Digitales Lehren und Lernen", die die Fortbildung von Lehrkräften in den Mittelpunkt stellt. Der Bund wird bis zu 250 Millionen Euro in praxisorientierte Forschung investieren, um mit fünf Forschungsclustern und einer wissenschaftlich geleiteten Transferstelle klare Schwerpunkte zu setzen. Ziel ist es, gemeinsam mit der Praxis innovative Ansätze für den digitalen Unterricht zu entwickeln und Lehrkräfte gezielt auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Digitalpakt Schule und Digitalpakt 2.0

Mit dem Digitalpakt Schule haben Bund und Länder seit 2019 die größte gemeinsame Investition in die digitale Bildungsinfrastruktur in der Geschichte der Bundesrepublik umgesetzt. Insgesamt standen 6,5 Milliarden Euro Bundesmittel zur Verfügung, ergänzt durch Landes- und kommunale Eigenanteile. Nahezu alle Schulen in Deutschland - rund 30.000 - wurden erreicht. Der Digitalpakt Schule ermöglichte den flächendeckenden Ausbau von WLAN, die Modernisierung schulischer Netzinfrastrukturen sowie die Anschaffung digitaler Endgeräte und Präsentationstechnik. Ergänzende Programme förderten Leihgeräte für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sowie den Aufbau professioneller Administration von Informationstechnik (IT) an Schulen. Der Bilanzbericht zeigt, dass 97 Prozent der verfügbaren Mittel gebunden wurden und die Maßnahmen einen deutlichen Modernisierungsschub ausgelöst haben: Unterricht wird zunehmend digital unterstützt, mehr Lehrkräfte verfügen über medienpädagogische Qualifizierung und Schulen konnten ihre technische Ausstattung grundlegend erneuern. Der Digitalpakt 2.0 knüpft an diese Erfolge an und führt das Engagement von Bund und Ländern fort, ein Lehren und Lernen zu ermöglichen, das den Herausforderungen durch die digitale Transformation der Gesellschaft entspricht.

Zahlen zum Ausbildungsmarkt 2025

Karin Prien: Ausbildung jetzt sichert Fachkräfte für den Aufschwung

Junge Frau hält ein Werkzeug in der Hand und lächelt
Im Ausbildungsjahr 2025 wurden 475.950 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen © chabybucko

Am 10. Dezember hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die aktuellen Daten zum Ausbildungsmarkt 2025 veröffentlicht. Sie zeigen: Die angespannte wirtschaftliche Lage wirkt sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus.

Im Ausbildungsjahr 2025 wurden 475.950 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen - ein Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Industrie und Handel, wo ein Minus von 4,6 Prozent verzeichnet wurde.

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: wirtschaftliche Unsicherheiten erschweren die Planungen vieler Betriebe, einige Unternehmen entscheiden sich in bestimmten Bereichen dagegen auszubilden oder finden keine passenden Bewerberinnen und Bewerber.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung setzen wir uns gemeinsam mit allen relevanten Akteuren für eine starke, frühe Berufsorientierung ein und dafür, dass möglichst viele Menschen einen qualifizierten Berufsabschluss erreichen. So gehen wir die großen Herausforderungen aktiv an - mit einem klaren Blick auf alle Gruppen, die für eine starke berufliche Bildung wichtig sind: junge Menschen, die in eine Ausbildung starten wollen, Personen, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, Weiterbildungs- und Fortbildungsinteressierte, berufserfahrene Menschen ohne Abschluss sowie alle, die eine zweite Chance ergreifen möchten. Hier sind alle gefragt: die Sozialpartner, Kammern und die Wirtschaftsverbände im Schulterschluss mit dem Staat."

Nachfrage und Angebot nehmen ab

Die BIBB-Erhebung zeigt weitere Entwicklungen:

  • Die traditionelle Nachfrage ging leicht um 0,3 Prozent auf 515.800 zurück.
  • Die erweiterte Nachfrage stieg um 0,7 Prozent auf 560.300.
  • Das Ausbildungsangebot sank deutlich um 4,6 Prozent auf 530.300 Stellen.


Auch das Verhältnis von Bewerberinnen und Bewerbern zu offenen Stellen verändert sich:

  • Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber stieg um 8700 auf 39.900 - ein Plus von 28 Prozent.
  • Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen um 15.000 auf 54.400 - ein Rückgang von 21,6 Prozent.


Im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie arbeitet das Bundesbildungsministerium gemeinsam mit dem Bundesarbeitsministerium und 17 Partnern daran, die Weiterbildung in Deutschland zu stärken. Denn in Zeiten von Fachkräftemangel und Künstlicher Intelligenz müssen auch Fachkräfte auf Veränderungen reagieren können und gezielt darauf vorbereitet werden.

BIBB-Erhebung der Zahlen zum Ausbildungsmarkt

Die jährliche Erhebung des Bundesinstituts für Bildung erfasst alle neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Zeitraum vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres.

Die traditionelle Nachfrage lässt Bewerberinnen und Bewerber unberücksichtigt, die trotz alternativer Optionen aktiv weitersuchen. Die traditionelle Nachfrage errechnet sich als Summe der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge (Quelle: BIBB-Erhebung zum 30.September) plus allen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber, die zum Stichtag 30. September noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind. Traditionell wurde die Nachfrage als Summe der Zahl der bis zum 30. September neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und der Zahl der gemeldeten unversorgten Bewerberinnen und Bewerber berechnet.

Die erweiterte Nachfrage schließt auch jene ein, die eine alternative Verbleibsmöglichkeit haben, aber weiterhin einen Ausbildungsplatz anstreben. Im Zuge der Berechnung der Nachfrage nach der erweiterten Definition werden alle Bewerberinnen und Bewerber einbezogen, für die zum Stichtag 30. September noch ein Vermittlungsauftrag in Ausbildung läuft. Das sind neben den (gänzlich) unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern (ohne Alternative), auch die sogenannten "Bewerberinnen und Bewerber mit Alternative zum 30. September" und weiterem Vermittlungswunsch in Ausbildung.

