Aktuelle Meldungen Familie

Kinder- und Jugendschutz

Zweite Evaluation zur Cannabis-Teillegalisierung veröffentlicht

Neuer InhaltCannabis-Teillegalisierungsgesetz
Das Forschungsprojekt EKOCAN hat das Gesetzes zur Cannabis-Teillegalisierung evaluiert © iStock / rcfotostock

 

Das Forschungsprojekt EKOCAN hat am 1. April den zweiten Zwischenbericht zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes vorgelegt. Die Schwerpunkte der zweiten Evaluation waren unter anderem die Auswirkungen der Teillegalisierung auf die organisierte Kriminalität, den Gesundheitsschutz, den Kinder- und Jugendschutz sowie die Entwicklungen zum Medizinalcannabis. Die Ergebnisse unterstreichen laut Bundesgesundheitsministerium, das Bundesinnenministerium, Bundesfamilienministerium und Bundesdrogenbeauftragten dringenden Handlungsbedarf. 

Bundefamilienministerin Karin Prien: "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Suchtgefahren ist dieser Bundesregierung ein besonders wichtiges Anliegen. Die Evaluation des Konsumcannabisgesetzes zeigt: Die Ampelregierung hat der Suchtprävention von Kindern und Jugendlichen einen Bärendienst erwiesen. Die Zahl der Teilnehmenden an Frühinterventionsprogrammen ist stark rückläufig, weil Polizei und Staatsanwaltschaften weniger Handhabe haben, Jugendliche dazu zu verpflichten. Zugleich funktioniert die freiwillige Teilnahme nicht, und auch der Aufbau neuer Kooperationen mit Jugendämtern und Schulen verläuft schleppend. Dabei ist gerade Frühintervention so wichtig, nicht zuletzt im Hinblick auf Cannabis als 'Einstiegsdroge'. Hier müssen wir dringend nachsteuern."

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken: "Die Teillegalisierung von Cannabis zu Genusszwecken war ein Fehler! Die Frühinterventionen, die Kinder und Jugendliche vom Konsum abhalten sollen, gehen stark zurück. Wer davor die Augen verschließt, riskiert die Gesundheit unserer Jüngsten! Zudem ist die verschwommene Grenze zwischen Konsumcannabis und Cannabis zu rein medizinischen Zwecken ein zunehmendes Problem. Im Internet herrscht ein Wildwuchs an kaum regulierten Angeboten zum Kauf von Cannabis mit extrem hohem Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC), die gezielt junge Menschen ansprechen. Dabei wird systematisch gegen geltende Werbeverbote verstoßen."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: "Das Cannabisgesetz ist ein vollkommener Rohrkrepierer. Jugendgefährdend und kriminalitätsfördernd. Die Bedenken der Sicherheitsbehörden wurden im Gesetz nicht berücksichtigt. Das Ergebnis: Der Schwarzmarkt boomt, die Kriminalität steigt. Statt Jugendschutz bietet dieses Gesetz ausschließlich Gefährdung."

Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Prof. Dr. Hendrik Streeck: "Beim Medizinalcannabis sehen wir erheblichen Missbrauch zu Konsumzwecken. Über dubiose Onlineplattformen und unzulässige Werbung ist ein großer Markt entstanden, der sich nicht an Kranke richtet, sondern an Freizeitkonsumierende. Das hat mit Medizin nichts mehr zu tun. Das weiterlaufen zu lassen, wäre fahrlässig. Auch bei der Hilfe für Jugendliche zeigt sich ein beunruhigender Trend. Wer wegen Cannabis auffällt, bekommt heute seltener frühzeitig Beratung und Unterstützung als vor Inkrafttreten des Gesetzes. Der Bericht zeigt auch warum. Die Weiterleitung durch Polizei, Justiz und Jugendgerichtshilfe ist entfallen. Hier müssen wir nachsteuern. Denn wer nicht früh eingreift, lässt junge Menschen und ihr Umfeld mit dem Problem allein."

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Karin Prien startet Wettbewerb für kleine und mittlere Unternehmen

Schreibtisch mit Handy und Werzeug
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Aspekt für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland © BMBFSFJ/Erfolgsfaktor Familie

Bundesfamilienministerin Karin Prien hat am 4. März den Start für den bundesweiten Unternehmenswettbewerb "Kleine Lösungen - große Wirkung. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gewinnen mit Vereinbarkeit" bekanntgegeben. Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, die gute Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickelt und umgesetzt haben.

Karin Prien: "Auch und gerade in der aktuellen Lage unserer Wirtschaft ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Motor für Veränderungen und bietet Chancen für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Viele kleine und mittlere Unternehmen zeigen bereits heute, wie sich Familienfreundlichkeit ohne großen Aufwand, aber mit guten Ideen, viel Innovationskraft und Kreativität erfolgreich umsetzen lässt. Solche Konzepte würdigen wir mit unserem Wettbewerb und geben sie als Inspiration an andere Unternehmen weiter. Der demografische Wandel erfordert, Vereinbarkeit als wesentlichen Bestandteil einer modernen Arbeitswelt zu verankern."

Bis zum 24. April 2026 bewerben!

Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten können sich bis zum 24. April 2026 über die Website des Programms "Erfolgsfaktor Familie" bewerben. Die Auszeichnung der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt im Rahmen des Unternehmenstags "Erfolgsfaktor Familie" am 11. September 2026 in Berlin. Die Ehrung nehmen Bundesfamilienministerin Karin Prien sowie der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Peter Adrian, vor.

Beschäftigte unterstützen, Wettbewerbsfähigkeit stärken

Ziel des Wettbewerbs ist es, konkrete betriebliche Lösungen zu zeigen, die Beschäftigten zugutekommen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Ausgezeichnet werden Ansätze, die im jeweiligen betrieblichen Zusammenhang wirksam sind und sich durch Umsetzbarkeit und Praxisnähe auszeichnen. Der Wettbewerb soll dazu beitragen, erfolgreiche Modelle aus KMU bundesweit bekannt zu machen und Impulse für andere Unternehmen zu geben.

Der Wettbewerb ist offen gestaltet und sieht keine festen Kategorien vor. Entscheidend sind die Passgenauigkeit und die nachweisbare Wirkung der jeweiligen Maßnahme. Eingereicht werden können zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle, spezielle Angebote für Väter oder pflegende Beschäftigte, betriebliche Unterstützungsangebote wie Hausaufgabenhilfen oder Kooperationen mit anderen Unternehmen zur Organisation von Ferienbetreuung.

Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie"

Der Unternehmenswettbewerb ist Teil des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie" des Bundesbildungs- und -familienministeriums. Partner des Programms sind die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft  wie beispielsweise die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie die Branchen- und Fachverbände Bundesverband der Personalmanagerinnen (BPM), Verband der Unternehmerinnen in Deutschland (VdU), Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) und Verband der Internetwirtschaft e.V. (eco).

KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz

Fünfter Monitoringbericht veröffentlicht

Eine Erzieherin macht einem Kind einen Zopf.
Ziel des Kita-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz ist es, die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung sowie die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung bundesweit zu verbessern © BMBFSFJ

 

Das Bundesbildungsministerium hat am 17. Februar den fünften Monitoringbericht zum KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der aktuelle Bericht zeigt deutlich: In den letzten Jahren wurde bereits einiges erreicht bei der Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung - es bleibt aber weiterhin viel zu tun, um bundesweit gleiche Bedingungen für alle Kinder zu schaffen.

 Rahmenbedingungen verbessern

Ein guter Betreuungsschlüssel, mehr Zeit für die Kita-Leitung oder Betreuungszeiten, die sich am Bedarf der Familien orientieren: Die Qualitätsmerkmale in der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung sind vielfältig. In Deutschland gibt es bereits ein breites und gutes Betreuungsangebot. Gleichzeitig steht das System weiterhin vor großen Herausforderungen - zum Beispiel durch fehlende Fachkräfte, sinkende Kinderzahlen und regional teils sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen. Es bleibt daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das System resilienter zu machen und die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.

Qualität und Teilhabe in der Kinderbetreuung weiterentwickeln

Der Bund unterstützt die Länder seit 2019 mit dem KiQuTG dabei, Qualität und Teilhabe in der Kinderbetreuung weiterzuentwickeln. Ein gesetzlich verankertes Monitoring begleitet das Gesetz. Es beleuchtet den aktuellen Stand und die erreichten Fortschritte bei der Umsetzung des Gesetzes. 

Der Monitoringbericht zum KiQuTG 2025 fasst den Stand und die Entwicklungen bei der Qualität und der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung im Berichtsjahr 2024 zusammen. Er bezieht sich dabei auf das KiQuTG in seiner alten Fassung vom 1. Januar 2023. Die Länder nutzten die KiQuTG-Mittel weitestgehend zur Weiterentwicklung der Qualität.