"Zeit, die prägt"

Bundesweite Kampagne zur Pflegeelternschaft gestartet

Podiumsdiskussion zur Kampagne. Karin Prien spricht ins Mikrofon, während weitere Podiumsgäste und das Publikum im Raum zuhören.
Zum Start der neuen Kampagne "Zeit, die prägt" führt Karin Prien ein Gespräch mit Jugendamtsmitarbeitenden und zwei Pflegefamilien © Dominik Butzmann/photothek.de

Die neue Pflegeeltern-Kampagne des Bundesfamilienministeriums ist Anfang Dezember gestartet. Den kommunikativen Auftakt dazu setzte Bundesfamilienministerin Karin Prien am 8. Dezember. Unter dem Titel "Zeit, die prägt“ macht die Kampagne einerseits die Bedeutung von Pflegefamilien sichtbar und will weitere Menschen für diese Aufgabe gewinnen. Zugleich würdigt sie aber auch das große Engagement der Pflegeeltern in Deutschland. Anlässlich des Auftakts kam Karin Prien in Berlin Pankow mit Jugendamtsmitarbeitenden und mit zwei Pflegefamilien ins Gespräch, die aus ihrem Alltag als Pflegeeltern, über Erfahrungen und Herausforderungen berichteten. Außerdem stand die wichtige Zusammenarbeit der Jugendämter mit den Pflegefamilien in der Praxis im Mittelpunkt des Austausches.

Karin Prien: "Pflegefamilien leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Schutz und die Zukunft von Kindern in schwierigen Lebenssituationen. Sie geben Halt, Zeit, Wärme und ein Zuhause auf Zeit oder für immer. Dafür bin ich ihnen zutiefst dankbar. Ebenso danke ich den Mitarbeitenden der Jugendämter, die diese Familien fachlich begleiten und Tag für Tag Verantwortung tragen. Wir möchten Pflegefamilien sichtbar machen, ihnen danken - und Menschen ermutigen, diesen Weg selbst zu gehen. Denn: Jede Pflegefamilie schenkt einem Kind etwas, das ein Leben lang prägt."

Kindern Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit bieten

Viele Kinder und Jugendliche können aus unterschiedlichen Gründen (zeitweise) nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. Sie benötigen jedoch ein Umfeld, das ihnen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit bietet. Die Kampagne bietet daher ein großes Informationsangebot zum Thema Pflegeelternschaft. Alle wichtigen Informationen - von Voraussetzungen über zentrale Fragen bis zu Erfahrungsberichten und dem Kontakt zu Anlaufstellen - finden Interessierte gebündelt auf der Website der Kampagne. Ziel ist es, den Weg zur Pflegefamilie übersichtlich und verständlich zu gestalten.

Informationen zur Pflegeelternschaft finden

 

Das Familienportal des Bundes bietet als Webportal mit Hintergrundinformationen einen großen Mehrwert. Mit einer einfachen Beratungsstellensuche können Interessierte schnell und unkompliziert das für sie zuständige Jugendamt finden. Die Jugendämter sind für Interessierte die zentralen Ansprechpartner, um sich zum Thema zu informieren, zu beraten und während einer Pflegeelternschaft zu begleiten. Weitere Akteure wie Beratungsstellen, freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe sowie lokale Anlaufstellen bieten zusätzliche Unterstützung.

Pflegeelternschaft sichtbar machen

Dem Bundesfamilienministerium ist bewusst, dass es aktuell deutschlandweit zu wenig Pflegeltern gibt. Auch wenn es immer wieder regionale Bemühungen gibt, finden die Themen Pflegekinder, -eltern und -familien in der aktuellen öffentlichen Debatte zu wenig Sichtbarkeit. Das will die Kampagne mit Maßnahmen zur Sichtbarkeit im öffentlichen Stadtbild und mit digitalen Werbemaßnahmen ändern.

Ganztagsbetreuung

Dritter Bericht zum Ganztagsausbau an Grundschulen beschlossen

Kinder in der Ganztagesbetreuung
Kinderbetreuung in Grundschulen: Ganztagsausbau in Deutschland schreitet voran © gettyimages/skynesh

Am 3. Dezember hat das Bundeskabinett den dritten Bericht der Bundesregierung über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder beschlossen. Am 1. August 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter jahrgangsweise in Kraft treten, bis im Schuljahr 2029/2030 Kinder der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung haben.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Im Ganztag liegt eine große Chance, um Kinder unabhängig vom Hintergrund ihrer Eltern zum Bildungserfolg zu führen. Zeitgemäßer Ganztag ist Lern- und Lebensort für Kinder und ermöglicht bessere Teilhabe. Gleichzeitig erlaubt der Ganztag, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf - vor allem für Mütter - zu verbessern. Wir als Bund setzen uns gemeinsam mit Ländern und Kommunen für verlässliche, kindgerechte Ganztagsbildung und -betreuung ein. Das schafft starke Familien. Deshalb ist der Rechtsanspruch, der im nächsten Jahr zunächst für die erste Klasse in Kraft tritt, ein echter Meilenstein. Erfreulich ist, dass der dritte Bericht zum Ausbaustand erneut einen deutlichen Anstieg des Platzangebots zeigt. Um die verbleibende Lücke zwischen Angebot und Bedarf der Eltern zu schließen, müssen wir - Bund, Länder und Kommunen - gemeinsam den Ausbau weiter vorantreiben und kindgerechte Ganztagsplätze schaffen. Es ist gut, dass die Länder zuversichtlich auf das Platzangebot zum Schuljahr 2026/27 blicken."

Mehrheit der Familien nutzt Ganztagsangebote

Der dritte Bericht der Bundesregierung über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder zeigt, dass die Mehrheit der Familien Ganztagsangebote in Anspruch nimmt: Im Schuljahr 2023/2024 besuchten rund 1,9 Millionen beziehungsweise 57 Prozent aller sechseinhalb- bis zehneinhalbjährigen Kinder in der Bevölkerung eine Ganztagsschule oder eine Tageseinrichtung (Hort). Somit ist der Besuch von Ganztagsangeboten erneut um einen Prozentpunkt angestiegen. Bis zum Schuljahr 2029/30 werden zusätzlich im Mittel etwa 264.000 Plätze benötigt, um den weiterhin wachsenden Bedarf zu decken. Der prognostizierte Ausbaubedarf hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert, unter anderem da Länder und Kommunen mit Unterstützung des Bundes stetig neue Plätze geschaffen haben. 

Maßnahmen stärken ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote 

Die Bundesregierung legt dem Deutschen Bundestag nach dem Ganztagsförderungsgesetz jährlich einen Bericht über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder vor (GaFöG-Bericht). Der Bericht 2025 wird am 3. Dezember 2025 im Kabinett beschlossen. Federführend ist das Bundesfamilienministerium, hier ist auch die Geschäftsstelle zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter angesiedelt.

In der Prognose des Elternbedarfes wurde mit zwei Szenarien gearbeitet. Im Szenario eines konstant bleibenden Bedarfs werden im Schuljahr 2026/2027 (2029/2030) rund 166.000 (190.000) und im Szenario eines deutlich steigenden Bedarfs 284.000 (339.000) zusätzliche Plätze benötigt, das heißt, im Mittel 225.000 (264.000) zusätzliche Plätze. Dabei fällt der überwiegende Teil des quantitativen Ausbaubedarfs auf die westdeutschen Flächenländer, während in den ostdeutschen Ländern vor allem ein qualitativer Ausbau stattfindet. 

Wird nur der zusätzliche Platzbedarf für die erste Klasse im Schuljahr 2026/2027 betrachtet, für die der aufwachsende Rechtsanspruch zum 1. August 2026 zunächst gilt, werden bei konstantem Bedarf bis zu 30.000 und bei steigendem Bedarf bis zu 65.000 Plätze zusätzlich benötigt. 

Flächendeckend ganztägige Betreuungsangebote für Erstklässler bereitstellen

Der Bericht zeigt auf, dass an vielen Stellen wirksame Maßnahmen zu erkennen sind, die dazu beitragen werden, dieses Ziel zu erreichen, das heißt flächendeckend bedarfsgerecht ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Erstklässler bereitzustellen. So schätzen auch die Landesverantwortlichen ein, dass sie zu Beginn des Rechtsanspruchs im Schuljahr 2026/27 ein (eher) bedarfsdeckendes Angebot vorhalten können.

Die Bundesregierung stellt 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in den Ausbau der kommunalen Bildungsinfrastruktur zur Verfügung, um den notwendigen Platzausbau zu unterstützen. Den durch den Rechtsanspruch entstehenden zusätzlichen Betriebskosten der Länder trägt der Bund durch Änderung des Finanzausgleichsgesetzes Rechnung: Die vertikale Umsatzsteuerverteilung wird zugunsten der Länder ab 2026 jährlich aufwachsend von 135 Millionen auf bis zu 1,3 Milliarden jährlich ab 2030 angepasst.

 

EuroSkills 2025

Deutschland feiert Spitzenleistungen in der beruflichen Bildung

Gruppenbild mit Karin Prien
Karin Prien empfängt die deutsche Nationalmannschaft der EuroSkills 2025 im Bundesbildungsministerium © Dominik Butzmann/photothek.de

Bei einem Festakt am 1. Dezember im Bundesbildungsministerium würdigte Bundesbildungsministerin Karin Prien die herausragenden Leistungen der Deutschen Berufe-Nationalmannschaft. Das 37-köpfige Team feierte bei den EuroSkills 2025 in Herning (Dänemark) sowie bei den ergänzenden Wettbewerben in Chur und Salzburg einen historischen Erfolg. Mit neun Goldmedaillen, acht Silbermedaillen, vier Bronzemedaillen sowie sechs Exzellenzmedaillen und dem Europameistertitel im Speed Programming erreichte Deutschland erstmals den 1. Platz im Nationenranking.

Karin Prien: "Die jungen Fachkräfte, die wir heute feiern, sind die wegweisenden Talente einer modernen, kreativen und zukunftsorientierten beruflichen Bildung. In Herning und bei den weiteren Wettbewerben haben sie Mut, Leidenschaft und Innovationskraft gezeigt. Ihre Erfolge stehen für den Erfolg der dualen Ausbildung 'Made in Germany'. Diese Wettbewerbe zeigen uns, dass sowohl berufliche als auch akademische Bildungswege attraktiv sind - und dass sie jungen Menschen vielfältige Chancen eröffnen. Unser Ziel bleibt klar: Deutschland soll auch in Zukunft der weltweit führende Standort für berufliche Exzellenz sein."

Exzellenz in zukunftsrelevanten Berufsfeldern

Die Teammitglieder traten in 33 Disziplinen an, die einen breiten Bereich an zukunftsweisenden Berufen abdeckten. Besonders hervorzuheben sind die Erfolge in den Bereichen Bauschreinerei, Gesundheits- und Sozialbetreuung, Mechatronik, Konditorenhandwerk, CNC-Fräsen, Kfz-Mechatronik sowie Industrie 4.0. In den Wettbewerben konnten nicht nur Gold- und Silbermedaillen gewonnen werden, sondern auch in Disziplinen wie Land- und Baumaschinenmechatronik und Robot Systems Integration wurden Bronzemedaillen erzielt. Eine besondere Auszeichnung erhielt das Team in der Independent Skills Championships Europe mit einer Goldmedaille im Skill "Fleischerin und Fleischer".

Berufliche Exzellenz als strategisches Thema

Dieser Erfolg unterstreicht die Bedeutung der beruflichen Bildung in Deutschland, die Teil der umfassenden Fachkräftestrategie der Bundesregierung ist. Die berufliche Ausbildung bleibt eine der wichtigsten Säulen für den zukünftigen Erfolg unseres Landes. Die Initiative zielt darauf ab, die Qualität und Innovation in der beruflichen Bildung weiter zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene zu stärken.

Zukunftsperspektiven und Fachkräftesicherung

In Zeiten von Digitalisierung, demografischem Wandel und Fachkräftemangel sind gut ausgebildete Fachkräfte unerlässlich für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Sozialpartnern und Kammern sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards stärkt die Bundesregierung die Berufsausbildung als tragende Säule des Arbeitsmarktes. Die Wettbewerbe machten sichtbar, dass berufliche und akademische Bildungswege gleichermaßen attraktiv sein können und jungen Menschen vielfältige Karrierechancen bieten.

Sie tragen dazu bei, junge Menschen für die berufliche Bildung zu begeistern und den Stellenwert der Ausbildung in der Gesellschaft zu erhöhen.