  • Im Jahr 2024 flossen rund 83 Prozent der Bundesmittel in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung, beispielsweise zur Stärkung der Fachberatung, für mehr Leitungsressourcen oder in die Verbesserung der Praxisanleitung.
  • Rund 17 Prozent der Bundesmittel wurden in Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Beiträgen investiert. 

Berichtsjahr 2024

  • 83 Prozent

    der Bundesmittel flossen in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung

  • 17 Prozent

    der Bundesmittel wurden in Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Beiträgen investiert

Die Ergebnisse auf Basis der Daten der amtlichen Statistik und der Befragungen des Deutschen Jugendinstituts zeigen:

  • In einigen Bereichen gab es von 2023 zu 2024 sowie seit Inkrafttreten des KiQuTG 2019 bundesweit Verbesserungen - zum Beispiel beim Personal-Kind-Schlüssel, bei der Gewinnung von Fachkräften und bei Zeitkontingenten für Leitungen.
  • Auch nach sechs Jahren Umsetzung bestehen jedoch deutliche Unterschiede in zentralen Qualitätsbereichen zwischen den Ländern fort. So lagen beispielsweise die Personal-Kind-Schlüssel zwischen den Ländern weiterhin deutlich auseinander. Die Spanne in Gruppen für unter dreijährige Kinder reichte von 2,9 bis 5,5 Kindern pro Fachkraft.
  • Große Unterschiede gab es zudem bei den vertraglich festgelegten Leitungsaufgaben. Der Anteil an Kitas, die keine Personen vertraglich für Leitungsaufgaben angestellt haben, reichte 2024 auf Länderebene von 1,5 Prozent in bis 22 Prozent. 

Bundesweit einheitliche Standards erreichen und sichern

Um bundesweit gleichwertige Lebensbedingungen im Bereich der frühkindlichen Bildung zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Daher möchte der Bund sein Engagement auch über 2026 hinaus fortsetzen. Der Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode sieht vor, das KiQuTG durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG) abzulösen. Darin soll eine verpflichtende Sprach- und Entwicklungsstandserhebung bei Vierjährigen sowie anschließende Fördermaßnahmen bei ermittelten Förderbedarf der Kinder geregelt werden. Zudem soll eine zusätzliche Förderung der "Sprach-Kitas" und "Startchancen-Kitas" in das Qualitätsentwicklungsgesetz integriert werden. Damit trägt der Bund dazu bei, die Kinder in der Entwicklung ihrer Kompetenzen weiter zu stärken.

KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz

Ziel des KiQuTG ist es, die Qualität der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung bundesweit weiterzuentwickeln und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Es dient dem Zweck, bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse für das Aufwachsen von Kindern und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Entsprechend den jeweiligen Bedarfen der Länder werden bundesweit gleichwertige qualitative Standards angestrebt. Das KiQuTG enthielt bis 2024 einen Instrumentenkasten aus zehn qualitativen Handlungsfeldern sowie Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Kosten, aus dem die Länder nach ihren spezifischen Bedarfen auswählen konnten. Mit dem Dritten Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung wurde das KiQuTG mit Wirkung zum 1. Januar 2025 inhaltlich weiterentwickelt. Das Gesetz fokussiert fortan auf sieben Handlungsfelder, die für die Qualität der Kindertagesbetreuung besonders bedeutend sind und in denen langfristig bundesweite Standards erreicht werden sollen. Dabei sind seit 2025 mindestens jeweils eine Maßnahme in zwei Handlungsfeldern für jedes Land verpflichtend: die Gewinnung und Sicherung von qualifizierten Fachkräften und die Förderung der sprachlichen Bildung - denn Sprache ist der Grundstein für Bildung und Teilhabe. Zur Umsetzung des KiQuTG stellt der Bund den Ländern 2025 und 2026 rund vier Milliarden Euro zur Verfügung.

Trauer und Anteilnahme

Zum Tod von Prof. Dr. Rita Süssmuth

Prof. Dr. Rita Süssmuth
Rita Süssmuth im Bundestag, 2021 (bearbeitet) © Stella v. Saldern im Auftrag des Deutschen Bundestages / Lizenz: CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

 

Am 1. Februar ist die ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und langjährige Präsidentin des Deutsches Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, im Alter von 88 Jahren gestorben. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken brachten ihre Anteilnahme am Tod der Politikerin zum Ausdruck. 

Karin Prien: "Mit großem Bedauern habe ich vom Tod Rita Süssmuths erfahren. Mein tief empfundenes Beileid gilt ihren Angehörigen. Rita Süssmuth ist als Politikerin für Frauen und Männer ein großes Vorbild. Sie hat sich über Jahrzehnte mit starker Stimme für Familien und Frauen eingesetzt, nicht nur als Familien- und Frauenministerin. Sie hat frauen- und gleichstellungspolitische Themen ganz oben auf die Agenda gesetzt, wo sie auch heute noch hingehören. Bis zuletzt kommentierte sie politisches Zeitgeschehen und ergriff Position in aktuellen Debatten, sie war in bester Weise streitbar und gleichzeitig Brückenbauerin. Ihre Stimme wird fehlen!"

Nina Warken: "Der Tod von Rita Süssmuth erfüllt mich mit Trauer. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt in diesen Stunden ihrer Familie. Wir verlieren mit Rita Süssmuth eine überzeugte, mutige und charismatische Vorkämpferin für Gleichberechtigung und sozialen Zusammenhalt. Sie hat für Frauen in der Politik den Weg geebnet. Persönlich verliere ich ein Vorbild und eine wichtige Inspirationsquelle. In verschiedenen Funktionen hat sie ihr Leben in den Dienst unseres Landes und unserer Demokratie gestellt. Dabei stand sie ein für gegenseitigen Respekt und Verständigung im politischen Diskurs. Im Umgang mit dem damals neuen Thema HIV/AIDS setzte sie als zuständige Bundesministerin auf Aufklärung statt Stigmatisierung und damit auf Menschlichkeit sowie wissenschaftliche Evidenz. Ihre Verdienste werden unvergessen bleiben."

Frauen unterstützen: Rita Süssmuth als Bundesfrauenministerin

Von 1985 bis 1988 war Rita Süssmuth von der Christlichen Demokratischen Union (CDU) als politische Seiteneinsteigerin an der Spitze des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. Die Frauenpolitik kam unter ihrer Leitung als thematisches Feld neu hinzu - als ein Schwerpunkt des Hauses und besonderes Anliegen ihrer Politik. Vor ihrer Amtszeit gehörte sie bereits von 1971 bis 1985 dem Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium an.

Selbst Hochschullehrerin und Mutter, warb sie für die bessere Vereinbarkeit der Familie mit anderen Lebensbereichen für beide Partner und Familienpolitik sollte nicht auf Verheiratete beschränkt werden. Gleichzeitig wollte Rita Süssmuth die Attraktivität der Familie erhöhen. In ihrer Amtszeit wurden erstmals drei Jahre für Kindererziehungszeiten von Müttern und Vätern in der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt, die in der Rentenanwartschaft mit dem Durchschnittsverdienst der Bundesbürger bemessen werden.

Vergünstigter Familienurlaub

Neuer Katalog "Urlaub mit der Familie" erschienen

Eine Familie erholt sich bei einem Spaziergang im Wald
Rund 80 Familienferienstätten in ganz Deutschland ermöglichen bezahlbare Erholung für alle Familien - unabhängig vom Einkommen oder der Lebenssituation © iStock/Imgorthand

Der Jahresanfang ist für viele Familien der ideale Zeitpunkt, um den Sommer- oder Herbsturlaub zu planen. Der am 16. Januar veröffentlichte Katalog "Urlaub mit der Familie 2026/2027" der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V. bietet eine wertvolle Orientierung. 

Der Katalog stellt zertifizierte Familienferienstätten in ganz Deutschland vor und informiert umfassend über Angebote, Ausstattung, besondere Schwerpunkte sowie Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten und sortiert nach Urlaubsregionen. Ob Meer, Berge oder Naturregionen - Familien finden hier familiengerechte Unterkünfte, Ferienhäuser und Apartments mit und ohne Verpflegung sowie Angebote mit Kinderbetreuung und vielfältigen Freizeitaktivitäten. Der Katalog lässt sich auch gezielt nach barrierefreien und barrierearmen Unterkünften durchsuchen. 

Bezahlbare Erholung für alle Familien ermöglichen

Im Mittelpunkt steht das Ziel, bezahlbare Erholung für alle Familien zu ermöglichen - unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation. Viele Familienferienstätten verzichten auch in der Hochsaison auf Preissteigerungen. Zudem unterstützen zahlreiche Bundesländer den Aufenthalt durch Zuschüsse. Ergänzt durch Kinderseiten, praktische Hinweise und anschauliche Einblicke hilft der Katalog Familien dabei, unter den rund 80 gemeinnützigen Familienferienstätten in ganz Deutschland frühzeitig den passenden Urlaubsort zu finden.