Die internationalen Berufswettbewerbe

EuroSkills ist Europas größter Berufswettbewerb, bei dem sich über 600 junge Fachkräfte aus mehr als 30 Ländern messen. Die Wettbewerbe setzen Maßstäbe für berufliche Exzellenz und bieten eine einzigartige Plattform, auf der junge Menschen ihr Können unter realen Wettbewerbsbedingungen unter Beweis stellen können. Neben EuroSkills finden alle zwei Jahre die WorldSkills statt, bei denen die besten Fachkräfte weltweit gegeneinander antreten.

Deutschland wird bei diesen Wettbewerben stets von hochqualifizierten jungen Fachkräften vertreten, die sich über nationale Wettbewerbe für die internationale Bühne qualifizieren. Der Erfolg der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigt nicht nur die hohe Qualität der Ausbildung in Deutschland, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Ausbildungssystems.

Bundesbildungsministerium fördert Teilnahme

Das Bundesbildungsministerium fördert seit langem die Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben und unterstützt die Vorbereitung und Ausbildung der Teilnehmenden. Im Auftrag des Bundesbildungsministeriums verwaltet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Fördermittel und organisiert die nationale Auswahl sowie das Training der deutschen Teams sowie die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft an den Wettbewerben vor Ort. Diese Programme ermöglichen es den deutschen Nachwuchstalenten, sich mit den Besten der Welt zu messen und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

Ein Meilenstein ist die bevorstehende Ausrichtung der EuroSkills 2027, die in Düsseldorf stattfinden werden.

Karin Prien: "Die EuroSkills 2025 zeigt einmal mehr, dass die duale Ausbildung in Deutschland international Maßstäbe setzt - modern, innovativ und leistungsstark. Düsseldorf wird 2027 ein kraftvolles Signal für die berufliche Bildung senden. Wir erwarten ein europäisches Großereignis, das junge Talente, Innovationen und Zukunftsideen in den Mittelpunkt stellt und die Bedeutung der beruflichen Bildung auf globaler Ebene stärkt."

Die EuroSkills

EuroSkills ist der größte Berufswettbewerb Europas und bietet eine einmalige Gelegenheit für junge Fachkräfte aus verschiedenen Ländern, ihre Fähigkeiten unter Wettkampfbedingungen zu testen. Die deutsche Berufe-Nationalmannschaft wird regelmäßig für ihre außergewöhnlichen Leistungen ausgezeichnet, und auch 2025 konnte sie mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte glänzen. EuroSkills und WorldSkills setzen internationale Maßstäbe und fördern den Austausch zwischen verschiedenen Bildungssystemen, was die berufliche Exzellenz in Europa weiter vorantreibt.

Preisverleihung

Karin Prien verleiht Deutschen Kita-Preis 2025

Gruppenfoto
Die Finalisten und Preisträger des Deutschen Kita-Preises 2025 © DKJS/Sebastian Semmer

Bundesfamilienministerin Karin Prien und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) haben am 27. November in Berlin die besten Kitas 2025 ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Deutschen Kita-Preises 2025 würdigten sie gemeinsam mit weiteren Partnern herausragende Qualität in der frühen Bildung. Moderatorin Barbara Schöneberger begleitete die Gäste durch den Abend.

Karin Prien: "Die Arbeit unserer Kitas ist von unschätzbarem Wert - sie sind Orte, an denen Kinder Vertrauen, Empathie und soziale Stärke gewinnen. Der Deutsche Kita-Preis zeigt eindrucksvoll, welch herausragende Konzepte Fachkräfte, Initiativen und Träger jeden Tag entwickeln, damit Kinder mit Freude und Neugier die Welt entdecken können. Absehbar sinkende Kinderzahlen sind auch eine Chance für mehr Qualität: Die sogenannte demografische Rendite ermöglicht mehr Fachkräfte pro Kind, kleinere Gruppen und mehr individuelle Förderung. Diese Qualitätssprünge müssen wir nutzen - und zugleich dort mehr Kitaplätze schaffen, wo Familien besonders viel Unterstützung brauchen. Denn jedes Kind in Deutschland verdient die besten Startchancen."

Auszeichnung für Unkel und Peine

"Kita des Jahres 2025" darf sich die Inklusive Kita Unkel aus Unkel in Rheinland-Pfalz nennen. Den ersten Platz in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" belegten die Präventionsketten im Landkreis Peine aus Niedersachsen. Beide erhielten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Über den zweiten Platz bei den Kitas freute sich die Kita St. Nikolaus aus Kirchen (Sieg) in Rheinland-Pfalz und bei den Bündnissen der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum in Nordrhein-Westfalen. Beide Preisträger erhielten je 15.000 Euro. Den dritten Platz belegten jeweils die Kindertagesstätte Moordamm aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein und Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn aus Bayern. Sie bekamen je 10.000 Euro.

Sonderpreise für herausragendes Engagement

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack durfte zusätzlich den Zusatzpreis "Attraktivität der Arbeit", gefördert durch den DGB im Wert von je 2000 Euro, überreichen. Die Arbeiter Wohlfahrt (AWO)-Kita Tausendfüßler aus Potsdam in Brandenburg und der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum, Nordrhein-Westfalen, punkteten hier mit innovativen Ansätzen. Den ELTERN-Sonderpreis sicherte sich die Städtische Kita Burgweinting aus Regensburg, Bayern. In einem Online-Voting erhielt die Einrichtung die meisten Stimmen. Biona Schütt, die Redaktionsleitung ELTERN, ehrte die Kita mit einer Trophäe für den Publikumspreis. Zusätzlich geht an die Kita der "Leseschatz", mehrere von der Redaktion der Marke ELTERN zusammengestellte Überraschungspakete mit Kinderbüchern für Ein- bis Sechsjährige.

Weitere zehn Kitas und Bündnisse wurden für ihre herausragende Arbeit einen Anerkennungspreis mit je 1000 Euro gewürdigt. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 110.000 Euro dotiert. Kitas und lokale Bündnisse können sich ab Mitte Januar 2026 wieder um die Auszeichnung bewerben. 

Der Deutsche Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der DFL Stiftung, dem Didacta-Verband, der Marke ELTERN, der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Soziallotterie freiheit+. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.

Online-Fachtag zur digitalen STARK-Plattform

Digitales Angebot unterstützt Familien bei Streit und Trennung

Michael Brand
Michael Brand lobt die Arbeit der STARK-Plattform für Familien in schwierigen Trennungs-Phasen © BMBFSFJ

Am 25. und 26. November tauschten sich mehr als 1000 Fachkräfte bei einer Online-Fachtag zur digitalen Plattform "STARK - Streit und Trennung meistern: Alltagshilfe, Rat & Konfliktlösung" aus. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfamilienministerium, Michael Brand. 

Michael Brand: "Die Bundesregierung unterstützt mit der digitalen Plattform STARK Familien in besonders schwierigen Phasen rund um die Uhr mit hilfreichen Informationen, um Orientierung und Unterstützung in der individuellen Lage anzubieten. Zusätzlich hilft STARK den Beratungsstellen vor Ort bei ihrer wichtigen Arbeit. Die große Nachfrage auf der Plattform ist ein wichtiger und ermutigender Indikator zum Ausbau auch digitaler Angebote in der Familienpolitik."

Die Veranstaltung zeigte den Teilnehmenden die Potentiale von STARK und ermöglichte ihnen, sich bundesweiten über Trennungs- und Scheidungsberatung auszutauschen. Zudem diskutierten sie Wege, die Zusammenarbeit bei der Unterstützung betroffener Familien vor Ort zu verbessern. 

Partnerschaftskonflikte oder eine Trennung der Eltern belasten die ganze Familie: Viele Fragen tauchen auf, der Alltag verändert sich - und oft fehlt es an klaren Informationen. Die digitale Plattform stärkt Familien in dieser Situation. 

Eltern und Kinder unterstützen

STARK ist ein Online-Angebot für Familien, die von Streit, Trennung oder Scheidung betroffen sind. Die Plattform richtet sich an Eltern, Kinder und Fachkräfte. Eltern finden verständliche Informationen zu rechtlichen und finanziellen Fragen sowie alltagsnahe Hinweise, wie sie Konflikte reduzieren und Entscheidungen gemeinsam treffen können. Für Kinder und Jugendliche gibt es eigene altersgerechte Wissensangebote. Fachkräfte profitieren von spezialisierten Materialien, die die persönliche Beratung vor Ort unterstützen.

Das vom Bundesbildungs- und -familienministerium geförderte Verbundprojekt wurde gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Psychologie, Pädagogik, Rechtswissenschaft und Ökonomie entwickelt. Es wird vom Deutschen Jugendinstitut gemeinsam mit den Universitäten Göttingen, Heidelberg, München und Ulm umgesetzt.

Beratung vor Ort stärken

In Deutschland erleben jedes Jahr etwa 120.000 Kinder die Trennung ihrer Eltern. Mütter und Väter minderjähriger Kinder in Deutschland haben im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) einen Rechtsanspruch auf Beratung zu Partnerschaft, Trennung oder Scheidung (§ 17), zu Fragen zu Personensorge und Umgangsrecht (§ 18) sowie auf Hilfe zu Erziehung (§ 27).

Der Zehnte Familienbericht bestätigt den hohen Bedarf an Online-Angeboten in der Paar- und Trennungsberatung. STARK setzt hier an: Die Plattform ist jederzeit erreichbar, leicht verständlich, neutral und kostenfrei. Sie ersetzt keine persönliche Beratung, stärkt diese jedoch nachhaltig, indem sie Orientierung vermittelt und Familien wichtige Informationen zur Verfügung stellt. Bei der Suche nach einer geeigneten Beratungsstelle vor Ort hilft der Online-Beratungsführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e. V. (DAJEB).

Deutscher Arbeitgebertag 2025

Bildungspolitik braucht gemeinsames Handeln

Mareike Wulf
Mareike Wulf plädiert beim Deutschen Arbeitgebertag für eine bessere frühkindliche Bildung © Christian Kruppa

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Mareike Wulf, hat am 25. November auf Einladung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) an einem Podiumsgespräch zur Bildungspolitik teilgenommen. Unter dem Titel "Klasse Zukunft: Wie wird das Bildungssystem wieder zur Nummer Eins?" diskutierte Mareike Wulf beim Deutschen Arbeitgebertag zu aktuellen Herausforderungen und Verbesserungen im Bildungssystem. Ebenfalls Teil der Diskussionsrunde waren Prof. Dr. Anne Sliwka vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Heidelberg, Personal-Vorstand Martin Seiler von der Deutsche Bahn AG, Angela Papenburg, die Vorsitzende des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT und Johannes Heinlein, der Chief Growth Officer des Project Management Institute.

Mareike Wulf: "Bildung und gut ausgebildete junge Menschen sind unsere wichtigste Ressource, damit Deutschland seinen Wohlstand erhalten kann. Zuletzt haben die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2024 deutliche Leistungsrückgänge in fast allen Bundesländern, Schularten und Schülergruppen aufgezeigt. Das müssen wir als Weckruf verstehen für entschlossenes gemeinsames Handeln. Bund und Länder müssen eine gemeinsame Kraftanstrengung unternehmen. Wir brauchen bessere frühe Sprachförderung, mehr Fokus auf Lesen, Schreiben und Rechnen sowie eine konsequente Qualitätssicherung in allen Schulen. Der Bund steht bereit, Verantwortung zu übernehmen."

Sprachentwicklung maßgeblich für Bildungserfolg

Mareike Wulf hob zudem den Stellenwert einer besseren frühkindlichen Bildung hervor, denn die Sprachentwicklung ist in den ersten Jahren eine der ersten Basiskompetenzen und maßgeblich für den Bildungserfolg. Gleichzeitig kommt es auf eine neue Evaluationskultur auf allen Ebenen des Systems an. Ein Eckpfeiler dazu ist die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung, die in der 21. Legislaturperiode mit den Ländern entschieden vorangebracht werden soll.