"Zeit, die prägt"

Bundesweite Kampagne zur Pflegeelternschaft gestartet

Podiumsdiskussion zur Kampagne. Karin Prien spricht ins Mikrofon, während weitere Podiumsgäste und das Publikum im Raum zuhören.
Zum Start der neuen Kampagne "Zeit, die prägt" führt Karin Prien ein Gespräch mit Jugendamtsmitarbeitenden und zwei Pflegefamilien © Dominik Butzmann/photothek.de

Die neue Pflegeeltern-Kampagne des Bundesfamilienministeriums ist Anfang Dezember gestartet. Den kommunikativen Auftakt dazu setzte Bundesfamilienministerin Karin Prien am 8. Dezember. Unter dem Titel "Zeit, die prägt“ macht die Kampagne einerseits die Bedeutung von Pflegefamilien sichtbar und will weitere Menschen für diese Aufgabe gewinnen. Zugleich würdigt sie aber auch das große Engagement der Pflegeeltern in Deutschland. Anlässlich des Auftakts kam Karin Prien in Berlin Pankow mit Jugendamtsmitarbeitenden und mit zwei Pflegefamilien ins Gespräch, die aus ihrem Alltag als Pflegeeltern, über Erfahrungen und Herausforderungen berichteten. Außerdem stand die wichtige Zusammenarbeit der Jugendämter mit den Pflegefamilien in der Praxis im Mittelpunkt des Austausches.

Karin Prien: "Pflegefamilien leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Schutz und die Zukunft von Kindern in schwierigen Lebenssituationen. Sie geben Halt, Zeit, Wärme und ein Zuhause auf Zeit oder für immer. Dafür bin ich ihnen zutiefst dankbar. Ebenso danke ich den Mitarbeitenden der Jugendämter, die diese Familien fachlich begleiten und Tag für Tag Verantwortung tragen. Wir möchten Pflegefamilien sichtbar machen, ihnen danken - und Menschen ermutigen, diesen Weg selbst zu gehen. Denn: Jede Pflegefamilie schenkt einem Kind etwas, das ein Leben lang prägt."

Kindern Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit bieten

Viele Kinder und Jugendliche können aus unterschiedlichen Gründen (zeitweise) nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. Sie benötigen jedoch ein Umfeld, das ihnen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit bietet. Die Kampagne bietet daher ein großes Informationsangebot zum Thema Pflegeelternschaft. Alle wichtigen Informationen - von Voraussetzungen über zentrale Fragen bis zu Erfahrungsberichten und dem Kontakt zu Anlaufstellen - finden Interessierte gebündelt auf der Website der Kampagne. Ziel ist es, den Weg zur Pflegefamilie übersichtlich und verständlich zu gestalten.

Informationen zur Pflegeelternschaft finden

 

Das Familienportal des Bundes bietet als Webportal mit Hintergrundinformationen einen großen Mehrwert. Mit einer einfachen Beratungsstellensuche können Interessierte schnell und unkompliziert das für sie zuständige Jugendamt finden. Die Jugendämter sind für Interessierte die zentralen Ansprechpartner, um sich zum Thema zu informieren, zu beraten und während einer Pflegeelternschaft zu begleiten. Weitere Akteure wie Beratungsstellen, freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe sowie lokale Anlaufstellen bieten zusätzliche Unterstützung.

Pflegeelternschaft sichtbar machen

Dem Bundesfamilienministerium ist bewusst, dass es aktuell deutschlandweit zu wenig Pflegeltern gibt. Auch wenn es immer wieder regionale Bemühungen gibt, finden die Themen Pflegekinder, -eltern und -familien in der aktuellen öffentlichen Debatte zu wenig Sichtbarkeit. Das will die Kampagne mit Maßnahmen zur Sichtbarkeit im öffentlichen Stadtbild und mit digitalen Werbemaßnahmen ändern.

Ganztagsbetreuung

Dritter Bericht zum Ganztagsausbau an Grundschulen beschlossen

Kinder in der Ganztagesbetreuung
Kinderbetreuung in Grundschulen: Ganztagsausbau in Deutschland schreitet voran © gettyimages/skynesh

Am 3. Dezember hat das Bundeskabinett den dritten Bericht der Bundesregierung über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder beschlossen. Am 1. August 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter jahrgangsweise in Kraft treten, bis im Schuljahr 2029/2030 Kinder der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung haben.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Im Ganztag liegt eine große Chance, um Kinder unabhängig vom Hintergrund ihrer Eltern zum Bildungserfolg zu führen. Zeitgemäßer Ganztag ist Lern- und Lebensort für Kinder und ermöglicht bessere Teilhabe. Gleichzeitig erlaubt der Ganztag, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf - vor allem für Mütter - zu verbessern. Wir als Bund setzen uns gemeinsam mit Ländern und Kommunen für verlässliche, kindgerechte Ganztagsbildung und -betreuung ein. Das schafft starke Familien. Deshalb ist der Rechtsanspruch, der im nächsten Jahr zunächst für die erste Klasse in Kraft tritt, ein echter Meilenstein. Erfreulich ist, dass der dritte Bericht zum Ausbaustand erneut einen deutlichen Anstieg des Platzangebots zeigt. Um die verbleibende Lücke zwischen Angebot und Bedarf der Eltern zu schließen, müssen wir - Bund, Länder und Kommunen - gemeinsam den Ausbau weiter vorantreiben und kindgerechte Ganztagsplätze schaffen. Es ist gut, dass die Länder zuversichtlich auf das Platzangebot zum Schuljahr 2026/27 blicken."

Mehrheit der Familien nutzt Ganztagsangebote

Der dritte Bericht der Bundesregierung über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder zeigt, dass die Mehrheit der Familien Ganztagsangebote in Anspruch nimmt: Im Schuljahr 2023/2024 besuchten rund 1,9 Millionen beziehungsweise 57 Prozent aller sechseinhalb- bis zehneinhalbjährigen Kinder in der Bevölkerung eine Ganztagsschule oder eine Tageseinrichtung (Hort). Somit ist der Besuch von Ganztagsangeboten erneut um einen Prozentpunkt angestiegen. Bis zum Schuljahr 2029/30 werden zusätzlich im Mittel etwa 264.000 Plätze benötigt, um den weiterhin wachsenden Bedarf zu decken. Der prognostizierte Ausbaubedarf hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert, unter anderem da Länder und Kommunen mit Unterstützung des Bundes stetig neue Plätze geschaffen haben. 

Maßnahmen stärken ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote 

Die Bundesregierung legt dem Deutschen Bundestag nach dem Ganztagsförderungsgesetz jährlich einen Bericht über den Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder vor (GaFöG-Bericht). Der Bericht 2025 wird am 3. Dezember 2025 im Kabinett beschlossen. Federführend ist das Bundesfamilienministerium, hier ist auch die Geschäftsstelle zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter angesiedelt.

In der Prognose des Elternbedarfes wurde mit zwei Szenarien gearbeitet. Im Szenario eines konstant bleibenden Bedarfs werden im Schuljahr 2026/2027 (2029/2030) rund 166.000 (190.000) und im Szenario eines deutlich steigenden Bedarfs 284.000 (339.000) zusätzliche Plätze benötigt, das heißt, im Mittel 225.000 (264.000) zusätzliche Plätze. Dabei fällt der überwiegende Teil des quantitativen Ausbaubedarfs auf die westdeutschen Flächenländer, während in den ostdeutschen Ländern vor allem ein qualitativer Ausbau stattfindet. 

Wird nur der zusätzliche Platzbedarf für die erste Klasse im Schuljahr 2026/2027 betrachtet, für die der aufwachsende Rechtsanspruch zum 1. August 2026 zunächst gilt, werden bei konstantem Bedarf bis zu 30.000 und bei steigendem Bedarf bis zu 65.000 Plätze zusätzlich benötigt. 

Flächendeckend ganztägige Betreuungsangebote für Erstklässler bereitstellen

Der Bericht zeigt auf, dass an vielen Stellen wirksame Maßnahmen zu erkennen sind, die dazu beitragen werden, dieses Ziel zu erreichen, das heißt flächendeckend bedarfsgerecht ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Erstklässler bereitzustellen. So schätzen auch die Landesverantwortlichen ein, dass sie zu Beginn des Rechtsanspruchs im Schuljahr 2026/27 ein (eher) bedarfsdeckendes Angebot vorhalten können.

Die Bundesregierung stellt 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in den Ausbau der kommunalen Bildungsinfrastruktur zur Verfügung, um den notwendigen Platzausbau zu unterstützen. Den durch den Rechtsanspruch entstehenden zusätzlichen Betriebskosten der Länder trägt der Bund durch Änderung des Finanzausgleichsgesetzes Rechnung: Die vertikale Umsatzsteuerverteilung wird zugunsten der Länder ab 2026 jährlich aufwachsend von 135 Millionen auf bis zu 1,3 Milliarden jährlich ab 2030 angepasst.