Bundesweiter Vorlesetag

Karin Prien: "Vorlesen fördert das Lernen - egal in welcher Sprache"

Beim Vorlesetag tauschte sich Karin Prien mit Kindern über ihre Leseerlebnisse aus und betonte, wie wertvoll Mehrsprachigkeit für den Bildungserfolg sein kann © Nils Rohde

Am 20. November las Bundesbildungsministerin Karin Prien anlässlich des Bundesweiten Vorlesetages Viertklässlerinnen und Viertklässlern einer Hamburger Grundschule aus dem Buch "Regenwurm und Anakonda" ("Vandaag houd ik mijn spreekbeurt over de anaconda") von Bibi Dumon Tak vor, erschienen im Gerstenberg-Verlag. Die Ministerin hat auf Deutsch und Niederländisch vorgelesen. 

Im Anschluss tauschte sie sich mit den Kindern über ihre Leseerlebnisse aus und betonte, wie wertvoll Mehrsprachigkeit für den Bildungserfolg sein kann. Vorlesen, ganz gleich in welcher Sprache, fördert das Sprachverständnis und hilft beim Lernen.

Karin Prien: "Der Bundesweite Vorlesetag ist für mich ein ganz besonderes Ereignis, weil er so viel mehr ist als nur ein Tag zum Vorlesen. Er erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Kindern von klein auf den Zugang zu Sprache und Literatur zu ermöglichen und ihre Fantasie anzuregen. In einer Welt, in der immer mehr Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenkommen, ist Vorlesen ein Schlüssel, um Brücken zu bauen und das Verständnis füreinander zu fördern. Es ist wunderbar, dass wir beim Vorlesetag mit dem Motto 'Vorlesen spricht Deine Sprache' gerade die Vielfalt der Sprachen feiern können, die unsere Gesellschaft bereichern."

Bundesweiter Vorlesetag findet seit 2004 statt

Der Bundesweite Vorlesetag ist seit 2004 Deutschlands größtes Vorlesefest und findet jährlich am dritten Freitag im November statt. Die Aktion wurde gemeinsam von DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung ins Leben gerufen, um Kinder und Erwachsene für das Vorlesen zu begeistern und die Bedeutung des Vorlesens für den Lernerfolg von Kindern zu unterstreichen. Mittlerweile beteiligen sich jedes Jahr rund 800.000 Menschen in ganz Deutschland an der Aktion.

 

Junge Menschen wirksam und verlässlich schützen

Karin Prien beauftragt Kommission für den 18. Kinder- und Jugendbericht

Eine Gruppe Personen
Karin Prien mit den Mitgliedern der Sachverständigenkommission für den 18. Kinder- und Jugendbericht © Jens Ahner

Bundesjugendministerin Karin Prien hat am 19. November eine unabhängige Sachverständigenkommission mit der Erarbeitung des 18. Kinder- und Jugendberichts beauftragt. Die Kommission soll sich der Frage widmen, mit welchen Maßnahmen die Kinder- und Jugendhilfe so abgesichert werden kann, dass sie auch zukünftig junge Menschen verlässlich schützen kann. 

Karin Prien: "Das Kinderschutzsystem ist überfordert - es droht, dass dieses System seine Aufgabe, die Kinder zu schützen, nicht mehr erfüllen kann. Das zeigen uns sowohl statistische Daten als auch Berichte aus der Praxis. Und wir alle sehen die großen Herausforderungen, vor denen zahlreiche Kommunen derzeit stehen. Mir geht es darum, die Funktionsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe auf Dauer zu sichern. Sie belastbarer und wirksamer zu machen. Damit sie auch zukünftig junge Menschen wirksam und verlässlich schützen kann."

Unterstützung für junge Menschen und Familien

Die Kommission soll sowohl intervenierende Maßnahmen als auch präventive Hilfen und Leistungen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in den Blick nehmen. Der Bericht mit Stellungnahme der Bundesregierung soll dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat 2027 vorgelegt werden. 

 Mitglieder der 18. Jugendberichtskommission

  • Prof. Dr. Zoë Clark, Universität Siegen
  • Jörg Freese, Deutscher Landkreistag
  • Prof. Dr. Florian Gerlach, stellvertretender Vorsitzender, Institut für das Recht der Sozialen Arbeit (IReSA gGmbH)
  • Prof. Dr. Jan Kepert, Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl
  • Prof. Dr. med. Michael Kölch, Universität Rostock
  • Sylvia Lemm, stellvertretende Vorsitzende, Jugendamt Dresden
  • Prof. Dr. Michael Macsenaere, Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ)
  • Esther Maffei, Stadtjugendamt München
  • Regina Offer, Deutscher Städtetag
  • Prof. Dr. Regina Rätz, Alice-Salomon-Hochschule Berlin
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Vorsitzender, Stiftung Universität Hildesheim
  • Dr. Koralia Sekler,  AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.

Eine eigene Geschäftsstelle beim Deutschen Jugendinstitut unterstützt die Kommission. 

Bislang erschienene Berichte

Die Kinder- und Jugendberichte

Die Bundesregierung ist verpflichtet, dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat in jeder Legislaturperiode einen "Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe" vorzulegen und dazu Stellung zu nehmen. Mit der Erarbeitung des Berichts beauftragt die Bundesregierung jeweils eine unabhängige Sachverständigenkommission.

Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt schützen

Forschung stärkt Kinderschutz in Deutschland

Karin Prien mit Kerstin Claus
Karin Prien und Kerstin Claus stellen neue Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt vor © Sebastian Rau/BMBFSFJ/photothek.de

Zum zehnten Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch haben Bundesbildungsministerin Karin Prien und die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, am 18. November neue Initiativen und Forschungsvorhaben vorgestellt, die den Kinderschutz in Deutschland weiter stärken sollen. Der Europäische Tag steht 2025 unter dem Zeichen der Forschung - denn eine solide Datengrundlage ist entscheidend, um Prävention, Aufklärung und Schutzmaßnahmen wirksam zu gestalten.

Karin Prien: "Wir wünschen uns alle mehr Anstrengungen für einen besseren Kinderschutz. Wichtig ist aber, dass unser Handeln wissenschaftlich fundiert und evidenzbasiert ist. Gerade im Bereich der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen gibt es ein enormes Dunkelfeld. Deshalb freue ich mich besonders, dass mit dem Zentrum für Forschung zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen künftig eine sichere Datengrundlage - auch für politische Maßnahmen - geschaffen wird. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal, ein Mädchen oder ein Junge. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt geht uns alle an - 'Schieb Deine Verantwortung nicht weg!'"