 

Preisverleihung

Karin Prien verleiht Deutschen Kita-Preis 2025

Gruppenfoto
Die Finalisten und Preisträger des Deutschen Kita-Preises 2025 © DKJS/Sebastian Semmer

Bundesfamilienministerin Karin Prien und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) haben am 27. November in Berlin die besten Kitas 2025 ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Deutschen Kita-Preises 2025 würdigten sie gemeinsam mit weiteren Partnern herausragende Qualität in der frühen Bildung. Moderatorin Barbara Schöneberger begleitete die Gäste durch den Abend.

Karin Prien: "Die Arbeit unserer Kitas ist von unschätzbarem Wert - sie sind Orte, an denen Kinder Vertrauen, Empathie und soziale Stärke gewinnen. Der Deutsche Kita-Preis zeigt eindrucksvoll, welch herausragende Konzepte Fachkräfte, Initiativen und Träger jeden Tag entwickeln, damit Kinder mit Freude und Neugier die Welt entdecken können. Absehbar sinkende Kinderzahlen sind auch eine Chance für mehr Qualität: Die sogenannte demografische Rendite ermöglicht mehr Fachkräfte pro Kind, kleinere Gruppen und mehr individuelle Förderung. Diese Qualitätssprünge müssen wir nutzen - und zugleich dort mehr Kitaplätze schaffen, wo Familien besonders viel Unterstützung brauchen. Denn jedes Kind in Deutschland verdient die besten Startchancen."

Auszeichnung für Unkel und Peine

"Kita des Jahres 2025" darf sich die Inklusive Kita Unkel aus Unkel in Rheinland-Pfalz nennen. Den ersten Platz in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" belegten die Präventionsketten im Landkreis Peine aus Niedersachsen. Beide erhielten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Über den zweiten Platz bei den Kitas freute sich die Kita St. Nikolaus aus Kirchen (Sieg) in Rheinland-Pfalz und bei den Bündnissen der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum in Nordrhein-Westfalen. Beide Preisträger erhielten je 15.000 Euro. Den dritten Platz belegten jeweils die Kindertagesstätte Moordamm aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein und Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn aus Bayern. Sie bekamen je 10.000 Euro.

Sonderpreise für herausragendes Engagement

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack durfte zusätzlich den Zusatzpreis "Attraktivität der Arbeit", gefördert durch den DGB im Wert von je 2000 Euro, überreichen. Die Arbeiter Wohlfahrt (AWO)-Kita Tausendfüßler aus Potsdam in Brandenburg und der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum, Nordrhein-Westfalen, punkteten hier mit innovativen Ansätzen. Den ELTERN-Sonderpreis sicherte sich die Städtische Kita Burgweinting aus Regensburg, Bayern. In einem Online-Voting erhielt die Einrichtung die meisten Stimmen. Biona Schütt, die Redaktionsleitung ELTERN, ehrte die Kita mit einer Trophäe für den Publikumspreis. Zusätzlich geht an die Kita der "Leseschatz", mehrere von der Redaktion der Marke ELTERN zusammengestellte Überraschungspakete mit Kinderbüchern für Ein- bis Sechsjährige.

Weitere zehn Kitas und Bündnisse wurden für ihre herausragende Arbeit einen Anerkennungspreis mit je 1000 Euro gewürdigt. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 110.000 Euro dotiert. Kitas und lokale Bündnisse können sich ab Mitte Januar 2026 wieder um die Auszeichnung bewerben. 

Der Deutsche Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der DFL Stiftung, dem Didacta-Verband, der Marke ELTERN, der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Soziallotterie freiheit+. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.

Regierungsbefragung

Karin Prien zu den wichtigsten Zielen des Ministeriums

 

Netzwerktagung Nationale Demenzstrategie

Michael Brand: Nationale Demenzstrategie fortsetzen

Michael Brand auf einem Podium
Michael Brand will die Teilhabe von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft erleichtern © Valentin Pater

Am 8. Oktober nahm der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Michael Brand, in Berlin an der politischen Abendveranstaltung "Strategie im Dialog: Politik für Menschen mit Demenz" teil. In seinem Grußwort bei der Veranstaltung im Rahmen der Netzwerktagung der Nationalen Demenzstrategie hob er die bisherigen Erfolge der Nationalen Demenzstrategie hervor und betonte die Bereitschaft des Bundesseniorenministeriums, eine aktive Rolle bei der Fortsetzung der Strategie über das Jahr 2026 hinaus einzunehmen.

Michael Brand: "Die Bundesregierung wird weiter gemeinsam mit allen Beteiligten arbeiten, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen nachhaltig zu verbessern und Prävention sowie Forschung weiter stärken. Unser besonderes Augenmerk liegt darauf, die Teilhabe von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft zu erleichtern."

Ziel der Strategie ist, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Deutschland zu verbessern und  ein offenes Klima für den Umgang mit Betroffenen zu schaffen. Dafür enthält die  Nationale Demenzstrategie über 160 konkrete Maßnahmen, die seit 2020 erfolgreich in vier Handlungsfeldern umgesetzt werden:

  • Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen
  • Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen
    Medizinische und pflegerische Versorgung von
  • Menschen mit Demenz weiterentwickeln
  • Exzellente Forschung zu Demenz fördern

Die Nationale Demenzstrategie

Die Nationale Demenzstrategie wurde 2020 von der Bundesregierung unter Federführung des Bundesseniorenministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums ins Leben gerufen. In ihr haben sich mehr als 80 Akteurinnen und Akteure dazu verpflichtet, bis Ende 2026 über 160 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz in Deutschland umzusetzen. Der Koalitionsvertrag zur 21. Legislaturperiode sieht eine Fortsetzung der Nationalen Demenzstrategie über das Jahr 2026 hinaus vor.  

SMART COUNTRY CONVENTION

Digitalisierung für die Gesellschaft erlebbar machen

Karin Prien auf einem Podium bei der Smart Country Convention
Karin Prien betonte auf der SCCON die Bedeutung von durchdachten Digitalisierungsprozessen für alle Lebensbereiche der Gesellschaft © BITKOM / Smart Country Convention

Am 1. Oktober sprach Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien auf der SMART COUNTRY CONVENTION (SCCON) zum Thema "Smartes Land = smarte Gesellschaft? Digitalisierung als Chance für alle Generationen". Karin Prien betonte in ihrem Vortrag die enorme Bedeutung von Digitalisierungsprozessen für die ganze Gesellschaft: bei Teilhabe, Bildungschancen und Arbeitswelt.

Karin Prien: "Digitalisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kein Selbstzweck. Es geht um mehr als Technik - um Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe, Nachhaltigkeit und moderne Arbeitswelten, damit ein echter gesellschaftlicher Mehrwert entsteht."

Digitalisierung als Chance für alle Generationen nutzen

Das Bundesbildungs- und -familienministerium ist das Ministerium für die ganze Gesellschaft. Für das Bundesbildungs- und -familienministerium ist Digitalisierung nicht nur Projekt in der Informationstechnologie (IT), sondern ein gesellschaftlicher Transformationsprozess. Es geht nicht nur um neue Werkzeuge oder Technologien. Es geht darum, wie die Gesellschaft als Ganzes lebt, arbeitet, lernt und miteinander kommuniziert. Dabei ist zentral, Digitalisierung als Chance für alle Generationen zu nutzen. 

SMART COUNTRY CONVENTION

Unter der Schirmherrschaft vom Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, findet vom 30. September bis zum 2. Oktober die SCCON im hub27 auf dem Berliner Messegelände statt. An drei Tagen werden dort ein volles Programm rund um Themen wie E-Government, Smart City/Smart Region, Künstliche Intelligenz (KI), Verwaltungsmodernisierung und Infrastruktur geboten. 

Kita-Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetz

Bund investiert vier Milliarden Euro in frühe Bildung

Kinder in der Kita beim Malen.
Wichtige Investitionen aus dem Sondervermögen fließen in die Kindertagesbetreuung und frühe Bildung © BMBFSFJ

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat am 26. September die letzten Verträge mit den Ländern zur Umsetzung des KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetzes (KiQuTG) unterzeichnet. Damit sind alle 16 Bund-Länder-Verträge abgeschlossen. In den Verträgen legen die Länder fest, welche Maßnahmen sie zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung in den nächsten zwei Jahren umsetzen werden. Dafür stellt der Bund den Ländern insgesamt rund vier Milliarden Euro in 2025 und 2026 zur Verfügung.

Bundesbildungsministerin Karin Prien: "Gute frühkindliche Bildung schafft die Basis für erfolgreiche Bildungswege und fördert Chancengerechtigkeit von Anfang an. Investitionen in die Qualität von Kindertagesstätten kommen nicht nur den Kindern und ihren Familien zugute, sondern auch den Fachkräften - und langfristig der gesamten Gesellschaft. Deshalb unterstützen wir die Länder in den kommenden zwei Jahren mit rund vier Milliarden Euro, um die Qualität von Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit weiter zu verbessern. Gemeinsam mit den Ländern bereiten wir den nächsten wichtigen Schritt vor: Das KiTa-Qualitäts- und - Teilhabeverbesserungsgesetz soll durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz mit bundesweit einheitlichen Standards abgelöst werden. Um das System nachhaltig weiterzuentwickeln und zu stärken braucht es eine enge Zusammenarbeit aller föderalen Ebenen."

Mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung

Mit dem 2024 verabschiedeten Dritten Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung hat der Bund sein finanzielles Engagement für die Qualität der Kindertagesbetreuung fortgesetzt und das KiQuTG mit Wirkung zum 1. Januar 2025 inhaltlich weiterentwickelt. Das Gesetz fokussiert auf die sieben Handlungsfelder, die für die Qualität der Kindertagesbetreuung von besonderer Bedeutung sind. Langfristig sollen damit bundesweite Standards angestrebt werden. Die Länder können die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel nach Ablauf einer Übergangsfrist nur noch für Maßnahmen in den folgenden Handlungsfeldern verwenden:

  • Bedarfsgerechtes Angebot
  • Fachkraft-Kind-Schlüssel
  • Gewinnung und Sicherung qualifizierter Fachkräfte
  • Stärkung der Leitung
  • Förderung einer bedarfsgerechten, ausgewogenen und nachhaltigen Verpflegung und ausreichender Bewegung
  • Förderung der sprachlichen Bildung
  • Stärkung der Kindertagespflege 

Fachkräfte gewinnen, sprachliche Bildung stärken

Seit 2025 sind zwei Handlungsfelder für jedes Land verpflichtend: die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften - denn Qualitätsentwicklung gelingt nur mit qualifizierten Fachkräften - und die sprachliche Bildung - denn Sprache ist der Grundstein für Bildung und Teilhabe. Entsprechend setzen die Länder bei der Umsetzung des KiQuTG in den Jahren 2025 und 2026 Schwerpunkte in diesen beiden Handlungsfeldern.

Die Weiterentwicklung des KiQuTG basiert auf den Ergebnissen des begleitenden Monitorings und der Evaluation sowie den Empfehlungen der AG Frühe Bildung für bundesweite Qualitätsstandards vom März 2024. Ziel ist es, die Qualität der Kindertagesbetreuung zu verbessern, bestehende Unterschiede anzugleichen und so bundesweite Qualitätsstandards vorzubereiten, die perspektivisch im Qualitätsentwicklungsgesetz geregelt werden sollen.

Mit dem Abschluss des letzten Bund-Länder-Vertrages wurde die Bedingung für den Beginn der Finanzierung erfüllt. Die Länder erhalten die zusätzlichen Mittel in 2025 und 2026 über eine Änderung der vertikalen Umsatzsteuerverteilung.

 

Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie"

Mütter wollen mehr arbeiten - wenn die Bedingungen stimmen

Karin Prien beim Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie"
Bundesfamilienministerin Karin Prien und DIHK-Präsident Peter Adrian beim Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie" © Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie"/ Nils Hasenau

Am 19. September tauschten sich Politik und Wirtschaft beim Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie" über Fachkräftesicherung, Erwerbstätigkeit von Müttern und Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Bundesfamilienministerin Karin Prien und dem Präsidenten der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, standen die Ergebnisse der neuen Expertise der Prognos AG "Mehr ist möglich! Was Betriebe tun können, damit Mütter ihre Arbeitszeitwünsche umsetzen können". 

Betriebliche Bedingungen für Mütter verbessern

Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse dafür, wie Unternehmen das Fachkräftepotenzial von Müttern besser erschließen können. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von über 1500 teilzeitbeschäftigten Müttern in Deutschland. Das Ergebnis: Die betriebliche Vereinbarkeitspolitik hat einen erheblichen Einfluss auf die Bereitschaft von Müttern, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Fast die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Mütter (45 Prozent) würde ihre Arbeitszeit erhöhen - wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und Karriereperspektiven verbessert würden. Das entspricht einem Potenzial von rund 14 Millionen zusätzlichen Wochenstunden, beziehungsweise etwa 350.000 zusätzlichen Vollzeitäquivalenten.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: "Mütter leisten Enormes - zu Hause wie im Beruf. Viele wären bereit, mehr zu arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: verlässliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und echte Partnerschaft zu Hause. Die Expertise zeigt: Mehr ist möglich! Politik und Arbeitgeber können gemeinsam ein großes Potenzial heben - nicht nur für die Familien, sondern auch für unsere Wirtschaft. Wir wollen Mütter nicht drängen, sondern unterstützen. Als Bundesregierung werden wir in den nächsten Jahren Milliarden in die Kitas und Schulen investieren. Außerdem werden wir durch das Elterngeld Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit setzen."

DIHK-Präsident Peter Adrian: "Wenn wir es schaffen, Eltern - insbesondere Müttern - den schrittweisen Wiedereinstieg und die Ausweitung ihrer Arbeitszeit zu erleichtern, profitieren alle: Familien, Unternehmen und der Arbeitsmarkt. Wir sprechen hier von einem Potenzial, das mehreren Hunderttausend Vollzeitstellen entspricht. Die Rechnung ist letztlich ganz einfach: Mehr Vereinbarkeit ermöglicht mehr Erwerbsarbeit. Und mehr Erwerbsarbeit führt zu mehr Wohlstand." 

Weitere Ergebnisse der Expertise:

  • 91 Prozent der Mütter sind der Auffassung, dass neben dem Staat auch Arbeitgeber eine Verantwortung dafür haben, dass Beruf und Familie vereinbar sind.
  • Unter den derzeitigen Bedingungen ist ein Großteil der Mütter zufrieden mit ihren Arbeitszeiten. 17 Prozent der Mütter würden gerne ihre Arbeitszeit erhöhen, acht Prozent würden ihre Arbeitszeit lieber reduzieren.
  • Bei verbesserten betrieblichen Bedingungen wären 45 Prozent der Mütter bereit, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Im Durchschnitt würden die Mütter in Deutschland ihre Arbeitszeit auf eine 33-Stunden-Woche anheben.
  • Zu den betrieblichen Voraussetzungen für eine Arbeitszeitausweitung gehört vor allem Flexibilität in der individuellen Arbeitszeitgestaltung. Viele Mütter würden ihre Arbeitszeit gerne ausweiten, haben aber Sorge, ob dies mit ihren familiären Aufgaben vereinbar ist. Hier wünschen sie sich "Probephasen", um einen höheren Stundenumfang ausprobieren und bei unerwarteten Herausforderungen in der Familie reagieren zu können.
  • Weitere Voraussetzungen sind eine persönliche Kommunikation und mehr Karriereoptionen. 38 Prozent der Mütter geben an, dass sie schlicht eine aktive Ansprache durch den Arbeitgeber zu einer Arbeitszeiterhöhung bewegen könnte. Tatsächlich wurden bislang aber nur vier Prozent gezielt darauf angesprochen. 41 Prozent der Mütter benennen bessere Entwicklungsmöglichkeiten als Anreiz zur Arbeitszeiterhöhung. 

9000 Unternehmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Beim Unternehmenstag haben Bundesfamilienministerin Karin Prien und DIHK-Präsident Peter Adrian zudem die Messe München GmbH als 9000. Mitglied im Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" begrüßt. Das Unternehmen unterstützt seine Beschäftigten bereits bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und möchte sein Engagement im Rahmen seiner Mitgliedschaft weiter ausbauen und von den Angeboten des Netzwerks profitieren.

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie"

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ist mit 9000 Mitgliedern bundesweit die größte Plattform für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik engagieren oder interessieren. Das Netzwerk wurde 2007 vom Bundesfamilienministerium und der heutigen Deutschen Industrie- und Handelskammer gegründet. Mitglied können alle Unternehmen und Institutionen werden, die sich zu einer familienbewussten Personalpolitik bekennen und sich engagieren wollen. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei.

Lebenslanges Lernen

Erstes Bundesprogramm für Bildung im Alter startet

Karin Prien überreicht Fördergeld für Bildungsangebote für ältere Menschen
Karin Prien startet das erste Bundesprogramm zur Förderung von Bildung und Engagement für ältere Menschen ab 60 © Dominik Butzmann/BMBFSFJ/photothek.de

Am 16. September hat Bundesbildungsministerin Karin Prien das erste Bundesprogramm für lebensbegleitendes Lernen für Menschen über 60 Jahre gestartet: Das Förderprogramm "BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang" unterstützt aktuell 50 Projekte bundesweit. Finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus), des Bundes sowie aus Mitteln der Träger. Insgesamt stehen den Projekten damit bis 2028 rund 25 Millionen Euro für ihre lokale Bildungsarbeit zur Verfügung. Ziel ist es, neben der Bildungslandschaft für ältere Menschen auch ihr freiwilliges Engagement zu fördern.