Kerstin Claus: "Wir starten im kommenden Jahr die bundesweite "Safe!"-Jugendstudie zu Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Gerade in Zeiten begrenzter finanzieller Ressourcen ist es essentiell, dass Politik zielgerichtet und evidenzbasiert handelt. Gleichzeitig wissen wir alle, dass die gesellschaftlichen Kosten, die sexuelle Gewalt verursacht, immens sind. Gewalterfahrungen führen zu  Bildungsabbrüchen, haben gesundheitliche Folgen und Konsequenzen in den Erwerbsbiografien Betroffener. Dies konsequent in einer wissenschaftlichen Studie zu erarbeiten, ist mir ein großes Anliegen. Ich appelliere deshalb an die Bundesregierung, dass sie  eine umfassende Folgekostenstudie auf den Weg bringt. Damit klar ist, was es uns als Gesellschaft kostet, wenn der Schutz von Kinder und Jugendlichen nicht priorisiert wird."

Kampagne #NichtWegschieben wird fortgeführt

Ein zentraler Bestandteil der Aktivitäten zum Europäischen Tag ist die Fortführung der Aufklärungs- und Aktivierungskampagne "Schieb deine Verantwortung nicht weg!". Die Kampagne läuft seit 2022 erfolgreich und richtet sich an Erwachsene, um das Bewusstsein für ihre Verantwortung im Kinderschutz zu stärken. Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutliche Fortschritte: Der Anteil der Menschen, die sexuelle Gewalt auch im eigenen Umfeld für möglich halten, ist seit Beginn der Kampagne von 41 Prozent auf 53 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sehen heute 60 Prozent der Befragten Familie, Freunde und Bekannte in der Pflicht, Kinder zu schützen - vor der Kampagne waren es 50 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass kontinuierliche Aufklärung Haltungen verändern und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, nachhaltig stärken kann.

Missbrauch erkennen und verhindern

In 2025/26 rückt die Kampagne die Frage in den Mittelpunkt, was Erwachsene konkret tun können, um sexuellen Missbrauch zu verhindern. Kernstück der Kampagne in diesem Jahr ist der Whatsapp-Messanger-Kurs "7 Wochen. 7 Tipps", der sich an Eltern und Fachkräfte wendet. Er vermittelt, wie Erwachsene - insbesondere Eltern - Kinder stärken und Täterstrategien erkennen können. So empfiehlt die Kampagne etwa, Kinder ernst zu nehmen, Grenzen zu respektieren, offen über Sexualität und Körperwissen zu sprechen und nachzufragen, wie Kinder in Kitas, Schulen oder Vereinen geschützt werden. Die Kernbotschaft lautet: Jede und jeder von uns kann dazu beitragen, Kinder zu schützen - indem wir hinsehen, zuhören und handeln - und aktiv werden, bevor etwas passiert.

In 2026/27 wird die Kampagne ihren Schwerpunkt auf digitale sexuelle Gewalt legen. Dabei soll besonders verdeutlicht werden, dass auch Online-Räume Schutzkonzepte benötigen und Erwachsene Verantwortung tragen, Kinder und Jugendliche im Netz zu begleiten und zu schützen.

Forschungslücken zu sexueller Gewalt schließen 

Mit dem am 1. Juli 2025 in Kraft getretenen Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (UBSKM-Gesetz) bekommt das neue Zentrum für Forschung zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen (ZEFSG) beim Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI) eine wichtige Rolle. Es soll helfen, Forschungslücken zu schließen und eine evidenzbasierte Grundlage für politische und gesellschaftliche Maßnahmen zu schaffen.

Das zentrale Projekt des von der UBSKM geförderten Zentrums ist die bundesweite "Safe!"-Jugendstudie zu Gewalterfahrungen und deren Folgen, die im Jahr 2026 startet. In dieser repräsentativen Untersuchung sollen rund 10.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen bundesweit befragt werden. Ziel der Studie ist es, belastbare Daten über Häufigkeit, Formen und Folgen sexueller Gewalt und anderer Gewaltformen zu gewinnen. Die Ergebnisse werden 2027 vorliegen und in die Berichterstattung der Unabhängigen Bundesbeauftragten Kerstin Claus an Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung einfließen.

Kinder online und offline vor Gewalt schützen

Parallel hat das Bundesbildungs- und -familienministerium die Unabhängige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" eingesetzt. Sie hat im Herbst 2025 ihre Arbeit aufgenommen Die Kommission wird eine umfassende Strategie für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Medien entwickeln. Dabei geht es unter anderem um den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken, die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Fachkräften sowie die Erforschung der gesundheitlichen Folgen intensiver Mediennutzung. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Zivilgesellschaft zu erarbeiten, um Kinder online wie offline besser zu schützen.

Der Europäische Tag zum Schutz von Kindern

Der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch findet 2025 bereits zum zehnten Mal statt. Er wurde 2015 vom Europarat eingeführt, um die Umsetzung der Lanzarote-Konvention zu unterstützen. Diese verpflichtet alle Mitgliedstaaten, jede Form sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu verurteilen und entschlossen dagegen vorzugehen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto "Forschung als Grundlage wirksamen Schutzes" - denn fehlende Daten sind ein Hindernis für Fortschritt im Kampf gegen sexuelle Gewalt.

Jedem Kind behütetes Aufwachsen ermöglichen

Karin Prien ernennt Mareike Wulf zur Kinderchancen-Koordinatorin

Lotte Mareike Wulf
Mareike Wulf möchte als Kinderbeauftragte allen Kindern ein sicheres Aufwachsen ermöglichen © Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Mareike Wulf, wird ab sofort die Funktion der Kinderchancen-Koordinatorin wahrnehmen. Das verkündete Bundesbildungsministerin Karin Prien am 14. November vor Vertreterinnen und Vertretern von Kinderrechtsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden, der Bundesressorts, Länder und Kommunen anlässlich einer Sitzung zum Nationalen Aktionsplan "Neue Chancen für Kinder in Deutschland".