Karin Prien: "Mit 'BELL' starten wir ein bisher einmaliges Programm, bei dem der Bund und die EU auf die Potenziale älterer Menschen setzen. Denn: Bildung endet nicht mit dem Renteneintritt. Wenn auch Ältere Neues lernen, ist das ein Gewinn für die ganze Gesellschaft. Wir wissen, dass ältere Menschen sich bilden wollen und lernfähig sind bis ins höchste Alter. Ob zu Gesundheit, politischer Bildung, Finanzwissen oder Engagementmöglichkeiten - die 'BELL'-Förderung schafft bundesweit qualifizierte Lernorte und öffnet neue Bildungschancen für Ältere. Neben dem Erwerb von neuen Fähigkeiten geht es auch darum, das Erfahrungswissen Älterer zu erhalten und weiterzugeben. Wir wollen, dass insbesondere jene Menschen profitieren, die von klassischen Angeboten der Erwachsenenbildung schwer erreicht werden. Ich bin überzeugt: Bildung bereichert und bringt Menschen zusammen - ein Leben lang!"

Karin Prien besucht "BELL"-Projekt in Berlin

Zum Auftakt besuchte die Bundesbildungsministerin das "BELL"-Projekt "Club Dialog e.V." im Berliner Wedding. Hier bilden sich Ältere sprachlich und im digitalen Bereich weiter und bereiten sich auf die Übernahme eines Ehrenamts vor.

"BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang"

Insgesamt bauen bundesweit aktuell 50 Initiativen im Förderprogramm "BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang" spezifische Lern- und Beteiligungsmöglichkeiten für ältere Menschen ab 60 Jahren auf. Die Angebote sollen die Chancen vergrößern, dass Seniorinnen und Senioren auch nach dem Erwerbsleben gesellschaftlich eingebunden und aktiv bleiben können. Die Finanzierung erfolgt bis 2028 zu rund 12,4 Millionen Euro aus Mitteln des ESF Plus und rund 10,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Zehn Prozent der Gesamtausgaben werden durch die Träger aufgebracht.

 

Kinder- und Jugendmedienschutz

Bundesregierung beruft Expertenkommission ein

Karin Prien
Karin Prien stellt die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" vor © Amrei Schulz/BMBFSFJ/photothek.de

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat am 3. September 2025 gemeinsam mit den beiden Co-Vorsitzenden Prof. Dr. Olaf Köller und Nadine Schön die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" vorgestellt. Die Kommission wird noch im Herbst 2025 ihre Arbeit aufnehmen. 

Ziel der Kommission ist es, eine Strategie für den "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" mit konkreten Handlungsempfehlungen für die zuständigen Akteure wie Bund, Länder und Zivilgesellschaft zu erarbeiten. Die Kommission wird sich unter anderem mit den notwendigen Voraussetzungen für ein sicheres, digitales Umfeld für Kinder und Jugendliche sowie mit den gesundheitlichen Folgen von Medienkonsum und der Stärkung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften auseinandersetzen. 

Karin Prien: "Es ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit, Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt wirksam zu schützen. Mit der 'Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt' setzen wir einen klaren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um und schaffen die Basis für entschlossenes Handeln. Unser Ziel ist eine digitale Umgebung, in der junge Menschen sicher aufwachsen und sich frei entfalten können. Dabei setzen wir bewusst darauf, die Kommission wissenschaftlich interdisziplinär und unter Einbeziehung der Fachpraxis zu besetzen und von Anfang an alle staatlichen Ebenen und relevanten Akteure einzubinden."

Nadine Schön, Co-Vorsitzende der Kommission: "Die digitale Welt eröffnet Kindern und Jugendlichen enorme Chancen für Bildung, Kreativität und Teilhabe - zugleich birgt sie aber auch ernsthafte Risiken, denen wir uns als Gesellschaft verantwortungsvoll stellen müssen. Mit der Expertenkommission bündeln wir wissenschaftliche Expertise und bringen unterschiedliche Blickwinkel zusammen. Die Kommission wird dabei auch die Erfahrungen und das wertvolle Wissen von anderen Akteuren sowie die Perspektive der jungen Generation selbst einbinden. Unser Ziel ist es, gemeinsam Wege aufzuzeigen, wie ein gesundes und sicheres Aufwachsen in der digitalen Welt möglich wird."

Prof. Dr. Olaf Köller, Co-Vorsitzender der Kommission: "Der kompetente Umgang mit digitalen Medien muss ein zentrales Bildungsziel für unsere Kinder und Jugendlichen sein. Dabei ist es wichtig, ihnen die Chancen und Risiken offenzulegen und sie auch ein Stück weit vor den Gefahren des Internets zu schützen. Ich gehe davon aus, dass die Expertenkommission in ihrer inter- und transdisziplinären Zusammensetzung kluge Empfehlungen abgeben wird, um die heranwachsenden Generationen auf die digitalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorzubereiten."

Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Jugendmedienschutz stärken

Die Bundesländer sollen in einem Länderbeirat in den Arbeitsprozess der Kommission mit eingebunden werden. Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien werden als Beobachter ebenfalls hinzugezogen. Durch geeignete Beteiligungsformate werden weitere Expertinnen und Experten aus den betroffenen Themenbereichen, der Zivilgesellschaft, sowie die Rundfunkkommission der Länder einbezogen. Zudem ist eine aktive Jugendbeteiligung vorgesehen. 

Mit insgesamt 16 Expertinnen und Experten sowie zwei Vorsitzenden aus Wissenschaft und Praxis weist die Kommission eine breite, interdisziplinäre Kompetenz und Expertise aus.

Mitglieder der Kommission

  • Nadine Schön (Vorsitzende), ehemaliges Mitglied des Bundestags (MdB), Jugend-, Bildungs- und Digitalpolitikerin
  • Prof. Dr. Olaf Köller (Vorsitzender), Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Kiel
  • Prof. Dr. Yvonne Anders, Inhaberin des Lehrstuhls "Frühkindliche Bildung und Erziehung" an der Universität Bamberg
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Sabine Andresen, Professorin für Familienforschung und Sozialpädagogik im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Frankfurt am Main
  • Dr. Annika Baumann, Leiterin der Forschungsgruppe "Wohlbefinden in der digitalen Welt" am Weizenbaum-Institut, Berlin
  • Prof. Dr. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus, Dresden
  • Dr. Susanne Eggert, Leiterin der Abteilung "Forschung" am JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München
  • Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz
  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm; Präsident der europäischen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie
  • Stefan Glaser, Leiter von jugendschutz.net
  • Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz
  • Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinenn und -arzte; Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin/Schwerpunkt Neuropädiatrie in einer Gemeinschaftspraxis
  • Dr. Claudia Lampert, Senior Researcher Mediensozialisation und Gesundheitskommunikation am Leibniz-Institut für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut, Hamburg
  • Prof. Dr. Marc Liesching, Professor für Medienrecht und Medientheorie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig
  • Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger, Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
  • Prof. Dr. Judith Simon, Inhaberin des Lehrstuhls "Ethik in der Informationstechnologie" an der Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Rolf Schwartmann, Leiter der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht an der Technischen Hochschule Köln und Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) e.V.
  • Prof. Dr. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg
Antrittsbesuch

Karin Prien besucht Nordrhein-Westfalen

Gruppenfoto mit Karin Prien

In Düsseldorf trifft Karin Prien den nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde

© Thomas Trutschel/photothek.de
Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zeigen Karin Prien das Beratungsangebot für ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien

Im Mittelpunkt des Treffens steht der "DigitalPakt Alter": Im Seniorenzentrum der Jüdischen Gemeinde erhalten ältere Menschen Beratung und Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien

© Thomas Trutschel/photothek.de
Karin Prien und Josefine Paul bei der frauenberatungsstelle Düsseldorf e.V.

Anschließend besichtigt Karin Prien gemeinsam mit Josefine Paul, der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V.

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien und Josefine Paul

Bei ihrem Besuch lobt die Bundesbildungs- und Familienministerin die wichtige Arbeit der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen und betont die Bedeutung des Gewaltschutzgesetzes für solche Angebote: "Das ist ein starkes Fundament - jetzt kommt es darauf an, es gemeinsam mit Leben zu füllen. Bund und Länder stehen hier gemeinsam in der Verantwortung."

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien und Dorothee Feller

Am 2. September reist Karin Prien nach Bonn, um gemeinsam mit der Ministerin für Schule und Bildung, Dorothee Feller, die Karl-Simrock-Schule für Berufsorientierung zu besuchen

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien und Dorothee Feller

Im anschließenden Gespräch tauschen sich Karin Prien und Dorothee Feller über aktuelle Schwerpunkte der Bildungspolitik aus

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien mit einer Runde und Dorothee Feller

Im Gespräch lobt Karin Prien den praxisorientierten Unterricht der Schule für Berufsorientierung: "Die Karl-Simrock-Schule ist ein tolles Beispiel, wie berufliche Orientierung systematisch und praxisnah umgesetzt werden kann."

© Thomas Trutschel/BMBFSFJ/photothek.de

 

Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien besuchte vom 1. bis 2. September Nordrhein-Westfalen zu einem Antrittsbesuch. Erste Station war Düsseldorf, wo sie Karl-Josef Laumann, den nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf traf. 

Im Mittelpunkt des Treffens stand der "Digitalpakt Alter". Im Seniorenzentrum der Gemeinde erhalten ältere Menschen Beratung und Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien. Zudem tauschten sich Karin Prien und Karl-Joesef Laumann zu den Themen Pflegefachassistenz und Familienpflegezeit aus. 

Karin Prien: "ZITAT."

Frauen besser vor Gewalt schützen

Anschließend besichtigte Karin Prien die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V., in der Opfer häuslicher Gewalt nach einem entsprechenden Polizeieinsatz schnelle psychosoziale Hilfe erhalten. Begleitet wurde sie von Josefine Paul, der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration.

Am 2. September reiste Karin Prien nach Bonn, um gemeinsam mit der Ministerin für Schule und Bildung, Dorothee Feller, die Karl-Simrock-Schule zu besuchen und sich über aktuelle Schwerpunkte in der Bildungspolitik auszutauschen.

Antrittsbesuch

Karin Prien besucht Sachsen

Karin Prien und Michael Kretschmer

Bei ihrem Zusammentreffen in Dresden betonen Karin Prien und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, wie wichtig der Austausch zwischen Bund und Ländern ist

© Kira Hoffmann/photothek.de
Mehrere Menschen sitzen an einem großen Tisch und unterhalten sich

Bei ihrer zweiten Station in Dresden tauscht sich die Bundesbildungs- und Familienministerin mit Vertreterinnen und Vertretern von HATiKVA e.V. über die Bildungsarbeit im Kampf gegen Antisemitismus aus

© Kira Hoffmann/photothek.de
Eine rote Kerze, auf der ein siebenarmiger Leuchter und die Aufschrift "HATiKVA" abgebildet ist

HATiKVA e.V. ist eine Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Sachsen

© Kira Hofmann/photothek.de
Karin Prien wird über den Alten Jüdischen Friedhof geführt

Karin Prien nimmt an einer Führung über den 1751 errichteten Alten Jüdischen Friedhof teil, der von HATiKVA e.V. ehrenamtlich betreut wird

© Kira Hoffmann/photothek.de
Karin Prien und Conrad Clemens stehen in einem Klassenzimmer und unterhalten sich mit Schülerinnen und Schülern

Beim anschließenden Besuch der Heinrich-Pestalozzi-Oberschule in Löbau wird Karin Prien vom sächsischen Kultusminister Conrad Clemens begleitet

© Kira Hoffmann/photothek.de
Karin Prien sitzt mit Schülerinnen und Schülern an einem Tisch und unterhält sich

Die Heinrich-Pestalozzi-Oberschule ist eine von 60 Schulen in Sachsen, die am Startchancen-Programm des Bundesbildungsministeriums teilnehmen

© Kira Hoffmann/photothek.de
Karin Prien steht an einem Rednerpult

Bei der letzten Station ihres Antrittsbesuchs, dem sächsischen Handygipfel, fordert Karin Prien klare Regeln und einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones an Schulen

© Kira Hoffmann/photothek.de

 

Für ihren Antrittsbesuch reiste Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien am 28. August nach Sachsen. In Dresden traf sie zunächst den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, um mit ihm über gemeinsame Wege in der Bildungspolitik zu sprechen.

Bildungsarbeit gegen Antisemitismus stärken

Anschließend war sie zu Gast bei HATiKVA e.V., einer Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur. Dort informierte sich Karin Prien über das vom Bundesbildungsministerium geförderte Projekt "Bildungsarbeit gegen wirtschaftlich begründeten Antisemitismus". Im Anschluss erhielt sie eine Führung über den Alten Jüdischen Friedhof, der von HATiKVA e.V. ehrenamtlich betreut wird.

Handynutzung in der Schule klar regeln

Gemeinsam mit dem sächsischen Kultusminister Conrad Clemens besuchte Karin Prien die Heinrich-Pestalozzi-Oberschule in Löbau. Die Schule ist eine von 60 in Sachsen, die am Startchancen-Programm teilnehmen. Das Programm unterstützt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler.

Am Nachmittag fand der Fachdialog "Weniger Handy. Mehr Digitalisierung. Stärkere Kompetenzen", der sogenannte Handygipfel, in Dresden statt. Dort sprach sich die Bundesbildungsministerin für klare Regeln zur Handynutzung von Kindern und Jugendlichen in der Schule aus.

Karin Prien: "Die neuesten Studien zeigen, dass 15-Jährige in Deutschland im Schnitt fast sieben Stunden täglich vor Bildschirmen verbringen - sogar an Schultagen gehen zwei davon allein für Freizeitnutzung drauf. Diese langen Bildschirmzeiten machen mir wirklich Sorgen, denn sie können das Wohlbefinden, die Lernleistung und die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist es notwendig, in der Grundschule klare Regeln zu setzen: Private Handynutzung sollte dort keinen Platz haben. In den weiterführenden Schulen hingegen sollten altersgerechte Lösungen entwickelt werden, die eine verantwortliche Nutzung ermöglichen. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf digitale Teilhabe - sie dürfen nicht ausgeschlossen werden. Der Schlüssel dafür ist Medienkompetenz: Nur wer früh lernt, mit digitalen Medien selbstbestimmt und kritisch umzugehen, kann ihre Chancen nutzen, ohne den Risiken zu erliegen. Hier tragen Familien, Lehrkräfte und Fachkräfte gemeinsam Verantwortung. Unser Ziel ist eine digitale Welt, in der junge Menschen sicher, mündig und aktiv mitgestalten können. Aber auch die Plattformbetreiber sind gefordert - beispielsweise durch den Digital Services Act - verstärkt Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt umzusetzen."

Kindertagesbetreuung Kompakt

Bedarf an Kindertagesbetreuung ist erneut gestiegen

Eine Mutter zieht ihrem Sohn in der Kita Haussschuhe an
Die Online-Publikation "Kindertagesbetreuung Kompakt" liefert ein umfassendes Bild über den Ausbaustand der Kindertagesbetreuung und die Entwicklung der Elternbedarfe in Deutschland © BMFSFJ / Philipp Arnoldt

Die Nachfrage nach Kindertagesbetreuung bleibt trotz rückläufiger Geburtenzahlen hoch. Das zeigen aktuelle Zahlen aus der am 21. August veröffentlichten Broschüre "Kindertagesbetreuung Kompakt". Der Anteil der Kinder in Kitas und Kindertagespflege steigt in allen Altersgruppen. Gleichzeitig bestehen weiterhin deutliche Lücken zwischen dem Betreuungsangebot und dem tatsächlichen Bedarf von Eltern.

Die Online-Publikation "Kindertagesbetreuung Kompakt" enthält Daten zum bundesweiten Ausbaustand und zum elterlichen Bedarf in der Kindertagesbetreuung. Sie zeigt die Entwicklung im Zeitverlauf und beleuchtet die Situation in den Bundesländern.

Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien: "Kitas geben Kindern frühe Bildungschancen und die Möglichkeit Gemeinschaft zu erleben - hier wird der Grundstein für den weiteren Erfolg in Schule und Beruf gelegt. Fast jedes Kind zwischen drei Jahren und Schuleintritt besucht eine Kita und auch bei den unter Dreijährigen steigt die Betreuungsquote stetig. Eltern brauchen Kitas als verlässliche Partner. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir die Kindertagesbetreuung weiter ausbauen, modernisieren und erhalten. Aus dem Sondervermögen stellt allein der Bund 6,3 Milliarden für Bildung und Betreuung bereit. Davon sollen rund 3,8 Milliarden Euro in ein Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung fließen. Denn jedes Kind verdient gute Startchancen - Investitionen in frühe Bildung sind Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft."

Zentrale Ergebnisse der "Kindertagesbetreuung Kompakt"

Die Betreuungsquote ist erneut gestiegen: 37,4 Prozent der unter dreijährigen Kinder besuchten 2024 eine Kita - 2023 waren es noch 36,4 Prozent. Bei gleichzeitig rückläufiger Geburtenentwicklung bedeutet dies: Besonders in Ostdeutschland rückt der Erhalt der vorhandenen Plätze in den Vordergrund, während in Westdeutschland eine weitere Ausweitung des Angebots notwendig ist.

Nahezu alle Eltern (98 Prozent) wünschen sich für ihre Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt eine Kindertagesbetreuung. 91,6 Prozent haben tatsächlich einen Platz in einer Kita oder Kindertagespflege. Bei den unter Dreiährigen fällt der Bedarf noch deutlich größer als das Angebot: Die Lücke zwischen Angebot und Bedarf beträgt hier weiterhin 14,6 Prozentpunkte.

Bund unterstützt Ausbau und Qualitätsentwicklung

Das Bundeskabinett hat beschlossen, aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität insgesamt 6,3 Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung und digitale Bildung zu investieren. Davon sollen rund 3,8 Milliarden Euro in ein Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung fließen. 