Karin Prien: "Ich freue mich, dass die Interessen der Kinder nun ein Gesicht haben in meinem Ministerium. Mareike Wulf wird den Belangen der Kinder in der Bundesregierung, in Brüssel und bei den Vereinten Nationen eine hörbare Stimme verleihen. Politik für Kinder braucht mehr Aufmerksamkeit - nicht zuletzt in einer Zeit, in der die junge Generation allein schon wegen des demografischen Wandels nicht noch weniger sichtbar werden darf."

Zusammenarbeit stärken, Chancengleichheit ermöglichen

Karin Prien
Karin Prien begrüßt, dass Politik für Kinder in Brüssel und bei den Vereinten Nationen nun mehr Aufmerksamkeit bekommt © Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de

Die neue Kinderchancen-Koordinatorin soll Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Kindern innerhalb der Bundesregierung koordinieren, wie es auch die EU-Ratsempfehlung zur Einführung einer Europäischen Garantie für Kinder vorsieht, der Deutschland 2021 zugestimmt hat. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen sowie mit der Europäischen Union und im Rahmen der UN- Kinderrechtskonvention gestärkt werden. In seinen Empfehlungen von 2022 hatte auch der UN-Kinderrechteausschuss Deutschland nahegelegt, eine Beauftragte mit einer solchen koordinierenden Funktion zu benennen.

Mareike Wulf: "Ich möchte die entscheidenden Kräfte bündeln, um jedem Kind in unserem Land ein behütetes Aufwachsen zu ermöglichen. Dazu gehört ein Aufwachsen frei von Gewalt, denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz vor körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt. Ebenso wichtig ist ein Aufwachsen mit allen Chancen - durch frühe Sprachförderung, gute Bildung und verlässliche Unterstützung in der Familie. Und schließlich brauchen Kinder ein Aufwachsen in einer gesunden Umgebung: Angesichts des zunehmenden Medienkonsums und komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen ist die Förderung gesunder Lebensumstände und familiärer Lebensstile dringlicher denn je."

Nationaler Aktionsplan "Neue Chancen für Kinder in Deutschland"

Der Nationale Aktionsplan "Neue Chancen für Kinder in Deutschland" wurde im Juli 2023 im Bundeskabinett beschlossen und hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2030. Damit setzt Deutschland die Ratsempfehlung zur Kindergarantie der Europäischen Union um. Ziel ist es, benachteiligten Kindern und Jugendlichen hochwertige Zugänge in den Bereichen Betreuung, Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohnraum zu gewährleisten. Dazu ist eine Koordinatorin oder ein Koordinator zu benennen, die oder der die politischen Ebenen zusammenführt und die Beteiligung aller relevanten Akteure sicherstellt. 

 

In einer vorigen Version war der Titel von Mareike Wulf anders formuliert. Das wurde am 11. Februar 2026 angepasst.
 

Allianz für Aus- und Weiterbildung

Gemeinsam Fachkräfte sichern

Karin Prien
Karin Prien beim Spitzentreffen der Vertreterinnen und Vertreter der Allianz für Aus- und Weiterbildung bei den Berliner Wasserbetrieben © Berliner Wasserbetriebe

Am 10. November haben sich sich die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Allianz für Aus- und Weiterbildung in Berlin getroffen. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche und Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit, aus Wirtschaft, Gewerkschaften sowie der Länder an dem Spitzentreffen teil.

Das Thema das Spitzentreffens waren die großen Herausforderungen auf dem deutschen Ausbildungsmarkt: Zu viele junge Menschen bekommen keinen Berufsabschluss, gleichzeitig bleiben viele betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt - insbesondere, weil Ausbildungsbetriebe keine oder keine passenden Bewerberinnen und Bewerber finden. In Zeiten des Fachkräftemangels, der durch die hohen altersbedingten Abgänge vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den nächsten Jahren zustande kommt, ist entschlossenes Handeln erforderlich. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung arbeitet daher engagiert und intensiv daran, jungen Menschen die Perspektiven und Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung aufzuzeigen. So soll das duale Ausbildungssystem gestärkt werden. 

Duales Ausbildungssystem weiter stärken

Während des Spitzentreffens wurden die Ergebnisse der noch laufenden Allianzperiode (2023 - 2025) präsentiert. Verschiedene Initiativen wurden angestoßen, um möglichst vielen jungen Menschen den Weg in eine duale Ausbildung zu ebnen und so das vorhandene Fachkräftepotenzial bestmöglich zu nutzen. Dazu gehören: 

  • Ein Netzwerk von Ausbildungsbotschafter-Initiativen: Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter sind junge Auszubildende oder gerade fertig Ausgebildete, die in Schulen gehen und bei Schülerinnen und Schülern über die duale Ausbildung berichten. Das Netzwerk umfasst bereits 110 Initiativen und bringt diese zum Austausch zusammen.
  • Ausbildungsgarantie: Die Allianz hat deren Start begleitet, ihre Fördermöglichkeiten bekannter gemacht und steht weiterhin für ihre Botschaft, dass allen jungen Menschen die Chance auf Ausbildung eröffnet werden soll.
  • Grundlegende Positionspapiere: Die Allianz hat sich darauf verständigt, die Grundkompetenzen bei Ausbildungsanfängerinnen und -anfängern zu stärken, die Berufswahlkompetenzen junger Menschen zu fördern sowie Jugendberufsagenturen bundesweit zu stärken.
  • Sommer der Berufsausbildung: Im Zuge der von Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem Grußwort gewürdigten Initiative haben die Allianzpartner sowohl bei jungen Menschen als auch bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern mit vielfältigen Veranstaltungen für die duale Ausbildung geworben. 

Berufliche Orientierung weiter ausbauen

In der neuen Allianzperiode ab 2026 wollen die Allianzpartnerinnen und -partner weiter Herausforderungen am Ausbildungsmarkt angehen, möglichst allen Menschen die Chance für einen Berufsabschluss  geben und unter anderem die Durchlässigkeit der beruflichen Bildung verbessern. Dazu sollen die berufliche Orientierung gestärkt sowie Unterstützungsangebote und -bedarfe zusammengebracht werden.

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung ist seit über zehn Jahren die zentrale politische Plattform und ein Aktionsbündnis für die duale Ausbildung. In der Allianz arbeiten Ministerien und Behörden aus Bund und Ländern sowie Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam daran, die Aus- und Weiterbildung zu stärken und somit zur Fachkräftesicherung beizutragen.