Um die Qualität von Kitas und Kindertagespflege weiterzuentwickeln, unterstützt der Bund die Länder außerdem mit dem Kita-Qualitätsgesetz. Dafür stehen bis 2026 jährlich rund zwei Milliarden Euro bereit. Diese Mittel können die Länder in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und auch in Fachkräftesicherung investieren. Der Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode sieht vor, das Kita-Qualitätsgesetz durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz abzulösen.  

Fachkräfte sind Erfolgsfaktor für Kita-Ausbau

Fachpersonal bleibt der Schlüssel für qualitative und quantitative Erweiterung der Kindertagesbetreuung: In Westdeutschland hängt der weitere Ausbau maßgeblich davon ab, ob es gelingt, pädagogisches Personal zu gewinnen und langfristig zu halten. In Ostdeutschland könnten durch zusätzliche Fachkräfte bestehende Angebote stabilisiert und verbessert werden. Auch hier müssen Familien derzeit mit ungeplanten Schließzeiten in Kindertageseinrichtungen aufgrund von Personalmangel rechnen. Maßnahmen zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften sind daher von besonderer Bedeutung. 

Antrittsbesuch

Karin Prien besucht Thüringen

Karin Prien in der Neuen Synagoge Erfurt

Bei ihrem Antrittsbesuch tauscht sich Karin Prien in der Neuen Synagoge in Erfurt mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen aus. Dabei betont sie, dass jüdisches Leben in Deutschland sichtbar bleiben muss

© BMBFSFJ
Karin Prien und Colette Boos-John

Wie können mehr Mädchen und Frauen für eine Karriere in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistert werden? Über diese Frage spricht Karin Prien mit der Thüringer Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und Marcus Malsch, Staatssekretär für Landwirtschaft und Ländlichen Raum

© Felix Zahn/photothek.de
Karin Prien und Mario Voigt

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt empfängt Karin Prien in der Staatskanzlei, um über die erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Bildungspolitik zu sprechen

© Felix Zahn/photothek.de
Karin Prien beim Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit

Beim Besuch des "Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra" unterstreicht Karin Prien die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für die Demokratie

© Felix Zahn/photothek.de
Gruppenfoto mit Karin Prien im Schülerforschungszentrums Weimar

Im Schülerforschungszentrums Weimar trifft Karin Prien die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs "Jugend forscht", die ihr Projekt "AutoGrade.AI" vorstellen, und informiert sich über das Gewinnerprojekt des Deutschen Fachkräftepreises 2025, "Tag in der Praxis"

© Felix Zahn/photothek.de
Blick auf einen Platz, auf dem Zuschauende einer Tanzaufführung folgen

Während eines Rundgangs durch Weimar tauscht sich Karin Prien mit dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, aus

© Felix Zahn/photothek.de
Karin Prien steht mit weiteren Personen an einem Rednerpult

Abschließend eröffnet die Bildungs- und Familienministerin gemeinsam mit Christian Tischner (links), das Kunstfest Weimar

© Felix Zahn/photothek.de
Blick auf einen Platz, auf dem Zuschauende einer Tanzaufführung folgen

Das Kunstfest Weimar ist das größte Festival für zeitgenössische Kunst in Mitteldeutschland und verbindet Musik, Theater, Tanz, Bildende Kunst und Literatur im öffentlichen Raum

© Felix Zahn/photothek.de

 

Am 20. August reiste Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien für ihren Antrittsbesuch nach Thüringen. Bei ihrem Besuch der Neuen Synagoge in Erfurt tauschte sie sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen über das Leben von Jüdinnen und Juden im Freistaat aus. Dabei unterstrich sie die Bedeutung, jüdisches Leben als selbstverständlichen und sichtbaren Teil der Gesellschaft zu bewahren und zu fördern.

Mädchen und Frauen zu MINT-Berufen ermutigen

Anschließend traf Karin Prien die Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlichen Raum, Colette Boos-John und den Staatssekretär für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen gute Betreuungsangebote sowie die Förderung von Mädchen und Frauen in Führungspositionen in Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).

Karin Prien: "Wir sind uns einig: Wir müssen noch mehr Mädchen für MINT-Bildung und -Berufe begeistern. Ich möchte, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler die alltägliche Relevanz von MINT erleben können. Das fördern wir mit dem MINT-Aktionsplan, den wir in dieser Legislatur grundlegend weiterentwickeln."

Erfolgreiche Bildung in Bund und Ländern fördern

Im Anschluss empfing Ministerpräsident Mario Voigt die Bundesministerin in der Staatskanzlei Thüringen, um über gemeinsame Ziele in der Bildungspolitik zu sprechen.

Karin Prien: "Gute Bildung gelingt nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten: Bund, Länder und Kommunen, jeder in seiner Verantwortung - und alle miteinander in einem kooperativen Föderalismus." 

Weltoffenheit und Demokratie stärken

Anschließend traf Karin Prien die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Katharina Schenk. Sie sprachen über das Thema Pflege sowie Projekte der Netzwerke Frühe Hilfen. Gemeinsam besuchten die beiden Ministerinnen das "Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra". Im Dialog mit dem Sprecher des Bündnisses, Thomas Jakob, betonte Karin Prien die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für eine offene und demokratische Gesellschaft.

Junge Menschen an Forschung und Ausbildung heranführen

Am Nachmittag besuchte Karin Prien das Schülerforschungszentrum Weimar. Dort stellten die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs "Jugend forscht" ihr Projekt "AutoGrade.AI" vor - eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Lösung zur automatisierten Bewertung von Schulprüfungen.

Zudem stellte das Gewinnerprojekt des Deutschen Fachkräftepreises 2025, "Tag in der Praxis", seinen Ansatz vor, junge Menschen an Ausbildungsberufe heranzuführen. Das Projekt ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, über ein Vierteljahr an einem Tag pro Woche regionale Ausbildungsbetriebe und -berufe praxisnah kennenzulernen.

Eröffnung des Kunstfestes Weimar

Zum Abschluss ihres Besuchs eröffnete Karin Prien gemeinsam mit dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, das Kunstfest Weimar. In ihrem Grußwort betonte Karin Prien die Bedeutung kultureller Bildung und der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Weitere Beiträge kamen von der Schirmherrin Irina Scherbakowka sowie von Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine. 

Antrittsbesuch

Karin Prien besucht Niedersachsen

Karin Prien und Olaf Lies

Bei ihrem Antrittsbesuch trifft Karin Prien den Ministerpräsidenten von Niedersachsen Olaf Lies bei einem Empfang im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung

© Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien

Zusammen mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg besucht Karin Prien die Kindertagesstätte im CJD Familienzentrum Mittelfeld und tauscht sich über frühe Bildung und bessere Kinderbetreuung aus

© Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien zusammen mit zwei Vorstandsmitgliedern des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen

Bei ihrem Besuch einer Synagoge der bucharisch-serfadischen Gemeinde geht Karin Prien mit dem Vorstand des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen über jüdisches Leben in Hannover ins Gespräch

© Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de
Karin Prien und Eliah Sakakushev-von Bismarck, der geschäftsführende und künstlerische Direktor der Villa Seligmann

Eliah Sakakushev-von Bismarck, der geschäftsführende und künstlerische Direktor der Siegmund Seligmann Stiftung, gibt Karin Prien eine Fürhung durch das Hausmuseum der Villa Seligmann

© Florian Gaertner/BMBFSFJ/photothek.de


Für ihren Antrittsbesuch reiste Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien am 12. August nach Hannover. Sie traf dort den niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, die stellvertretende Ministerpräsidentin und Kultusministerin Julia Willie Hamburg, und den Geschäftsführer und Programmdirektor der Villa Seligmann, Eliah Sakakushev-von Bismarck. Den Auftakt bildete ein Empfang im Gästehaus der Landesregierung. 

Frühe Bildung und Betreuungsangebote verbessern

Für die Bundesbildungsministerin Karin Prien sind die Themen frühkindliche Bildung und gute Betreuungsangebote ein besonderes Anliegen. Bei einem Besuch der Kindertagesstätte Familienzentrum Mittelfeld sprach Karin Prien zusammen mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg über den Ausbau der Ganztagsbetreuung und darüber, wie das Thema Bildung schon früh im Kita-Alter angegangen und verstärkt werden kann. 

Antisemitismus wirksam durch Bildung bekämpfen

Für einen Austausch über jüdisches Leben in Hannover besuchte Karin Prien die Synagoge der bucharisch-serfadischen Gemeinde und traf sich dort mit den Mitgliedern des Vorstand des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.

Am Nachmittag traf Karin Prien in der Villa Seligmann ein, die seit 2012 als Ausstellungs- und Veranstaltungsort für jüdische Kunst und Kultur sowie als Bildungseinrichtung genutzt wird. Eliah Sakakushev-von Bismarck, der geschäftsführende und künstlerische Direktor der Stiftung, gab der Bundesbildungsministerin eine Führung. Anschließend tauschten sie sich zur Bildungsarbeit aus und diskutierten die Frage, wie Antisemitismus bereits früh und umfassend durch Bildungsangebote bekämpft werden kann.